Mittwoch, 5. November 2008

Axa Winterthur: Gauner am Werk?

Die Sache schien sehr einfach: Herr W. von der Helvetia Versicherung schloss dem frisch zusammen gezogenen Pärchen eine neue Hausratversicherung ab, welche die bestehende Vericherung bei der Axa Winterthur aufheben sollte. Der alten Versicherung werde die Ablösung mitgeteilt, allfällige Rechnungen seien zu ignorieren. Doch hier fängt das Theater erst an.

Das war im Juni 2008. Während der Sommerferien verschickte die Axa Winterthur eine Mahnung, die man noch dem Unstand beimessen konnte, dass die Ablösung gerade erst stattgefunden hatte und der Papierkram noch nicht erledigt wurde. Mitte August folgte dann aber eine weitere Mahnung per eingeschriebenem Brief. Der Wortlaut machte klar, dass dies die letzte Warnung sei und man bei der Axa diesbezüglich keinen Spass verstehe.

Doch da war ja die neue Versicherung, warum also die alte noch zahlen müssen? Dies bestätigte auch Herr W. von der neuen Versicherung dem Pärchen auf Anfrage: er habe es schwarz auf weiss, die alte Versicherung sei abgelöst und es bestehe keine Zahlungspflicht.

Nicht schlecht staunte man im anderweitig versicherten Hausstand, als Mitte Oktober eine Betreibung ins Haus flatterte. Ein ungewohntes und belastendes Gefühl für eine Familie mit drei Kindern, die immer bedacht darauf war, ihre Schulden rechtzeitig zu begleichen. Noch schlimmer war der Gang auf das Betreibungsamt, auf welchem ausgerechnet eine Nachbarin aus früheren Zeiten die Formalitäten zu übergeben hatte. Neben fälliger Prämie fielen neu Bearbeitungs- und Betreibungsgebühren an - klar, dass sogleich Rechtsvorschlag erhoben wurde.

Noch am gleichen Tag kümmerte sich Herr W. von der Helvetia Versicherung um die Sache und plötzlich ging es schnell. Die Axa Winterthur entschuldigte sich in einer knappen Mitteilung für ihr Versehen und versicherte, den Eintrag umgehend aus dem Betreibungsregister löschen zu lassen.

Endlich Ruhe, dachte sich das Pärchen, doch rechnete es nicht mit hartnäckigkeit der Axa Winterthur. In der Schlussabrechnung wurde der Prämienbetrag zwar ordnungsgemäss erlassen, doch bestand man auf Bearbeitungsgebühren in der Höhe von 15 Franken und "Kosten aus Betreibung" in der Höhe von 40 Franken. Gebühren für eine unrechtmässige Beanstandung notabene. Macht die Axa Winterthur da einen auf Abzoke? Vielleicht merkts ja keiner und der Dumme zahlt einfach! Die Dreistigkeit wurde noch überboten, indem der zuständige Sachbearbeiter der Axa Winterthur (nach langem Warten in der Warteschleife) meinte, das könne absolut nicht sein und der Fall sei für sie abgeschlossen. Er wolle die Abrechnung sehen und ob man ihm das gleich auf's Büro bringen könne, Baden beim Bahnhf, 5. Stock, er werde sich der Scahe sofort und persönlich annehmen!

Nun ist seit dem Telefonat mit dem Sachbearbeiter schon wieder eine Woche vergangen, ohne dass man sich bei der Axa Winterthur dazu genötigt fühlt hätte, sich der Sache anzunehmen. Oder "Sofort" bedeutet im Versicherungsjargon einfach "nicht vor Weihnachten" - dass kann ja auch sein.

Nun, liebe Axa Winterthur, wer nicht hören will, muss lesen. Hier die Aufstellung der Bearbeitungsgebühren seitens des geplagten Pärchens:

- Telefonat aufgrund unberechtigter Mahnung: Fr. 10.00
- Umtriebe für Gang zum Betreibungsamt: Fr. 50.00
- Schalflose Nacht davor: gratis
- Telefonat aufgrund unberechtigter Betreibung: Fr. 10.00
- Telefonat aufgrund merkwürdiger Schlussabrechnung: Fr. 10.00
- Telefonat wegen Nicht-Zurückrufens: Fr. 10.00
- Anfrage beim zuständigen Amt, ob die Betreibung tatsächlich
und wie versprochen gelöscht wurde: Fr. 10.00
- Kosten für den dafür nötigen Betreibungsauszug: Fr. 18.00

Kosten insgesammt: Fr. 118.00

Die Rechnung geht heute raus. Der Goggiblog wird mit Spannung darauf warten, ob die Leute bei der Axa Winterthur noch einmal über die Bücher gehen und für ihre Fehler die entstandenen Kosten übernehmen wird. Sehr gespannt bin ich, ob der Eintrag im Betreibungsregister wirklich raus ist. Die Vermutung liegt aber Nahe, dass man es da bei der Axa Winterthur auchnicht so genau nimmt.

Bis dahin sei jedenfalls davon abgeraten, dem bis vor kurzem zelebrierten Leitspruch der Versicherung zu glauben: "Für Vertrauen im Leben" - kein Wunder wurde er abgesetzt.

Kommentare:

Woody hat gesagt…

Ich und meine Freundin machen mit der AXA Winterthur genau das gleiche durch.

Zusammengezogen. Beim Versicherungsagenten die Unterlagen eingereicht, damit er meine Freundlich aus der AXA herauslösen könne.

Er Bestätigt: Die AXA hat der Ablösung zugestimmt.

Danach eine Rechnung der AXA Winterthur. Also kurz dort anrufen um sich bestätigen zu lassen, dass der Administrative Prozess der Ablösung noch nicht voll durch sei. Die Rechnung sei wohl aus versehen raus.

Danach die erste Mahnung. Also nochmals mit AXA Telefoniert. Auch dort nochmals die Bestätigung des Sachbearbeiters. Ja, die Freundin ist aus der AXA herausgelöst worden. Die Rechnung betreffe Beträge von nach dieser herauslösung, da sei wohl noch ein Fehler, das werde in Ordnung gebracht.

Dann zwei Monate Ruhe.

Dann aus heiterem Himmel: Eine Betreibung, unklar von wem und warum. Haben wir irgendwo eine Rechnung übersehen? Frist um die Betreibung abzuholen: 24 Stunden!!!

Also extra frei genommen und auf dem Betreibungsamt erfahren, es gehe um die Rechnungen der AXA.

Sofort wurde Rechtsvorschlag erhoben.

Wir warten nun wie's weiter geht...

Woody hat gesagt…

Es ist schon unglaublich.

Ich habe nun von meiner Versicherung die Unterlagen über die Ablösung angefordert. Diese bestätigen Schwarz auf Weiss mit Unterschrift und Firmenstempel der AXA, dass meine Freundin per 1.7.2009 aus der Versicherung der AXA herausgelöst wurde.

Da ich die Angaben nun hatte, habe ich mich telefonisch bei der Person der AXA gemeldet, welche die Unterschrift geleistet hat.

Die Person hat sich bei uns entschuldigt, man werde das mit der Betreibung sofort korrigieren.

Zwei Tage später, wird uns von der AXA angekündigt, sie werde vor Bezirksgericht die Rechtseröffnung beantragen.

Begründung:

- Wir hätten uns nach den Mahnungen nicht beim Kundendienst gemeldet.
- Wir hätten bei der Betreibung ohne Begründung Rechtsvorschlag erhoben.

Ich habe nun nochmals alle Beweise zusammengestellt. Sogar die genaue Zeitpunkte der Anrufe, Kopien der Dokumente und der Bestätigung der AXA und habe dies an alle bei AXA Involvierten Personen und an die Geschäftsleitung gesendet.

Dies war am Freitag...

Jetzt ist Mittwoch und ausser Email Lesebestätigungen, noch immer keine Reakton der AXA.

Also nochmals beim Kundendienst angerufen.

Man sehe im Dossier, dass die Betreibungsgebühren und Zinsen gutgeschrieben wurden. Aber die Forderung bestehe nach wie vor.

Diese sei mittlerweile an die Lokale Vertretung weitergesendet worden, damit diese die Forderung vor Bezirksgericht bei uns geltend mache. Mir wurde empfohlen mich zwecks Klärung der Umstände, direkt an die lokale Vertretung der AXA zu wenden.

Wie oft müssen wir den AXA durch zurücksenden der eigenen Unterlagen beweisen, dass die Forderung nicht stimmt?

Woody hat gesagt…

Die Ursache für das Problem scheint endlich gefunden.

Bei einem Umzug wird eine Police an die Agentur überstellt, die für den neuen Wohnort zuständig ist.

Da Umzug uns Auslösung zeitnah geschahen, ist da irgendwas schiefgegangen.

So wurde die Police an die neue Agentur überstellt, und bei der früheren Agentur als 'Freigegeben' abgelegt.

Der Kundendienst der AXA hat alle unsere Hinweise betreffend Mahnungen etc. an die frühere Agentur weitergereicht, welche sich immer mehr wunderte dass wir Mahnungen und schliesslich auch einen Betreibung am Hals haben, selber aber nicht herausfand was schiefgeht, da man mehrfach uns bestätigt hatte, dass die Freigabe stattgefunden hatte und die Buchhalung gebeten hatte den Fall zu stoppen.

Die neue Agentur hat von alledem nichts mitgekriegt. Daher war man dort auch der Meinung wir würden auf keinerlei Mahnungen und nicht mal auf die Betreibung reagieren und hat den Fall immer weitergetrieben.

Jetzt wo der Kontakt zwischen uns und den beiden Agenturenm welche eine Versicherung mit derselben Policennummer betreuen hergestellt ist, bin ich Zuversichtlich, dass langsam das ganze in Ordnung kommt.