Donnerstag, 29. Oktober 2009

Dienstag, 27. Oktober 2009

Aarau ist ein Bauernhof

Nur fehlen die Eier.

Anmerkung: Dieser Artikel stammt aus dem FCA-Forum und erscheint hier noch einmal für meine persönliche Archivierung. Der Artikel entstand nach der Aussprache zwischen dem FC Aarau und seinen Fans am 23. Oktober 2009 und der anschliessenden Niederlage gegen Bellinzona (1:2) tags darauf, sowie aus zahlreichen Gesprächen mit aktuellen und ehemaligen Angestellten des FC Aarau. Es ist der Presse nicht erlaubt ohne Rücksprache mit dem Autor Informationen aus diesem Artikel zu verwerten, insbesondere nicht einzelne Passagen aus dem Zusammenhang zu reissen.

Die Schweiz kennt als demokratisches Land die sogenannte Gewaltentrennung. Die Legislative, die Exekutive und die Judikative. Dieses System bezweckt, dass Einzelnen nicht zu viel Macht übertragen wird, denn eine Person kann nicht in mehr als eine der drei Funktionen gewählt werden. Dies hat vereinfacht ausgedrückt zur Folge, dass ein Bundesrat nicht gleichzeitig Ständerat und Bundesrichter sein kann. Als vierte Macht wird die Wirtschaft betrachtet, sprich die Geldgeber und Investoren, die als Lobbyisten im Bundeshaus zugelassen sind und die Interessen der Grossunternehmungen gegenüber der Politik vertreten.

Im Fussballbusiness ist das nicht viel anders. Auf Vereinsebene stehen die vereinigten Aktionäre als oberstes Organ (Legislative), der Verwaltungsrat führt die Aufträge der Generalversammlung aus (Exekutive), und der Sportausschuss beurteilt die Situation im weitesten Sinne als Judikative. Die vierte Macht sind die Sponsoren.

Werfen wir an dieser Stelle einen Blick auf die Namenslisten dieser vier Mächte, wie sie sich im FC Aarau präsentieren, begegnet man den Namen immer wieder den gleichen Namen. Sie sind Hauptaktionäre, Inhaber der Stimmenmehrheit an der GV, Verwaltungsrat, Geschäftsleitung, Sportausschuss, und Hauptsponsoren. Fredy Schmid und Fritz Hächler. Diese Konstellation war durchaus gewollt, auch von mir, denn sie brachte vor zwei Jahren die Rettung.

Dieser Artikel zielt nicht darauf ab, das Engagement der beiden Herren infrage zu stellen, oder deren finanzielle Kraftleistungen zu schmälern, die den FC Aarau vor dem Konkurs gerettet haben. Es ist viel mehr ein Hinweis darauf, dass der einstige Segen heute der Kern des Problems geworden ist. Im FC Aarau gibt es keine klaren Strukturen, keine Rangordnung, keine Kontrollmechanismen die unabhängig voneinander funktionieren. Ein Beispiel: An der Generalversammlung wählen sich einzelne Hauptaktionäre selbst in den Vorstand der Gesellschaft, entscheiden dort, sich selber als Sportchef einzusetzen, scheitern aber in dieser Funktion und entscheiden letztlich, sich im Amt zu belassen, weil sie selber als Sportausschuss, Mehrheitsaktionäre und Hauptsponsoren nichts dagegen einzuwenden haben. Man muss kein Prophet sein, um bei dieser Konstellation zu erkennen, dass nicht immer neutral beurteilt wird.

Nun kann man diesem Missstand entgegensetzen, dass sich für jede dieser tragenden Positionen kaum Personal finden lässt. Als schwierigste Suche dürfte sich erweisen, Geldgeber von einem Engagement zu überzeugen. Am besten Geldgeber, die keinen Anspruch auf operative Positionen erheben. Womit wir bereits beim zweiten Problem sind: woher nimmt man eine Exekutive, die das Budget nicht belastet? Naheliegend, dass sich diese aus Menschen rekrutieren lässt, die sich ohnehin dem FC Aarau finanziell verpflichtet fühlen. Da haben wir ihn, den Rattenschwanz und er wird länger und länger.

Genau so wie Missstände in erfolgreichen Zeiten unbemerkt bleiben oder mindestens kaschiert werden können, genau so kommen sie beim Misserfolg gnadenlos zum Vorschein. Meistens ist es dann aber schon zu spät, denn die Strukuren sind schon derart festgefahren und beruhen auf dermassen vielen Angewiesenheiten, dass sie kaum mehr auseinander zu bringen sind. Wirft Verwaltungsrat Hächler den Bettel hin, sind wir gleichzeitig Verwaltungsrat, Hauptaktionär und Sponsor los. Im Fall des FC Aarau lege ich meine Hand ins Feuer, dass nichts vorsätzlich getan wird, um dem Verein zu schaden. Allerdings bindet sich der FCA mit dieser Konstellation die eigenen Hände, denn sollte der Sportchef als das kränkelnde Glied eruiert werden, wer soll ihn dann entlassen? Es sich selbst?


Den Machthabern Unfähigkeit vorzuwerfen ist aber auch nicht richtig. Hörte man den Herren Schmid, Hächler, Geissberger und Widmer an der Aussprache mit den Fans zu, brachten alle vier valable Argumentationen hervor, wenn es zum Beispiel um die gescheiterten Verhandlungen mit Rychard Komornicki ging, oder um die Weiterverpflichtung von Frédéric Page ging. In Sachen Transfers wurde die Taktik gewählt Geld, sparen zu wollen und man hörte es mehrfach: hätte man gewusst wie’s rauskommt, man hätte sich anders verhalten.

Im Moment ist die Situation im FC Aarau die, dass der Ärger der Fans sich auf einige wenige Personen beschränkt, deren Abschuss aber gleichzeitig zur Folge hätte, dass der Club zahlungsunfähig würde. Die Lösungsansätze sind aber nicht Personalveränderungen, Beschimpfungen oder andere drastische Massnahmen, obwohl ich die Gefühlslage von jedem nachvollziehen kann, der nach der Niederlage gegen Bellinzona im Abstieg die rettende Lösung gesehen hatte.

Ich will das Kind beim Namen nennen: Der FC Aarau braucht eine Strukturbereinigung. Fredy Schmid und Fritz Hächler können nicht gleichzeitig Chef und Geldgeber sein und im Sportausschuss sitzen und sich gegenseitig nicht kontrollieren. Es braucht eine klare Hierarchie mit genau definierten Verantwortlichkeiten und Kompetenzen. Versagt die Exekutive wird sie wegen Unfähigkeit entlassen und nicht aufgrund einer finanziellen Abhängigkeit behalten. So Verdankenswert das Engagement unseres Verwaltungsrates ist, so sehr ich die Arbeit von Fredy Schmid und Fritz Hächler schätze und so sehr die vordergründig sportlichen Probleme gelöst werden müssen. Auf die nächste GV hin muss man über die Bücher und den FCA von Grund auf neu organisieren. Die Situation heute ist so selbstzerfleischend, dass sich mögliche Sponsoren mit Ausrufezeichen vom FC Aarau distanzieren. Spricht man mit einfachen Angestellten des Vereins hört man bei jedem einzelnen eine Unzufriedenheit heraus, die nichts mit den sportlichen Resultaten zu tun hat. Im Allgemeinen lässt sich das Ganze zusammenfassen, wie es Komornicki zuvor in fast nervtötender Wiederholungsrate zu Protokoll gab: Die Wertschätzung ist weg. Das Familiengefüge, für das der FC Aarau über Jahrzehnte bekannt war bröckelt nicht nur, der Fels ist im Begriff zu stürzen. Hier wird ein Danke vonseiten der Chefs vermisst, da ein offenes Ohr für kleine und grosse Anliegen. Statt einer Selbstbestätigung durch den eigenen Verwaltungsrat, hätte man sich an der Basis ein offenes Eingeständnis von Fredy Schmid und Fritz Hächler erwartet, dass verheerende Fehler passiert sind, man dazu stehe und man sich jetzt gopferteckel zusammenreissen müsse, damit alles wieder gut kommt.

Auch wenn die beiden Namen jetzt oft genannt habe, ich unterstütze die Männer, die unseren FC Aarau gerettet haben und täglich ihr Bestes geben, und hoffe sie werden ihr 60%-Pensum auf 220% hinaufschrauben, denn das wird nötig sein. Der sportliche Misserfolg ist nur das Tüpfelchen auf der Spitze des Eisbergs. Die Probleme liegen tief verankert und kommen ob des Klimawandels schleichend, aber unerbittlich zu Tage. Leute die helfen wollen sind zur Genüge da. Können diese jetzt noch unterschieden werden von denen, die nur dreinschwafeln (wie ich) und werden diese nicht in erster Linie aus jener Gruppe rekrutiert, die das Portemonnaie öffnen, hat die Familie FC Aarau eine ganz passable Chance. Dazu sollte man untereinander die Tugend des familiären Zusammenseins wieder aufleben lassen – auch so eine Verantwortlichkeit des Chefs. Es braucht freilich auch den Willen aller sonst noch Beteiligten, die den FCA lieben – das Herumgemotze ist stellenweise widerlich! Macht endlich diese Strukturbereinigung und macht es irgendwie möglich, dass die familiäre Wärme zurückkehrt - und selbst der sportliche Abstieg, mit dem ich seit gestern fest rechne, würde ich verkraften.

Freitag, 23. Oktober 2009

Anwalt droht Goggiblog

Nach den Minarett-Plakaten und dem SP-Werbespot, trifft es nun auch mich: Ein Anwalt fordert Zensur und droht mit Klage. Der Goggiblog gibt nach.

Heute erreichte mich ein Schreiben eines Anwaltes, dessen Namen ich aus Gründen der Angst nicht öffentlich preisgeben möchte. Er droht mir mit Klage, wenn ich den (abgekürzten) Namen seines Mandanten nicht binnen 9 Stunden aus meinem Blog entferne. Ausserdem verlangt er die Löschung eines Blogbeitrages. Glücklicherweise habe ich die Mail eine Stunde vor dem Ablauf des Ultimatums entdeckt, sodass ich mich nicht gesellen muss zu der Gruppe biederer Libyer, die auf Ultimaten einfachso nicht reagieren.

Ausserdem ist die Argumentation des Anwaltes erdrückend. Der "Blick" halte sich auch an die Spielregeln. Und tatsächlich, heute stand ein Mitarbeiter von Ringier vor der Türe, durchwühlte unser Altpapier, strich den Namen des Mandanten mit einem dicken Filzstift durch und schnippselte ausserdem die ganzen Zeitungsbeiträge heraus.

Ich werde der Aufforderung des Anwaltes Folge leisten und den abgekürzten den Namen dessen Mandanten "bis 18 Uhr", wie er schreibt, entfernen. Ganz einfach, weil ich mich eingeschüchtert fühle, denn eine Klage ist nun wirklich nicht das, womit ich mich herumschlagen möchte. Ausserdem ist der Mandant auf freiem Fuss und stärker als ich.

Indirekt begrabe ich damit den Glauben an die freie Meinungsäusserung. Ich gehe mit schlechtem Beispiel voran und beuge mich der Zensur. Der Name ist gelöscht, der Originallink funktioniert nicht mehr. Online ist nur noch eine unverfängliche Zensurversion des Artikels. Ausgeschnitten, durchgestrichen und wer das Theater der verbotenen Minarett-Plakate mitverfolgt weiss auch, dass Zensur in unserer Gesellschaft meistens das Gegenteil bewirkt...

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Wird die SP zensiert oder nur boykottiert?

Diese Botschaft erscheint aus zwei Gründen, respektive, aus zwei Gründen und einem Nichtgrund. Der Nichtgrund ist: Für die Veröffentlichung krieg ich keine Kohle. Der Grund warum er trotzdem erscheint: Er ist gut gemacht (auch wenn ich offen gestanden noch nicht sicher bin, was er aussagen will). Aber die Szene auf dem Berg gefällt mir bei genauerer Betrachtung immer besser.

Und der zweite Grund hat mit dem Nichtgrund und eigentlich auch mit dem ersten Grund zu tun: Lieber Herr Levrat. Entlassen Sie sofort alle Werber und schaffen Sie dieses hässliche Logo wieder ab! Wählt man den falschen Bildausschnitt, kommt irgendwie die falsche Botschaft dabei raus. Es könnte durchaus sein, dass die SP nicht zensiert wird, sondern vor allem boykottiert, weil die Linie fehlt, der Kopf, das Bild, oder was weiss ich was.

Vielleicht sollten Sie mal die Blogs als Plattform in Betracht ziehen, statt sich darüber zu empören, dass private Kinobetreiber den Spot nicht zeigen wollen, aus welchen Gründen auch immer?

Volksnahe Grüsse (von einem, der früher auch SP gewählt hat)

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Gerechtigkeit

In diesen Minuten werden Urteile gefällt, welche für die betroffenen Menschen nachhaltig sein werden. Sie alle haben nicht vorsätzlich jemanden getötet, doch will man ihnen Schuld zuweisen: Der Kompaniekommandant, der bei einem Bootsunfall auf der Kander fünf Kameraden in den Tod führte wird der mehrfachen fahrlässigen Tötung beschuldigt. Der 22 Jährige Marcel M. wird beschuldigt, mit einem gezielten Faustschlag Nicky Hoheisel niedergestreckt zu haben, der später an seinen Verletzungen verstarb. Und eine Angestellte des Strassenverkehrsamtes soll schuldig sein, dass ein 82-Jähriger ein Mädchen überfuhr.

Während der Militär-Kommandant eben zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt wurde und man sich daraus Gerechtigkeit erhofft, sorgte gestern ein Urteil für Aufsehen, als die Beschäftigte eines Strassenverkehrsamtes frei gesprochen wurde, der am Tod einer 16-jährigen Velofahrerin eine Mitverantwortung angelastet wurde. Das getötete Mädchen wurde von einem halbblinden, 82-jährigen Autolenker überfahren, dem die beschuldigte Angestellte unrechtmässig die Fahrbewilligung ausgehändigt haben soll. Ärzte, die den alten Mann über seine Fahrtauglichkeit zu beurteilen hatten, wurden zuvor schon von jeglicher Schuld freigesprochen und nach dem gestrigen Urteil ist klar: Niemand trägt Schuld.

Ein schwacher Trost für die Eltern der 16-jährigen. Ich frage mich, wie sie fühlen. Geht es den Hinterbliebenen des Kander-Unfalls wirklich besser? Wie sieht es mit den Angehörigen der Beschuldigten aus? Den Beschuldigten selbst? Keiner wollte dem anderen Schaden und doch sind die geliebten Menschen nicht mehr da. Wie genau sieht Gerechtigkeit eigentlich aus?

Im "Fall Nicky" wird in diesen Minuten geurteilt. Der Staatsanwalt fordert 6 Jahre, der Verteidiger einen Freispruch. Nach den schwammigen Zeugenaussagen vor Gericht scheint längst nicht mehr so klar zu sein, wer denn nun den entscheidenden Faustschlag versetzt hat, der letztlich zum Tod von Nicky führte. Im Endeffekt scheint es darauf hinaus zu laufen, dass zwar viele da waren, einige davon sich an der Schlägerei beteiligt haben - aber letztlich trägt niemand Schuld.

Vielleicht kommt es zu einer Verurteilung, vielleicht wird diese angefochten. Sicher ist, dass in diesen Tagen niemand mit Zufriedenheit den Gerichtssaal verlassen wird. Denn Gerechtigkeit gibt es nicht, und wirklich Schuld trägt ja auch niemand. Bleibt also nur die Hoffnung, dass alles einen Sinn ergibt, wenigstens jenen, dass daraus die richtigen Lehren gezogen werden und Hinterbliebene, Betroffene und Angehörige nicht noch mehr Menschen verlieren müssen

Weiterlesen:
Die Gedanken sind bei Nicky
Fall Nicky: Die Anklage lautet Todschlag
Das böse Internet (Der original Artikel wurde aufgrund einer Klageandrohung gelöscht.)

Bild: Der temporäre Gerichtssaal im KuK in Aarau (via 20minuten)

Dienstag, 20. Oktober 2009

Neue Shirts für originelle Leute

Wo wir schon bei der Rundumerneuerung sind, lasst uns doch auch gleich noch neu einkleiden. Gestern präsentierte ich Euch eine neue Gestaltungsidee für die Wohnzimmerwand, heute kommt das passende T-Shirt dazu. Bei Shirtbuster.de lassen sich individuelle Shirts bedrucken und zwar in allen möglichen Farben. Dabei hat man eine riesige Auswahl zwischen originellen Motiven die man sich auf verschiedene Textilien drucken lassen kann. Auch Sweatshirts und Poloshirts stehen zur Auswahl und natürlich auch diese in verschiedenen Farben. Ich muss grad zugeben, dass ich die letzte Stunde des heutigen Arbeitstages damit verbracht habe, originelle T-Shirts auszusuchen und dass die eine oder andere Bestellung schon unterwegs ist. Es lassen sich ja auch wirklich alle Gefühlslagen mit Shirts ausdrücken und wer sich jetzt (wie ich) schon lange ein ganz bestimmter Spruch auf der Brust wünscht, ist bei shirtbuster.de genau richtig.

Das Highlight ist nämlich – und deshalb findet sich die Webseite von shirtbuster in meiner engeren Auswahl wieder – die Möglichkeit, sich sein wirklich individuelles Shirt bedrucken zu lassen. Ob provozierender Spruch oder ein Hinweis auf die Liebe seines Lebens, jeder gewünschte Text lässt sich auf den Stoff aufdrucken. Auch eigene Bilder und Motive lassen sich auf den Server hinaufladen und man hat den Hingucker der nächsten Party auf seiner Seite! Womit auch präzisiert wäre, womit ich mich in der letzten Stunde am häufigsten beschäftigt habe, nämlich mit dem erfinden origineller und aktueller T-Shirt-Aufschriften!

Lustige Shirts zum Mini-Preis und das bei sehr guter Qualität sowohl der Textilien, als auch des Aufdruckes. Bei Shirtbuster.de hat man im Handumdrehen die angesagte Kleide für den nächsten Anlass!

VCS - Natur 1:0

Lieber VCS

heute war ich im Möbel Pfister in Suhr. Ja genau, das ist einer dieser Läden, bei denen Du erfolgreich durchgesetzt hast, dass statt 718 Parkplätze nur 696 gebaut werden durften. Anstelle der Parkfelder stehen dort jetzt einfach 22 landschaftsaufwertende Blumentöpfe. Ohne diesen heroischen Sieg für die Natur schmälern zu wollen, wollte ich nur mal erwähnen, dass ich heute, als ich in den Möbel Pfister wollte, vor mir gefühlte 22 Autos vor der Nase hatte. Genau genommen fuhren sie alle vor meiner Nase und zwar im Kreis, wobei sich pro Runde die Kolonne vor mir um drei Autos reduzierte und hinter mir um ebenso viele verlängerte. Nach der sechsten Durchfahrt und 1,6 Kilometer zusätzlicher Fahrstrecke, fand ich endlich einen Parkplatz. Wäre glatt ein Hohn, jetzt diese 1,6 zusätzlichen Kilometer mit den 22 Autos und dem Faktor Ladenöffnungszeit zu multiplizieren und zuletzt auch noch den zusätzlichen CO₂-Ausstoss auszurechnen, den diese 22 durchgeboxten Blumentöpfe die Natur gekostet haben. Wirklich. Ich meine, die Natur soll gefälligst auch etwas zahlen, wenn der VCS schon für sie kämpft. In diesem Sinne: Danke für die überdimensionalen Blumentöpfe und bitte spendiert dem Möbel Pfister mal ein paar neue Pflanzen. Ich glaube, die haben ein paar Tonnen zu viel Parkplatzsucher-CO₂ abbekommen.

Montag, 19. Oktober 2009

Unsere neuen Wände

Wände anmalen - das ist definitiv out. Unsere schnelllebige Zeit bringt mit sich, dass sich eine Mode oder ein Geschmack schnell ändert oder die Farbe der Wohnzimmerwand nicht mehr zur aktuellen Gefühlslage passt. Wer Kinder hat, kennt das Immer-Etwas-Neues-Phänomen und seien wir doch ehrlich, auch uns Grossen geht es oft ähnlich und wir wünschen uns gelegentlich mal was Neues. Unsere beiden Jungs beispielsweise stehen im Moment abwechslungsweise auf Hunde, Fussball und Flugzeuge. Auf der Suche nach einem entsprechenden Poster bin ich auf eine mir ganz unbekannte Möglichkeit gestossen: Wandsticker. Bei Stickergalaxy.de wird eine eigentlich sehr simple Methode angeboten, Wände komplett neu zu gestalten. Mit einem Pinguin, einer spielenden Katze, Pflanzen, Blumen und ganze Landschaftsbilder, die sich einfach auf die Wand aufkleben - und auch wieder ohne Rückstände ablösen lassen. Das ist bei den vielfältigen und oft wechselnden Wünschen von Gross und Klein auch ziemlich wichtig und wie das geht, wird in der ausführlichen Montageanleitung genau beschrieben. Wandgestaltung mit Wandtattoos nennt die Firma ihr Produkt und hat Sticker schon ab 8 Euro im Programm. Der eigene Schriftzug wie jener auf dem Bild oben, ist 1,34m breit und 36 Zentimeter hoch und ist für nur 31 Euronen zu haben.

Also, statt das ganze Zimmer für die nächsten 10 Jahre umzumalen, bekleben wir diese mittels Wandsticker mit unseren Träumen, Wünschen und Lieblingstieren. Weil die Sticker zu unglaublich günstigen Konditionen zu haben sind, empfehle ich diese als günstige Alternative zu umständlichen Malarbeiten. Für mich persönlich das absolute Highlight ist die Möglichkeit, eigene Motive hinaufladen zu können, sodass man jede Wand im Wohnzimmer, Büro, Kinderzimmer und Hobbyraum nach seinem Wunsch gestalten kann.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

"Stimmung? Dafür haben wir doch Fans"

38'500 Fans. Jeder Einzelne ausgerüstet ist mit einer Schweizerfahne, und jeder freute sich auf das grossartigste aller Spiele. Um das WM-Qualifikations-"Final" zwischen der Schweiz und Israel war ein dermassen grosser Rummel entstanden, dass es wichtiger zu sein schien, Herr und Frau Bünzli ins Stadion zu kriegen, als am Spieltag die beiden wesentlichen Dinge beim Fussball nicht zu vergessen: Spass haben und Stimmung machen.

Tote Hose auf dem Spielfeld, wo nervös wirkende Starfussballer versuchten 90 Minuten ihres Lebens so schadlos wie's nur geht zu überstehen. Tote Hose aber auch auf den Rängen und zwar während fast des ganzen Spiels. Das merkten auch die Leute von SF2 und beschränkten das Senden von Stimmungsbildern mehrheitlich auf Nahaufnahmen weiblicher Fans mit bemalten Backen oder junger Männer mit lustigen Hüten. Die übertrieben synthetische Inszenierung des Schweizer Farbfernsehens fand in einer Liveschaltungin der Sendung "10 vor 10" ihren Höhepunkt, als ein in Schweizer Stadien bislang ungesehener Reporter zwei Zuschauer nach ihrer Gefühlsfrage befragte. Fans, die aus lauter Begeisterung kaum ihre Hände aus den Hosentaschen brachten. Lustig auch der Moment, als der selbe Reporter behauptete, jetzt noch (eine Viertelstunde nach Spielschluss) niemend nach Hause gehen wolle, so gross sei die Begeisterung, während man im Hintergrund die leeren Ränge des Sankt Jakob Stadions sehen konnte.

Doch warum sprang gestern der von allen Seiten herbeigeredete emotionale Funke weder von den Fans auf die Spieler noch umgekehrt? Unser Wortschatz kennt dafür ein passendes Wort:

Modefans

Jetzt bitte nicht im Duden nachschlagen, denn dort steht, dass es sich bei einem Modefan um jemanden handelt, der begeistert eine Mode mitmacht. Doch von Begeisterung sah man nicht sehr viel, beim Spiel der Spiele, bei der letzten Chance sich für die WM zu qualifitieren - was zwar ständig behauptet wurde, aber schlicht nicht stimmte, wäre dieser Chance nämlich noch jene des Barragespiels gefolgt . Ein Bekannter von mir, angesprochen auf die miese Stimmung im Stadion, meinte dazu: "Ich? Stimmung machen? Dafür haben wir doch Fans" sagte er. Dann wollte ich wissen, ob er denn kein Fan sei und er sagte "doch, aber weisch, halt nur wenn es um etwas geht".

Und so dürfte ein Grossteil der "Fans" die gestern im grössten Stadion der Schweiz für einen Umsatz von vier bis fünf Millionen Franken gesorgt haben, zu jener Bevölkerungsschicht gehören, die nicht auswendig drei Spielernamen aufzählen kann. Schlimmer noch: Sie sassen da, mit Tickets die sie gewonnen hatten, per Zufall ergattert oder durch einen Sponsoren zugeschickt bekamen und füllten das Stadion einerseits mit quälender Ruhe und andererseits mit dem Glauben, der Typ nebenan könne ja für Stimmung sorgen. Die echten Fans waren natürlich auch da, nur einfach mit dem Pech, nicht beisammen sitzen zu können. Ein Blick in die Facebook-Historie meiner Fussball-Freunde sagt alles: In einem Dutzend Statusmeldungen über die Sitzplatznummer, wurden ungefähr ebenso viele Sektoren angegeben. Wo sich tatsächliche Fans auf diese Weise mit Modefans zu vermischen haben, kann schlicht keine Stimmung aufkommen.

Schade um das tolle Fussballfest, schade um die Begeisterung, die in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich grösser sein wird, als gestern im Stadion. Und gut zu wissen, dass in Südafrika wieder Fans dabei sein werden, die schon in Luxemburg, Israel und Griechenland für Stimmung sorgten und denen Herr und Frau Bünzli mit Winterthur-Tickets den Platz nicht streitig machen werden. In diesem Sinne: Auf nach Afrika!

Dienstag, 13. Oktober 2009

8 um 8 - Newsticker des Tages

+++ Lasse mich vom Newsticker von Kessi inspirieren und erschaffe meinen eigenen Newsticker zur Totalentblössung des Tages: Die 8 tollsten Ereignisse des Tages, pünktlich um 8 +++ Wecker gestellt und tatsächlich aufgestanden, Besuch im Brügglifeld angesagt: Neuer Trainer des FC Aarau begrüssen +++ Gleichzeitiges Fachsimpeln mit Christian, denn wir ersetzen jedee Gerüchteküche +++ Nur noch 240 Tage bis zur Fussball-WM und nur noch 1 Tag bis wir fröhlichst darauf warten dürfen +++ Ziel für den Rest des Tages: Nicht mehr als 1 Stunde mit dem neuen iPod verbringen oder dann höchstens den Birdsong-Radiosender hören: Vögelngezwitscher den ganzen Tag +++ Boykottaufruf gegen Temperaturen unter 10 Grad - Unterschriftensammlung läuft +++ Neues Projekt: U90, ein heimliches Gewichtsverringerungsdings aufgrund zuvieler Raclettes +++ Noch ein Projekt: Ü1000 von citytrip das ich Euch ans Herz legen möchte, denn bei 1000 Facebook-Fans winken einem der Mitglieder 1000 Stutz! Jetzt citytrip Fan werden! +++

Montag, 12. Oktober 2009

Spamschutz aus Schweizer Hand

Letzte Woche habe ich über Flash Cookies berichtet, die in der Lage sind persönliche Daten an Dritte zu übermitteln, obwohl man Cookies in den Einstellungen deaktiviert hat. Im Internet warten jedoch noch weit gefährlichere Gesellen auf die Unachtsamkeit der User: Trojaner und Viren die in der Mailbox landen. Bestand deren Hauptzweck vor einigen Jahren noch darin, den Computer des Empfängers kaputt zu machen, steht heute das Ausspionieren von empfindlichen Daten im Vordergrund, oder das Nutzen des lokalen Netzwerks um die Server anderer Firmen lahm zu legen. Neben der tatsächlichen Gefahr welche die Schädlinge mitbringen, schaden diese Angriffe noch auf andere Weise:

Das Wegklicken von Spam-Mails, das Aufspüren und Entfernen von Schädlingen und das Umgehen von Phishingmails verbraucht enorm viel Arbeitszeit. Ganz zu schweigen von den verstopften Mailboxen und den überlasteten Leitungen.

Doch dafür gibt es eine solide Schweizer Lösung: Ich bin auf die Schweizer Firma http://www.swissmailguard.ch gestossen, die eine Komplettlösung gegen das Übel anbietet. Swissmailguard bietet einen umfangreichen Schutz gegen jede Art von Angriff von Aussen und stellt dies mit einem 30-Tage Gratis-Test auch gleich unter Beweis. Die Funktionsweise ist raffiniert und vor allem einfach. Einfach für den Empfänger der E-Mails, der in seinen Mailboxen nur noch gefilterte und saubere E-Mails empfängt. Erkannt werden vom vollautomatisierten Antispam Gateway 99% aller Spam-Nachrichten. Die sauberen Mails haben zuletzt einen 13fachen Spamfilter durchwandert, ehe sie beim Empfänger angekommen sind.

Swissmailguard ist eine sehr gute und vor allem Preisgünstige Lösung für kleine, mittlere und grosse Betriebe. Im Preisvergleich Antispam Spamschutz sind die verschiedenen Produkte einsehbar und man wird schnell feststellen, dass guter Schutz auch für Firmen nicht teuer sein muss. Unternehmungen, die über einen eigenen Mailserver wie Microsoft Exchange verfügen sei an dieser Stelle ebenfalls geholfen, denn diese Server bieten von Haus aus nicht immer optimalen vor Spam. Mit Exchange Antispam ist der firmeneigene Server schon ab Fr. 22,50 pro Monat spamdicht verschlossen. Ein Blick in das Angebot der zuverlässigen Schweizer Firma lohnt sich. Für Firmen steht ab sofort eine kostenlose 30-tägige Testversion zur Verfügung. Weitere Infos gibt's bei http://www.swissmailguard.ch.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Flash Cookies - gefährliche Genossen

Manchmal kommt es mir vor, der Eidgenössische Datenschützer setze sich nur da in Szene, wo ihm Medeinwirksamkeit sicher ist. Anders ist die Hetzkampagne gegen das allseits beliebte Google Street View nicht zu erklären. Datenschützerisch weit heiklere Daten werden auf jedem Computer gesammelt - lange Zeit unbemerkt, doch inzwischen setzen Tausende von Firmen darauf: Flash Cookies.

Cookies werden oft als nützliche Helfer angepriesen und gelten allgemein als ungefährlich. Kleine Textdateien merken sich das Datum des letzten Einloggens in einem Forum, speichern Präferenzen bezüglich Schriftgrösse oder schalten sich ein, damit man bei Onlineabstimmungen nur einmal mitmachen kann. Ein Cookie merkt sich aber auch, welcher Banner zuletzt angezeigt wurde oder wohin der User sonst noch so geklickt hat. Wer Bedenken hat, kann Cookies jederzeit löschen und sogar vollständig deaktivieren - allerdings funktionieren dann nicht alle Internetseiten richtig. Tipp: Die Gültigkeit eines normalen Cookies lässt sich auf das Beenden der Browser-Sitzung beschränken. Im Firefox klickt man hierfür auf Einstellungen und den Reiter Datenschutz und wählt im Popdown-Fenster Behalten bis Firefox beendet wird. Über Cookies anzeigen gelangt man zu einem Fenster in welchem sich Alle Cookies löschen lassen. In anderen Browsern funktionert das ähnlich.

Gefährliche Flash Cookies

Hartnäckiger sind dagegen Flash Cookies, die auf jedem System funktionieren auf dem der Adobe Flash Player instelliert ist - also auf nahezu jedem Computer. Flash Cookies lassen sich auf die oben beschriebene Weise nicht löschen, denn sie werden nicht in den Programmordnern des Browsers gespeichert. Flash Cookies werden im Verzeichnis des Macromedia Flash Players gesammelt, wo sie von vielen Säuberungsprogrammen unbemerkt bleiben und natürlich auch dann, wenn man im Browser Cookies unterbindet oder löscht. Das Perfide: Flash Cookies funktionieren Browserübergreifend. Surft ein User mit dem Firefox auf eine Internetseite, die er zuvor mit dem IE besucht hat, findet der Webseitebetreiber das Cookie trotzdem. Heikel, denn auf diese Weise kann ein Webseitebetreiber über Jahre hinweg Daten sammeln und täuscht den vorsichtigen User, der normale Cookies regelmässig löscht.

So wird man Flash Cookies los

Leider steht hinter diesem "Trick" keine Firma, die man als Datenschutzbeauftragter medienwirksam bombardieren kann, wie das in der Schweiz derzeit mit dem vom Volk geliebten Google Street View passiert. Die sammelwütigen Flash-Cookies deaktivieren sollte man trotzdem - und das geht so:

Die Einstellungen für den Macromedia-Player nimmt man für den eigenen Computer online vor: Unter der Adresse http://www.macromedia.com/support/documentation/de/flashplayer/help/settings_manager.html gelangt man via Navigation links zu "Globale Speichereinstellungen". Das jetzt angezeigte Fenster ist nicht ein Bild, sondern die aktuell gültige Einstellung auf Deinem Computer:

Der Schieberegler ist nach ganz links zu schieben und bei allen Optionen darunter ist jeweils das Häkchen zu entfernen - fertig. Zudem sollte man auchbestehende Flash Cookies löschen. Diese findet man im arbeitsplatz unter folgendem Pfad:

Für XP: C:\Dokumente und Einstellungen\***Benutzer***\Anwendungsdaten\Macromedia\Flash Player\#SharedObjects

Für Vista: C:\Users\***Benutzer***\AppData\Roaming\Macromedia\Flash Player\#SharedObjects

***Benutzer*** ist natürlich durch dein Benutzerprofil zu ersetzen. Dieser Tipp stammt übrigens aus dem Supernature-Forum und ist sage und schreibe 4 Jahre alt. Weil ich noch nie was davon gehört habe und ich eben auf meinem einjährigen PC 1'400 solcher Cookies entfernt habe, fand ich dies einen erwähnenswerten Tipp.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Die Schweiz hilft Deutschland

Lupe, der (Schweizer) Satire-Blog appelliert an die Kreaktivität der Blogger und möchte der Deutschen Regierung (kicher), also genauer: Frau Merkel unter die Arme greifen. Jaja, so ganz real, mit Kurzarm-T-Shirt und so. Jedenfalls gilt sein Aufruf allen Mitbloggerinnen und Mitblogger, die mit einem gelungenen Slogan der gelb-schwarzen Regierung helfen wollen seriös zu wirken. Zu gewinnen gibt es eine nigelnagelneue Koalition. Mit Internetanschluss.

Hier mal mein bildlicher Beitrag für Lupes Wettbewerb:

Dienstag, 6. Oktober 2009

Neuer Lieblingsort entdeckt


Fell, ob Täsch. Bergquellwasser, eigene Solarstromanlage, viel Ruhe, schöne Aussicht und 22 Grad. Was braucht's mehr!

Montag, 5. Oktober 2009

Urknall im FC Aarau

Ist es ein neuer Investor? werden Sprtchef und Trainer rausgeschmissen? Werfen Präsident und Verwaltungsrat den Bettel hin? Schon am Vormittag dieses heutigen Montags liess der Präsident des FC Aarau Fredy Schmid verlauten, heute Abend werde etwas mitgeteilt, das « für den FC Aarau existenzielle Folgen haben wird. Und nicht nur für den Profibetrieb, sondern auch für die Juniorenabteilung.» Ein Spiel des FC Aarau schafft es längst nicht mehr, so viel Spannung aufkommen zu lassen. 7 Tore in 10 Spielen geschossen, 30 kassiert. Deshalb lag weitum die Vermutung auch nahe, die andauernde Erfolgslosigkeit sei Gegenstand des Communiqués, das lange auf sich warten liess.

Doch jetzt ist es raus. und es ist viel schlimmer als das, was viele Fans im FCA-Forum seit Stunden fingernägelkauend befürchtet haben. Viel schlimmer:

Die Aargauer Zeitung ist eine Scheiss-Zeitung.

Der FCA ist seinen Frust los, morgen Früh wird die AZ nachziehen. Und wir sitzen da, mit viel kürzerern Fingernägeln, aber ratlos wie eh und je. Zum Communiqué geht's hier.

Sozialer im Sozialen Netzwerk

Das Soziale Netzwerk folgt einem an sich einfachen Prinzip: Inhalte die interessant sind werden gegenseitig verlinkt, wo etwas "geklaut" wird, würdigt man die Arbeit des anderen mit einem Quellenverweis. In den letzten Monaten nun, sind die einst sozial vernetzten Blogger mehr und mehr zu Eigenbrödlern geworden. Woran das liegt, hat meines Erachtens unterschiedliche Gründe: Die Motivation dürfte einer davon sein, aber auch die zur Verfügung stehende Zeit die neben twitter, Facebook und Co. nicht wirklich zunimmt.

Lupo Lupe will dem Phänomen der 1000 Blog-Inseln entgegentreten und startet die Aktion "Von Blogger zu Blogger" oder "Blog2Blog" wie sie ganz im Sinne des Internets international angehaucht sich nennen soll. In Ansinnen der teilnehmenden Blogs ist es, den ursprünglichen Gedanken der sozialen Vernetzung wieder vermehrt aktiv zu leben. Einerseits wird diese Aktion dazu führen, dass die teilnehmenden Blogs einender erwähnen, andererseits - und das ist der Kern der Aktion - sollen alle Bloggerinnen und Blogger dazu animiert werden sich durch Verlinkung in Blogrolls und aus Artikeln heraus einen Gefallen - sprich: Mehr Bedeutung im Netz zu verschaffen. Bedeutung, die in Anbetracht der schnellen Medien wie Facebook oder die finanzstarken Auftritte grosser Medienhäuser durchaus wünschenswert wäre.

Kommerz steht aber nicht im Vordergrund und dies soll auch nicht als Affront gegen Medien verstanden werden. Im Gegenteil: Blogs waren und sind von je her bereit, mit renommierten Medienhäusern zusammen zu arbeiten In letzter Zeit waren (bedingt durch heftiges Blättersterben im Zeitungswald?) immerhin geweisse Annäherungsversuche seitens der Zeitungen zu bemerken, so erwähnt neuerdings die NZZ auf ihrer 2. Seite Artikel, die in Blogs zu lesen sind.

Die Blogger-Aktion von Lupo Lupe ist nun ein erster Schritt, dem Gedanken des gegenseitigen Erwähnens vermehrt Rechnung zu tragen. Wer mitmachen will, liest sich am besten hier durch und die Teilnahme ist nun wirklich nicht schwierig, erfordert minimalen Einsatz und kann allen Beteiligten etwas bringen.

(alphabethisch, liste wird regelmässig ergänzt)

Ahnungslos
Almabu
Bodeständix

Brighty

Bruder Bernhard
Büttchenbunt
Dan reports
DasTafelblog

Farbfotosweblog
Goggi
Infomagazin und Nachlese
Kessis Room
Lupe, der Satire-Blog

Michael Jaeger

Metallschädel
Monsieur Fischer
Netzfeuilleton
Reflections
Reto Müller
Schweizeransichten
Sackstark
Substanz
Sumpfnoodle

szenso
web-quantensprung
zappadong

Freitag, 2. Oktober 2009

Ratatouille, das Erste

Die Meldung: Beim FC Aarau werden Spieler neust per SMS transferiert wobei dem Trainer schon lange nahe gelegt wurde, er solle endlich den News-Dienst abonnieren, damit er sowas auch mal mitbekommt. Im Interview mit dem lokalen Monopolunterhalter Radio Argovia scheint er bis heute jedenfalls keine Ahnung davon zu haben, was die ganze Fussballschweiz schon zu wissen glaubt. Derweil regen sich alle auf, was der FCA doch für ein lausiger Verein sei.

Mein Coiffeur hat mich gefragt, ob das Interview mit Jeff eventuell nicht schon älter gewesen sein könnte, so zum Beispiel fast 2 Tage und er sagte ausserdem, er fände es bemerkenswert wie man ständig über die AZ-Mediengruppe schimpfe und dann den nächsten Pieps sofort wieder glaubt.


Nicht dass mein Coiffeur eine Ahnung hätte, schliesslich hat er seine beiden Angestellten letzte Woche entlassen weil der Bruder vom Nachbarn seiner Schwester, die eine Bekannte hat die jeweils zu ihm in den Coiffeurladen kommt gesagt haben soll, die beiden angestellten würden die Haare mit Absicht kürzer schneiden, damit die Leute nicht so schnell wiederkommen. Jetzt ist er zwar die beiden hintelistigen Coiffeusen los, aber leider kann er keine neuen einstellen, weil die beiden ihren Chef wegen unrechtmässiger Entlassung verklagt haben und er jetzt 2x 6 Monatsgehalte sozusagen weiter zahlen muss und die Schwester vom Bruder die Bekannte seither auch nicht mehr in den Laden kommt.

Nun könnte man auch sagen, Goggi erfindet diese Geschichte nur, um mit schwingendem Zaunpfahl den Kritikern einen Wink zu geben, dass man von weit her immer alles besser machen zu können glaubt, aber ehrlich gesagt muss ich selber alles 3x durchlesen dass ich draus komme was ich überhaupt schreiben wollte. Jedenfalls sucht mein Coiffeur aktuell Leute mit grosser Klappe, wobei ihm Sponsoren mit grosser Klappe fast lieber wären. Immerhin räumt er ein, dass er demnächst einen neuen Coiffeurladen aufmacht und wenn es dann soweit ist, hat er versprochen, wird er den ganzen Laden voll verprofessionalisieren und wenn sich jemand an seinen Coiffeusen stört soll er einen Brief an die Stadion AG Coiffeur AG schicken, die haben einen Rundordner für dettigs.

Unter dem Titel "Ratatouille" erscheinen in Anlehung an Josef Zindels Satire-Häppchen der 1990er-Jahre, eigene hinreissende Kommentare aus dem FCA-Forum, die ich zu meiner persönlichen Belustigung in meinem Blog aufbewahren will.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Ist der Aufschwung denn schon da?

370 Millionen Franken Quartalsgewinn bei der Post, Grossbanken die freiwillig den Zahltag erhöhen und Personalverbände die "garantierten Teuerungsausgleich" (Lehrerverband) fordern. Trotz Krise unterscheiden sich die Meldungen kaum von anderen Lohnrunden-Spätherbsten. Zusätzlich positiv stimmen die zahlreichen Neugründungen von Einzel- und Kleinstfirmen, die der Rezession offensichtlich mit geschwellter Brust oder mindestens mit einer guten Geschäftsidee entgegen treten. Selbst das Migros Magazin widmet den Pionieren der Selbstständigkeit einen würdigen Auftritt und lobt (zurecht) den Mut, den die oft jungen Menschen in dieser schwierigen Zeit beweisen.

Zugegeben, die obige Formulierung ist etwas pointiert. Ich würde mir nicht anmassen den Antrieb Anderer zu beurteilen, wenn ich nicht selber zu jenen jungen Menschen gehörte, die sich aufgemacht haben, sich in die raue Welt der Selbstständigkeit zu wagen. Deshalb erst mal die schönen Seiten der Selbstständigkeit:

Freiheit! Die Freiheit zu entscheiden, wann mein Bürotag beginnt. Freiheit Arbeiten anzunehmen, die mir gefallen und nicht solche die ein Chef nicht machen will. Keiner der mir sagt was ich als nächstes tun muss. Freiheit, sich ein paar Tage frei zu nehmen weil das Wallis ruft und Freiheit, sich jederzeit neu orientieren zu können. Freiheit Geschäfte einzugehen und neue Menschen kennen zu lernen, Zufälle spielen zu lassen oder bewusst zu Verhandeln.

Das war's auch schon. Die Nachteile überwiegen: Hohes Risiko, knappe Kasse, Terminstress, Verpflichtungen gegenüber mehr als nur einem Chef, unpopuläre Entscheidungen fällen, Laptop mit in die Ferien nehmen, allen alles recht machen müssen, keiner der Dir sagt was Du als nächstes tun sollst. Keine Pensionskasse, kein bezahlter und beheizter Arbeitsplatz, keine Kaffeemaschine, keine bezahlten Pausen und schon gar nicht Ferien. Keine aufmunternde Personalzeitung, kein Sitznachbar mit dem sich Quasseln lässt, keine Personalgutscheine zu Weihnachten, keinen Chef dessen Bild man als Dartscheibe brauchen könnte, keine Putzfrau die den Kübel leert. Nichts.

Dennoch würde ich nicht zurück wollen. Die wenigen Vorteile übertrumpfen die zahlreichen Nachteile bei weitem. Das zu behaupten geschieht natürlich mit dem Hintergrund, dass ordentlich Aufträge rein kommen und ich mit meinem Budget 20% über den Erwartungen liege und einige Ziele bereits erreicht sind, die erst Ende Jahr hätten erreicht werden sollten. Das bringt uns unweigerlich zur Frage: Ist der Aufschwung denn schon da?

Die Antwort ist ernüchternd: Nein.

Während die Post Gewinne und Lehrer Forderungen aufgrund gewisser Monopolstellungen deponieren können, gründet die Erfolge der zahlreichen Neufirmen nicht etwa auf ein unglaubliches Auftragsvolumen das aus dem Nichts hergezaubert worden wäre. Der Wachstum basiert tragischerweise auf dem Buckel der Entlassenen anderer Firmen. Während diese noch zähneknirschend und oft entmutigt die Kursangebote beim RAV studieren, sind wir schon einen Schritt weiter. Das hat nichts mit besonderen Fähigkeiten zu tun, sondern ist ein rein zeitliches Phänomen: Vor der Rezession die Stelle verloren zu haben gibt uns heute den entscheiden Vorsprung. Die Firma XY entlässt aus Kostengründen sämtliche Journalisten. Weil die Seiten trotzdem gefüllt werden müssen, profitiert der so genannte Freelancer, der viel billiger ist: keine Lohnnebenkosten, keine Sozialleistungen, keine Ferien, keine bezahlten Krankheitstage, keine Pensionskassenbeiträge, keine Kaffeemaschine, und so weiter.

"Der Aufschwung beginnt im Kleinen" (weiss nicht mehr, stand's im Beobachter?) stimmt deshalb auch nur zum Teil. Zwar häuft sich hier die Arbeit, doch unter dem Strich resultiert ein kleinerer Bruttoumsatz und das Ganze erst noch auf dem Buckel der ehemals Angestellten. Soll ich deswegen ein schlechtes Gewissen haben? Nein. Nach meinem Befinden hat damals auch keiner gefragt und heute gilt der Grundsatz: Nimm, was Du kriegen kannst.