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Dienstag, 1. Juli 2008

Was tut man nicht alles!

Gefunden im Blick am Abend:

Lange Zeit hielt Goggi dem Druck stand. Mann muss nicht immer das Neuste und Beste haben. Doch jetzt drohen erste Blogger mit Abwanderung - bei einer Grossdemo auf dem Bundeshausplatz protestierten Tausende Leserinnen und Leser des Goggiblogs: "So nicht"


Goggi bloggt seit einem Jahr. Erwähnungen in der Weltliteratur wie "Bener Zeitung", "heute", "anthrazit" - und Literaturpreise bei Stupidedia machten Goggi zu einem wohlhabenden Blogger. Meistens schreibt er von seiner Jacht auf dem Hallwylersee, nur gelegentlich zeigt er sich im JetSet des Brügglifelds, lebt ein zurückgezogenes Leben in seiner Villa, südlich von Baden. Sein steter Begleiter in dieser langen Zeit: Blogger.com!

Nun soll aber alles vorbei sein! Wie die bekannte Blogöse ChliiTierChnübler gegenüber BlaA bekannt gab, will sie künftig Cookies im Goggiblog, sonst komme sie nie wieder. Konkret verlangt CTC: WordPress. Beobachter der Szene sind gespaltener Meinung. "Der Umzug von Blogger zu Wordpress hat sicher Vorteile, aber" lassen sich Vertreter der Internet-Aufsichtsbehörde ICAAN zitieren. Andere trauern: "Wie kann Mann nur so in die Knie gehen!"

Fact ist: Goggi hat seine sieben Postings schon gepackt und zieht bereits um. Wie das genau gehen soll weiss er noch nicht. "ich bin einfach nur traurig" sagt Goggi in einem exklusiven Blick-Interview. Und: "Nicht einmal 'bitte' hat Sie gesagt". Goggis Blick versiebt im Nichts.

Recherchen von BlaA haben ergeben, dass vor wenigen Minuten die Domain www.goggiblog.ch gekauft worden sei. Dies bestätigt ein Vertreter von SWITCH, an der eiligst einberufenen Pressekonferenz. "Die Situation ist brenzlig, doch wir hoffen, dass Ausschreitungen vermieden werden können". Den Hoster von Goggi wird die Regristrierung freuen. Christa N.* von Kreativmedia darf zwar nichts sagen, lässt jedoch durchsickern dass Herr Goggi schon ganz ungeduldig auf seiner neuen Domain herumgedrückt hat. " Wir sagten ihm, dass es nach der Registratur bei Switch ca. 6-12 Stunden dauert, bis die Seite erreichbar ist." Und weiter: "Er hat sich sehr freundlich beim Support von Kreativmedia bedankt"

Das klingt beruhigend. Goggi bloggt also weiter, in einem neuen Zuhause, ohne Villa, ohne Jacht. Goggi: "Was macht man nicht alles für seine Leser"

* Name der Redaktion bekannt (aber leider nicht die Handynummer)

Freitag, 6. Juni 2008

Opfer einer Studie

Mann soll nicht kopieren. Dies soll auch wirklich eine Ausnahme sein, denn der Text, den die Uni Zürich veröffentlicht hat fasst so nichtssagen alles zusammen, was wir eh schon alle wussten.

Am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich
(IPMZ) wurde eine standardisierte Onlinebefragung zu Weblogs durchgeführt. Der Fragebogenlink wurde an ca. 200 ausgewählte Weblog-AutorInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz per E-Mail versandt. Bei der Auswahl der Weblogs wurden Listen (z.B. http://top100.blogug.ch/) sowie Suchmaschinenrankings berücksichtigt. Ziel der Untersuchung war herauszufinden, aus welchen Gründen ein Weblog betrieben wird und wie die konkreten Nutzungsweisen aussehen. Zudem interessierte die Selbstdarstellung, die Authentizität sowie die Community-Wahrnehmung von Weblog-AutorInnen.

Selbstdarstellung

Ausgehend von Theorien zur Selbstdarstellung wurde angenommen, dass extrover- tierte Weblog-AutorInnen stärkere identitätsbezogene und sozial-integrative Motive aufweisen als introvertierte AutorInnen. Tatsächlich bloggen extrovertierte Personen eher, um ihre eigene Meinung publik zu machen als introvertierte. Hinsichtlich der sozial-integrativen Motive unterscheiden sich extrovertierte und introvertierte WeblogautorInnen jedoch nicht wesentlich voneinander.

Authentizität

Die Anonymität im Internet erlaubt es, sich online anders zu geben als im realen Leben. Ausgehend von Theorien zur Authentizität wurde davon ausgegangen, dass sich Weblog-AutorInnen, die häufig bloggen und längerfristige Weblog-Kontakte suchen, beim Bloggen authentischer geben als seltenere Weblog-AutorInnen ohne Kontaktabsicht. Allgemein geben die Teilnehmenden erwartungsgemäss an, meist authentisch zu bloggen. Während die Häufigkeit des Bloggens keinen Einfluss auf die Authentizität hat, wirkt sich die Suche nach Weblog-Kontakten tatsächlich positiv auf die Authentizität beim Bloggen aus: Je stärker das Interesse der Befragten an neuen Kontakten ist, desto authentischer stellen sie sich dar. Gleichzeitig fühlen sie sich auch mehr mit der Weblog-Community verbunden.

Community

Community-Theorien gehen davon aus, dass ein stärkeres persönliches Engagement und ein starker sozialer Austausch zu einem höheren Gemeinschaftsgefühl in einer Community führen. Diese Vermutungen können bezüglich der Weblog-Community bestätigt werden. Je mehr sich ein(e) Weblog-AutorIn engagiert, indem er (sie) ein reichhaltiges, aktualisiertes Inhaltsangebot präsentiert und auch etwas über sich selbst preis gibt, desto mehr fühlt er (sie) sich in der Weblog-Community integriert. Auch ein intensiverer Austausch führt zu einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl – man fühlt sich einander verbunden und ähnlich (bezüglich Interessen, Alter, Umfeld und Einstellungen). Engagierte Personen empfinden die Beziehungen zu anderen Bloggern zudem als intensiver und erachten die Weblog-Community als wichtiger im Vergleich zu weniger engagierten Personen.

Man möge damit anfangen was man will. Ich fand diese Umfrage und diesen Beitrag über das Warum, interessanter und aussagekräftiger.

Montag, 28. April 2008

Ist Bloggen out?

Eine sehr schöne Blogparade zum Thema Bloggen habe ich kurz vor Einsendeschluss bei Herrn Lichtenecker aus dem schönen EM-Land Österreich gefunden. 10 Jahre nach dem ersten Blog, ist die "Blogsphäre" riesengross geworden, generiert Traffic und lässt den einen oder anderen reich werden. Aber auch die Unlust macht sich hier und da breit, Blogleichen sind keine Seltenheit mehr. Hier das Interview mit Goggi:

Wie lange bloggst du schon?
Im Juni dieses Jahres wird es genau ein Jahr sein. Das Schreiben in Internet-Foren, in denen das Geschriebene dem Zensurwillen des Admin ausgeliefert war, gehörte so der Vergangenheit an. Angefangen habe ich aber aus einem ganz anderen Grund: Das Publizieren wurde zu einer Art Therapie für das eigene Ich-System. Nennt es von mir aus Zwang zur Selbstdarstellung, für mich war und ist es aber Ventil, eine Oase der Ruhe, eine rettende Beschäftigung, Tummelfeld für die Seele, Kommerzecke und Hobby gleichzeitig.

Wie viele Beiträge veröffentlichst du regelmäßig?
Das hängt von der Lust ab. Wichtig beim Blogge ist, dass man Spass daran hat. Fühlt man sich zu einem täglichen Beitrag verpflichtet, endet das irgendwann in Zweizeilern und Phrasen, die keiner lesen will. In diesem Jahr waren es rund 560 Beiträge, also 1-2 pro Tag, wobei auch mal eine Blogpause drinliegen musste.

Bist du mit anderen Bloggern gut vernetzt, kenn ihr euch persönlich?
Dank dem Blog habe ich tolle Menschen kennengelernt. Monsieur Fischer hatte mich damals darauf gebracht, Frau Kafka war mir schon vor dem Bloggen eine liebe Freundin. Tobiaus Deutschland, Rick aus Unterneuntupfing, oder auch Chris, gaviota, Nie, oder Bluetime und wie sie alle heissen, tauchen immer mal wieder auf und bald einmal, gehen wir ein Bierchen trinken oder Fondue essen.

Ist bloggen deiner Meinung nach out?

Es spielt absolut keine Rolle, ob Bloggen in oder out ist. Wenn das der Grund ist, ob man ein Blog pflegt oder nicht, hat man eindeutig das Hobby verfehlt.

Was könnte danach kommen, wie sieht der Blog der Zukunft aus? (Microblogging, Mobile-Blogs..)
Klar ist, dass Blogs und herkömmliche Webseiten bald nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Entweder sind Blogs ebenso mit Werbung zugepflastert wie eine Webseite, oder Webseiten bereiten ihre News auf der Startseite ähnlich auf, wie in einem Blog. Sollte sich ein neuer Trend abzeichnen, hat er sicher die besseren Chancen sich durchzusetzen, wenn er benutzerfreundlich ist und für viele zugänglich.

Hat man als neuer Blogger noch Chancen viele Leser zu bekommen?
Viele erwarten, das blosse Aufschalten eines Blogs reiche, um Leser anzulocken. Tatsache ist aber, dass das Blog Pflege braucht, das Layout muss stimmen, die Themen zueinander passen und neben einem täglichen Posting, sollte man auch in anderen Blogs lesen und kommentieren. Dies gilt natürlich nur, wenn man sich damit zeigen will im Netz. Das Wichtigste ist aber immer noch der Spassfaktor. Hat man Spass an dem was man macht, kommen die Leser ganz automatisch.

Wirst du dein Leben lang bloggen?
Klar. Und nächte Woche gewinne ich im Lotto und heirate Heidi Klum.


Hier gehts zur Blogparade - auf die Auswertung bin ich gespannt!