Sonntag, 24. Juli 2011

4UTV: Von Felten lügt

Vor einiger Zeit habe ich die Berichterstattung über 4UTV beendet und die vorhandenen Postings aus dem Blog entfernt. Von verschiedenen Seiten wurde mir nun zugetragen, David von Felten erzähle herum, der Goggiblog sei vor Gericht zur Löschung gezwungen und verurteilt worden und es seien ihm "horrende Kosten" entstanden. Nun habe ich seine Behauptungen auch noch schwarz auf weiss erhalten, wie sie David von Felten gegenüber einem Administrator eines Forums gemacht hat (siehe Bild unten rechts). Wahrer werden die Behauptungen dadurch allerdings nicht. 

Nachricht von 4UTV an den Forum-Admin
Richtig ist, dass 4UTV und der Goggiblog sich in einem sogenannten "summarischen Verfahren" (bei einer Art Friedensrichter) geeinigt haben in ihren jeweiligen Publikationen das über den anderen Geschriebene aus dem Internet zu entfernen. Der Richter war der Meinung, dass sowohl in den Kommentaren des Goggiblogs, wie auch in den Artikeln von 4UTV Passagen zu finden seien, die in einem ordentlichen Verfahren ein Prozessrisiko für beide Seiten beinhalten könnten und eine Vergleichslösung die deutlich günstigere Variante sei. Auf Vorschlag des Goggiblogs einigten sich die Parteien auf die Entfernung und die Teilung der Gerichtskosten.

Die erzielte Vereinbarung
Es stimmt also nicht, dass eine Verfügung gegen den Goggiblog erlassen wurde. Es stimmt nicht, dass diesem Blog horrende Kosten entstanden sind. Es stimmt nicht, was David von Felten in obiger Mail geschrieben hat. In diesen Punkten lügt David von Felten schlichtweg. Und weil ich ein Blogger bin, der beweisen kann was er schreibt, veröffentliche ich hiermit das amtliche, vom Bezirksgericht Baden erstellte Dokument.

So geht das natürlich nicht, mein lieber Herr. Ich weiss nicht, warum von Felten solche Nachrichten verschickt. Auf eine weitere Berichterstattung möchte ich nach wie vor verzichten, erwarte aber von David, dass er sich an die Regeln hält. Für alles weitere hat Yogi einen Blog aufgemacht, mit dem ich nichts weiter zu tun habe: den 4utv-Watchblog.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Exsila vor dem Aus?

Vor rund drei Jahren erschien in diesem Blog ein Artikel über die neue Tauschplattform Exsila, die sich das Motto "Tauschen statt kaufen" auf die Brust geschrieben hatte. Anstelle von Frankenbeträgen kam ein Punktesystem zum Zuge. Musik, Videos, Spiele, Bücher und sogar Paninibildchen konnte man tauschen. Dem neu angemeldeten Mitglied wurden gar 10 Punkte geschenkt, mit denen man sich locker eine DVD bestellen konnte. Nachdem das Projekt alleine durch Werbeeinblendungen nicht überlebensfähig war, wurden vor einem Jahr Punkte-Gebühren eingeführt und seit wenigen Monaten kann man neu auch Artikel mit richtigem Geld kaufen und verkaufen. Zu diesem Zweck werden von Exsila zwei Konten geführt, eines in Punkte und eines in Franken.
Exsila: kaufen statt kaufen

Exsila wird zur Handelsplattform

Neu kostet jetzt jedes Tauschgechäft bares Geld - und zwar unabhängig davon, ob mit Punkten oder Geld gehandelt wird. Die Gebühr von 5% wird immer in Franken gerechnet. Mit einem lapidaren Satz erklärt Exsila den Schritt, der gegen die ursprüngliche Philosophie spreche: "Dies ist der letzte Schritt in einer Reihe von Anpassungen, welche in den letzten Wochen und Monaten stattgefunden haben. Exsila vollzieht somit den Wechsel von der Tauschbörse zur Handelsplattform". Doch das könnte auch ganz schnell der letzte Schritt in den Abgrund sein. Denn die vielen User, die teilweise grosse Punktebestände haben sehen sich gezwungen eine Einzahlung zu tätigen, denn sie haben einen Franken-Kontostand von Null.

Damit stirbt eine beliebte Tauschbörse und es entsteht ein Tummelfeld für professionelle CD- und DVD-Händler. Mein persönlicher erster Schritt, nach diesem letzten Exsila-Schritt ist, vorläufig alle Artikel zu pausieren und das Punktekonto zu räumen. Ich zweifle im Moment noch ein bisschen daran, dass sich die Lust ergibt, bei der Handelsplattform a la Ricardo und ebay mitzumachen.

Schade dass es Exsila nicht mehr gibt, wie wir es geliebt haben. Trotzdem viel Glück und beste Grüsse an Rouven und sein Team - nachvollziehbar ist Euer Entscheid allemal - daran liegt meine Unzufriedenheit ja nicht. Mann hätte es aber auch anders lösen können und vor allen Dingen: die treuen User sind doch nicht erst 6 Tage vor der Änderung der Geschäftsbedingungen über den "letzten Schritt" zu informieren... In den zahlreichen Kommentaren im Social Web habe ich jedenfalls noch keine einzige positive Rektion finden können.

Donnerstag, 14. Juli 2011

FC Aarau: Regionale Zusammenarbeit wird ausgebaut

Die Reform der Challenge League - so hofft man - wird die fussballerische Qualität in der zweithöchsten Schweizer Fussball-Liga verbessern. Die Reduktion der Mannschaften bringt aber gleichzeitig auch eine Reduktion der verfügbaren Ausbildungsplätze mit sich, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Einerseits findet ein physischer Stellenabbau statt, weil sechs Clubs aus der Challenge League absteigen müssen. Andererseits werden Clubs der Challenge League Überlegung anstellen müssen, wie viele Positionen überhaupt noch mit jungen Talenten besetzt werden können. Die Challenge League ist künftig keine klassische Ausbildungsliga mehr und die Clubs werden vermehrt auf bewährte Leistungsträger zurückgreifen.

Diese neue Ausgangslage beschäftigt auch den FC Aarau. Es ist ihm nach wie vor ein Anliegen jungen Fussballern Spielpraxis zu bieten, denn die besten Talente nützen einem Club nichts, wenn sie auf der Ersatzbank "versauern". Aus diesem Grund wird die Zusammenarbeit zwischen Vereinen verschiedener Ligen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der FC Aarau hat in diesem Zusammenhang die Zeichen der Zeit schon früh erkannt und zusammen mit dem FC Wohlen und dem FC Baden das Team Aargau gebildet. Seither verfügt unsere Region über eine schlagkräftige U-21-Mannschaft - und die Spieler über ein Sprungbrett für höhere Aufgaben.

Nun weitet der FC Aarau die regionale Zusammenarbeit weiter aus. Mit dem SC Schöftland, dem SC Zofingen, und dem FC Wangen bei Olten konnten dieser Tage neue Vereinbarungen erzielt werden - weitere sollen folgen. Diese erlauben es allen Beteiligten sportliche Ressourcen zu nutzen und zu optimieren. Als Grundlage dazu dient die gemeinsame Mitgliedschaft in der Nachwuchsstruktur der Partnerschaft Team Aargau. Mit diesem Gefäss verschaffen sich die beteiligten Vereine erstklassige Ausbildungsmöglichkeiten für ihre aussergewöhnlichen Fussballtalente. Gemeinsames Ziel ist es dabei, die guten Fussballer im Kanton Aargau zu behalten, denn in der Vergangenheit bestand Gefahr, dass diese aufgrund fehlender Entwicklungsmöglichkeiten zu Grossstadt-Clubs wechseln - oder sich vom Leistungssport sogar ganz zurückziehen, weil ein Umzug mit der ganzen Familie nicht möglich ist.

Zusammenarbeit auf allen Stufen

Konkret sieht die neue Zusammenarbeit vor, dass die vorhandenen Strukturen im Junioren- und Aktivbereich gemeinsam genutzt werden, um den Spielern eine optimale Ausbildungsstruktur zu ermöglichen.

Dabei wird die aktive Förderung bereits bei den 10-Jährigen betrieben, damit die talentiertesten Spieler auf ihrem Weg zur möglichen Profikarriere optimal begleitet werden können. Wird ein Talent entdeckt, treten Abläufe in Kraft die dem Spieler die besten Trainingsmöglichkeiten bieten und regeln darüber hinaus Rechte und Pflichten die durch die Übernahme und die Weiterbetreuung von Spielern den beteiligten Vereinen entstehen. Einer der wichtigsten Faktoren der Zusammenarbeit ist dabei, dass diese jederzeit ehrlich, fair und zielgerichtet erfolgt - sprich: Die beteiligten Parteien respektieren die definierten Rekrutierungsgebiete und arbeiten transparent, mit dem wichtigsten Ziel vor Augen, die Talente unserer Region im Aargau halten zu können.

Die Zusammenarbeit hat auch Auswirkungen auf die ersten Mannschaften der jeweiligen Vereine. So haben die beteiligten Clubs besondere Transfermodalitäten geschaffen. Damit wird gewährleistet, dass Fussballer jeden Alters innerhalb des Teams Aargau optimal eingesetzt werden können. Optimal nicht nur für den Verein, sondern insbesondere auch für den Fussballspieler, denn diesem wird Spielpraxis auf dem entsprechenden Niveau ermöglicht. Schafft ein Eigengewächs letztlich den Durchbruch im nationalen oder internationalen Fussball, profitieren alle beteiligten Vereine am erzielten Erfolg.

Der FC Aarau freut sich ausserordentlich über diese neue Stufe der Zusammenarbeit und ist zuversichtlich, zusammen mit den beteiligten Clubs den richtigen Schritt in die Zukunft gemacht zu haben.

Mittwoch, 13. Juli 2011

kino.to ist wieder da

Der Kampf ritterlicher Film-Piraten gegen die aufgedunsene Kino-Industrie geht in eine neue Runde. Das vor einigen Wochen in Aufsehen erregende Weise geschlossene Portal kino.to ist eben wieder auferstanden.

Die Botschaft der neuen Betreiber, denen offenbar Mitglieder von Anonymous angehören, ist klar: "Denkt ihr wirklich ihr könnt uns stoppen nur weil ihr haufenweise Geld habt?". Die politische Treibfeder wird ebenfalls nicht ausgelassen: "Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden? " Die Angriffe richten sich hauptsächlich gegen die Deutsche Gesellschaft für Urheberrechtsverletzungen (GVU) und an die Deutsche Politik, die nach der Meinung der Webseitebetreiber die viel zu teure Industrie beschützt - wir in der Schweiz leben ja seit Jahren im Downloadparadies.

Und dennoch. Man kann geteilter Meinung sein, ob die auf allen möglichen und unmöglichen Datenträger erhobenen Urheberrechtsgebühren schlicht zu hoch sind, oder ob sie wirklich nötig sind, um die Produktion von Filmperlen erst zu ermöglichen. Tatsache ist, dass ein normaler User heute in seinen Rechten arg beschnitten wird. Kauft sich ein Schweizer beispielsweise eine CD und speichert die Songs daraufhin auf PC und iPod, hat er bereits viermal Urheberrechtsabgaben bezahlt: über den Kaufpreis der CD, der Festplatte, des iPods und über die Abgabe an die Billag - die heute praktisch jeder bezahlen muss.

Wundert es da noch jemanden, dass Portale wie Feature Films, Mega-Stream.us, Streamload.IN, Mov-World.net, movie2k.to, nox.to, Hochkonjunktur feiern? Sie läuft zwar noch sehr schleppend, aber wieder ins Leben gerufen wurde nun also das Portal kinoX.to (man beachte das zusätzliche X). Trotz dem Relaunch sieht sich die GUV laut Medienberichten als Sieger, denn es habe verhältnismässig lange gedauert, bis die Plattform wieder aufgebaut worden sei. In der Stellungnahme des GUV zeigt man sich zufrieden, denn "dass es vergleichsweise lange gedauert hat, bis diese Resteverwertung von kino.to online gestellt wurde, offenbart wie empfindlich die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Szene getroffen hat"

Das klingt mehr nach einem Versuch die bei der Räumungsaktion ausgegebenen Steuermillionen zu rechtfertigen, als nach einem wirklichen Erfolg. Man darf gespannt sein, welche Plattform sich letztlich im Volke etablieren wird. Sicher ist eigentlich nur, dass es immer irgenwo etwas zum runterladen geben wird. So lange sich an der "Hochpreisinsel Filmindustrie" nichts ändert, wird das auch so bleiben.

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Herzblitz

Ein wirklich interessantes Wetterphänomen, so ein Blitz :)

Aufgenommen am 17.Juli 2011, 01:40 Uhr

Dienstag, 12. Juli 2011

Da kommt was...

Vor ein paar Tagen hat es wunderbar geschneit.... gehagelt bei und wir konnten unseren ersten Schneemann Hagelmann mitten im Juli bauen. Und wenn man so aus dem Fenster schaut, kommt da ziemlich viel Violett daher. Violett it ganz schlecht...


und weil er so hübbsch ist, hier auch gleich noch der Hagelmann :)



Mittwoch, 6. Juli 2011

Küssen

Wir alle küssen. Ich glaube, es ist inzwischen zu einer der häufigsten um nicht zu sagen belanglosesten Beschäftigungen der Menschen geworden. Hier ein saftiger Schmatzer, da ein Kuss halb Wange, halb Luft. Zwei Küsschen mit spitzen Lippen, oder Waschlappenmässig unsortiert. Ganz zu Schweigen von den Grüssen und Küssen die man zuweilen als GuK unter jede beliebige Mail zu setzen pflegt. Wir verteilen sie ohne Rücksicht auf Schweine-, Vogel- und andere Grippen - Küsse hier und Küsse da.

Natürlich gibt es auch die umwerfenden, die atemberaubenden, leidenschaftlich hingebenden, reizenden und Sinne entführenden Küsse. Solche, in die man sich hineinsteigert, die einmal angefangen nicht mehr aufzuhalten sind und in einer lawinenähnlichen Kettenreaktion von Leidenschaft und Hingabe sich nicht mehr aufhalten lassen, solche eben, bei denen Er Sie an die Wand drückt und Sie Ihm mit den Fingern die Haare zerzaust. Diese Küsse enden selten vor dem Bauchnabel und schon gar nicht danach, sie führen zu flegelhaften Handlungen und werden nicht selten von knisternden Geräuschen im Bauch begleitet und oft kommt auch die Zunge nicht umhin, sich der zart aber bestimmt den Weg zu suchen , bis die Wogen der Leidenschaft alle Dämme reissen lassen und die Sinne sich drehen im Strudel der Leidenschaft.

Aber um solche Küsse geht es hier nicht. Das wäre zu jugendunfrei. Ich möchte auf diese alltäglichen, ja schon fast furchteinflössenden Halloschatzschmatzer eingehen. Man sollte eine Anti-Fluchtkuss-Initiative lancieren, sowas geht doch einfach nicht. Der unpräzis gesetzte, kaum bemerkte Kuss, den man genau so gut an den Kühlschrank kleben könnte hat auf dieser Welt nichts mehr verloren. Wo sind die Rituale aus der Zeit jugendlicher Unbekümmertheit geblieben, das Allesanderekannnochwarten-Gefühl, die Bestimmtheit mit der ein Kuss angebracht wird, der Kuss eben, der noch eine Botschaft war? Eben.

Ich fordere mehr Küsse für diese Welt, denn erstens sind sie CO2-neutral, und zweitens bauen sie Kalorien ab. Und drittens kann man mit einem liebenswerten Kuss eine besondere Visitenkarte von sich geben. Über den Daumen gerechnet könnte man sagen, dass wenn in der Schweiz 20% mehr und 100% intensiver geküsst würde, könnten wir die Erde retten. Denn dann würde es nicht 2 Grad wärmer, sondern 3 Grad kühler, die Polarkappen würden nicht abschmelzen, der Golfstrom nicht abreissen, die Küsten nicht überschwemmt und die Gletscher nicht aufgelöst. Es reicht einfach nicht, dass sich die 100 Staatsoberhäupter an der Klimakonferenz jetzt 10 Tage lang küssen - Wir, das in den meisten Ländern ungefragte Volk - Wir müssen das in die die Hände nehmen. Oder an die Lippen. Du und ich können die Welt retten, indem wir unsere Allerliebsten mit etwas mehr Hingabe und Leidenschaft küssen. Mit einer bebenähnlichen Art knutschen und drücken, die Wände erzittern und die Trägerbalken wackeln lassen - die Triebe gleiten und die Natur Dinge tun lassen, die nicht in diesen Blog gehören, sondern in Sphären wo die Schmetterlinge sich tollen und der Sturm der Lüste kein schnelles Ende findet.

Aber wie gesagt. darum geht es hier gar nicht.
Grüsse und Küsse an den Tag Weltkusstag - der ging heute über die Bühne, oder? Ereignislos, wie ich annehme.

Die schönere Liga

Bereits in 10 Tagen geht der Fussballbetrieb in der Schweiz wieder los. Und zwar gleich mit dem "Knüller" BSC Young Boys gegen den FC Basel. Beobachter fürchten, dass es damit schon in der ersten Runde zu wildesten Auseinandersetzungen von Fans rund um das Stadion und zu illegalen Feuerwerken auf den Zuschauerrängen kommen wird. Zuletzt werden die Kosten für Polizeieinsätze und für zerstörte SBB-Wagen den gefühlten Unterhaltungswert wie immer in den Schatten stellen.

Eine Woche später geht es auch in der Challenge League los. Obwohl die Reduktion derselben von 16 auf 10 Mannschaften vor allem zum Ziel hat fussballerische Qualität und Finanzierbarkeit zu steigern, könnte die Ligareform einen ganz anderen Mehrwert bieten: Die Challange League wird die viel schönere Liga als die Axpo Super League. Qualitativ ist das Mittelfeld der obersten Liga kaum von jenem der tieferen Liga zu unterscheiden. Möchte man tatsächlich eine Qualitäts-Zäsur schaffen, müssten Basel, Zürich, YB und Sion eine separate Meisterschaft austragen. Damit würde als interessanter Nebeneffekt das Problem überbordender Sicherheitskosten ebenfalls auf diese wenigen Schauplätze beschränkt. In den meisten anderen Stadien herrscht nämlich weitgehend Ruhe, wenn man randalierende Randgruppen aus  St.Gallen, Bellinzona und Luzern mal ausser acht lässt. Anspannungen konzentrieren ausserdem höchstens noch auf regionale Derbies.

Darüber hinaus herrscht vor allem in der Challenge League weitgehend Ruhe. Was man zuerst als langweilig bezeichnen könnte, läst auf den zweiten Blick zahlreiche Vorteile erkennen: In der Challenge League ist es immer noch möglich ohne Polizeieskorte zum Stadion zu pilgern, man wird nicht durch ein dreistufiges Sicherheitssystem geschleust, man steht nicht generell unter Terrorverdacht und man darf in allen Stadien echtes Bier trinken, mit freier Sicht aufs Spielfeld, ohne dabei ständig gefilmt zu werden. "Wie früher in der Nati A" sagte unlängst ein alter Weggefährte zu mir. Ein Blick auf die Zusammensetzung der Challenge League bestätigt diese Aussage. Die Mehrheit der Teilnehmer der Challenge League gehörten in den letzten 30 Jahren schon einmal der obersten Spielklasse an - als diese noch nicht von Radaubrüdern und Sicherheitskräften dominiert war.

Die Neuen beim FC Aarau: Nganga, Schultz, Dabo, Garat
Der FC Aarau - damit mein Club auch noch Erwähnung findet - machte ein furchtbares Jahr durch. Abgestiegen und geprügelt von der halben Liga, die Fans mehrheitlich frustriert und wie immer fehlte das Geld an allen Enden und Ecken. Um so erfrischender ist der Wind, der seit einigen Wochen durch das Brügglifeld weht: Trainer René Weiler bringt Spielfreude in die Mannschaft und Motivation ins Umfeld, Sportkoordinator Urs Bachmann beweist ein glückliches und gleichwohl gekonntes Händchen mit wenigen, aber qualitativen Transfers und in Sachen Sponsoring legen Roger Geissberger und die ganze Marketingabteilung bemerkenswertes auf den Tisch: Das neue FCA-Tricot hat einen Werbewert von 810'000 Franken. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr und stellt einer der besten Werte der Challenge League dar.

Stehen die Zeichen etwa auf Super League beim FC Aarau? Weiler relativierte an der Saisonmedienkonferenz und rief die Reduktion der Challenge League in Erinnerung: "Es wird eine harte Saison, weil alle Vereine angreifen müssen, um die drohende Relegation zu verhindern". Entsprechend sei auch immer mit Rückschlägen zu rechnen, führte der Trainer weiter aus. Präsident Alfred Schmid doppelt nach und bezeichnet die neue Saison als "nicht leicht". Dennoch strahlt auch Schmid erfrischende Zuversicht aus: "mit einer schlagkräftigen Mannschaft und dem nötigen Glück, ist ein Platz von Platz 1 bis 6 möglich". Für eine schlagkräftige Mannschaft ist derzeit eine noch eine Alternative im Sturm von Vorteil - daran abrebitet man derzeit noch beim FCA.

Der aktuelle Stand der Dinge verspricht Erfreuliches für die neue Challenge League Saison. Fernab der Millionenschäden in Basel, Zürich und Bern, können wir uns auf zuschauerfreundlichen Fussball und gemütliche stadien freuen und hoffen, dass der FCA wirde zum FCW wird. Nein, nicht FC Wohlen - FC Wunder.