Freitag, 7. Oktober 2011

ebuzzing / trigami - wie geht's weiter?

Selten haben wohl Blogger eine Firmenübernahme so hautnah erlebt wie im Fall Trigami durch ebuzzing. Die "Heirat" wurde ausführlich in Newslettern und Artikeln dokumentiert, doch Fragen die besonders Blogger angehen wurden nicht abschliessend beantwortet. Gerade das Stichwort Honorar fällt in Diskussionen immer wieder. Höchste Zeit bei Martin Ming, Projektmanager bei ebuzzing nachzufragen.

Martin Ming, aufgrund der Grösse von ebuzzing stellt sich der Blogger die Frage, ob die Qualität der Kampagnen so hoch bleiben wie bisher.

Martin Ming/ebuzzing: Wir haben nach wie vor grossen Anspruch an die Qualität unserer Kampagnen. Die Charakteristik der Kampagnen wird sich mittelfristig ein wenig verlagern. Der Trend zeigt, dass sich vieles in Richtung Video bewegt und die Möglichkeiten diesbezüglich noch lange nicht ausgeschöpft sind. Wir sind uns aber bewusst, dass unsere Blogger hervorragenden Content liefern, weshalb wir auch auf herkömmliche "Sponsored Posts" auf keinen Fall verzichten möchten.

Goggiblog: Ich denke da auch an die "Globalisierung". Werden überhaupt noch Schweizer Kunden für reine Schweizer Kampagnen aquiriert?

Martin Ming: Dies ist eine sehr gute Frage, die wir uns auch intern immer wieder stellen. Sicher ist, wir bleiben mit unserem Firmensitz in der Schweiz und beschäftigen hier nach wie vor Verkäufer. Wir werden kurzfristig aber nicht in der Lage sein Kampagnen in der Grösse wie wir Sie in Deutschland anbieten, auch in der Schweiz umzusetzen. Dies aus dem einfachen Grund, dass unser Blogger Netzwerk in der Schweiz naturgemäss kleiner ist. Durch den Zusammenschluss mit einem pan-europäisch agierenden Unternehmen steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, für ausländische Kunden Kampagnen in der Schweiz durchzuführen. Vieles hängt von der Anzahl der Schweizer Blogs ab.

Goggiblog: Will heissen, (teure) Schweizer Blogs werden gegenüber (günstigeren) deutschen Webseiten bald schlechter gestellt?

Martin Ming: Nein, natürlich nicht. Die Beschaffung und Vergabe von Kampagnen ist auch immer eine Frage der Reichweite. Vieles hängt von der Anzahl der Schweizer Blogs ab. Je mehr reichweitenstarke schweizer Blogs mit qualitativ gutem Content sich uns anschliessen, desto spannender wird auch dieser Markt für unsere Kunden. Zudem sind viele namhafte schweizer Firmen vergleichsweise spät auf den Social Media Zug aufgesprungen, was ebenfalls ein Grund für die langsamere Entwicklung gegenüber Deutschland ist. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich diese "Lücke" in den nächsten Jahren schliessen wird.

Goggiblog: Täuscht der Eindruck, dass die Honorarangebote in den letzten Monaten tendenziell gesunken sind?

Martin Ming: Grundsätzlich haben wir nichts an unseren Honorarkriterien (Pagerank, Reichweite, Bewertungen usw.) geändert. Es spielen nach wie vor die selben Faktoren eine Rolle. Es ist z.B. möglich, dass sich der Pagerank eines Blogs verschlechtert hat. Ein weiterer Grund könnte sein, dass in den letzten Monaten mehrere Kampagnen mit geringeren Anforderungen wie sonst üblich (z.B. Posts mit nur 150 Wörter usw) ausgeschrieben wurden, was ebenfalls einen Einfluss auf das Honorar hat.
Generell ist das Blogger Budget vom Auftraggeber vorgegeben. Mit diesem Budget versuchen wir dann eine gute Mischung aus frischen, etablierten, reichweitenstarken usw. Blogs auf die Beine zu stellen. Daraus ergeben sich höhere und tiefere Honorare gemessen an Page Views, Unique Visits, Page-Rank, Anzahl von Kommentaren etc.

Goggiblog: Werden die Honorare in Zukunft angepasst?

Martin Ming: Die Honorare für Schweizer Blogger liegen deutlich über den Honoraren für Deutsche Blogger. Dies zum einen, da wir im Vergleich zu Deutschland viel weniger Schweizer Blogger im Netzwerk haben, d.h. das Angebot sehr gering ist, und zum anderen Schweizer generell ein höheres Lohnniveau gewohnt sind. Daran wird sich in Zukunft nichts ändern. Dies ist zwar gut für die Blogger, aber leider ein Nachteil für Kunden. Die Schweiz wird gewissermassen ein exotisches Land bleiben, ähnlich wie die skandinavischen Länder, wo eine ähnliche Honorar-Dynamik existiert.
Mit der neuen Plattform werden wir ein neues Vergütungsmodell einführen. Dieses Modell unterscheidet zwischen „öffentlichen Kampagnen“ und „Kampagnen die an bestimmte Blogs gerichtet sind“.
Jeder Blogger hat bei der Anmeldung auf der neuen Plattform die Möglichkeit ein Mindesthonorar für seinen Blog zu hinterlegen. Öffentliche Kampagnen werden für jeden Blogger zur Anmeldung sichtbar sein, dessen Blog mit den Targeting-Kriterien übereinstimmt. Diese Kampagnen werden zu einem fixen Honorar ausgeschrieben (jeder teilnehmende Blogger erhält dasselbe Honorar). Die Blogger haben also nochmals die Möglichkeit, das Fixhonorar zu akzeptieren, auch wenn sie grundsätzlich ein höheres Mindesthonorar hinterlegt haben.
Kampagnen die an bestimmte Blogger gerichtet sind (dabei handelt es sich um sehr spezifische Themen und teilweise Wunschblogger der Kunden) werden nach den alten Kriterien (Pagerank, Reichweite, Bewertungen usw.) honoriert. Wenn unsere Bemessung des Honorars jedoch unter dem hinterlegten Mindesthonorar liegt, kommt dieser Blogger nicht für die Kampagne in Frage.

Goggiblog: Ein Wort über die strategischen Veränderungen

Martin Ming: Eine strategische Änderung ist sicherlich der Fokus auf Agentur-Partnerschaften. Wir werden künftig grössere Anstrengungen unternehmen um neben Direktkunden direkte Partnerschaften mit Agenturen abzuschliessen. Unserer neue Monitoring- und Reporting-Technologie erlaubt es uns, den Ansprüchen grosser Agenturen gerecht zu werden. Auf diese Weise können wir Kampagnen mit absoluten Top-Brands anbieten, wovon auch unsere Blogger profitieren werden.

Goggiblog: Gibt es neue Produkte für Kunden und Blogger?

Wie bereits erwähnt geht der Trend klar in Richtung bewegte Bilder, was uns dazu veranlasst hat auch "Video Seeding" als Produkt anzubieten. Auch für Blogger dürfte diese Verdienstmöglichkeit höchst interessant sein, da sie mit weniger Aufwand verbunden ist und sehr transparente Vergütungsmodelle mit sich bringt (Cost per View). Für unsere Kunden ist die angesprochene Monitoring- und Reporting-Technologie ein absolutes Plus und wird uns helfen unsere Marktpräsenz deutlich zu verstärken.

Gogiblog: Bleiben noch die bisherigen Aufträge. Muss daran etwas geändert werden?

An den bisherigen Kampagnen muss nichts geändert werden. Die aktuell laufenden Kampagnen werden noch auf der Trigami Plattform verwaltet, bis diese abgeschlossen sind. Neue Kampagnen werden nur noch auf der ebuzzing Plattform abgewickelt. Hier ist der Newsletter zur Migration auf die neue Plattform: http://eepurl.com/fY6Zr .

Vielen Dank Martin Ming, dass Sie sich die Zeit genommen haben, die Fragen zu beantworten und weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen mit ebuzzing.

3 x kommentiert - Auch Kommentar abgeben?:

Roger hat gesagt…

Auch zur Bewertung der Bezahlung zählt der Erfolg der vergangenen Kampagne, wie mir Trigami mal per Mail mitgeteilt hat.
Heisst: Wenig Geld üfür Inhalt führt zu weniger Motivation und Einsatz für den nächsten, führt zu weniger Nutzern etc... Abwärtsspirale - Leider.

LadySaphira hat gesagt…

Ich habe recht lange immer mal wieder für Trigami gebloggt und hatte auch recht gute Bewertungen - aber jetzt hatte ich schon seit Ewigkeiten keine Ausschreibung mehr. Weder von Trigami noch jetzt von ebuzzing, im "Angebots-Pool" also im ebuzzing-Kiosk sind kaum Ausschreibungen für deutsche Blogger für die zwei, die ich gefunden habe ist mein Blog anscheinend nicht geeignet und die Auszahlungsgrenze wurde deutlich erhöht - also auch als Blogger in Deutschland brachte diese "Hochzeit" eher Nachteile.

ich hat gesagt…

Kritik ist angebracht! Das System von ebuzzing ist mieserabel, der ablauf viel zu umstäntlich mit der Validierung und dem Mist. Rückschritt liebes Trigami, schade. Vielleicht sollte jemand ein neues Trigami nur für die Schweiz aufziehen?