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Mittwoch, 7. Juli 2010

Die Fifa hat keine Chance

Ist es nicht schön, wenn man einer riesigen Geld-Maschine eins auswischen kann? Ist es nicht sogar ein besonderer Reiz, dem arroganten Machthaber ans Bein zu pinkeln? In der Geschichte der Menschheit eine ganz normale Reaktion gegenüber Mächten, die über uns bestimmen wollen. In Ermangelung an krigerischen Diktatoren sind des Fussvolkes Gegner heute einfach Steuerbehörden, Filmindustrie oder internationale Fussballverbände. Die FIFA zum Beispiel. Der Weltfussballverband und Organisator der Fussball-WM 2010 beschäftigt Hunderte von Angestellten um das Volk zu züchtigen und das Internet von unerlaubten WM-Bildern zu befreien. Allerdings - wie schon andere, welche die Weltmacht wollten - ohne die geringste Aussicht auf Erfolg.

Die FIFA ist ein Verein und darf keinen Gewinn erzielen. Weil sie aber mit Markenrechten, Übertragungsrechten, Werbepartnern und sonstigen Aktivitäten Milliardenumsätze und entsprechende Gewinne erzielt, muss das Geld auch wieder irgendwie ausgegeben werden. Der Bau des FIFA-Hauptsitzes auf dem Züriberg kostete rund 250 Millionen Franken, unterstützt werden aber auch Projekte und nationale Verbände, Fördergelder werden gezahlt, Fussballcams in Entwicklungsländer durchgeführt - lauter gute Sachen eben. Wenn es aber darum geht, die Bilder einer Fussball-Weltmeisterschaft zur Verfügung zu stellen, kennt die FIFA kein Pardon: Auf Youtube werden täglich Tausende Filmchen mit herrlichen Toren einfach wieder gelöscht, Logos und selbst der Schriftzug FIFA-WM 2010 darf ohne Weiteres nicht verwendet werden, schon gar nicht zu Werbezwecken. Es gab sogar einen Versuch den Begriff "Fussball-WM" einzuverleiben. Um das zu gewährleisten, hat die FIFA Hunderte Personen angestellt, die das Internet von ungewollter Propaganda befreien.
Bild: gefunden im Web, das sich nichts verbieten lässt

Das mag im Interesse des Rechteinhabers sein, entzieht sich aber völlig dem Verständnis des Zuschauers, sprich: dem Volk, dessen Interese an einer WM erst die unglaublichen Umsatzzahlen ermöglicht. Und deshalb passiert das, was in Kriegen die der Mensch geführt hat, schon tausend Mal passiert ist: Der Kleine wehrt sich und wird gewinnen. Denn im Internet-Zeitalter hat derjenige der etwas verhindern will, eh schon verloren. Was gelöscht wird, taucht binnen weniger Stunden an anderer Stelle wieder auf, denn das Internet vergisst nie. Ist es einem einzelnen Kämpfer persönlich wichtig das System auszuhebeln, kauft er sich einen Server in Tonga, wo kein Gesetzeshüter, kein Hollywood und schon gar keine FIFA je seine Macht ausspielen kann. Man taufe die Plattform dann einfach kino.to oder torrent.to oder ihrkönntmichmal.to, denn auf solchen Plattform sind sämtliche WM-Spiele in voller Länge und in HD-Qualität jederzeit verfügbar - falls sie denn jemand finden will. Löschversuche enden immer ohne Erfolg.

Ich bin gegen jede Art von Urheberrechtsverletzung - aber ich bin auch gegen zu viel Macht für die Grossen. Entscheidet sich ein TV-Mogul "Desperate Housewives" aus einer Art Manipuliergier vorläufig nicht in meine Sprache zu synchronisieren, oder will man mir, aus welchem Grund auch immer, die letzte LOST Staffel oder die aktuelle Dexter-Staffel tatsächlich erst mit zweijähriger Verspätung zeigen, so mache ich nur das, was in tausenden Kriegen der Kleine immer gemacht hat: Er wehrt sich und hat seit Erfindung des Internets nicht nur gute, sondern sehr schnelle Aussichten, gegen die FIFA zu gewinnen. Vielleicht wäre es einfach mal an der Zeit, das viele Geld das zur Bekämpfung von Fussball-WM- und sonstiger Piraterie augegeben wird, zu Gunsten humaner Preise in Stadien und zu Gunsten vernünftiger Nutzerrechten, auf ein normales Level herunter zu schrauben. Der Reiz, etwas Verbotenes zu tun wäre dann nicht mehr allzu gross und die Maschinerie FIFA, Hollywood und Co. würde trotzdem noch funktionieren.

PS: LOST - final season, Dexter season 5 und Desperate Housewives season 6 sind Hammer! Japan - Korea dagegen nicht so. Die Hausfrauen kommen ab Herbst wieder ins US-Fernsehen - und ins Internet...

Donnerstag, 27. Mai 2010

WM-Warm-Up Party

Der Verein PRO ENDIVELD ist der Kulturverein eines 11'187-Seelen Dorfes und der FC Entfelden gurkt in der zweiten Fussball-Liga herum. Doch am 5. Juni gehört ihnen Welt!

Es ist dem emsigen Engagement von Frau Kafka zu verdanken, dass sich am ersten Wochenende im Juni und rund eine Woche vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft eine ganze Reihe bekannter Persönlichkeiten in Oberentfelden tummeln werden. In einem prestigeträchtigen Plausch-Match werden sich um 16 Uhr zuerst die Behörden Entfeldens mit der Literaten Nationalmannschaft messen. Letzterer gehören unter anderen Nathalie Grand, Marco Todisco, Lukas Hässig und Pedro Lenz, allesamt Schweizer Schriftsteller der Extraklasse. Eine Stunde später nimmt es eine Entfelder WM-Auswahl mit den Stars vergangener Zeiten auf: Dem FC Wehrli-ALL-STARS gehören unter anderen Charly Herberth, Heinz Hermann, Rolf Osterwalder und Andi Egli an - ein grosses Stück Schweizer Fussballprominenz!

Das Abendprogramm lässt sich schliesslich ebenfalls sehen: Um 20 Uhr treten im grossen Festzelt die Schwalbenkönige auf, die ganz im Sinne des WM-Warm-Ups Texte und Songs rund um den Fussball präsentieren. Garantierten Ohrenschmaus gibt es dabei von Pedro Lenz, Wolfgang Bortlik, Gogo Frei & Tschändu Muhmenthaler. Für das leibliche Wohl ist übrigens ebenfalls gesorgt!

Also! Nichts wie hin, am 5. Juni 2010, auf die Sportanlage Schützenrain in Oberentfelden. Start ist um 16 Uhr (Sport) und 20 Uhr gibt's Unterhaltung der Extraklasse! Selbstverständlich gibt es auch eine Facebook-Seite, wo man sich jetzt schon unter die Gäste der Veranstaltung reihen kann!