Dienstag, 14. Oktober 2008

Windows 7 ist Windows 7

Eigenartige Zähl- und Erklärungsweise bei Microsoft: Die Endversion des bis im Jahre 2010 erwarteten Nachfolgers des Betriebssystems "Vista" soll den Entwicklernamen beibehalten und auch dannzumal "Windows 7" heissen. Dies verlautbarte Mike Nash, der Microsoft Corporate Vice President Windows Product Management, im offiziellen Vista-Blog (inoffizielles deutsches Blog hier). Der Grund dafür sei, dass das neue Betriebssystem durch Einfachheit glänzen will und es das siebte Release in der Windows-Familie sein soll. Eine Begründung die verwirrt, kennen wir neben dem ungeliebten Vista, Fenster mit den Zusätzen 2.0, 3.0, 95, 98, XP, NT, 2000, Millenium, oder ME - also weit mehr als sechs Vorgänger.

Hoffen wir, dass bei der Programmierung von Windows 7 genauer gerechnet wird und die grossen Versprechungen auch gehalten werden. So sollen Vista-Anwendungen auch unter der Sieben laufen, was noch beim Wechsel von XP zu Vista zu Komplikationen geführt hatte.
Touch-Screens sollen genau so möglich sein, wie die Einbindung virtueller Laufwerke. Überhaupt soll der PC nur noch ausführende Maschine sein. Applikationen - etwa ein Word oder Excel - werden nicht mehr installiert, sondern online ausgeführt und nach Anwendungshäufigkeit bezahlt, wenn sie dann etwas kosten.

Verantwortlich für die Entwicklung von Windows 7 ist Steven Sinofsky, der lange Zeit die Office-Sparte bei Microsoft betreute und als eine der wenigen Erfolgsgeschichten gilt, die Microsoft in jüngster Vergangenheit schreiben konnte.
Bis dahin schleppen wir halt das beim Kaufen eines PC's vorinstallierte Vista herum. Wer (wie ich) keine Lust hat XP zurückzuspielen, sollte in Vista zumindest den Aero-Schnickschnack wegmachen und auf Uhren, Wetter und Zitate des Tages auf dem Dektop verzichten. Eine Anleitung wie das geht, hat Microsoft selber veröffentlicht...

Freitag, 10. Oktober 2008

Burma - ein Jahr danach

Noch etwas Ferienlektüre gefällig? Vor genau einem Jahr erschien im Goggiblog unten stehender Artikel. Meine Befürchtung war schon damals, dass in einem Jahr niemend mehr über Burma schreiben wird, geschweige denn, sich über die heute noch andauernden Missstände öffentlich aufregt. Das Schlimmste aber ist, dass ich in einem Punkt nach wie vor recht habe, wofür ich vielerorts als Verräter einer guten Sache galt: Burma war ein Hype und musste für die Umsatzsteigerung hisiger Medien herhalten.

Artikel vom 11. Oktober 2007:

Wenn man nichts hört, ist alles in Ordnung. Nach diesem Grundsatz richtet sich nicht nur die Kommunikation im erweiterten Verwandtschaftskreis, dieses Motto gilt für alles in der Welt. Zum Beispiel Burma. Und wenn mal einer sagt, man dürfe nicht vergessen, so dient das vor allem der eigenen Gewissensberuhigung, aber bestimmt nicht dem Weltfrieden.

Ich habe die "free-burma"-Aktion in den Blogs dieser Welt als Hype bezeichnet. Und behauptete, nur zwei Tage nach der Aktion würde kaum noch einer, weder über die Aktion, noch über Burma berichten. Ich musste mir Schelte anhören und in Steini's Garten werde ich immer noch zu Unrecht als "Schulterklopfer" eines Rechtsradikalen bezeichnet.

Das düstere Fazit: Leider hatte ich recht.

Gestern Mittwoch schaffte es gerade noch ein einziger Bericht in die Schweizer Blogs. Darin ging eine junge Dame der Frage nach, warum Burma nicht Myanmar genannt werde. In den letzten vier Tagen erschienen darüber hinaus zwei Lobeshymnen auf die gelungene Aktion und zwei Hinweise, dass fast alle Reiseveranstalter nicht mehr davon abraten nach Burma zu reisen. Rambo 4 war auch noch ein Thema: Der neuste Streifen mit Sylvester Stallone handelt doch tatsächlich in Burma. Einzig bei Beat's Blogbox, Blogging Tom, Kreidebleich, Lupe, monsieur fischer und im müllerzimmermann blog erschienen Updates über die Geschehnisse in Burma und liessen in den Zusammenfassungen auch Kritik zu. Vielen Dank an dieser Stelle auch an jene, die sich an der Diskussion in diesem Blog beteiligt haben.

Auch die Tagespresse ignoriert den Fall Burma so gut es geht. Zum einen lassen sich Informationen über die Krise viel schlechter besorgen (und verkaufen), als etwa Rufschädigende Geheimnisse über alle möglichen Nationalratskandidaten. Zum anderen interessiert es die Öffentlichkeit schlicht nicht mehr. Man reagiert zwar betroffen wenn jemand danach fragt, aber man hat hier so seine eigene Probleme und Burma ist 2 Millionen Lichtjahre weit weg. Das grössere Problem scheint zu sein, dass ja keine Reisen nach Myanmar anulliert werden. Der Reiseveranstalter Tourasia hat sogar erklärt, dass das Bereisen des Landes uneingeschränkt möglich sei - Eine Meldung die inzwischen wieder entfernt wurde.

Da nützte auch die aufgeregte Erzählung von Christine Zapka im ZDF nichts ("heute nacht", DO 00:10 Uhr). Zapka berichtete von den nach wie vor sehr schlimmen Zuständen; der Manipulation der Presse durch das Regime; und dass Bürger, die nicht an einer Pro-Militärischen Demo teilnehmen würden, eine Busse von umgerechnet 7 Euro bezahlen müssen - in Burma ein Vermögen.

Es gibt noch ein zweites Fazit: Wir können absolut nichts tun. - Ja natürlich: auf die Zustände aufmerksam machen. Glaubt mir, davon wissen nun wirklich alle. Aber die Olympischen Spiele in China werden trotzdem stattfinden. Und Rubine aus Burma legen an Wert eher noch zu.

Das mulmige Gefühl, die Blog-Aktion diente also nur dem eigenen Promoting, bleibt. Wobei keiner ein schlechtes Gewissen haben muss, soviel habe ich dazu gelernt. Spätestens nicht bei der nächsten Meldung über Rekordgewinne bei Migros oder Coop. Dann denken wir einfach daran, wo die Spielsachen produziert werden, wie viel ein Südamerikanischer Kaffeebohnenpflücker verdient und ob das gebratene Tier auf dem Weihnachtstisch wohl tiergerecht gehalten wurde.

Der Profit der einen, ist immer der mehrfache Verlust für andere. Nach diesem Gesetz funktioniert die Wirtschaft schon seit der Steinzeit. Leider.

Bildlegende: 1 Hungersnot in Nordkorea (amnesty international) - 2 Vergewaltigungen in Sudan ( amnesty sudan) - 3 Behausung für zehn Menschen im Sudan ( - 4 Krieg in Afghanistan (

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Ferienstimmung

Wir haben hier ja derzeit nicht Vollbesetzung. Wo der Rest grad rumhängt, zeigen mir die beiden MMS-Bildchen.... grmpf.



Der Stoff aus dem der US-Präsident gemacht ist

TV-Debatte: Obama macht den besseren Eindruck

Auch an den TV-Geräten dieses Landes kann man die zweitletzte grosse Fernseh-Debatte vor den Präsidentschaftswahlen in den USA Live mitverfolgen. Wahlweise mit oder ohne überfordertem Dolmetscher.

Knipst man den Ton ab und lässt man die Bilder sprechen, scheint mir der Ausgang der Wahl eine klare Sache: Obama bewegt sich leicht über das Parkett. Was er da tut, schein er gern zu machen. Er spricht viel mehr mit dem Publikum, sucht den Augenkontakt und vermeidet suchende Blicke ins Nichts, was sein Kontrahend öfter macht. McCain sieht ein bisschen so aus, als ist ihm nicht wohl in seiner Haut, oder wenigstens bei dem was er sagt. Er schreibt sich viel auf, liest deutlich mehr ab als Obama und mein Eindruck den er hinterlässt, ist der eines Schülers, der sich schlecht auf seinen Vortrag vorbereitet hat.

Auch mit Ton, wirkt Obama sicherer. Er antwortet präzise auf Fragen und kennt sich mit der Materie aus, über die man von ihm Auskunft haben will und spricht immer wieder die Sicht des Mittelstandes an. McCain schweift aus, verlängert Sätze mit Füllwörtern, Seine Stimmlage ist erhöht, immer wieder sucht er nach beruhigenden Schlagwörtern wie "Vertrauen" und "das amerikanische Volk" usw. und bittet quasi für Verständnis, dass der Weltfrieden halt seinen Preis hat.

Gespannt darf man über die Reaktionen der Heerscharen von Experten sein, die sich heute Nacht vor den TV-Geräten vereint haben. Bei der letzten Debatte gingen die Interpretationen teilweise diametral auseinander: Während die SF-Tagesschau kurz nach dem Auftritt der beiden Kandidaten von einem ausgeglichenen Spielstand sprach, schrieben die Zeitungen später von einem klaren Punkte-Sieg Obamas. Ein Bild, das zahlreiche Umfragen bestätigten.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Heute Sex! Vielleicht...

Gefunden bei ultrafeel, eine genaue Beschreibung, wie bei allerbesten Voraussetzungen, wie Stimmung, Lust und passablem Partner, es heute abend doch noch zu Sex kommen kann. Bei genauer Einhaltung, kann nichts passieren!

Montag, 6. Oktober 2008

Grosser Bahnhof

Im wahrsten Sinne des Wortes, ist meine Lieblingsgemeinde Suhr ein einziger Bahnhof. Oder eine einzige Baustelle. Quer durch den östlichen Teil des Dorfes zieht sich eine kilometerlange Baustelle, bei der einerseits das bestehende SBB-Trassee abgebrochen, und zum anderen eine neue Schmalspurstrecke für die WSB (Wynen- und Suhrentalbahn, unser regionales "Trämmli") gebaut wird.

Der Bahnübergang auf der wichtigen Verbindung "Bernstrasse Ost" ist auf dem Bild rechts noch komplett gesperrt. Zu sehen ist, wie ein überdimensionaler Hammer ein Stück der Stahlwand im Boden versenkt. Ein Spektakel! Und die Wochenendbaustelle lockte unzählige Schaulustige an.

Die Behinderung war aber nur von relativ kurzer Dauer, denn die Bauarbeiten die den Durchgangsverkehr behindern, wurden an einem einzigen Wochenende durchgeführt. Wie wichtig die Strecke ist, sieht man daran, dass für die Umfahrung der gesperrten Strecke ein Umweg von 5 Kilometern nötig war. Täglich passieren diese Stelle mindestens 8'000 Fahrzeuge, weshalb die Arbeiten auf ein verkersarmes Wochenende in den Herbstferien gelegt wurden und bis tief in die Nacht andauerten.

Künftig wird das "Trämmli" die Bernstrasse unterirdisch queren und das, was hier noch wie ein Bahnübergang aussieht, wird aufgehoben. Ab 2010 verkehrt die WSB hier durch einen Tunnel und nicht mehr auf der Hauptstrasse, die - wer hätte das gedacht - "Tramstrasse" heisst. Ob die wohl umbenannt wird?

Freitag, 3. Oktober 2008

Kurz-Kritik: WALL-E


Obermegahypersuperzuckersüsses Kerlchen verliebt sich in die Calamity Jane des 28. Jahrunderts. Und ein paar Lach- und Freudentränchen darf man auch noch verdrücken! 10 von 5 Sternchen. Empfehlenswert für alle.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Tele2 vom Erdboden verschluckt

Noch vor wenigen Monaten sassen ein paar Blogger in der Chefetage von Tele2 (Schweiz) und diskutierten über ein Projekt, das für alle Beteiligten ein Vorstoss in unbekannte, aber gleichwohl spannende Dimensionen erlaubt hätte. Das Vorhaben war schon weit gereift, als plötzlich der komplette Rückzug von Tele 2 bekannt wurde. Offensichtlich sah man im Hauptsitz in Schweden für den Schweizer Markt keine Zukunft mehr, obwohl zeitgleich eine aufwändige Plakat- und TV-Kampagne am laufen war.

Gestern nun das Aus für Tele2 in der Schweiz. Sunrise übernimmt die Nummer 4 der Telekommunikationsanbieter für bescheidene 50 Millionen Franken und heimst sich damit einen interessanten Festnetz-Kundenstamm ein, der mehrheitlich aus ehemaligen Swisscom-Kunden besteht. Dem Vernehmen nach, hinkte das Mobile-Geschäft dagegen den Erwartungen hinterher, was für die schwedische Muttergesellschaft schliesslich den Ausschlag gegeben haben dürfte, sich vom Schweizer Markt zurück zu ziehen. Tele2 betreibt in den Ballungszentren ein eigenes Netz, ausserhalb davon ging man schon bisher eine Partnerschaft mit Sunrise ein.

Noch unklar ist, wann das Tele2-Netz ab- respektive ungeschaltet wird. Auch die Zukunft der 53 Mitarbeiter der Schweizer Tochtergesellschaft ist noch unklar. Kritiker wittern hier mögliche weitere Fehler die gemacht würden, wie man sie bei Tele2 hinsichtlich Entwicklung und Strategie schon zuvor erlebt hatte (siehe Bericht news.ch)

Schade. Marco Bettosini und Hendrik van Dyck, die Sales Manager bei Tele2 machten mir einen motivierten Eindruck und haben sich für Ihre Arbeit hell begeistert. In Ihre Stapfen tritt nun eine Firma, die - aus persönlicher Sicht - nicht viel sympathischer rüber kommt, wie die Warteschlaufe bei Cablecom. Und der Zusammenschluss ist ein weiterer Schritt zur globalisierung von allem, was sich monopolisieren lässt...