Montag, 21. Juni 2010

Das Palmarès des Khalil Al Ghamdi

Betrachtet man die Statistik bei worldreferee.com wird schnell klar: Die Spieler an der WM 2010 hatten heute sogar Glück, dass es nicht noch ein paar Rote Karten mehr gegeben hat und glücklich darf sich jeder schätzen, wer überhaupt noch im letzten Gruppenspiel mitmachen darf.

Khalil Al Ghamdi zückte in den letzten drei internationalen Spielen vor der WM gleich 5x Rot und 18x Gelb. Im Jahre 2006 stellte der Araber im Rahmen des AFC Cups (eine Art Champions League der Afrikaner) gleich 4 Spieler der gleichen Mannschaft vom Platz - Rekordverdächtig! Auch sonst brillierte der Schiedsrichter durch farbenprächtiges Sich-Zur-Schau-Stellen: In 47 internationalen Spielen zückte er sagenhafte 258 Karten - 6 pro Spiel!

In den Kommentaren auf oben genannter Seite ist zu lesen: "Looking at his stats, either all of his matches end up in a fight" - praktisch alle Spiele endeten in einem Kampf auf dem Feld...

Update: Nach dem knappen 2:0-Sieg Spaniens über Honduras, ist nun auch die Ausgangslage der Schweiz für das letzte Gruppenspiel klar: Bei einem Sieg mit zwei Toren Vorsprung ist man auf jeden Fall im Achtelfinale: Entweder mit dem besseren Torverhältnis als Chile, oder mit mehr Punkten als Spanien - je nachdem was gleichzeitig im Spiel Spanien - Chile passiert. Gewinnt Spanien mit einem und die Schweiz mit drei Toren Differenz, liegt die Schweiz sogar auf Platz 1. Klar ist damit aber auch, dass ein Unentschieden für die Schweiz nur dann reichen wird, wenn Chile gegen Spanien mit zwei Toren Differenz gewinnt. Gewinnen die Südamerikaner zum Beispiel 2:1 gegen Spanien, bräuchte die Schweiz gegen Honduras mindestens ein 3:3. Theoretisch könnte es sogar bei einer Niederlage noch reichen: Verliert die Schweiz gegen Honduras mit nur einem Tor Differenz und schlägt Chile Spanien gleichzeitig mit 3 Toren Unterschied, qualifiziert sich die Schweiz.

Zitat zum Witz-Schiri

"Ich finde generell, dass bei einer Weltmeisterschaft nur die besten Schiedsrichter pfeifen sollen, die auch sonst in den grossen Ligen pfeifen – und nicht irgendwo am Strand.“

Ottmar Hitzfeld, Trainer der Schweizer Fussball Nationalmannschaft - mehr gibt es dazu eigentlich gar nicht zu sagen.






Hier gehts zur entsprechenden Facebook-Gruppe, die in den ersten 45 Minuten ihres Daseins mal schnell 10'000 Fans gefunden hat

Freitag, 18. Juni 2010

Jogi Löw und die Geografie

... oder sollte man sagen " Löw und der Respekt gegenüber dem Gegner"? oder "Löw und ein Minimum an Bildung"? Keine Ahnung wo der Trainer der Deutschen Nationalelf nach der verdienten Niederlage gegen Serbien seinen Kopf hatte. Von einem Mann wie Jogi Löw sollte man schon erwarten, dass er wenigstens weiss, gegen wen er kläglich verloren hat. Zwei Zitate aus der Pressekonferenz:

«Ich hatte das Gefühl, dass die Kroaten auch noch ein paar Möglichkeiten hatten»

«Man muss sagen, dass man in der Platzhälfte von Bosnien nicht so reingehen muss»


Na dann, wünschen wir Deutschland mal viel Erfolg, im dritten Spiel gegen Malawi :-)

Mittwoch, 16. Juni 2010

Bild des Jahres




Aus der Spanischen Zeitung "El Pais"

Resultat des Tages

1:0

Schweiz - Spanien, WM 2010

Tour de Suisse in Wettingen (Bilder)

Am Dienstag gastierte der Tour-Tross in Wettingen, wo in einer Art Mini-Rundfahrt drei Zusatzschleifen gefahren wurden. Trotz mehreren Aussreisversuchen erreichte das Feld das Ziel geschlossen und es gab im grossen Gerangel kurz vor dem Ziel eine Massenkarambolage. Das war aber der einzige kleine Zwischenfall, bei dem auch niemand verletzt wurde. Wettingen erlebte einen tollen Anlass, sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer.

Tour-Leader Tony Martin im Gelben Tricot, verfolgt von Robbie McEven


Viele Zuschauer im Etappenort Wettingen, hier bei der Durchfahrt auf der Landstrasse


Die Spanische Formation Euskaltel will den Ausreisser Brice Feillu einholen - selber verfolgt von der HTC um Tour-Leader Martin

Ob die Arbeitsbienen im hinteren Teil des Feldes nicht doch lieber ein Glacé holen wollen?


Brice Feillu allein auf der Flucht - aber nicht einsam


Eine Art wandelnde Tour de Suisse-Wegweiserin bei der Arbeit


Übrigens, bei der TdS herrscht Helmtragepflicht


Ausser für hübsche Werbeträgerinnen in Siegerpose - wobei eine Sonnenbrillen-Nichttragpflicht angemessener gewesen wäre

Und vorbei ist der Spuk - wobei man immer wieder den Eindruck hat, der Tour de Suisse sei vor allem eine Auto- und Töffrundfahrt.

Sonntag, 13. Juni 2010

Freitag, 11. Juni 2010

Sonntag, 6. Juni 2010

Lena: Duett mit Menowin!

Werbung ist ok. Auch im Goggiblog erscheinen gelegentlich bezahlte Texte, nicht übertrieben viel, schon gar nicht aufdringlich. Ganz anderem sehen sich die Sklaven und Jünger der Lena-Mania gegenüber. Das trällernde Küken wird nicht erst seit dem Sieg beim European Song Contest monetisiert wo es nur geht. Pro Sieben schaltet Lena-Trailer, 1000 Fernsehstationen wechseln sich emsig ab, mit Interviews und Live-Aftritten. Schon ist (ohne dass sonst jemand gefragt wurde) heute schon klar: Lena wird beim nächsten ESC ihren Titel verteidigen. Soweit alles knapp in Ordnung. Gepackt von der sich nicht zu überschlagen wollenden Lena-Welle, will nun jeder noch etwas vom Kuchen abhaben, der "Lena" fehlerfrei buchstabieren kann und damit ganz offenbar Anspruch auf Teil ihres Erfolgs zu haben scheint.

Neuste Meldung auf der offiziellen Lena Meyer-Landrut Facebook-Seite ist eine Einladung sich mit Elton (und einer Horde Fernsehleuten) die WM in der eigenen Stube anzuschauen. Was zum Geier hat Elton mit Lena zu tun, fragt sich der geneigte Lena-Jünger zurecht, hat aber kaum Zeit sich darüber viele Gedanken zu machen. Denn unaufhörlich hämmert sich die Kommerz-Maschinerie weiter in die Birnen ihrer Gefolgschaft: Lena bei der Autoball-WM, Lena als iPhone-Applikation, Lena verschenkt Versankosten, das alles neben Lena-T-Shirts, CD's, Biografie (das Mädchen ist 19!) und Klingelton. Dazu kommen präzis gestreute News aus der Mottenkiste, Busen-Bilder, Familiendramen und Spekulationen über das Bundesverdienstkreuz. Auszeichnung, die von der Menschenrechtlerin Irmela Mensah-Schramm zurück gegeben wurde oder etwa von Inge Meysel, dem Schriftsteller Horst-Eberhard Richter, dem Pionier Fritz Sennheiser und vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt erst gar nicht angenommen wurde.

"Das war's. Tschüss Lena"

Man wird den Eindruck nicht los, Entdecker (oder König) Stefan Raab will einfach mal rauskriegen, wie weit man es übertreiben kann. Nichts gegen Raab und Lena, die so gut es geht fette Kohle machen wollen. Was den Cash-Flow angeht, machen die ja alles richtig. Aber hat mal jemand an das kleine Küken gedacht, das ganz fassungslos auf der Bühne stand und sich jetzt praktisch jeden Schritt filmen lassen muss? Was ist mit den Musikliebhabern, die sich mit einem "Du bist eine Kommerztusse geworden! Das war's. Tschüss Lena!"aus den digitalen Fan-Seiten verabschieden? Und hat jemand an meine armen Ohren gedacht, die schon anfangen zu bluten, wenn das Satelliten-Liedchen zum millionsten Male dahergeträllert kommt? Und jetzt auch noch Verlierergesichter wie Elton präsentiert zu bekommen, die sich im Lichte der Lena-Mania auch noch ein bisschen sonnen wollen... achherrjee mir wird schon ganz übel! Und der armen Lena sei gesagt: Pass nur auf, dass Du nicht zur reinen Kommerzikone wirst. Wie wär's mal mit ein paar neuen Tönen? Vielleicht ein Duett mit Menowin Fröhlich?
Bild: Fotomontage

Freitag, 4. Juni 2010

Berner Amts-Gesindel

Gerne hätte ich das Übergerschriebene freundlicher formuliert, doch leider ist mir auf Anhieb kein Wort eingefallen, das dem neuen Angefordere der Geschlechtsneutralitätsschaft gerecht würde. Wie Ihr alle sicher bemerkt hab, ist in diesem Artikel bisher alles unleserlich, dafür aber unsexistisch, weil geschlechtsneutral geschrieben.

DER Blogger, DER Leser und DER Mensch fällt als Anrede aus der bisher zu männlich-sexistischen Schreibweise genauso weg, wie DIE Leserschaft oder DIE Mehrheit. Geht es nach dem Willen der Stadt Bern, muss alles spezifisch Männliche oder Weibliche aus dem Vokabular der Amtsschriften verschwinden. Es besteht kein Anspruch auf Umkehr-Recht nach Jahrtausenden von männlich dominierter Schreibe! So heisst es zum Beispiel nicht mehr

nicht "Fussgängerstreifen", sondern "Zebrastreifen"
nicht "der Elternteil", sondern "das Elter"
nicht "die Mannschaft", sondern "das Team"
nicht "die Pfanne"sondern "das Kochgeschirr"
nicht "Berner Sport Club Young Boys", sondern "Berner Sport Team Young People"
nicht "Kundenberatung", sondern "Kundschaftsberatung"
nicht "Arztpraxis", sondern "Praxis für Allgemeinmedizin"

So revolutionär die neue Regelung zu sein scheint, so inkonsequent ist sie. "Praxis für Allgemeinmedizin" ist doch sicher gleich doppelt weiblich. Ganz richtig müsste es heissen: "Haus für Gesundheitswesen". Und dass ein Wort, das bisher aus dem männlichen Wort "Kunde" und dem weiblichen Wort "Beratung" ins rein weibliche "Kundschaftsberatung" umgebaut wird, lässt nur den Schluss zu, dass es sich beim Amtsschimmel (sorry: Amts-Gesindel) in Bern um Idioten handelt. Tschuldigung: Um "Personal mit beschränktem Auffassungsverstäntnis", wie es geschlechtsneutral wohl heissen wird. Diese dringend nötigen Neuerungen wurden natürlich noch vor der eher nicht so diskriminierenden Lohnungleichheit beschlossen... wahrlich ein Meilenstein der Menschheit - pardon: ein Zwischenziel des Volkes.

Berner Zebras sind gelb

Selbstredend, dass sich Widerstand regt gegen die neue Regelung. So haben eine Handvoll Tiger heute Morgen eine Petition lanciert, die gegen die Diskriminierung ihrer Spezies vorgehen wollen. Sie finden Zebrastreifen nämlich diskriminierend. Auch der Interessenverband für Strassenübergänge möchten zur gleichberechtigten Integration der Strasse lieber ein "Strassenüberquerungsmittel" sehen. Gleichzeitig hat der Schweizerische Blindenbund eine Anfrage deponiert, ob auf Zebrastreifen denn auch Blindenhunde erlaubt seien und wie vorzugehen sei, wenn ein wehrloser einzelner Streifen mal von einem wilden Tier gerissen werde, oder sich von der Herde entfernt und quasi wilde Übergänge markiert. Dies wiederum hat den Tierschutzverband auf den Plan gerufen, der beim Begehen eines Zebrastreifens einen symbolischen Angriff auf die Würde des Tieres sieht. Weiter wird auch von der Künstlerinnen- und Künstlervereinigung Bern (neu: DAS Berner Kunstgehäufnis) verlangt, dass Zebrastreifen einer Umgestaltung in Farb und Form unterzogen werden, schliesslich seien in der Natur Zebrastreifen weder gerade, noch gelb. Zu Letzterem hat sich die Berner Amtsschimmelstelle bereits geäussert. Man habe im Bärengraben die Bären Finn und Björk bereits umbemalt und ihnen ein gestreiftes, geschlechtsneutrales blau-rot verpasst. Allerdings sehen Gegner dieser Farben den FC Basel im Bären vertreten und auch die Zerbastreifen-Aktivisten sehen sich auf den Plan gerufen - ein Teufelskreis! Die beiden jungen Bären folgen jedenfalls etwas später, wobei deren Namen (Urs und Berna) vorsorglich aus den Geschichtsbüchern durch ein Neutrales "Dings" und "Bums" ersetzt würden, hiess es aus Bern.

So liebe Berner. Ich freue mich schon mal auf den Auftritt in der Fussball Champions League des BSC Young Boys (neu: Berner Sport Team Young People) - ein Glück wird die Amtssprache bei Euch nicht auch noch eingedeutscht, sonst hiesse das jetzt "Berner Ertüchtigungs Vereinsgebilde Junges Volk" - voll originell!