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Donnerstag, 1. November 2007

Martina Hingis gedopt


Diese Meldung ist so übel, dass man nur noch darüber lachen kann. Martina Schnupfnase wurde in Wimbledon positiv auf Kokain getestet und verkündete nach gelungener - pardon - positiver B-Probe ihren sofortigen Rücktritt vom Spitzen... naja einfach vom Sport.

(Unser exklusives Bild zeigt Spürkatze "Schniffy" bei der Analyse der B-Probe)


Freitag, 21. September 2007

Blasen gegen Doping

Bald wird die Zeit vorbei sein, als man sich noch auf Petzer wie Jörg Jacksche verlassen musste, um den Dopingsündern auf die Schliche zu kommen. Die ETH Zürich entwickelt einen neuen Dopingtest, bei dem die Fahrer bei einer Kontrolle blasen müssen. Fast wie bei der Verkehrskontrolle.

Jacksche beichtete im Juni dieses Jahres beim "Spiegel" und endete sein Geständnis mit den Worten: «Es ist pervers, aber das Doping-System ist gerecht, weil alle dopen.». Will heissen, dass es eigentlich einfacher wäre, den wenigen "sauberen" Fahrern auch ein paar Substanzen zu spritzen. Die Forscher der ETH machen diesem Unterfangen jetzt aber einen dicken Strich durch die Rechnung. Künftig soll es möglich sein illegale Substanzen per Atemanalyse und sofort festzustellen.

Bis die Blaserei im Zielraum los geht, wird auch Jacksche wieder unterwegs sein. Für seine Petzerei ist er nämlich mit nur einem Jahr Sperre davon gekommen und will am Tour de France 08 wieder dabei sein. Dort kann es dann durchaus passieren, dass im ungünstigsten Fall ein Sieger noch während der Nationalhymne vom Treppchen gezerrt wird. Idealerweise passiert die Analyse aber elektronisch bei der Zieldurchfahrt und ein Richter schwenkt dann ein weisses Fähnchen, sobald der erste ungedopte Sportler durchfährt.

Inzwischen ist auch bekannt geworden, wer den Tour 2006 sicher nicht gewonnen hat: Floyd Landis. Ein amerikanisches Gericht hat den Amerikaner auch verurteilt und der darf jetzt zwei Jahre lang nicht Velofahren. Wenigstens ist er keine Petze. Der Rummel um das ewige Doping hat übrigens dazu geführt, das kaum einer von der Vuelta Notiz nimmt. Die drittgrösste Radrundfahrt geht dieser Tage zu Ende und wird angeführt von zwei Russen. Amüsant hierzu die Meldung von Focus online:

«Die beste Platzierung aus deutscher Sicht belegt auf dem 19. Rang der Schweizer Oliver Zaugg »

Egal, im Dopingsumpf sind alle gleich.

Weitere Beiträge zum TdF

Dienstag, 14. August 2007

Umfrage

Einer Umfrage ist, ähnlich wie bei Statistiken, nur dann zu trauen, wenn man sie selber veröffentlicht hat. Eine solche ist zum Beispiel die Umfrage unter französischen 11jährigen, die ergeben haben soll, dass 3 von 100 Kindern gedopt sind "um sportlicher zu werden". Der absolute Renner unter den jungen Sportskanonen seien Salbutamol (45 %), Steroide (10 %) und Cannabis (6 %).
Jetzt lassen sich diese Zahlen auslegen, wie man will. Zum einen kann man sagen, was für schlimme Eltern das sein müssen und wie man nur so kleine Kinder schon zu Doping verleiten kann. Dies war dann auch die Hauptaussage, die mit den Zahlen veröffentlicht wurde.

Bei genauerem Überlegen liegt das Alter der Urteilsfähigkeit ungefähr bei 12 Jahren. Das Beschaffen von solchen Mitteln scheint in diesem Alter eher schwierig bis unmöglich. Es ist auch nicht anzunehmen, dass 11jährige bei einer solchen Umfrage nicht übertreiben, denn- laut Umfrage - lügen 50% der Teilnehmenden bei Umfragen sowieso.
Salbutamol ist darüber hinaus in Medikamenten gegen Bronchitis enthalten, Steroide sind natürliche Stoffe und kommen zum Beispiel in Gallensäure vor. Oder noch simpler: als Vitamin D, welches der Körper aus Cholesterin herstellt und für die Hautfarbe verantwortlich ist. Spätestens bei Canabis wird jedem Lesr dann klar, dass es den Jungs nicht um Leistungsförderung geht.

Dass von den 3'500 befragten Kids tatsächlich 100 gedopt sind, ist also eher unwahrscheinlich und ich verlasse mich auch künftig nicht auf Zahlen, die uns Gegner von Kernkraftwerken, Kleeblattsystemen und Stadionneubauten unter die Nase halten. A propos Nase: Die einzig taugliche Umfrage ist die, der Fliegen auf dem Hundemist: Millionen Fliegen können sich nicht irren.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Wir sind alle gedopt!

Nun haben sie es also doch noch geschafft: Trotz treuherzigsten Beteuerungen, an diesem Tour de France ganz ganz sicher sauber zu fahren, hat es inzwischen drei Fahrer erwischt. Namhafte Fahrer. Solche die gekommen sind um gelegentlich etwas zu gewinnenen und deshalb damit rechnen mussten, auf Drogenkonsum untersucht zu werden.
Dieser Umstand legt die Vermutung nahe, dass es sich bei Radsportler um ziemliche Idioten handelt. Wie konnte sich ein Winokurow über seinen wundersamen Etappensieg überhaupt noch freuen, wo er doch genau gewusst hat, man würde ihn erwischen. Wie kann ein Rasmussen so dumm sein, trotz Verdächtigungen von allen Seiten als einziger den Anti-Doping-Fahrerstreik zu brechen und die Etappe dann auch noch zu gewinnen? Heute wurde er von seinem Team freiwillig aus dem Tour genommen. Dass es mit Moreni einen vergleichsweise kleinen Fisch erwischt hat lässt weiter erahnen, dass es auch einige Wasserträger gibt, die mit irgendeinem Gift unterwegs sind.

Weil Plan A (Säuberung des Sports) nicht funktioniert, muss jetzt halt Plan B greifen: Legalisierung des Dopings

Es ist und bleibt halt geil, wie sich die menschlichen Maschinen über die Pyrenäen schleppen. Rosa Brille anziehen und weitergucken. Ohne Chemie geht nichts mehr, da muss mir mindestens jeder Recht geben, der raucht, Bier trinkt, Kopfweh hat, Depressionen, zu dickes Blut, Reisefieber, Migräne oder Durchfall hat. In der Schweiz sind derzeit 6'394 Humanarzneimittel zugelassen, davon sind 1/6 rezeptfrei erhältlich. Im letzten Jahr wurden 187,6 Millionen Packungen Medikamente verkauft, das macht 24 Packungen pro Einwohner. Ein Tor, wer da anderen Dopingmissbrauch unterstellt! Wir sind nähmlich alle gedopt.

Gleichzeitig mit dieser Veröffentlichung fanden in Frankreich Razien bei allen DopingProfi-Teams statt, mit anschliessender Pressekonferenz. Was dabei raus kam entzieht sich meiner Kenntnis. Gesagt hat nur einer was - Rasmussen:
"Stimmt, ich wurde von den frustrierten Zuschauern ausgepfiffen. Nachdem das gestern mit Vino passiert ist, lassen sie es an mir raus, jetzt wo er nicht mehr da ist. Das einzig Positive, was ich im Fall Winokurow sehe ist, dass das Kontroll-System greift. Ich möchte anfügen, dass ich seit Tourbeginn 14 negative Kontrollen überstanden habe. Jetzt will ich das Maillot Jeaune nach Paris fahren" - Sechs Stunden später nahm Radobank den Tourleader aus dem Rennen.

Zuletzt noch ein Blick in die Presse von heute Morgen Donnerstag, 26. Juli. Nur noch im Land von "Dottor Epo" Michele Ferrari - wen wunderts - glaubt an den sauberen Sport:

Frankreich, Le Figaro: Rasmussen lässt zu viele Fragen unbeantwortet. Der Träger des Gelben Trikots hat versucht, sich zu rechtfertigen. Ohne zu überzeugen.

Le Parisien: Die 1903 geschaffene Tour de France hat einen der härtesten Schläge ihrer Geschichte einstecken müssen. Der Winokurow-Skandal verwundet die Tour. Und außerdem ist der Träger des Gelben Trikots ein Lügner!

L´Équipe: Das Chaos.

Spanien, El País: Der Radsport befindet sich angesichts immer neuer Doping-Enthüllungen seit 15 Monaten ohnehin schon im Todeskampf. Nun hat er sich seinem endgültigen Grab einen Schritt weiter genähert.

El Mundo: Es ist genau das, was der Rundfahrt noch fehlte, um sich endgültig einem Desaster zu nähern.

Marca: Winokurow versetzt dem Radsport den Todesstoß.

England, Daily Telegraph: Winokurows Astana-Team zog sich umgehend von der Tour zurück und schürte damit weitere Spekulationen, dass auch andere aus der Mannschaft unter Verdacht stehen.

Russland, Kommersant: Bei der Tour de France hat das Doping gesiegt.

Italien, La Gazzetta dello Sport: Es ist eine gute Nachricht. Es ist keine Beerdigung. Der Radsport hat die Waffen, um Doping bekämpfen zu können. Der Radsport kann diese epochale Krise überwinden.

Il Tirreno: 2007 ist das Horrorjahr des Radsports.

Schweiz, Neue Zürcher Zeitung: Im Gegensatz zur Tour 2006 läuft die Tour 2007 nie Gefahr, dem Irrglauben der Sauberkeit zu unterliegen. (...) Es riecht sehr, sehr streng. Die Tour-Verantwortlichen indes wollen mit zugehaltener Nase ans Ziel nach Paris gelangen.

Tages-Anzeiger: Um den Toursieg kämpfen zwei Außerirdische mit getrübter Vergangenheit, die allein schon wegen der Leichtigkeit, mit der sie allen davonfahren, unter Dopingverdacht stehen.