Freitag, 1. Februar 2008

Allgegenwärtiges Trigami

Sebastian Müller sucht Autoren, die an seiner Blogparade teilnehmen (klick)
Selten wird in Blogs über einen Arbeitgeber so viel geschrieben, wie über Trigami. Warum ist das so? Würdet Ihr über Euren Job bei der Bank auch so offen schreiben? Ist Trigami nur ein Spass nebenher? Weil Trigami eine Art Allgemeingut ist und bei Bloggern omnipresent ist? Über 3'500 Blogger beteiligen sich zwar schon an der Vermarktung ihres Blogs, doch besonders in Deutschland häufen sich die kritischen Stimmen, die auch in der Schweiz für Diskussionsstoff sorgen: Zum einen ist die rechtliche Seite unklar, weil die Einnahmen grundsätzlich als Einkommen versteuert werden müssen, zum anderen bezeichnen Trigami-Gegner, Trigamisten "Link-Nutten", weil sie ihren Blog für redaktionelle Werbetexte hergeben.

In einer Blogparade zum Thema Trigami, stellt Sebastian Müller nun Fragen, die wir schon immer beantwortet haben wollten, aber nie zu fragen wagten. Kurz und direkt zusammengefasst: Blogt ich gern für Trigami und wie viel Kohle gibts dafür?

Grundsätzlich reden wir Schweizer ja nicht über Geld. Und schon gar nicht über das, was in der Lohntüte steckt - bei unseren nördlichen Nachbarn dürfte das nicht anders sein. Und dennoch fragt man sich beim Anblick des zu verdienenden Betrages, ob das nun viel ist, oder wenig. Soll ich meine Arbeit leistungsgerecht anheben, oder den Betrag herabsetzen, um einen konkurrenzfähigen Preis anzubieten? Im Rahmen eines Ehernkodex', dem sich einige Blogger bereits angeschlossen haben, wollen wir den von Trigami vorgeschlagenen Preis nicht verändern [1]. Damit soll erreicht werden, dass eine Art Lohndumping entsteht. Auch Anregungen einen "Grundbetrag" einzuführen, wurden bereits diskutiert und die gerechte Bezahlung dürfte auch in Zukunft ein heisses Eisen bleiben. Mein Preis liegt derzeit bei 100 Euro für Rewiews und 50 Euro für Textanzeigen, spezielle Vereinbarungen nicht berücksichtigt. Das reicht definitiv nicht zum Leben, denn neben den bisher 17 erschienenen Beiträgen, habe ich doppelt so viele Ablehnungen bekommen, in 90% der Fälle, weil das Budget aufgebraucht, oder der Preis zu hoch war. Siehe auch [2] und [3].

Die Sache mit dem "Sichmühegeben"

Lasst uns die Sache wieder mit dem richtigen Leben vergleichen: Wer jeden Morgen mit einem Lachen im Gesicht aufsteht und voller Freude zur Arbeit fährt, hebe die Hand (oder drücke Alt + F4, denn Lügner sollten nicht weiter lesen). Nein, wirklich jede Aufgabe die man uns aufbürdet, lösen wir mit der gleichen Begeisterung - sei es beim Wischen der Dorfstrasse, oder bei der komplizierten Darm-Operation. Ähnlich verhält es sich beim Schreiben für Trigami, da darf man sich nichts vormachen. Obwohl die Kunden immer zufrieden waren, reichte es auch schon nur für das Allernötigste an Informationen. Natürlich ist hier die Frage erlaubt, warum man sich dann überhaupt bewirbt. Antwort: Ausser bei anrüchigen oder zwiespältigen Angeboten bewerbe ich mich grundsätzlich immer, füge aber in der Bewerbung an, dass mein Blog allenfalls unpassend, oder mein Interesse an der Materie bisher eher zurückhaltend war. Es liegt dann beim Kunden mein Angebot abzulehnen - immerhin hat er mich dann aber wahrgenommen.

Die meisten Artikel waren aber sehr interessant zu schreiben. Über Exsila beispielsweise, hätte ich auch ohne deren Zutun via Trigami etwas geschrieben. Firmen wie Permamed, soundmedia, Breakshop und Zipflracer bieten zudem Produkte, über die sich erstens eifrig schreiben lässt und die man zweitens auch zum Testen zur Verfügung gestellt bekommt. Zugegebenermassen auch ein Anreiz, sich engagierter zu bewerben und motiviert darüber zu schreiben.

Das System Trigami ist noch längtst nicht ausgereift. Die neuen Produkte sind zwar lobenswert, doch die Gefahr besteht, dass bei der Fülle an Neuem die erarbeitete Seriösität verloren gehen könnte. Beispiele dafür sind aus früheren Zeiten bekannt, aber auch die weiter unten in diesem Blog erwähnte Studie sei hier erwähnt. Sie besagt, dass dem Durchschnitts-Surfer die Sache mit dem Internet viel zu schnelllebig ist. Trigami tut also gut daran, sich dezent weiter zu entwickeln und nicht nur die Zielgruppe "zahlende Kunden" im Auge zu behalten, sondern auch die Blogger und deren Leser.

[1] Trigami: Lob und Tadel
[2] Budget aufgebraucht
[3] Preis zu hoch?

2 x kommentiert - Auch Kommentar abgeben?:

Monsieur Fischer hat gesagt…

so lange du in der schweiz das steuerbare mindesteinkommen (CHF 2500) pro monat nicht überschreitest, brauchst du trigami nicht anzugeben! ein problem, dass sich mit seit 2008 nicht mehr stellt, da ich nach extrem erfolgreichen vormonaten nix mehr gekriegt habe... trigami hat irgendwas an den zahlen rumgeschraubt und auch die ländereinstellungen sind irgendwie nicht soooo gelungen. nach mehreren tausend franken seit herbst, ist nur leider flaute... schade!

Goggi hat gesagt…

ich dagegen hab schon den dritten in diesem Jahr. Zu der Versteuerbarkeit war ich der Annahme, wenn man "von zu Hause aus" arbeitet, man jeden Rappen angeben muss...