Freitag, 23. September 2011

Voice of McDonalds: Gil Meidar (Schweiz)

- Eine ganz unerwartete und deshalb interessante Aktion hat McDonalds weltweit am laufen. Die Imbisskette sucht unter seinen 1,6 Millionen Mitarbeitenden die beste Stimme. Das im Internet durchgeführte Casting hat in vielen Ländern in denen McDonalds tätig ist einen Gewinner erkoren. Nun soll mit Deiner Hilfe einer davon zum weltweit besten McDonalds-Sänger, eben zur "Voice of McDonalds" (VOM) gewählt werden.

Nach der Auswahl im eigenen Land sollen zu diesem Zweck in einer Art Halbfinale die kontinentalen Vertreter gewählt werden. Die Schweiz gehört dabei zur Gruppe "Südeuropa" und tritt mit dem Luzerner McDonalds-Angestellten Gil Meidar, kurz "Gil" an. An dieser Stelle ergeht deshalb der Aufruf, den Schweizer Vertreter zu unterstützen! Eine von fünf Stimmen gehört nämlich dem Publikum, eine Fachjury wird sich die auf der VOM-Seite veröffentlichten Videos ebenfalls ansehen und diese beurteilen.

Der Beitrag von "Gil" ist ein überzeugendes R&B-Stück, perfekt eingespielt und kommt mit einem gelungenen Video daher. Der junge Mann ist in Biel aufgewachsen, arbeitet im Restaurant Luzern Pilatusstrasse und studiert Musik. Ganz unbekannt ist Gil auch nicht. Auf Youtube findet man von ihm beispielsweise eine eigene Version von. Der sympathische Musiker finanziert seine Musik und das Studium mit der Tätigkeit als McDonalds-Mitarbeiter. Dass er mit der Teilnahme am VOM-Contest das Nützliche mit seiner Leidenschaft kombinieren kann dürfte ihn ganz besonders freuen. Wie oft kommt es denn schon vor, dass man das Nützliche mit seiner leidenchaft verbinden kann.

Nun sind also die Fans gefordert und jene die Gil's Musik mögen. Die Konkurrenz ist gross in Südeuropa, besonders die Beiträge aus Italien und Spanien sind ebenfalls sehr gut. Insgesamt treten 7 Kontrahenden gegeneinander an - für jeden wurde ein eigenes Video produziert und stellt damit auch einen Mehrwert für Musikliebhaber dar, denn unter den Beiträgen befinden sich echte Perlenstücke. Vielleicht auch jener von Gil? Das aktuelle Voting dauert noch bis zum 2. Oktober 2011. Dem Gewinner winkt die Teilnahme am VOM-Finale und damit ein in Live-Auftritt in London. McDonalds Schweiz unterstützt natürlich seinen Schützling.

Bitte unterstützt die Aktion und stimmt für den Schweizer Vertreter Gil Meidar beim offiziellen Voting unter www.vom-southerneurope.com/ (auf "watch & vote" klicken und danach noch einmal auf "vote")

Donnerstag, 15. September 2011

One Way Trip 3D - Horror aus einer gespenstischen Schweiz

Heute läuft der lange erwartete Schweizer Horrorfilm "One Way Trip" in den hiesigen Kinos an. Ich hatte die Gelegenheit den 3D-Streifen in einer Vorpremiere zu sehen und habe das Kino gut gelaunt verlassen.

"Unsäglich" nannte ein Besucher der Vorpremiere den Umstand, dass der Film in 3D gedreht wurde. Das sei doch schon wieder ein Auslaufmodell. Die an der Vorpremiere in Aarau anwesende Film-Crew stand dem Publikum Red und Antwort und Produzent Valentin Greutert führte zu diesem Einwand aus, dass das Filmprojekt seinen Ursprung bereits im Jahre 2006 findet, also noch bevor der 3D-Überflieger "Avatar" in den Kinos lief. "Die neue Technologie war spannend und später konnten wir ja schlecht auf 2D zurück gehen", sagte Greutert. Ein paar gelungene Effekte sind denn auch zu sehen im Film, der zu einem grossen Teil bei Dunkelheit gefilmt wurde - wie es sich für einen Horrorfilm gehört, ist man geneigt zu sagen. Schauplatz ist eine verlassene jurassische Gegend, in der es Pilze zu finden gibt, die eine halluzinogene Wirkungen auslösen, wenn man davon isst.

Eine Gruppe Junger Menschen zieht denn auch in die Tiefen des Juras, mit der Absicht, sich der unbekümmerten Wirkung der Droge auszusetzen. Über Umwege gelangen sie an ihr Ziel, wo der Lauf der Dinge aber nicht dem entspricht, wie sie sich das erhofft haben. Gespickt mit Liebeleien und allerlei Düsterkeiten wird behutsam ein Spannungsbogen erzeugt. Die Szenen wirken manchmal aber doch etwas langatmig. Erst in der zweiten Filmhälfte entlädt sich die Spannung und der Zuschauer kommt in den Genuss einiger sehr prägnanter Szenen. Melanie Winiger wird als Aushängeschild angepriesen, doch die schauspielerischen Meisterleistungen vollbringen die Darsteller der jungen Ausflügler, die teilweise nur Bühnenerfahrungen aus dem Theater mitbringen. Am besten gefallen hat mir dabei Simon Kaeser und Sabrina Reiter. Letztere mimt eine eher biedere Mitläuferin, aber dies sehr überzeugend - während Kaeser den autonom angehauchten Kiffer und Führer des Rudels verkörpert und dabei perfekt in die verkörperte Rolle passt.

Die Schweizer Produktion musste mit einem Minimum an Budget auskommen und dennoch entstand ein Film, de punkto Effects und Handlung durchaus mit grossen Produktionen mithalten kann. Dass die zumeist Schweizer Schauspieler ihre Dialoge in einem eher krampfhaften Schriftdeutsch halten mussten, ist ein verkraftbarer Wehrmutstropfen. Produzent Valentin Greutert sagte gegenüber dem Goggiblog, dass es sich eben um eine österreichisch-schweizerische Produktion handle und nicht alle Schauspieler Schweizerdeutsch sprechen würden. Regisseur Markus Welter doppelte nach: "Dahinter steckt natürlich auch die Strategie, den Film in den beiden anderen deutschsprachigen Ländern ohne Synchronisationsaufwand in die Kinos zu bringen".

Die an der Vorstellung anwesenden Akteure folgten übrigens - wie auch die Zuschauer - einer spontanen Einladung vom Kino Schloss in Aarau. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Geschäftsführer Rolf Portmann. Alle gaben sie an diesem Abend bereitwillig Auskunft und rundeten somit einen gruseligen und gelungenen Abend ab.

Film: One Way Trip 3D (Schweiz 2011)
Ab 15.11.2011 im Kino
Besuch sehr empfehlenswert.


Dienstag, 13. September 2011

Bei Exsila tobt der Wucher

Dies ist nur indirekt eine Kritik an den Betreibern der Plattform "Exsila" - als viel mehr eine Schelte für jene Mitglieder, die daraus eine Wucher-Plattform gemacht haben. Die indirekte Kritik geht an Exsila, weil durch den Wechsel von der Tausch- zur Kaufplattform dem Wucher Vorschub geleistet wurde. Wer sich als Mitglied der ersten Stunde nämlich ein dickes Punktepolster angelegt hat, steht heute mit heruntergelassener Hose da.

Um dies zu unterstreichen reicht ein Blick in ein paar zufällig herausgepickte Angebote: Der Film "Limitless" wird ab Fr. 16,90 angeboten. Der gleiche Verkäufer bietet die Blu-Ray DVD aber auch gegen Punkte an. Und zwar für satte 199,90 Punkte! Wehmütig erinnern wir uns, dass bei Exsila einst Punkte eine Quasi-Parität zum Franken hatten..

Die Liste lässt sich - sofern Punktepreise überhaupt noch angeboten werden - endlos weiterführen (Angebote vom jeweils gleichen Verkäufer)

Blu Ray - Fast an Furious: Fr. 18,90 - Punkte 79,00 (+ 317 %)
DVD - Dschungelkind: Fr. 17,00 - Punkte 75,00 (+ 331 %)
Blue Ray - Der letzte Tempelritter: Fr. 39,90 - Punkte 89,90 (+ 125 %)
Blu Ray - Limitless: Fr. 16,90 - Punkte 199,90 (+1082 %)
Blu Ray - Der Herr Der Ringe Trilogie: Fr. 180,00 - Punkte 450,00 (+ 150 %)
DVD - Battle for Terra: Fr. 10,00 - Punkte 30,00 (+ 200 %)

Man würde sich bei Exsila gewisse Grenzen wünschen - etwa dass Punktepreise angeboten werden müssen und diese nicht über einem gewissen Prozentsatz "teurer" sein dürfen. Damit bliebe doch ein Anreiz Franken statt Punkte zu investieren und die punktereichen Mitglieder kämen sich nicht verschaukelt vor. Der neuste Newsletter beinhaltet aber nur Meldungen über Bonusprogramme bei denen es... genau: Punkte zu holen gibt. Nicht wirklich ein toller Anreiz. Wer übrigens meine 176 Punkte haben möchte melde sich bitte per E-Mail. Bei der aktuell praktizierten Umrechnung dürften diese wohl höchstens einen Wert von 10 Franken haben. Eigentlich müsste man verärgert sein über Exsila - ich bin viel mehr ernüchtert und enttäuscht.

Preisvergleich II

Jetzt mal ehrlich. Die "radikalen Preissenkungen" mit denen hierzulande bei Grossverteilern um die Käufergunst gebettelt wird ist ja wohl ein blanker Witz. Man gebe den tiefen Euro an die Kunden weiter, heisst es, und sogar vom Boykott von Zwischenhändlern einzelner Produkte war die Rede. "Uncle Ben's" gab es zwischenzeitlich nicht mehr überall zu haben - inzwischen gehören leer geräumte Verkaufsreale jedoch schon wieder der Vergangenheit an und der Kunde "profitiert" von Vergünstigungen bis zu 20%. Sagen die Grossverteiler.

Ach ja? Es gibt bestimmte Gründe, warum ein Restaurant für eine Tasse Kaffee Fr. 3,10 (Manor, Baden) oder Fr. 4,50 (Himmel, Baden) verlangt - obwohl der reine Warenwert ein paar Rappen ausmachen dürfte. Die Regulierung über den Preis für Kafi oder Bier ermöglichen es der Beiz verhältnismässig günstige Menü-Preise anzubieten, bei denen dann nur eine minimale, oder fast gar keine Marge herausschaut. Warum aber Markenprodukte in Schweizer Verkaufsregalen durchs Band massiv überteuert sind ist für mich unverständlich.

Beispiel Kosmetika. Eine 100ml-Flasche NIVEA Styling Mousse Volume Sensation kostet bei Coop dauerhaft reduziert statt Fr. 7,20 nur noch Fr. 6,40 - in der hauseigenen Coop-Zeitung von letzter Woche nachzulesen (im Bild rechts). Der Sprung über die Grenze offenbart uns aber einen mittleren Preisschock. Das identische Produkt kostet im Kaufland Waldshut Euro 1,75 (im Bild links). Wer die Mehrwertsteuer an der Grenze zurückverlangt bezahlt also gerade mal Euro 1,41. Umgerechnet auf Schweizer Franken ergibt das einen Preis von Fr. 1,69. Damit ist das identische Produkt in der Schweiz 278 % teurer! Oder umgekehrt: In Deutschland kostet eine 100ml-Flasche NIVEA Styling Mousse Volume Sensation 73% weniger. Selbst unter Berücksichtigung der Transportwege ist der Preis in der Schweiz damit massiv zu hoch.

Diese Berechnungen lassen sich auf den gesamten Wocheneinkauf anwenden. Waschmittel, Deos, Zahnpasta und Kleider kosten durchschnittlich (auch dank dem MwSt-Abzug) rund 60% weniger. Frischprodukte wie Fleisch und Milch schlagen trotz tieferer Mehrwertsteuer ähnlich zu Buche. Wegen den Einfuhrbestimmungen schielen wir Schweizer in diesem Fall leider oft nur allzu neidisch auf die unglaublich tiefen Kilopreise: Euro 3,50 für ein Schweinefilets, Euro 4,90 für die gleiche Menge Rindsragout.

In diesem Sinne: Liebe Schweizer Grossverteiler, macht doch mal einen wirklichen Preisabschlag und nicht nur einen, der aussieht als ob.