Die einzig wahre Konstante im Universum sind Entscheidungen. Als damals ein paar Aminosäuren sich entschieden haben, mit den Einzellern zu interagieren, ermöglichte dies letztlich die Entstehung der Menschheit. Und das Gewinnen im Lotto. Zwar wurde die Entwicklung hin und wieder gebremst, etwa als sich die Mikroben zuerst im Wasser versuchten, statt sich lieber gleich auf Land weiter zu entwickeln, aber alles in allem ist das was wir heute als Wunder der Natur betrachten, nichts weiter als die Verkettung richtiger Entscheidungen.
Auch falsche Entscheidungen vermeintlich intelligenter Menschen - zum Beispiel einen Weltkrieg anzufangen oder FC Luzern Fan zu werden - tun der Entwicklung der Menschheit keinen wirklichen Abbruch. Erstens lernt man ja aus Fehlern und zweitens ist die Chance, dass der eine oder andere Mensch den totalen atomaren Krieg und mit ihm das gesammelte Wissen überlebt, heutzutage durchaus gross.
Und je nachdem wie gross für jeden Einzelnen das eigene Universum ist, können Entscheidungen durchaus überdimensionaler Natur sein. Zum Beispiel die Entscheidung als Aargauer einen Lottoschein auszufüllen. Im Gegensatz zur Entscheidung bei Rot über eine stark befahrene Strasse zu gehen, ist das allerdings ein Entscheid mit unbestimmtem Ausgang. Die Wahrscheinlichkeit beim Lotto die richtige Kombination aus Nummern, Sternen und Kiosk zu finden und damit die universale Fügung zu zwingen, im richtigen Moment zuzuschlagen, liegt bei mehreren Milliarden zu Null. Als würde es Schicksal oder Zufall geben, ach kommt mir doch nicht so!
Nun wäre noch zu hoffen, bei so vielen richtigen Entscheidungen, angefangen bei den Aminosäuren bis hin zum Kreuz auf dem richtigen Lottoschein, mir mögen dereinst auch ein paar richtige Entscheidungen gelingen. Wie sich mein eigenes Universum gerade entwickelt könnte man durchaus als Knick im Raum-Zeit-Kontinuum bezeichnen. Meine Liebe zu Renato ist nur der 10 Jahre wegen nicht ganz grenzenlos, denn so lange ist er erst auf dieser Welt. Den FC Aarau gebe ich ebenfalls nicht mehr her. Mir käme ein Tätowierer gerade ganz richtig - kennt jemand einen? Denn das gehört in Stein gemeisselt, oder mit Tinte in die Haut gestochen. Euch liebe ich für immer und das waren die besten Entscheidungen die ich je getroffen habe. Alles andere ist vergänglich und ohne nachhaltige Beständigkeit. Das heisst: ich weiss es nicht genau. Vielleicht hilft auch hier eine Entscheidung.
Seufz.
Samstag, 22. Oktober 2011
Entscheidungen
© Goggi um 04:14 Schubladisiert in: Leben. Alltag
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Das Leben ist schön
Manchmal soll man einfach nur im Kafi sitzen, das Servicepersonal sich fragen lassen, warum der Typ so strahlt und das Leben schön finden, auch wenn es nur ein kleines Inselchen ist im doofen Alltag - ich könnte heulen vor Glück. Auf diesem Bild v.l.n.r.: Meine heutige Reportage, mein Lappi, meine Titelgeschichte, mein Kafi und mein angeknabbertes Gipfeli
Freitag, 7. Oktober 2011
ebuzzing / trigami - wie geht's weiter?
Selten haben wohl Blogger eine Firmenübernahme so hautnah erlebt wie im Fall Trigami durch ebuzzing. Die "Heirat" wurde ausführlich in Newslettern und Artikeln dokumentiert, doch Fragen die besonders Blogger angehen wurden nicht abschliessend beantwortet. Gerade das Stichwort Honorar fällt in Diskussionen immer wieder. Höchste Zeit bei Martin Ming, Projektmanager bei ebuzzing nachzufragen.
Martin Ming, aufgrund der Grösse von ebuzzing stellt sich der Blogger die Frage, ob die Qualität der Kampagnen so hoch bleiben wie bisher.
Martin Ming/ebuzzing: Wir haben nach wie vor grossen Anspruch an die Qualität unserer Kampagnen. Die Charakteristik der Kampagnen wird sich mittelfristig ein wenig verlagern. Der Trend zeigt, dass sich vieles in Richtung Video bewegt und die Möglichkeiten diesbezüglich noch lange nicht ausgeschöpft sind. Wir sind uns aber bewusst, dass unsere Blogger hervorragenden Content liefern, weshalb wir auch auf herkömmliche "Sponsored Posts" auf keinen Fall verzichten möchten.
Goggiblog: Ich denke da auch an die "Globalisierung". Werden überhaupt noch Schweizer Kunden für reine Schweizer Kampagnen aquiriert?
Martin Ming: Dies ist eine sehr gute Frage, die wir uns auch intern immer wieder stellen. Sicher ist, wir bleiben mit unserem Firmensitz in der Schweiz und beschäftigen hier nach wie vor Verkäufer. Wir werden kurzfristig aber nicht in der Lage sein Kampagnen in der Grösse wie wir Sie in Deutschland anbieten, auch in der Schweiz umzusetzen. Dies aus dem einfachen Grund, dass unser Blogger Netzwerk in der Schweiz naturgemäss kleiner ist. Durch den Zusammenschluss mit einem pan-europäisch agierenden Unternehmen steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, für ausländische Kunden Kampagnen in der Schweiz durchzuführen. Vieles hängt von der Anzahl der Schweizer Blogs ab.
Goggiblog: Will heissen, (teure) Schweizer Blogs werden gegenüber (günstigeren) deutschen Webseiten bald schlechter gestellt?
Martin Ming: Nein, natürlich nicht. Die Beschaffung und Vergabe von Kampagnen ist auch immer eine Frage der Reichweite. Vieles hängt von der Anzahl der Schweizer Blogs ab. Je mehr reichweitenstarke schweizer Blogs mit qualitativ gutem Content sich uns anschliessen, desto spannender wird auch dieser Markt für unsere Kunden. Zudem sind viele namhafte schweizer Firmen vergleichsweise spät auf den Social Media Zug aufgesprungen, was ebenfalls ein Grund für die langsamere Entwicklung gegenüber Deutschland ist. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich diese "Lücke" in den nächsten Jahren schliessen wird.
Goggiblog: Täuscht der Eindruck, dass die Honorarangebote in den letzten Monaten tendenziell gesunken sind?
Martin Ming: Grundsätzlich haben wir nichts an unseren Honorarkriterien (Pagerank, Reichweite, Bewertungen usw.) geändert. Es spielen nach wie vor die selben Faktoren eine Rolle. Es ist z.B. möglich, dass sich der Pagerank eines Blogs verschlechtert hat. Ein weiterer Grund könnte sein, dass in den letzten Monaten mehrere Kampagnen mit geringeren Anforderungen wie sonst üblich (z.B. Posts mit nur 150 Wörter usw) ausgeschrieben wurden, was ebenfalls einen Einfluss auf das Honorar hat.
Generell ist das Blogger Budget vom Auftraggeber vorgegeben. Mit diesem Budget versuchen wir dann eine gute Mischung aus frischen, etablierten, reichweitenstarken usw. Blogs auf die Beine zu stellen. Daraus ergeben sich höhere und tiefere Honorare gemessen an Page Views, Unique Visits, Page-Rank, Anzahl von Kommentaren etc.
Goggiblog: Werden die Honorare in Zukunft angepasst?
Martin Ming: Die Honorare für Schweizer Blogger liegen deutlich über den Honoraren für Deutsche Blogger. Dies zum einen, da wir im Vergleich zu Deutschland viel weniger Schweizer Blogger im Netzwerk haben, d.h. das Angebot sehr gering ist, und zum anderen Schweizer generell ein höheres Lohnniveau gewohnt sind. Daran wird sich in Zukunft nichts ändern. Dies ist zwar gut für die Blogger, aber leider ein Nachteil für Kunden. Die Schweiz wird gewissermassen ein exotisches Land bleiben, ähnlich wie die skandinavischen Länder, wo eine ähnliche Honorar-Dynamik existiert.
Mit der neuen Plattform werden wir ein neues Vergütungsmodell einführen. Dieses Modell unterscheidet zwischen „öffentlichen Kampagnen“ und „Kampagnen die an bestimmte Blogs gerichtet sind“.
Jeder Blogger hat bei der Anmeldung auf der neuen Plattform die Möglichkeit ein Mindesthonorar für seinen Blog zu hinterlegen. Öffentliche Kampagnen werden für jeden Blogger zur Anmeldung sichtbar sein, dessen Blog mit den Targeting-Kriterien übereinstimmt. Diese Kampagnen werden zu einem fixen Honorar ausgeschrieben (jeder teilnehmende Blogger erhält dasselbe Honorar). Die Blogger haben also nochmals die Möglichkeit, das Fixhonorar zu akzeptieren, auch wenn sie grundsätzlich ein höheres Mindesthonorar hinterlegt haben.
Kampagnen die an bestimmte Blogger gerichtet sind (dabei handelt es sich um sehr spezifische Themen und teilweise Wunschblogger der Kunden) werden nach den alten Kriterien (Pagerank, Reichweite, Bewertungen usw.) honoriert. Wenn unsere Bemessung des Honorars jedoch unter dem hinterlegten Mindesthonorar liegt, kommt dieser Blogger nicht für die Kampagne in Frage.
Goggiblog: Ein Wort über die strategischen Veränderungen
Martin Ming: Eine strategische Änderung ist sicherlich der Fokus auf Agentur-Partnerschaften. Wir werden künftig grössere Anstrengungen unternehmen um neben Direktkunden direkte Partnerschaften mit Agenturen abzuschliessen. Unserer neue Monitoring- und Reporting-Technologie erlaubt es uns, den Ansprüchen grosser Agenturen gerecht zu werden. Auf diese Weise können wir Kampagnen mit absoluten Top-Brands anbieten, wovon auch unsere Blogger profitieren werden.
Goggiblog: Gibt es neue Produkte für Kunden und Blogger?
Wie bereits erwähnt geht der Trend klar in Richtung bewegte Bilder, was uns dazu veranlasst hat auch "Video Seeding" als Produkt anzubieten. Auch für Blogger dürfte diese Verdienstmöglichkeit höchst interessant sein, da sie mit weniger Aufwand verbunden ist und sehr transparente Vergütungsmodelle mit sich bringt (Cost per View). Für unsere Kunden ist die angesprochene Monitoring- und Reporting-Technologie ein absolutes Plus und wird uns helfen unsere Marktpräsenz deutlich zu verstärken.
Gogiblog: Bleiben noch die bisherigen Aufträge. Muss daran etwas geändert werden?
An den bisherigen Kampagnen muss nichts geändert werden. Die aktuell laufenden Kampagnen werden noch auf der Trigami Plattform verwaltet, bis diese abgeschlossen sind. Neue Kampagnen werden nur noch auf der ebuzzing Plattform abgewickelt. Hier ist der Newsletter zur Migration auf die neue Plattform: http://eepurl.com/fY6Zr .
Vielen Dank Martin Ming, dass Sie sich die Zeit genommen haben, die Fragen zu beantworten und weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen mit ebuzzing.
Sonntag, 2. Oktober 2011
Ganz ganz böse Fussballfans
Jetzt ist es mal wieder passiert! Endlich, muss man fast sagen. Im Letzigrund trennen sich Fussballchaoten zum feierlichen Spielabbruch, nachdem man sich gegenseitig das Feuerwerk brennend zugeworfen und allerlei Inventar und Personal vermöbelt hatte. Ein gefundenes Fressen für Medien und ahnungslose Panikmacher.
Damit das klar ist: Eine Würdigung der Letzigrund-Chaoten ist ganz sicher nicht angebracht. Genau so wenig aber auch die "Skandal!"-Ausrufe, die mit gefühltem Mahnfinger geschrieben, im Sekundentakt von allen Seiten auf mich niederprasseln.
"Nie wieder gehe ich in ein Fussballstadion".
"Eine Schande für unser Land"
"Skandal! Und die armen Kinder!"
"Fickt euch alle gegenseitig ins Knie"
Bereits vorprogrammiert sind TV-Debatten zwischen der restriktiven Sanktgallerin und hilflosen Fan-Betreuern und Ligaverantwortlichen, über Gewalt in den Stadien, Hooligans und vernachlässigter Sicherheit an Fussballspielen. Dabei beinhaltet schon dieser Ansatz drei Irrtümer: Erstens findet die Gewalt zu 99% ausserhalb des Stadions statt, zweitens ist der Begriff "Hooligan" ungefähr gleich falsch, als würde man einen Verkehrssünder als Einbrecher bezeichnen und drittens sind Ausschreitungen wie diese kein fussballspezifisches Problem, sondern ein gesellschaftliches. Diesen Fehleinschätzungen folgen aber nicht nur Medien und fehlbesetzte Diskussionsrunden, sondern ziehen auch völlig nutzlose Gegenmassnahmen nach sich.
Versitzplatzung, Polizeiaufgebote und horrende Kosten
Verlierer gibt es eine ganze Reihe: Die Fussballclubs werden von der Disziplinarkommission mit Punkteabzügen und Bussen belegt, die Sicherheit muss pro Spiel um 100'000 Franken erhöht werden, den Fussballfans wird der schöne Sport genommen. Super Sache. 3:0 für die Chaoten die man nicht im Griff hat, die ja nicht einmal Hooligans sind. Noch nicht mal Ultras. Es sind einfach nur Chaoten, die weder mit dem FCZ, mit GC oder überhaupt mit Fussball etwas zu tun haben. Es handelt sich um minderbemittelte Zeitgenossen, die schon die letzte SMS-Party oder 1.Mai-Feier zerstört haben. Und der Triumph der Chaoten wird um so grossartiger und zur Wiederholung erstrebenswerter, weil die daraus folgenden Massnahmen geradewegs zum Kantersieg über den Fussball führen: Die Stadien bestehen nur noch aus überteuerten Sitzplätzen, normale Zuschauer werden nur noch unter Generalverdacht und nach Leibesvisite an ein Spiel gelassen und den Clubs entstehen dank neuen Auflagen und Massnahmen noch höhere Sicherheitskosten - die sie heute schon nicht mehr bezahlen können.
In anderen Worten: Panik ist nicht angesagt, auch wenn Direktbetroffene mit einer Wut im Bauch das Letzigrund verlassen haben und heute über die ganz ganz bösen Fussballfans schimpfen. Die Diskussion muss geführt werden, aber nicht unter der Befehlsgewalt der Chaoten, sondern im Konsens mit Fans, den Clubs, Behörden und jenen die den ganzen Spass bezahlen. An einem Tisch an dem sich Fachleute treffen und nicht Schönwetterredner die im Herbst wiedergewählt werden wollen.












