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Dienstag, 10. November 2009

Meine DDR-Vergangeheit

Ja, auch Goggi hat dieser Tage viel Fernsehen geguckt und einiges mit Erstaunen zum ertsen Mal seit dem Mauerfall mitbekommen. Zum Beispiel, dass die Öffnung der Grenze am 9. November 1989 ein Irrtum war. Eigentlich hätte die Öffnung erst tags darauf im Rundfunk mitgeteilt werden sollen. Weil SED Funktionär Günter Schabowski in der Erklärung der Regierung aber keine Zeitangabe fand, wann denn nun die Tore geöffnet würden, sagte er einfach "sofort".

Die Geschichten rund um die Wende verfolge ich mit Interesse, denn ich habe die DDR ein Jahr vor dem Mauerfall im Oktober 1988 bereist. Der Stempel in meinem Reisepass ist wie ein Zeitzeuge, eine Art Beweis, dass ich einen Teil der Weltgeschichte erlebt habe. Wir durften ins Land, weil der FC Aarau damals im Europacup spielte und auf Lokomotive Leipzig traf. Ich habe das Bild beim Grenzübergang Hirschberg noch genau vor Augen. Zwei grimmige Beamte schritten durch unseren Reisebus, nachdem man uns instruiert hatte, unauffällig zu wirken und einfach ruhig zu bleiben. Irene war es, ganz zu hinterst im Bus, die ob der ungewohnten Situation laut herauslachte und wir alle fanden uns wieder in Reih und Glied vor dem Fahrzeug, während die Beamten unseren Bus aus dem Westen filzten.

In Leipzig angekommen, hatten wir einen Pflichthalt beim "modernsten Hotel der Stadt" einzulegen, wo uns ein Mittagessen serviert wurde - bestehend wahrscheinlich aus Kartoffelpurée und Erbsen, dazu eine Schuhsohle und ein Glas DDR-Cola, von der wir vermuteten, sie werde aus der Pleiße oder der örtlichen Kloake gewonnen. Es folgte eine Rundfahrt, bei der uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt wurden - gerade viele waren es nicht und ich erinnere mich gut an die düsteren, fast schwarzen Fassaden der grossen Häuser. Das Spiel gegen die Lokomotive Leipzig fand dann in einer Sportplatz mit Holzribüne statt und ging kläglich verloren. Begleitet wurden wir von einer etwa 200-köpfigen Polizeieskorte, wobei niemandem klar war, ob man Angst vor Randale hatte, oder Kontakt zur Bevölkerung vermeiden wollten.

Zu Kontakten kam es dann doch. Bei einem Halt in der Stadt flitzen einige Leipziger um die Ecken und zappelten vor den fremden Schweizern herum. Einer sagte, er höre Schweizer Radio und Sie wollten Schals tauschen und brachten Zeitungen und Magazine mit. Von einem "Uwe" (dessen Name ich inzwischen leider vergessen habe) erhielt ich die Adresse und man schrieb sich nach dem Spiel noch einige Male. Darin fand sich kaum ein kritisches Wort über die Lebensweise in der DDR. War das nun Zurückhaltung im Wissen dass der Staat mitliest, oder waren die Ossis mit ihrem Leben doch zufrieden?

Wie auch immer. Ich weiss nach einem neuerlichen Besuch in Leibzig vor zwei Jahren, dass die Stadt heute eine ganz andere ist. Die Erinnerung an die Erlebnisse und an die für damalige Verhältnisse abenteuerliche Reise führt dazu, dass ich bei den Geschichten um die Wiedervereinigung immer ein, zwei Ohren offen behalte. Ich war seither schon ein paarmal im Osten Deutschlands, der in paar interessante Ecken borgt. Kennt jemand Pirna bei Dresden? Strausberg im Osten Berlins? Die haben übrigens eine gute Küche!

Dienstag, 6. Januar 2009

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Samstag, 3. Mai 2008

Nette Polizisten?

Im Hinblick auf die Euro 2008 hier und im Nachbarland, wurden Polizisten und andere Menschen im öffentlichen Dienst angehalten, sich zuvorkommend gegenüber Fremden zu zeigen und das Schweizerland als besonders Gastfreundlich zu präsentieren. Das geht so weit, dass die Ordnungshüter in Kurse geschickt wurden, in denen man ihnen die korrekte Stellung der Mundwinkel beim Grinsen beibringt.

Nun gehören sowohl Walliser als auch Aargauer gleichermassen zum Euroland wie auch der Kanton Fribourg, obwohl allen dreien die Euro aus organisatorischer Sicht so was vom am Allerwertesten vorbei gehen kann.

Trotzdem sind sie alle freundlich.

So hat es sich ergeben, dass eine ansehnliche Gruppe Walliser und Aargauer, in einem Konvoi, bestehend aus sechs Fahrzeugen sich, durch die schöne Stadt Fribourg bewegten aber sich nicht besonders Ortskundig zeigten. Die Strassen führten irgendwie immer im Kreis herum, die Lage schien ausweglos, ehe sich eine unscheinbare Seitenstrasse als Rettung in letzter Not auftat. Wäre da nicht die kleine Einschränkung gewesen, dass diese Strasse zu befahren, dem motorisierten Verkehr nicht gestattet ist.

Und wie es der Zufall will, oder auch nicht will, stand am Anfang des 60m langen verkehrsberuhigten Teilstücks eine zivile Patrouille der Fribourger Stadtpolizei und griff sofort ein. In einer beispiellosen Verfolgungsjagd, wurde der ganze Konvoi schon nach der ersten Kurve gestoppt..

Zu einer Verzeigung kam es dann aber doch nicht, zumal sich halb Fribourg im Stau hinter uns aufgereiht hatte und sich genötigt fühlte, die doppelt gezogene und extrabreite Sicherheitslinie zu überfahren und sich so einer noch viel schlimmeren Strassenverkehrsgesetzverletzung schuldig zu machen. Die beiden Polizisten drückten daraufhin sämtliche Hühneraugen zu und zeigten sich als ausgezeichnete Gastgeber, indem sie die Verirrten Mitgenossen durch die engen Winkel Fribourgs schleusten und sich auf einem abgelegenen Parkplatz sogar noch freundlich verabschiedeten.

In diesem Sinne sei festzuhalten, das die Polizei trotz verschärftem Antihooligangesetz durchaus noch in der Lage ist, Freundlichkeit anzuwenden, wo sie angebracht ist. Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Politöse Chevallier und Herrn Polizist Weber für ein schönes Stück Schweizer Freundlichkeit.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Schon mal in Paris gewesen?

Die Hektik dieser Zeit verleitet dazu, in Gedanken an alle möglichen Orte zu verreisen - Hauptsache man ist nicht da wo man gerade zu sein hat. Und dann noch dieses Wetter!
Neben jedem passablen Sandstrand an der südfranzösischen Küste wären gerade San Francisco, Berlin und Paris sogar durchaus erreichbare Ziele meiner umschweifigen Träume.

In Paris, der Stadt der Liebe, war ich schon mehrmals - das letzte Mal ist noch gar nicht so lange her. Aber weil ich es im Moment bei gedanklichen Ausflügen zu belassen habe und halt doch die Wohnung im Helgenfeld putzen gehen muss, verweise ich auf meinen Reisebericht den "Citytrip" gestern freundlicherweise veröffemtlicht hat.

Paris, eine Stadt zum verlieben
Bild: Goggi