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Mittwoch, 5. Dezember 2007

NEWS-News

Seit heute gibt es das neue NEWS, eine Co-Produktion von Tagi, Basler- und BernerZeitung und ich gebe zu, das Teil sieht ganz lecker aus. Allerdings ist auch zu sagen, dass es mit mehr Pendlerzeitungen nicht unbedingt mehr News gibt, über die sich schreiben lässt. Natürlich mit einer gehörigen Portion Werbung, wird wohl auch diese Zeitung dazu beitragen, dass das herkömmliche Bezahl-Abo früher oder später verschwinden wird. Will man mehr wissen, gibts heutzutage ja alles online ;-)
NEWS ist keine Zeitung, für die es sich weite Wege zu gehen lohnt, aber wenigstens steht hier im Dorf so ein NEWS-Kasten und die schwere Entscheidung welche der fünf Gratis-Zeitungen man lesen soll, haben nur städtische Menschen.

Freitag, 9. November 2007

»Blick« wird gratis und »heute« parteiisch

Wie der Goggiblog bereits im September ahnte, werden es Tageszeitungen die etwas kosten, in Zukunft schwer haben, besonders, wenn sie im Kleinformat daher kommen. Gegenüber Gratisperlen wie "20minuten", "heute", ".ch" und "DailyCash" bietet der "Blick" nun wirklich keinen Mehrwert an, für den man 2 Franken zahlen soll.
So überrascht es denn auch nicht, dass der neue Blick-Chefredaktor Bernhard Weissberg in einem Interview mit persoenlich.com ankündigt, den Blick "den Lesebedürfnissen der Gegenwart anzupassen". Das bedeutet zwar nicht, dass er das Flaggschiff künftig umsonst anbieten will - wer aber von Bedürfnissen der Leserschaft redet, muss zugeben: News lassen sich günstiger beschaffen, als im Blick.
Die Schlacht um die beste Präsenz geht derweil weiter, wobei der Platz Zürich unverkennbar zum Nabel der Schweiz erklärt wurde. Nachdem .ch bereits Leibchen-Sponsor des FC Zürich ist, geht nun heute eine Partnerschaft mit den Grasshoppers ein. Die Zeitung will den Fussballclub in ihrem Blatt promoten, an den Heimspielen präsent sein und die Spielfeldumrandung mit heute-Schriftzügen vollkleistern. Wie lange es wohl gehen wird, bis die Aargauer Zeitung ihren Hauptsitz nach Zürich verlegt und Hauptsponsor von den ZSC Lions wird?

Bei TAmedia startet in diesem Monat übrigens noch eine Pendlerzeitung mit dem fantasievollen Namen "News". Ein interessantes Gespräch mit dem Chef-Verwöhner in Sachen Zeitungen, Rolf Bollman, findet man ebenfalls bei persoenlich.com.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Tolles Image hat die Schweiz...

Es kommt nicht oft vor, dass die New York Times ganzseitige Berichte über die Schweiz veröffentlicht. Oder dann höchstens, wenn der Protagonist Roger Federer heisst.
Jetzt schafften es Blochers Schafe und die Krawalle in Bern auf die Titelseite der gestrigen Printausgabe. Mal wieder tolle Werbung oberster Güte. Naja, in Amerika soll ein Fünftel der Bevölkerung auf einer Weltkarte nicht zeigen können, wo die USA liegt - wie sollen die dann rausfinden, wo die Schweiz ist. Aber immerhin haben wir einen Vertreter der Alten Garde Aarau in New York stationiert, der sich jetzt wohl wieder allerlei ahören muss - wo immer dieses Switzerland auch sein mag.

Langsam aber sicher geht mir diese Schlammschlacht vor den Wahlen gewaltig auf's Dach. Am besten wählt man weder SP noch SVP und überhaupt, was sollte diese Atom-Diskussion gestern Abend? Die haben sich ja benommen wie kleine Kinder...

Hier gehts zum Online-Artikel in der New York Times

Bild:

Donnerstag, 20. September 2007

Gebauchpinselt

Ich bin ja nicht so der, welcher sich mit den aktuellsten Zugriffszahlen brüstet und den 12'000. Besucher speziell erwähnen würde (der 10'000. war übrigens ein Japaner, der hätte das sowieso nicht verstanden).
Da bereiten mir die unzähligen Kommentare schon viel mehr Freude, denn sie sind Motivation und Lohn dafür, sich täglich neue Gedanken über das Alltägliche zu machen. Wenn dann noch einer bei Google "Wer ist der Letzte und macht das Licht aus" eingibt und auf meinem Blog landet, finde ich das besonders deshalb amüsant, weil es tatsächlich Leute gibt, die dettigs in eine Suchmachine eingeben.

Und auch wenn sich die Presse auf meinen Blog stürzt, bedarf es eines Hinweises aus der Bevölkerung, damit ich sowas mitkriege. Dabei gab es schon welche, die mir Mediengeilheit nachsagten (Aber ich rufe das Fernsehen nie an, wenn was ist - DIE rufen MICH an)

Um so gebauchpinselter war ich natürlich, als ich obigem Hinweis nachging und dieses Artikelchen im "heute" vom vergangenen Dienstag entdeckte. So ganz ohne Zutun hat einer gefunden, das Geschriebene sei erwähnenswert. Und er hat erst noch das Wort "schön" benutzt.

Schön. :-)

gez. der Gebauchpinselte

Bild: heute

Sonntag, 16. September 2007

Noch mehr Sonntag - der wird langsam zu kurz

Bereits die fünfte Zeitung buhlt ab heute um die Gunst der Sonntags-Leserschaft. "Sonntag" heisst das neue Teil und stammt aus dem Hause der AZ Medien. Das neue Blatt will laut Chefredaktor Patrik Müller informieren, inspirieren und unterhalten. Das Lesen soll ein Genuss sein und zur Presse- und Meinungsvielfalt beitragen. Neben der nationalen Ausgabe erscheinen neun Regionalausgaben und damit hält die AZ einen interessanten Trumpf in der Hand. Informationen aus der Region, das gabs an einem Sonntag bisher noch nie.

Wie es sich gehört, sitze ich bei Kaffi und Gipfeli und blättere genüsslich in der neuen Zeitung. Nichts Überraschendes, aber angenehm frisch würde ich meinen ersten Eindruck mal umschreiben. Neben dem News-Pflichtteil, fällt besonders der umfangreiche Foyer-Bund auf. Der Wirtschaftsteil interessiert mich jetzt nicht so rasend, der Sport kommt natürlich zuerst und dann ist da noch ein Teil mit dem Titel "Menschen". Der Aufmacher ist ein Interview mit einem erfolgreichen Manager... naja, die Verdienen alle zuviel, lese ich nicht. Doch dieser Bund ist eine Innovation und hat gewiss noch Potential, wenn etwas interessantere Menschen zum Zuge kommen.

Das Layout der Zeitung ist angenehm lesefreundlich, die Farben sind gut abgestimmt und in - sagen wir mal: "sonntäglichen" Tönen gehalten.

Die Frage bleibt aber die gleiche wie bei der Unzahl an Gratiszeitungen und Web 2.0-Auftritten: Wer soll das alles lesen? Welchen Bisherigen wird "Sonntag" die Leser abwerben? Und welche Zeitung wird als erste zum Rückzug blasen müssen?

Die AZ hat mit ihrer ersten Ausgabe schon mal gezeigt, dass sie eine ernstzunehmende Konkurrenz ist. Den Lacher des Sonntags haben sie jedenfalls schon mal auf sicher: Auf Seite 21 wird Ulrich Giezendanner zum neuen Schweizer Film "Tell" zitiert, der in vier Tagen ins Kino kommt: "Ich hab den Film zwar noch nicht gesehen, doch anhand der Werbung und der Inhalte ist für mich klar: Es handelt sich um eine rücksichtslose Verhunzung unseres Nationalhelden"
Jaja, immer diese vorgefertigten SVP-Meinungen ohne wirklich eine Ahnung zu haben. Der Politiker der am wenigsten im Parlamentssaal des Bundeshauses anzutreffen war und auch keine Ahnung hat worum es geht, ist übrigens auch ein SVPler... aber das steht in einer anderen Zeitung am Sonntag... der DRS3-Moderator hat sich jedenfalls köstlich amüsiert heute.

Freitag, 7. September 2007

FACTS lebt

Blickt man auf das Tun der Medienlandschaft der letzen Jahre zurück, so erkennt man vor allem das Hingehen zum Gratis-Content. "20 Minuten" und "heute", später "Daily Cash" sind nur die gedruckten Pendants zu den News-Seiten im Internet, wo man sich die Grundversorgung an Informationen ohne zu bezahlen holen kann.

Diese Entwicklung hat zur Folge, das die bezahlten Abonnemente ein Auslaufmodell sind. Dem "Blick" beispielsweise traue ich noch höchstens ein Jahr zu, dann wird er eingestellt, oder zur Gratis-Zeitung. Übrig bleiben werden moderne Verlagshäuser, die neben innovativen Auftritten im Netz, sich nebenher auch eine Printausgabe gönnen.

Seit dem Aus für das Magazin "FACTS" haben sich solche innovative Menschen daran gemacht, sich den Bekanntheitsgrad des Namens zu Nutze zu machen und haben im Internet eine News-Plattform unter dem Namen FACTS 2.0 geschaffen. Neu an der Seite soll sein, dass die Quellen der Neuigkeiten nicht nur Tageszeitungen sind, sondern auch das Schaffen der Blogger. Ähnlich wie bei Google lässt sich eine personalisierte News-Seite zusammenstellen, womit man den Überblick hat, was der Tagi, Blick, Yoda und Bloggingtom zu schreiben haben.

Die Seite steckt gewiss noch in den Kinderschuhen. Noch unpassend finde ich im Moment , dass News auch in englischer Sprache begegnen. Durch das Anpassen der eigenen Seite kann man zwar solche Inhalte bewusst ein- oder ausschliessen. Bei der Quellenwahl würde eine Unterteilung in Sprachen helfen, immerhin tragen Tags das Ihrige zur Entscheidungshilfe bei. Wichtigste Innovation bleibt aber: Traditionelle Pressetitel und Blogs werden gleich behandelt. Ein Schulterschluss, an den sich vor allem Journalisten erst noch gewöhnen müssen.

Unabhängig davon, hat sich der Verband Schweizer Presse (VSP) gestern bekannt gegeben, ebenfalls eine New-Seite "als Konkurrenz zu Google-News" auf die Beine zu stellen. Veröffentlich sollen dem Vernehmen nach aber nur Inhalte angeschlossener Verlagshäuser. Von Schulterschluss keine Spur und es wird zumindest interessant werden, welche Art von News-Schleuder sich zuletzt finanzieren und durchsetzen wird. Denn ähnlich der gedruckten Presse, werden unrentablen Seiten früher oder später wieder verschwinden.