Montag, 1. Oktober 2007

Mehrverkehr

Der Streit um den Bau eines neuen Stadions für den FC Aarau treibt eigenartige Blüten. Die Gegner greifen dabei auf immer unfairere Mittel, derweil die Befürworter durch Parkhäuser wandern, um der Behaupterei entgegen zu wirken

Der VCS Aargau befürwortete vor zwei Jahren ein Stadion im Torfeld Süd und bezeichnete es als verkehrstechnisch optimal. Es ist daher um so verwirrender, warum deren Geschäftsführer und Nationalratskandidat Micha Siegrist jetzt plötzlich dagegen argumentiert und behauptet, die Mantelnutzung im Stadion führe zu 10'000 zusätzlichen Autobewegungen täglich. Tatsächlich fahren heute schon Tausende Autos durch - und aus der Stadt, um in umliegenden Dörfern einkaufen zu gehen. Diesen Schluss lässt eine Zählung zu, das vom Statistische Amt des Goggiblogs durchgeführt wurde.

Erfasst wurden alle Autos auf den drei gedeckten Ebenen im alten Parkhaus des Wynencenters Buchs. Nachdem die Nummernschilder notiert und im Auto-Index die Herkunft nach Orten heraus gesucht war, wurden alle Daten, insbesondere jene, die Rückschlüsse auf die Halter geben könnten, vernichtet. Geblieben ist eine Liste nach Herkunft.
Die %-Angaben in der folgenden Tabelle beziehen sich auf alle parkierten Autos, die einer Aargauer Gemeinde, einem anderen Kanton oder einem anderen Land zugeordnet werden konnten - also ohne die 17 Aargauer, die nicht im Index verzeichnet waren. Diese werden leeren Parkplätzen gleich gestellt.

Von diesen Zahlen konnte ausgegangen werden:

Parkplätze: 445
- Leere Parkplätze: 38
Belegte Parkplätze: 407
- AG, aber nicht im Index: 17
Statistisch relevante Parkplätze: 390 (100%)

Die Top 10:
Von wo die Einkaufenden gekommen sind:


1. Suhr: 84 (21,5%)
2. Aarau 79 (20,3 %)
3. Buchs 66 (16,9 %)
4. Hunzenschwil 32 (8,2 %)
5. Rohr 28 (7,2 %)
6. Entfelden 15 (3,8 %)
7. Kanton Solothurn 13 (3,4 %)
8. Küttigen 10 (2,5 %)
9. Auenstein 8 (2,1 %)
10. Biberstein 6 (1,5 %)

Andere Gemeinden: 32 (8,2 %)
Andere Kantone: 10 (2,5 %)
Ausland 7 (1,8%)

Einschränkungen:

Es bestand keine Möglichkeit Privatautos von privat genutzen Geschäftsfahrzeugen zu unterscheiden. Möglicherweise unterscheidet sich der Arbeits- und der Wohnort in diesen Fällen. Erfasst wurden die Daten am vergangenen Samstagmorgen zwischen 10 und 11 Uhr. Es handelt es sich um eine Momentaufnahme, die besonders wochentags oder zu Randzeiten vom Resultat abweichen können. Dennoch kann man davon ausgehen, dass die prozentuale Anteile in ungefähr die gleichen bleiben.
Zusammenfassend beduetet das, dass jeder 5. Besucher des Wynencenters in Aarau wohnhaft ist. Besonders erwähnenswert sind die Entfelder, die sogar einen Umweg durch das viel befahrene Suhr in Kauf nehmen um in Buchs einkaufen zu gehen. Interessant auch, dass es 29 Autofahrer aus Biberstein, Küttigen und dem Kanton Soloturn vorzogen, durch die Stadt Aarau hindurch zu fahren um ins Einkaufszentrum zu gelangen. Damit wollten über ein Drittel (38%) nicht in Aarau einkaufen, obwohl es geografisch näher gelegen wäre! Eine Einkaufsmöglichkeit im Torfeld Süd würde die Frequenz auf den Aarauer Strassen sogar eher reduzieren...


Die Statistik darf unter Nennung der Quelle frei benutzt werden.

4 x kommentiert - Auch Kommentar abgeben?:

Anonym hat gesagt…

Diese Statistik und ihre Aussage muss man jetzt nicht unbedingt verstehen oder? Zumal es ja soviel wie ich weiß mehrere Möglichkeiten gibt in dieses Einkaufscentrum zu fahren. Aber wer die Zeit hat all die Autos zu zählen, dem soll man nicht im Weg stehen.

Lili hat gesagt…

Lieber Goggi. Schön mal schöne Probleme zu haben.

Thomas hat gesagt…

Das Grüne Gedankengut nimmt eben schnell ein Ende, wenn es um eigene Interessen geht...

Artemis hat gesagt…

Interessant, dass die lieben Anonymen sich nie trauen, zu ihrem Wort zu stehen... *mitdenaugenroll*