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Mittwoch, 18. Mai 2011

Wo sind eigentlich die Farben hin?

Dunkel war's in dieser Nacht und der Mond schien helle. Das muss kein Widerspruch sein, denn wer in der vergangenen Nacht durch das Fenster nach draussen lugte, wurde tatsächlich von hellem Licht überrascht. Dieses warf uns der fast volle Mond entgegen und man hätte sich fast den Ausruf sagen hören, es sei Taghell draussen. Doch ist Euch aufgefallen, dass es da draussen gar keine Farben hat? Wie ist das denn? Braucht es Tageslicht, damit die Farben sichtbar werden? Ist des Nachts alles nur schwarz und weiss?

Nein, die Sinne spielen uns in vielerlei Hinsicht einen Streich. Vergleichsweise "hell" ist es zwar, aber doch tausendfach dunkler als bei Tageslicht. Reicht bei Sonnenschein ein Bruchteil einer Sekunde aus um eine farbenfrohe Fotografie machen zu können, braucht man dafür bei Mondlicht 10'000 Mal länger. Das folgende Bild habe ich um 0:45 Uhr aufgenommen, mit einer Belichtungszeit von 1 Minute, bei einer Empfindlichkeit von 1600 ISO. Diese Werte beweisen, dass es draussen dunkel ist, selbst wenn der Mond uns etwas anderes glauben lässt. Aber das Resultat beweist gleichzeitig, dass es draussen sehr hell ist, wenn wir nur bessere Augen hätten. Ausserdem sieht man, dass die Farben alle da sind. Wir sehen sie nur nicht - eben, weil es sehr sehr dunkel ist.


Mittwoch, 18. Mai 2011, 0:45 Uhr. Belichtungszeit 60 Sekunden bei ISO 1600. Das gelbiche Licht im Windfang der Nachbarn stammt übrigens von Kerzenlicht. Man beachte die weissen Punkte am blauen Hmmel: das sind Sterne.

Freitag, 25. Juni 2010

Wissenswertes zum Vollmond

Seit 13.30 Uhr des heutigen Tages ist mal wieder Vollmond. ein Ereignis astronomischer Dimensionen, das sich zwar regelmässig wiederholt und wie alles andere was ständig wiederkommt, eigentlich langweilig sein müsste. Doch im Gegensatz zu den Repetitionen im Nachtprogram des Schweizer Frensehens, beschäftigt den Vollmond viele Menschen. Ich kenne Hexen, die ihre Besen aus dem Schaft räumen und Menschen die zu dieser Zeit launisch werden. Das Wort "Launisch" ist übrigens tatsächlich eine Abwandlung vom Wort "Mond" - und das kam so: Nach den Ansichten der mittelalterlichen Astrologie hingen die Stimmungen des Menschen in starkem Masse vom wechselnden Mond ab. Das lateinische Wort für Mond lautet "luna", woraus das mittelhochdeutsche "lune" entstand, was auch "Mondphase” bedeut. Nun ist der Schritt von "lune" zum Verb "lunen" (oder heute eben "launen") nicht mehr weit, was im Duden als „in vorübergehender Stimmung sein” beschrieben wird, also eine Phase, womit wir wieder bei den Mondphasen wären.

Wollen wir also hoffen, unsere Fussballhelden in Südafrika seien in einer guten Laune und bescheren uns einen Vollmondsieg gegen Honduras. Sehen werden wir den Vollmond in unseren Längen- und Breitengraden allerdings erst um 20.26 Uhr (Baden), wenn die Sonne untergeht. Bei Vollmond muss das logischerweise der Zeitpunkt sein, wenn der Mond auf der anderen Seite der Erdkugel auftaucht. Genau genommen ist um diese Zeit aber gar nicht mehr Vollmond, weil sich die beteiligten Himmelskörper seit 13.30 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit ja bereits wieder etwas weiterbewegt haben. Esrtmals sehen, werden wir die runde Kugel also kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit. Also schnell raus gehen, durchatmen und den aufgehenden Mond bestaunen! Falls jemand diesen Artikel übrigens in Südafrika liest, geht der Teil mit dem Durchatmen leider nicht auf, weil dort die Sonne bereits um 17.26 Uhr Ortszeit untergeht. Dennoch (um Missverständnisse zu vermeiden): Auf der ganzen Erde ist im genau gleichen Moment (also um 13.30 Uhr, MESZ) Vollmond - wir können ihn einfach erst sehen, wenn die Sonne untergeht und in Südafrika bekommt man ihn etwas früher zu sehen, weil die haben jetzt tiefen Winter.

Freitag, 9. Januar 2009

Was ist das? Bilderrätsel Nr. 1

Es gibt Dinge, von denen keiner so recht weiss, wie sie heissen: Etwa die Winterblume, die den Kunden der Migros vor Weihnachten als Dankeschön für die Treue in die Hand gedrückt wurde. Oder der Nachfolger von Uno Generalsekretär Kofi Anan kann auch fast niemand nennen, ohne zuerst Google zu fragen.
Bei uns auf der Anrichte, steht seit ein paar Tagen ein hübsches rotes Gefäss, in dem wir - so könnte man meinen - nur Dinge aufbewahren, deren Bezeichnung nicht ganz eindeutig ist.

Auf dem Bild rechts sehen wir im Vordergrund etwas, das aussieht wie vertrocknete Blumen, dahinter, eine runde grüne Melone, ein Säckchen Gummibärchen und dahinter einen Mohrenkopf? Alles falsch. Was wir sehen ist eine Täuschung unserer Sinne, oder besser gesagt: ein Beweis unserer Unwissenheit. Was wir aber nicht zugeben müssen, schliesslich gibts Google und die wissen bekanntlich alles. Diese Artikel sei deshalb als Begriffserklärung verstanden, als Lexikon des Wissens, auch wenn wir bestimmt noch nicht so schlimm dran sind wie die etwas übergewichtige Frau, gestern bei "Frauentausch" auf RTL 2. Diese glaubte im Falle einer Artischocke einen Avocado in Händen zu halten und verwechselte Zwetschgen mit Schalotten.

Das dürre Gewächs im Vordergund nennt man Physalis (Physalis peruviana) und versteckt in seinem Inneren eine kirschengrosse, leicht säuerliche Frucht. Renato Mitra schreibt dazu auf seinem Blog, die in den Anden beheimatete Kapstachelbeere sei reich an Vitamin C, B1, Provitamin A, und Eisen und eigne sich bestens als Alternative zu Junkfood für lange Tage und Nächte vor dem Computer.

Die Melone im hinten rechts ist in Tat und Wahrheit eine Mango, genauer die am weitesten verbreitete Mangifera indica und gehört zu den und gehört zu den Sumachgewächsen. Sie schmeckt meines Erachtens furchtbar, aber das ist bekanntlich Ansichtssache. Man schreibt der Mango positive Wirkungen auf Darm und Gehirn zu (die beiden Organe leigen manchmal ja auch nahe beieinander) und sie enthält reichlich Vitamin A und pflanzlich gebundenes Eisen, das von Körper aber nicht so gut aufgenommen werden kann.

Die Gummibärchen im grünen Säckchen sind tatsächlich Fruchtgummierzeugnisse, aber keineswegs Bärchen, sondern Bosch-Ueno-Bohrmaschinen. Während man Gummi-Cola-Flaschen noch eher Gummi-Cola-Flaschen nennen kann, fallen die Nachbildungen der besten Bohrmaschine der Welt wohl eher wieder unter den Sammelbegriff Gummibärchen. Aber macht nichts. Die BoschBärchen schmecken lecker und haben genau 0% Fett.

Einen leicht höheren Fettgehalt hat das in Goldpapier eingepackte und mit Zucker... pardon: Eiweissschaum gefüllte Schokoladeerzeugnis mit Waffelboden. Nämlich etwa 1,2 Kilo pro Portion. Falsch ist die in der Schweiz verbreitete Bezeichnung "Mohrenkopf", die unlängst als rassistisch deklariert wurde, während der deutsche "Schokokuss" etwas gar von der deftigen Füllung ablenkt und "Negerkopf" auch nicht mehr soooo beliebt ist, besonders in Multikultikreisen. Der Werbeslogan "Mann, ist der Dickmann" unterliegt übrigens einem Rechtschreibe- und Kommatafehler. Es sollte nämlich heissen: "Mann macht der dick, Mann"

Nach so viel geballtem Wissen verköstige ich gleich mal ein paar Gummimaschinen und ein paar Physalis. Das Bilderrätsel könnte eigentlich zu einer regelmässigen Rubrik werden im Goggiblog. Mal gucken.

Freitag, 31. Oktober 2008

Warum heisst der Freitag Freitag?

Der Wochentag "Freitag" bedeutet nicht etwa, dass man Frei hat oder etwa freie Tage bevorstünden, sondern leitet sich vom vom Namen der gemanischen Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, "Freia" ab. Sowohl Babylonier, wie auch die Alten Römer bezeichneten jeden Wochentag mit einem Namen ihrer Götter. Obwohl die Germanen den römischen Kalender und damit die 7-Tage-Woche übernahmen, verliehen sie ihren Wochentagen Namen ihrer eigenen Götter - Freia bekam dabei den wichtigsten der ganzen Woche.

Freitag, 21. März 2008

Harte Eier und eine Schlägerei

Ein Blick durch's Fenster verspricht nicht gerade frühlingshafte Gefühle und ähnlich wie gewisse Musikstücke, kann einem dieses Wetter entweder an Dinge erinnern, an die man nicht erinnert werden will, oder - in Verbindung untereiander - ganz einfach auf den Sack gehen.

A props Sack: In Gossau kam es gestern beim Fussballspiel in der Challenge-League, zwischen Gossau und Bellinzona zu einer Art Eier-Treterei - einer "Massenschlägerei", wie die Sankt Gallische Polizei miteilt. Wir sprechen hier von einem Spiel, das vor 650 Zuschauern ausgetragen wurde, man kann also davon Ausgehen, dass die Mehrheit davon jetzt Stadionverbot kriegt und Gossau künftig quasi freiwillig unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen wird.

Und wo wir schon bei den Eiern sind: Frohe Ostern! Habe Ihr gewusst, dass Ostern schon weit vor Christi Geburt stattgefunden hat und die Kirche dieses Fest erst später zu Urbi et Orbi-Marketingzwecken übernommen hat? Tatsächlich kommt der Brauch aus Osteuropa, wo die Eier als Zeichen der Fruchtbarkeit und Liebe verschenkt wurden. Die Katholiken haben daraus kurzum ein kirchliches Ritual gemacht: Die Eier wurden am Ende der Fastenzeit - also an Ostern - nur deswegen in grosser Zahl verspiesen, weil den Gläubigen in der Fastenzeit der Verzehr tierischer Produkte verboten wurde. Die Eier wurden einfach eingefärbt, damit man an Ostern auch wusste, welches die alten Eier sind.

Übrigens eignen sich frische Eier nicht zum Hartkochen, denn man kann sie danach kaum schälen. Besser sind "alte Eier" (ab etwa 14 Tagen nach Niederkunft).