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Mittwoch, 10. Oktober 2007

Tolles Image hat die Schweiz...

Es kommt nicht oft vor, dass die New York Times ganzseitige Berichte über die Schweiz veröffentlicht. Oder dann höchstens, wenn der Protagonist Roger Federer heisst.
Jetzt schafften es Blochers Schafe und die Krawalle in Bern auf die Titelseite der gestrigen Printausgabe. Mal wieder tolle Werbung oberster Güte. Naja, in Amerika soll ein Fünftel der Bevölkerung auf einer Weltkarte nicht zeigen können, wo die USA liegt - wie sollen die dann rausfinden, wo die Schweiz ist. Aber immerhin haben wir einen Vertreter der Alten Garde Aarau in New York stationiert, der sich jetzt wohl wieder allerlei ahören muss - wo immer dieses Switzerland auch sein mag.

Langsam aber sicher geht mir diese Schlammschlacht vor den Wahlen gewaltig auf's Dach. Am besten wählt man weder SP noch SVP und überhaupt, was sollte diese Atom-Diskussion gestern Abend? Die haben sich ja benommen wie kleine Kinder...

Hier gehts zum Online-Artikel in der New York Times

Bild:

Mittwoch, 26. September 2007

Warum SVP wählen? Die sind eh nie da.

15 Aargauer sitzen im Schweizer Nationalrat und vertreten die Interessen Ihrer Wähler. Davon sind 6 Vertreter der SVP, 3 von der SP, je 2 von CVP und FDP, die Grünen und die EVP sind mit je einem Mandat vertreten.
Dies lässt den Schluss zu, der Aargau sei in Bern von einer bürgerlichen Übermacht vertreten.

Weit geirrt. Die grössten Aargauer Schwänzer im Bundesparlament sind nämlich gewählte Vertreter der SVP. Der Blick veröffentlichte eine Liste über Politiker die bei namentlichen Abstimmungen gefehlt haben. Pickt man die aargauer Politiker heraus, ergibt sich folgende Stimmbeteiligungen pro Partei:

SP 91,3 %
Grüne 91 %
FDP 88,5 %
CVP 87 %
SVP 76 %

Die SVP ist stärkste Partei notabene. Die Aargauer SVP hätte in 100 Abstimmungen insgesamt 600 Stimmen abgeben können, verzichtete aber 140 Mal auf ein Votum.

Warum eigentlich?

Ulrich Giezendanner, Ulrich Siegrist, Luzi Stamm und Hans Ulrich Mathys (alle SVP) führen die Aargauer Schwänzliste an. Giezendanner verpasste dabei über einen Drittel der Abstimmungen und wohl auch die Debatten. Sind gewisse Geschäfte der Stimmen der SVP nicht würdig? Tritt ein Transportunternehmer nur aufs Parkett, wenn er seine persönlichen Interessen vertreten will? Das sind doch Volksvertreter, oder?

Der nationale Schwänzer ist übrigens der Thurgauer Peter Spuhler - ebenfalls SVP. Der fehlte an jeder zweiten Abstimmung. Mein persönlich repräsentatives Fazit sieht deshalb so aus: Wählt man die SVP, bedeutet das noch lange nicht, dass man seinen Willen auch vertreten bekommt. Dabei ist es doch gerade die SVP die ständig vom Volkswillen labert, den man respektieren müsse. Und ich stelle mal ganz naiv die Frage: Liebe SVPler, warum sollte man Euch wählen, wo Ihr sowieso nie da seid? Für dringliche Debatten zum Fall Roschacher? Wegen den idiotischen Plakaten? Haben wir keine wichtigeren Probleme?

Mann-mann-mann

PS. Fast immer da waren Doris Stump (SP), Heiner Studer (EVP), Ruth Humbel Näf (CVP) und Geri Müller (Grüne). Mehr über die Irrwege der SVP schreibt zum Beispiel Lupe hier und hier. Dort finden sich in den Kommentaren auch Links zu ausländischen Zeitungen. Sehr lesenswert!