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Mittwoch, 14. November 2007

Räbeliechtli Reloadet

Diesesmal im beschaulichen Rütihof bei Baden, wo zweihundert Knöpfe ihre Kunstwerke demonstrierten und zu Schluss hübsche Liedchen sangen :)

Freitag, 2. November 2007

Exklusives Bild...

... vom Räbeliechtli-Umzug in Suhr, das viiiel traditioneller ist, hier in der Gegend, als dieses Hallowdingsda.

Samstag, 22. September 2007

De Bach esch do

Die schönste Tradition in Aarau ist, wenn die Kinder mit Nussbaumruten von der Bachstrasse durch die Altstadt in den Schachen ziehen, begleitet vom Glockenspiel des Oberturms. Dann ist nämlich Bachfischet.

Füüüüüüürio de Bach brönnt
d'Suhrer händ ne aazönnt
d'Aarauer händ ne glösche
d'Chöttiger, d'Chöttiger, riite of de Frösche

Über den Brauch finden sich im Internet viele fantasiereiche Geschichten. Der Bach heisst aber ganz sicher nicht "Suhr" und entspringt auch nicht einer geheimnisvollen Quelle. Der Brauch entstand vor mindestens 150 Jahren, als der Stadtbach zur Reinigung abgestellt und von den Bürgern gesäubert wurde. Damit die Fische überleben, fischen Kinder diese aus dem restlichen Wasser und bringen sie in ein Fisch-Asyl. Nach dem Saubermachen zünden die Suhrer den Bach an, indem sie selber gebastelte Schiffe ins anbrausende Wasser legen. Die Aarauer Kinder "holen" das Wasser, oder genauer das Feuer, mit ihren selbst gebastelten, in diesem Jahr wiederum sehr kunstvollen Lampions und Laternen ab und tragen es mit den Haselzweigen durch die Stadt, bis hinunter in den Schachen. Dort werden die Ruten in einem riesigen Feuer verbrannt und der schöne Brauch mit einem kleinen Feuerwerk und dem Mords-Klapf abgeschossen. Nicht allzu spät, denn tags darauf müssen alle wieder auf die Felder, Zuckerrüben ernten.

Und übrigens: Warum die Küttiger auf den Fröschen reiten - da gehen die Meinungen weeeeeeit auseinander :-)

Das Aperöli im Au Premiere hat auch schon Tradition

Noch brennen die Lichter, doch bald stehen die vielen Leute im Dunkeln


Die Titanic kursierte ursprünglich auf dem Stadtbach



Klein, aber Mords-Chlapf weckt zuletzt alle auf

Montag, 10. September 2007

Üble Tradition

Heute Montag findet in Zürich wieder eine der übelsten Traditionen der Schweiz statt: Das Knabenschiessen.

Einst von Aargauern erfunden, erfreut sich dieser Anlass auch heute noch bei Zürcher und Zürcherinnen (siehe Bild) grosser Beliebtheit und wird heute vorallem zur Selbstregulierung eingesetzt. Schon lange vor dem Knabenschiessen zieren Plakate die Zürcher Gassen. Darauf steht zum Beispiel "20'000 Knaben sind genug" oder das originelle SVP-Plakat mit den drei weissen Knaben und dem schwarzen Schaf ist auch sehr originell.
Um genau 18 Uhr läuten dabei sämtliche Stadtzürcher Kirchentürme, was für uns Auswärtige nur bedeuten kann, dass die Jagd auch bei den kirchliechen Behörden Unterstützung findet. Eine Jagd nach Knaben, die am Sonntag noch zusammengetrieben, in grossen Zwingern gefangen und heute, beim letzen Glockenschlag, frei gelassen werden.
Immerhin konnte die Menschenrechtskommision in Zusammenarbeit mit amnesty international und Radio Energy dafür Sorgen, dass nur noch Betäubungsgewehre zur Anwendung kommen. Sollte ein Knabe doch unglücklich getroffen werden - zum Beispiel an einer Balkonbrüstung, oder beim Flüchten durch die Limmat - springt die AXA-Winterthur-Versicherung ein und ersetzt den Knaben - aber nur, wenn man sich innerhalb von 30 Minuten nach dem Abschuss bei der Hotline der AXA-Winterthur in Hong-Kong meldet.
Empört über dieses Knabenschiessen, das besonders bei Mädchen grosse Begeisterung auslöst (siehe Bild), zeigt sich übrigens auch Bundesrätin Doris Leuthard, die zum Protest gegen die Abknallerei mit ihrem Privatauto nach Zürich reisen wollte, aber sich nicht entscheiden konnte, welches der drei geschenkten Fahrzeuge sie nehmen sollte und einfach zu Hause blieb. Vielleicht hätte ein Anruf bei Roger Federer geholfen, der hat gestern nämlich sein 12. Auto gewonnen.
Ubeeindruckt dessen, geht das Knabenschiessen in Zürich in diesen Minuten los. Letztes Jahr gewann übrigens eine Schützin aus dem Kanton Graubünden (siehe Bild), die sich schon bei der nationalen Steinbock-Jagd im August warmgeschossen hatte. Aber das ist eine Tradition, über die ich ein ander Mal berichten will.