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Samstag, 3. November 2007

Coop: Für dich, aber sicher nicht für mich.

Wie schon letze Woche berichtet, hat's Coop nicht besonders mit der Umwelt. Da werden unter dem Slogan "für dich und mich" Konsumenten aufgefordert funktionierende Geräte wegzuschmeissen um sie durch neue zu ersetzen und zwar nicht nur bei Glühbirnen. Auch eine komplette Wohnungseinrichtung wird vernichtet, bei Coop gibt's ja Neues.

Jetzt setzt Coop noch einen drauf: In einem neuen Spot hiphoppt "Stress" vor dem Aralsee in Kasachstan für den Umweltschutz und gegen den CO2-Ausstoss. "Mann, ist das ein sauberer Laden", will man da denken. Doch wenn man sich nicht nur zum Konsum in diesem Laden hypnotisieren lässt, fragt man sich zum Beispiel bei http.ch zu Recht:

"Coop transportiert die gesamte Filmcrew und das Filmmaterial über mehr als 3′600 Kilometer per Flugzeug um einen Werbespot gegen den CO2-Ausstoss zu drehen? Scheinheiliger ist Umweltschutz nicht möglich."
Autsch. Und muss ich Coop wirklich abkaufen, dass sich ein Landei, das in die Stadt zügelt, plötzlich wieder heimisch fühlt, nachdem es an einem Coop-Naturaplan-Bergkäse riecht, das per Lastwagen aus Holland importiert wurde? Beim schnüffeln fällt mir sowieso zuallererst Martina Hingis ein, wobei die vielleicht noch im Coop-Gartencenter rumhängt, wo landesweit die letzten Insektenvernichter mit echtem Nervengift darin erhältlich sind. Ähnliches gäbe es noch über Waschmittel oder Schweinefleisch zu berichten.

Ich für meinen Teil bleibe dabei und meide Coop wo es geht. Obendrein ist Coop nämlich auch noch viel zu teuer. Vermutlich kostet da alles mehr, weil man dettigs ständig dementieren muss...

Dienstag, 30. Oktober 2007

Coop schmeist alles weg. Der Umwelt zuliebe

Regelmässige Werbefernseh-Zuschauer kennen den Coop-Spot sicher, in dem ein offensichtlich wohlsituiertes Pärchen einander das Zeug kaputt macht. Erst zerschneidet er ihr die Kleider, dann verbrennt sie ihm das Portemonnaie. Dann löst sich sein Modellauto auf, ehe ihr Schmuck im Mixer verschwindet. Lustige Sache, und zuletzt kauft man alles neu beim Coop.

Irgendwie verschwenderisch, oder?

Jetzt könnte man ja über das Filmli schmunzeln, weil es verzerrt ja die Realität und wirklich alles kaputt machen, nur um es nachher beim Coop neu zu kaufen, sowas fällt niemandem wirklich ein. Und es gibt auch sicher keine Familien in der Schweiz, die es sich schlicht nicht leisten können Dinge aus Spass wegzuschmeissen und sie beim Coop umgehend Neu zu kaufen.

Doch bei Coop verfolgt man da eine eigene Philosophie und das verschwenderische Denken scheint in der PR-Abteilung des Konzerns vollends Einzug zu halten. In der letzten Ausgabe der Coop-Zeitung bekommt man sogar eine ganz genaue Anleitung, wie man noch funktionierende Dinge wegschmeisst und sie durch Neue ersetzt. Stromsparlampen heisst das Zauberwort und weil dieser Tage der energyday07 stattfand, erklärte uns die Coop-Zeitung unter dem Titel "Useschruube - ineschruube", man hätte alle herkömmlichen (noch funktionierenden) Glühbirnen sofort durch Energiesparlampen von Coop zu ersetzen.

Irgendwie verschwenderisch, oder?

Zumal die tatsächliche Einsparung nicht ausser Zweifel steht. Zwar stimmt es, dass eine Glühbirne der neuen Generation deutlich weniger Strom im Betrieb verbraucht, doch kosten die High-Tech-Birnen in der Produktion und besonders bei der Entsorgung einiges mehr an Energie. Aber das kann uns ja wurscht sein, weil 70% des weltweiten Elektro-Mülls verschwindet eh in China und das ist ja so weit weg, das geht uns nichts an. Und wie der Müll dorthin kommt geht uns sowieso nichts an, wir hocken schliesslich schon auf den 2'500 Tonnen Wahlpropaganda aus dem Abstimmungsherbst und da wurde der Klimaschutz besonders gross geschrieben, das geht uns ebenfalls nichts mehr an. Also ab in den Coop, wo's alles bedenkenlos Neu gibt.

Ich finde die Coop-Werbung blöd. Gedankenlose Verschwendung verpackt in einem lustigen Spot, kombiniert mit vorgetäuschtem Umweltbewusstsein. Andere Firmen tun das sicher auch und die geniale Useschrube-Ineschruube-Idee hat ihren Ursprung auch nicht wirklich bei Coop. Nur dummerweise haben sich die beim Verschwenden erwischen lassen. Und so kaufen wir jetzt nur noch bei Migros ein, bis die irgendwas verbocken und der Artikel in der Coopzeitung vergessen ist. Weil in einem sind wir Konsumenten besonders gut: Beim vergessen.