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Montag, 20. April 2009

Live aus dem Weltall

Interessanter Einblick in die Arbeit der NASA-Menschen bietet ein direkt von der Weltraumbehörde gelieferter Live-Stream. Aktuell wird gerade das Hubble Teleskop repariert und erweitert. In den nächsten fünf Jahren soll das Guckloch faszinierende Bilder von bis heute noch unbekannten Galaxien liefern können.




Live-Übertragung (Quelle: NASA-TV)

Mittwoch, 10. September 2008

Der Teilchenbeschleuniger läuft

Noch alle da? Gut. In diesen Minuten wird in einer 27 Kilometer langen und 100 Milliarden teuren Röhre nämlich ein Teilchen beschleunigt. Dieses Teilchen wird dann später mit einem anderen Teilchen, das ebenfalls beschleunigt wird, zur Kollision gebracht - was den Urknall auslösen, oder wenigstens nachahmen soll. Die Frage ist nur: Wozu?

Der Urknall-Klon findet erst in ein paar Wochen statt, heute um 09.30 Uhr wird, oder wurde erst ein einzelnes Teilchen frei gelassen. Dennoch sind Skeptiker nervös. Es gibt schon Filme darüber, was bei einem unabsichtlichen Freikommen des Teilchens passieren könnte: Wir bewegen uns in einer Endlosschlaufe und erleben den selben Tag immer wieder. Wie Bill Murray in "Täglich grüsst das Murmeltier" - In unserem Fall kämen wir wohl erst wieder aus der Schlaufe, wenn die Menschheit vernünftig wird. Also gar nie.

Noch schlimmer wird's, wenn dereinst die Teilchen aufeinander los gelassen werden und dabei etwas schief geht. Der Knall verursache ein Schwarzes Loch - darin sind sich Befürworter und Gegner des Experiments noch einig. Dieses Schwarze Loch wird nach Meinung der Endzeitpropheten die ganze Erde verschlingen und vermutlich auch das ganze Universum - das werden wir dann allerdings nicht mehr mitbekommen.
In der Nähe von Genf, wo Professoren und Akademiker im CERN das Experiment seit Jahren vorbereiten, glauben aber alle an den Nutzen der zu erwartenden Erkenntnissen. Man verspricht sich, das "Higgs" zu finden, ein Teilchen das kleiner als ein Atom ist, um damit Fortschritte in Mini-Technologien zu erzielen, für die unser Schul-Mikroskop längst nicht mehr ausreicht.

So viel Aufwand, für ein allerwinzigstes Teilchen? Milliarden von Franken, die man gegen die Bekämpfung des Welthngers gut hätte gebrauchen können? Nur um zwei blöde Miniteilchen aufeinander zu schiessen? Was soll mir das bringen? Muss ich nachher weniger Steuern zahlen? So faszinierend die Welt der Forschung sein mag, so schwer verständlich ist der Nutzen dieses sehr teuren Experiments. Ich habe gelernt, dass man sein Zimmer zuerst aufräumen muss, bevor man neue Spielsachen hervorkramt. Und das Spielzimmer "Erde" ist im Vergleich zu diesem Teilchenbeschleuniger-Dingsbums ein ziemliches Chaos.

Vielleicht gar nicht so schlimm, wenn die Welt bald einmal untergeht. Erste Gelegenheit, heute in der Znüni-Pause. Falls die schon durch ist, wenn Ihr das liest, ist nichts Schlimmes passiert und der nächste Blogeintrag zu diesem Thema kommt Live aus dem CERN in Genf.

Teilchen-Tagebuch
Gefahren-Video

Sonntag, 8. Juni 2008

Hilfe, mein Sperma ist langsam!

Im Vergleich zu einem Liter Benzin (CHF 1,90), oder einem Deziliter Kaffee (CHF 34,00/l) wird bei der Milch (CHF 1,45) ein Kasperlitheater veranstaltet, obwohl es bei der Milch ja eigentlich nur um die Exsistenzsicherung der Milchbauern geht und nicht um grenzenlose Gewinnoptimierung.

Dabei scheint Milch eine der tödlichsten Seuchen in der Geschichte der Menschheit zu sein. Esuterio, ein "Projekt, welches zur allgemeinen Aufklärung aller Menschen beitragen soll" klassifiziert Milch jedenfalls gefährlicher ein, als Dioxin. Rot eingefärbt, die haarsträubensten Risiken, denen Milchtrinker laut Esuterio ausgesetzt sind:
"Nebenwirkungen vom Milchkonsum
  • Pickel und andere Verunreinigungen der Haut
  • Asthma
  • Verkalkung der Arterien und somit erhöhtes Risiko für Herzinfarkte
  • Krebs, besonders Eierstock- und Prostatakrebs
  • Allergien; Milch ist der Hauptverursacher von Allergien, sie verursacht so genannte Sekundärallergien, also Allergien gegen andere Lebensmittel.
  • Neurodermitis
  • Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ 1 (wird ausschließlich von Milch und seinen Produkten verursacht) und Leukämie.
  • Schwächt das Immunsystem, macht anfällig für Virusinfektionen.
  • Unfruchtbarkeit, 25% der westlichen Frauen haben aufgrund von Milch Probleme schwanger zu werden.
  • Verkrüppelt Spermien, verlangsamt sie auf ein Drittel und reduziert die Produktion selbiger auf ein Drittel.
  • Durchfall und Darmschäden (für Völker die nicht von Europäern abstammen also nicht über Generationen an Milchzucker gewohnt sind). Dunkelhäutige und Asiaten, weisen ohne Milchverzehr ein vergleichsweise besseres Immunsystem auf.
  • Verstopfung (für Völker europäischer Abstammung, welche seit Generationen an Milchzucker gewöhnt sind). Von Geburt an ein schwächeres Immunsystem durch generationenlangen Milchkonsum.
  • Multiple Sklerose, Osteoporose und andere Knochenprobleme
  • Kalzium- und Eisenmangel"
Milch verursacht MS, Krebs und Leukämie? Hallooooo?

Wir sind alle dem Tode geweiht! Wenn nicht durch einen natürlichen, dann eben durch einen milchverseuchten, der uns die letzten Kalziumreserven aufgefressen hat. Ich will nicht wissen, wie man herausfindet, dass Milch zu Problemen beim Schwangerwerden führt. Und ich will auch nicht wissen, warum noch nie ein Wissenschaftler herausgefunden hat, dass Milch tödlich ist! Ich glaube Esuterio das jetzt einfach mal und reduziere unseren familiären Milchkonsum von 20 auf 18 Liter pro Woche, damit die generationenlange Immunschwächung endlich ein Ende nimmt und mein Sperma endlich wieder etwas schneller wird und ich nicht ständig an Durchfall und Verstopfung gleichzeitig leide...

Hier der ganze Schrott
. Ein Besuch lohnt sich aber nicht...

Donnerstag, 5. Juni 2008

Der Weltuntergang

Alles halb so schlimm! Die technische Panne im slowenischen Atomkraftwerk Krsko war gar keine und der europaweite Alarm wurde irrtümlich ausgelöst. Kann schon mal passieren.

Tatsache ist, dass im Atomkraftwerk der Super-GAU ausgelöst wurde und die ganze Menschheit drauf gegangen ist. Wir erinnern uns nur nicht mehr daran, weil im CERN zu Genf gleichzeitig der Teilchenbeschleuniger in Betrieb genommen wurde und durch die künstliche Erschaffung eines Schwarzen Lochs die Welt einen Zeitsprung rückwärts gemacht hat und die Katastrohe abgewendet werden konnte.
Verstehen tut das nur, wer Star Trek schaut, oder schon mal in einem Nexus gewesen ist und sich mit James T. Kirk darüber unterhalten konnte.

Oder man hat sich gestern die ZDF-Sendung "Abenteuer Wissen" angeschaut, die über die 27 Kilometer lange unterirdische Röhre berichtet hat. Bis gestern wusste ich noch nicht einmal, dass in der Schweiz so ein Ding vergraben ist. Die ganze Technik darin ist beeindruckend: Kernstück der Anlage ist der LHC - der Large Hadron Collider, ein gigantischer Teilchenbeschleuniger. 10'000 Wissenschaftler sind mit dem Forschungszentrum CERN vernetzt, das Technik im Wert von mehreren Billionen Dollar nutzt.

Der ganze Aufwand dient allerdings nicht der Milderung des Welthungers, sondern trägt durch die versehentliche Freisetzung von Schwarzen Löchern der kompletten Zerstörung der Welt bei. Sagen zumindest die Kritiker. Die Forscher dagegen erhoffen sich durch den atomaren Beschuss in der Röhre, die Entdeckung des Higgs-Teilchens, das kleiner als ein Atom sein soll.

Der Film ist beeindrucken! Obwohl nicht ganz klar ist, wofür wir das Higgs-Teilchen je brauchen werden. Die exklusiven Bilder aus dem unterirdischen Irrgarten lassen unsereiner bis zuletzt rätseln, warum für ein so kleines Teilchen ein so enormer Aufwand betrieben wird. Bis spätestens Ende Jahr werden wir es wissen, der Countdown für den nuklearen Beschuss läuft nämlich bereits und vielleicht finden wir uns bald wieder... in einem Schwarzen Loch - Ich wollte schon immer mal wissen, wie es da drin aussieht.

ZDF: Mehr Informationen zur Sendung
Bild: Das Tor zum Teilchenbeschleuniger. Die rote Panzerung ist so schwer wie der Eiffelturm.
Blogs: Peinlich, Peinlich




Dienstag, 27. Mai 2008

680 Millionen Kilometer

Vor genau einem Jahr wurde die 270 Millionen Dollar schwere Sonde "Phoenix" in Cape Canaveral zusammengebaut und in eine Rakete gepackt, von wo sie Anfang August des letzten Jahres ins All geschossen wurde. Inzwischen hat Phoenix eine in zweierlei Hinsicht lange Reise hinter sich: Nach 680'000'000 Kilometern und einer Reisezeit von acht Monaten ist die kleine Sonde in der gigantischen Wüste auf dem Mars einsam gelandet.
Marsmenschen werden auch diesmal keine da sein, dagegen erhofft man sich durch Bohrungen im Nordpol Anzeichen auf Lebensformen zu finden. Diese sollen Aufschluss geben, ob und welche Lebensformen auf dem Mars gelebt haben. Die äusserlichen Bedingungen sind für Leben nämlich ganz passabel. Die Temperaturen schwanken zwischen +40 und -270 Grad Celsius, also ungefähr wie in der Schweiz. Etwas ungemütlich wirds erst, wenn der Sturm kommt! Diese gigantischen Stürme dauern manchmal mehrere Monate.

Faszinierend: Sonnenaufgang auf dem Mars.

Dass Phoenix in einen solchen Sturm geraten könnte, wurde beim zwölften Versuch, den Mars zu ergründen in Kauf genommen. Auch dass bei der Landung auf den letzten paar Metern etwas schief gehen könnte, oder der Roboter über einen Stein stolpert und sofort ausser Funktion gerät. Bisher gelang es übrigens ausschliesslich den Amerikanern, Marsreisen erfolgreich zu gestalten. Russische Projekte scheiterten nicht selten schon beim Abflug auf der Erde.

Die Freude bei den Nasa-Menschen war denn auch gross, als Phoenix die ersten Bilder vom Mars sendete. Man wolle irgendwann den Mars besiedeln, oder wenigstens eine bemannte Sonde dorthin schicken, so die grossen Töne aus Texas... Gespannt darf man aber vorerst mal auf die Proben sein, die der kleine Roboter auf dem Mars sammelt und selbstständig analysiert. Wir auf der Erde sind einfach fasziniert, dass ein solches Projekt überhaupt möglich ist und begeistern uns ob den tollen Bildern, die Phoenix und seine Vorgänger vom Mars zu uns schicken. Hoffentlich kommen noch ganz viele solch tolle Bilder zu uns! Nach der ersten Nacht auf dem Mars berichtet die NASA jedenfalls, Phoenix sei in einem guten "Gesundheitszustand"

Die Bilder von der Landung:


































Hier noch das aktuelle Wetter auf dem Mars:






NASA's Phoenix im Netz, wo es auch Wissenswertes über vergangene und künftige Missionen gibt: http://www.nasa.gov/mission_pages/phoenix/main/

Dienstag, 18. März 2008

Rund, na und?

Zugegeben: ein, zwei Kilo zuviel hat ja jeder von uns. Dass man sich, je länger je mehr Kilo, heimlich dem Grundsatz der Relativierung hergibt, ist da nur eine Art natürliche Folge. Dieses so genannte Rund-na-und-Phänomen, schleicht aber manchmal dermassen heimlich, dass man oft erst bei einem bildlichen Vergleich über mehrere Jahre sieht, was sich da an überschüssigen Kurven heimlich angeschlichen hat. Und wer es dann immer noch nicht wahrhaben will, dem nützt vielleicht eine bildliche Parabel:

Donnerstag, 30. August 2007

Meerigelschweinchen

Heute machen wir mal einen Ausflug in die Botanik. Meerigelschweinchen sind kleine, putzige Tierchen, denen man zwar ansieht, dass sie klein und putzig sind, aber ganz anders sein können, wenn sie wollen. Nein, hier geht es nicht um Ehepartner, sondern um kleine, putzige Tierchen.

verschmelzt, daraufhin mutiert und schliesslich entstand George W. Bush Über die Herkunft teilt sich der Glauben der Wissenschaft. Amerikanische Journalisten publizierten in der Fachzeitschrift TIME die Theorie eines Wetterballons. Dies widerspricht aber der Aussage von Schweizer Touristen, die in einem ausnahmikstanesischen Atoll, Zeugen nuklearer Versuche wurden. Die Gene der dort ansässigen Riesenmeerschweinchen seien bei der Kernschmelze mit den Genen der von Touristen zufällig mitgebrachten Hausigel diese putzige Tierart - so die offizielle Mitteilung der US-Behörden.

Meerigelschweinchen gehören zur Gruppe der Nutztiere und können sowohl als Lasttier, wie auch als Weihnachtsbraten eingesetzt werden. Bei letzterem haben die entzückenden Tierchen zwar den Vorteil, dass man nicht an die Zahnstocher denken muss, für Kinder ist bei deren Anblick dann aber Weihnachten schnell mal vorbei.

Physiologie

Meerigelschweinchen besitzen in ihrer ursprünglichen Form vermutlich 124 Stockzähne. Der eingesetzte Paradentologe kam beim Nachzählen leider durch einen Meerigelschweinchenbiss um. Sicher ist, dass die Viecher zwei lange Schaufelzähne haben. Diese wurden in der Vergangenheit wegen dem vielen weichen Tsunami-Schwemmholz länger und länger, weshalb sie von der restlichen Tierwelt auch mal neckisch Hasenfresse abstammen. Die fusionierte Rasse hat also keinen wirklichen Vorgänger und ist weder noch genannt werden. Die Ironie an der Sache ist, dass Meerschweinchen tatsächlich vom Hasen, Igel aber vom ElefantenFischVogel. Wild lebende Tiere, die bis 6,5m lang werden können, aber meistens schon vorher von Eingeborenen verfüttert werden, würden einen Winterschlaf machen, wenn in Südostasien auch zwischendurch mal Winter wäre. Eingeführte Hausmeerigelschweinchen erleben im deutschsprachigen Raum denn auch eine Art Anachronismus und pennen bei kühlen Temperaturen sofort ein. Also eigentlich immer.

Etymologie


Der ursprüngliche Name "Elefantenampelbartkriechwurm" stammt aus Absurdistan und wird dort "ةيبرعلاعربيةالة لعربة" geschrieben, was in der Westlichen Welt zu einem Durcheinander führte. Dies gipfelte darin, dass Google seither das ganze Internet verkehrt rum anzeigt (siehe hier). Später einigte man sich auf Meerigelschweinchen, dessen englische Schreibweise Guineapighedgehog wirklich viel leichter über die Lippen geht. Der Versuch die Mehrzwecktierchen in "Benediktianerchen" umzutaufen scheiterte am Veto des Vatikans, Meerigelschweinchen seien gar keine richtige Tiere.

Verbreitung und Fortpflanzung

Wie sich die Tiere fortpflanzen ist bislang unbekannt. Forscher vermuten eine nukleare Klonisierung. Laut genauen Schätzungen leben derzeit präzis mehr als rund 664'562 Meerigelschweinchen auf diesem Planeten. Nach einem geheimen Bericht der NSA kontrollieren sich die Tierchen selber und planen gegen Mitte des 21. Jahrhunderts die Weltherrschaft zu übernehmen. Hierfür spricht, dass sich die Stacheltiere mehr schlecht als recht zu tarnen versuchen (Bild 2). Hin und wieder sind auch Anzeichen ihres geheimen Trainings zu finden (Bild 3). Nicht so einleuchtend ist, wie dieser Bericht geheim sein kann, wo Stupidedia ja schon längstens Bescheid weiss.

Die Mehrzahl der Schnuckeltierchen wohnt in Bikini Bottom, Nimmernimmerland, Takatukaland, und vereinzelt auch Weit Weit Weg. Sie werden von Terrouristen heimlich nach Europa importiert und wenn sie zu gross werden um sie in der Badewanne zu halten, werden sie in stillgelegten Industriequartieren wieder ausgesetzt. Dort rotten sich die Tiere zu Gangs zusammen und bevölkern die Kanalisationen, von wo aus sie die Weltherrschaft anstreben wollen.

Schlussbilanz

Meerigelschweinchen sind grundsätzlich süss, niedlich, zutraulich, herzerallerliebst und schnuckelig. Bei Laborversuchen haben aber elf von 100 Kindern Stichverletzungen beim Kuscheln erlitten, einige klagten über massiven Blutverlust. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei zwei der Versuchstieren aber um Vampirschneeigeltapser, die dem Meerigelschweinchen sehr ähnlich sind. Die Mehrzahl der Kinder, die noch was dazu sagen konnten, beschrieben die Tiere aber als ihre neuen besten Freunde und ob es hier im Dorf eigentlich einen Laden für nukleare Waffen gäbe. In Anbetracht ihrer Machtlust sind Meerigelschweinchen aber mit Vorsicht zu geniessen, ausser sie liegen als Schnitzel auf einem Teller an einer feinen Sauce Bernoise und mit einer bunten Auswahl Gemüse garniert. Im Bierteig schmecken sie übrigens besonders gut. Neben wissenschaftlich hochwertiger Literatur, sind auch weniger ernst zu nehmende Bücher erschienen, wie zum Beispiel Dieter Bohlens Autobiografie, oder das Telefonbuch. Im folgenden Abschnitt die wichtigsten Ausgaben, die in keiner Küche keiner Altpapiersammlung keinem Büchergestell fehlen dürfen.

Mit diesem Beitrag habe ich bei Stupidedia am 3. Contest teilgenommen. Weitere Artikel von mir, die auch im Goggiblog erschienen sind: Ausnahme, Nummer, Früher, Aarau, Frust, Idioten Teil 1 und Teil 2

Dienstag, 14. August 2007

Umfrage

Einer Umfrage ist, ähnlich wie bei Statistiken, nur dann zu trauen, wenn man sie selber veröffentlicht hat. Eine solche ist zum Beispiel die Umfrage unter französischen 11jährigen, die ergeben haben soll, dass 3 von 100 Kindern gedopt sind "um sportlicher zu werden". Der absolute Renner unter den jungen Sportskanonen seien Salbutamol (45 %), Steroide (10 %) und Cannabis (6 %).
Jetzt lassen sich diese Zahlen auslegen, wie man will. Zum einen kann man sagen, was für schlimme Eltern das sein müssen und wie man nur so kleine Kinder schon zu Doping verleiten kann. Dies war dann auch die Hauptaussage, die mit den Zahlen veröffentlicht wurde.

Bei genauerem Überlegen liegt das Alter der Urteilsfähigkeit ungefähr bei 12 Jahren. Das Beschaffen von solchen Mitteln scheint in diesem Alter eher schwierig bis unmöglich. Es ist auch nicht anzunehmen, dass 11jährige bei einer solchen Umfrage nicht übertreiben, denn- laut Umfrage - lügen 50% der Teilnehmenden bei Umfragen sowieso.
Salbutamol ist darüber hinaus in Medikamenten gegen Bronchitis enthalten, Steroide sind natürliche Stoffe und kommen zum Beispiel in Gallensäure vor. Oder noch simpler: als Vitamin D, welches der Körper aus Cholesterin herstellt und für die Hautfarbe verantwortlich ist. Spätestens bei Canabis wird jedem Lesr dann klar, dass es den Jungs nicht um Leistungsförderung geht.

Dass von den 3'500 befragten Kids tatsächlich 100 gedopt sind, ist also eher unwahrscheinlich und ich verlasse mich auch künftig nicht auf Zahlen, die uns Gegner von Kernkraftwerken, Kleeblattsystemen und Stadionneubauten unter die Nase halten. A propos Nase: Die einzig taugliche Umfrage ist die, der Fliegen auf dem Hundemist: Millionen Fliegen können sich nicht irren.

Freitag, 27. Juli 2007

Früher war alles besser

Dem Begriff "Früher" stellt das Volksdenken immer gleich ein "war alles besser" hinterher, wahrscheinlich, weil früher alles viel besser war.

Zum Beispiel konnte man gedankenlos in einen Apfel beissen und galt dann als gesund, während heute die Multivitamin-Aktivit-Plus-Konzentrate nur noch bei Unempfindlichkeit auf Glukoseemulatoren und E 301 trinkbar sind. Ähnlich wie Käse nur dann noch geniessbar ist, wenn er aus reinster Kuhmilch gewonnen wird. Als ob je ein Käse aus explizit unreiner Kuhmilch hergestellt würde.

I. Früher

Früher ass man das Marmeladenbrot auch dann noch, wenn es auf den Küchenboden fiel, der natürlich nicht mit einem Molekülstaubfilterfeuchtluftmikropartikelstaubsauger gereinigt wurde, sondern mit einem Wischmop. Und zwar vor drei Wochen. Früher gab es auch noch keine Sicherheitsverschlüsse an Arzneimittelfläschchen und die Colaflasche wurde hemmungslos weitergereicht. Und ist je jemand daran gestorben? Heute scheitert dieses Unterfangen natürlich daran, weil der Durchschnittsmensch kaum noch jemandem begegnet, dem er die Colaflasche weiterreichen könnte. Oder dann höchstens virtuell, aber beim einzigen Versuch war dann die Telefonbuchse so verklebt, dass sich der Swisscom-Techniker, weiss der Geier was gedacht haben muss. Früher spielte man nicht online Star Fleet Commander 17, oder beschäftigte sich mit dem Verfassen von Blog-Einträgen, nein! Früher hatte man Spielsachen aus Holz und sammelte aus purer Freude Rossballen auf, die man dann Grossmutter als Dünger für die Rosen verkaufte. Oder man legte der Lehrerin aus Jux einen Reissnagel auf den Stuhl. Die hat das dann zwar gemerkt und es gab tüchtig eins auf die Finger. Im Gegensatz zu Früher werden aber heute eher psychologische und massiv drakonischere Strafen vollzogen. 10-jährigen wird zum Beispiel das Handy weggenommen. Und das für die ganze Dauer der Physik-Stunde.

Man stelle sich das mal vor! Zustände wie im Mittelalter!

Ganz zu Schweigen von den tempolimitlosen Autobahnen, die man selbstverständlich ohne Sicherheitsgurte bewältigen konnte. Auch Möbel ohne Sicherheitgummi und Sex sowieso mit ohne Gummi galten nicht als vordringlich lebensbedrohlich. Auch weg-bleiben-bis-nach-Mitternacht lag selbst für pupertierende Teenies in kurzen Minis noch bedenkenlos drin und Fussballspielen ohne Stulpen, sowie Rollschuhfahren ohne Ellenbogen- Knie- Handflächeninnenseite- und Kopfschutz gehörte früher zum guten Ton.

Ausserdem war früher die Musik besser.


II. Noch früher

Noch früher wäre günstig gewesen, wenn nach dem Verschlafen nicht auch noch der Bus vor der Nase wegfahren würde und seit gestern erst noch der 2-Stunden-Taktfahrplan gelten würde. Noch früher, so lässt eine Schlussfolgerung aus dem ersten Abschnitt dieses Artikels zu, war alles noch besser. Stimmt das? Telefonieren musste man zwar noch aus der Telefonkabine. Für Bier aber gab es keine Altersbeschränkung und im Dorfladen reichte auch für den leckeren 48-Prozenter ein treuherziger Blick zur Kassiererin, Vati hätte einen geschickt. Oder Mutti, aber die musste eher bei den Zigaretten herhalten. Zigaretten, die übrigens 2 Franken 50 pro Päckchen kosteten und nicht etwa das Doppelte und erst noch in Euro.

Nun gut, alles war noch früher auch nicht gut. Man stellte Wände quer durch Weltmetropolen, lies Kernkraftwerke explodieren, statt dass man sie umständlich herunterfahren musste. Seveso galt in Italien als touristische Attraktion und Chemieunfälle ereigneten sich noch in Schweizerhalle und nicht etwa in China.

III. Ganz früher

Und zu guter Letzt, sei auch noch die Zeit vor unserem Denken erwähnt. Nein, nicht die Zeit vor dem verschlafen, eingebettet im kuscheligen Schlafgemach, wo doch der Bus in 4 Minuten fährt. Auch nicht die durchzechte Nacht, die erst 2 Stunden zuvor ihr Ende fand, soll hier mit "ganz früher" Erwähnung finden, obwohl das Erinnerungsvermögen bei vielen Menschen tatsächlich schon da endet. Gemeint ist das gute alte Mittelalter, als es noch keine Frauenquoten in Parlamenten gab und schon gar keine Frauenparteien, sondern nur Hexen, die gelegentlich auf Scheiterhaufen angezündet werden mussten. Das waren noch Zeiten! Es gab weder Fernseher, noch Game Boys, Vibratoren oder Kochherde. Klimaerwärmung gab es zwar auch schon und das Ozonloch ebenfalls. Nur wusste niemand davon. Trotzdem überlebten man auch damals, wenngleich die Ausbildung kurz nach dem 1x1 wegen eines Bürgerkrieges oder einer kleinen Pest schon mal ein bisschen früher fertig war und irgendwer musste schliesslich den Acker bewirtschaften und in der Kohlemine arbeiten. Wofür sonst hätte man sich früher denn Kinder anschaffen sollen? Komischerweise lebten die allerhellsten Köpfe dieser Welt auch vorallem "früher", was uns zurück in unsere Zeit bringt und die Frage aufwirft, wo bei dem technischen Schnickschnack heutzutage all die proporzional im Verhältnis schlaueren Köpfe alle geblieben sind. Vermutlich haben sie Zeitmaschinen gebaut und sich nach "Früher" verzogen.


IV. Hat "Früher" noch eine Zukunft?

Blöde Frage.


V. Bekannte Zitate

"Früher war alles besser" (alle, in jedem Zusammenhang)

"Wer früher stirbt, ist länger tot" (George W. Bush bei der Rechtfertigung seines Projekts "Guantanamo")

"Früher über dem Berg" (eigentlich ein Schreibfehler von Reinhold Messner, wurde später in ein Selbsthilferatgeber für Depressive umgeschrieben)

"Früher war es Fussball" (Analyse von FCB-Trainer Christian Gross, am 13. Mai 2006 nach dem Spiel gegen den FCZ)
"Je früher desto besser" (irreführender Titel in der Bravo-Aufklärungsseite zum Thema "Kommen" (1979), an den sich aber immernoch 90% der Männer halten)

"Der Mars war früher wie die Erde" (Prof. Dr. Heinze vom geologischen Institut mit düsteren Aussichten für unsere Spezies)

"Früher oder später" (Noch einmal Christian Gross, diesmal mit absurden Zukunftsvisionen)

"Schatz, ich komme früher nach Hause" (eheliche Drohung aus dem Büro, 14.45 Uhr)

"Schatz, ich bin früher zu Hause" (eheliche Drohung vor Ort, 14.45 Uhr und letztlich Scheidungsgrund Nr.1, weil kein passender Schrank im Schlafzimmer steht)

"Wie früher" (FC Luzern-Fan nach dem Wiederaufstieg in die Chellenge League 2009)

"Fryyener" (baseldeutsches Sprichwort)



Diesen Artikel habe ich für Stupidedia, die Enzyklopedie ohne Sinn geschrieben.

Samstag, 21. Juli 2007

Der Mann ohne Hirn

Nein, das ist kein Rundumschlag gegen Politiker, auch fällt mir nicht auf Anhieb Homer Simpson ein und es geht auch nicht um grüne Männchen.
Den Mann ohne Hirn gibt es tatsächlich! Der 44-jährige Franzose dem eine Hohlbirne diagnostiziert wurde, hatte ursprünglich die Absicht sein Bein zu behandeln, als die durchgeführte Kernspintomografie den leeren Raum sichtbar machte. Der kleine Klumpen Hirn, der dem zweifachen Vater dennoch ein geregeltes Leben ermöglicht, klebt an der Schädelwand.

Ob es sich dabei um eine Sommerloch-Ente der Zeitung Die Welt handelt weiss man nicht so genau. So steht in einem anderen Artikel der gleichen Zeitung, das menschliche Hirn sei schon 500 Millionen Jahre alt und stamme von einem Regenwurm ab. Und Halluzinationen sind das Ergebnis überforderter Gedächtnisse, die sich gerade am Erholen sind.

Bei so viel Wissenschaft muss ich mir eine kleine Denkpause gönnen. Zum Beispiel: Sich langsam einstimmen auf Fussball. Oder besser: Auf die Simpsons. Am besten auf dem Bett liegend, bei offener Sitzplatztür dem Gewitterregen lauschend. Und ich träume: Nur noch 5 Tage!

Die Alte Garde geht am Donnerstag ins Kino.