Mittwoch, 30. November 2011

Liebeserklärung

Geschrieben worden an anderer Stelle im Internet, von der Frau die ich heiraten werde.

Heimkommen, ein Chaos vorfinden, die Schultern zucken und denken: ICH kann ja Sonntag Abend hier wieder verschwinden – unbezahlbar.

Mitten am Nachmittag Sex in einer unglaublich tiefen, befriedigenden Art zu haben und zu wissen, dass einer der Nachbarn versucht durch das unbevorhangte Fenster zu gucken und schon wieder die Schultern zu zucken – unbezahlbar.

Den Mann wütend machen, weil man ihn übergeht (ich finde immer noch, dass es rattenscharf aussieht *sabber*) und nach der Aussprache trotzdem wieder mit ihm lachen dürfen – unbezahlbar.

Einen längeren Rock anziehen, weil der Mann vor Angst und Eifersucht durchdreht und sich nicht bevormundet fühlen – unbezahlbar.

Den Mann an den Händen nehmen, ihm versichern, dass man weder jemanden anmachen will, noch mit diesen Ausbrüchen nicht klar kommt, weil man es tief in sich fühlt und sich sicher ist, dass er THE ONE ist- unbezahlbar.

Selbstverständlich das erste Stück zu fahren bis sich der Mann im Haus soweit beruhigt hat, dass er mit dem Kind alleine weiter fahren kann – unbezahlbar

Den Platz im Bett für ein Kind räumen, das seinen Vater dringend ganz nahe braucht, ohne sich entwertet oder weggeschoben zu fühlen – unbezahlbar.

Danach wieder ins Bett zu Vater und schlafendem Kind zu dürfen und sich dort sicher und gut aufgehoben zu fühlen, obwohl klar ist, dass man nachher im Liegestuhl (der übrigens für mich tiptop geht) schlafen wird – unbezahlbar.

Eine Nähe zu fühlen, die man fast körperlich spüren kann und zu wissen, dass sie bleibt – unbezahlbar.

Nach zu wenig Schlaf aufstehen, sich ins Wohnzimmer fläzen und surfen und irgendwann vom Kind besucht zu werden, das auch wach ist und sich mit diesem ein Bisschen zu unterhalten, während der Vater noch weiter Bäume versägt und sich gut fühlen – unbezahlbar.

Mit dem Kind einen Pakt schliessen, dass man den Vater wecken geht, sobald das ebanking erledigt ist und das Strahlen in den Augen des Kindes sehen, weil es den Plan gut findet – unbezahlbar.

Zum Frühstück um halb 1 anstelle von Marmeladen-Broten Kuchen essen – unbezahlbar.

Im Bett Fotos zu schiessen und sich dabei gut fühlen – unbezahlbar.

Nachmittags versuchen, Mann und Kind in die Sonne zu schicken und sich doch nicht gestört fühlen, wenn sie nicht gehen – unbezahlbar.

Einfach sein dürfen, ohne etwas zu müssen, obwohl man eine Familie ist – unbezahlbar.

Entspannt auf die Klinik vorbereiten (inkl. Packen, sich etwas auffrischen etc.) und so locker dabei sein, dass man selber fahren kann – unbezahlbar.

Das Kind im Pyjama mitnehmen, weil es sich nicht anziehen mag und sowieso anschliessend gleich ins Bett sollte und es völlig normal finden – unbezahlbar.

Glückselig mitten in der Nacht einschlafen, mit dem Wissen getragen und geborgen zu sein – von Liebe, Akzeptanz, Toleranz, Verständnis und Erfahrung – UNBEZAHLBAR!

Endlich auf dem richtigen Weg, das Ankommen spüren, den Hafen sehen – stimmig, wohlig, zufrieden – pures Glück!

Dienstag, 22. November 2011

Sehr geehrter Herr Darbellay

Die CVP hat es nun wirklich nicht nötig, sich heute schon einer Schlammschlacht zu bedienen um in vier Jahren nicht schon wieder gefühlte 50 Sitze im Parlament zu verlieren. Es wird immer genügend Menschen geben, die um ihren Glauben zu stützen, erstens Kirchensteuern zahlen und zweitens die CVP wählen, jetzt machen Sie sich doch keine Sorgen!

Dass Sie Homosexuelle die Kinder adoptieren wollen auf die gleiche Stufe wie Kokainsüchtige stellen werte ich als Beweis, dass es erstens richtig war aus der Kirche auszutreten und ich zweitens noch nie in meinem Leben in Erwägung gezogen habe die CVP zu wählen. Offenbar nimmt man sich bei diesen - nennen wir sie mal einheitlich "Glaubensrichtungen" - schon seit Jahrhunderten das Recht heraus geschmacklos zu sein. Dabei denke ich noch nicht einmal an Pfarrer und Buben, an Inquisitionen und Machtmissbräuche, oder an den verhältnislosen Prunk den etwa der Vatikan an den Tag legt, wenn er den Afrikanern die Pariser wegnimmt oder Spendengelder in Ace für den Kirchenbau missbraucht, anstatt den Menschen zu helfen. Nein, Herr Darbellay, es geht in diesem Fall um die Evolution der Spezies "Politiker", welche diesem Land ein bitteres Armutszeugnis ausstellen.

Ich finde übrigens, dass ein Politiker durchaus sofort und ohne Angaben von Gründen zurücktreten darf. Das machen Kokainsüchtige schliesslich auch, Herr Darbellay.

Freundliche Grüsse
Goggi

Montag, 21. November 2011

4UTV am gefühlten Ende

Zahlreiche Medien nehmen das Thema 4UTV dieser Tage auf und werfen ein schlechtes Licht auf den grössten Jugend-TV-Sender Europas. Schon seit einem halben Jahr arbeitet eine Gruppe rund um Blogger "Yogi" daran, Dokumente zusammenzutragen. Der Aufwand scheint sich zu lohnen.

"Schau David", sagte ich, "ich finde Du hast grosses Potential, du musst nur aufpassen dass du nicht noch mehr auf die schiefe Bahn kommst. Ein Richter hatte darüber zu entscheiden, ob die Kommentare im Goggiblog die Persönlichkeit von David von Felten verletzten. Man einigte sich auf gegenseitiges In-Ruhe-Lassen und auf meinen Rat entgegnete David: "Ja sicher, ich kann das und ich bescheisse nicht". Wenig später erfuhr ich, dass der Chef des TV-Senders 4UTV über den Goggiblog erzählte, der Blogger hätte bezahlen müssen und 4UTV habe "auf der ganzen Linie gewonnen". Dass ich dem jungen Mann damals geglaubt hatte war ein Fehler, wie sich immer mehr herausstellt.

Gekommen ist es nämlich ganz anders. Seit ich David im Mai dieses Jahres das letzte Mal gesehen habe ist er zweimal umgezogen, schuldet seinen ehemaligen Vermietern mindestens 5 Monatsmieten und hat es geschafft Betreibungen in der Höhe von 37'000 Franken anzuhäufen. Er fälscht Zahlungsgarantien, Betreibungsregisterauszüge und versucht sich weiterhin als VJ. Er verlangt dabei Vorkasse, verspricht Leistung und liefert nichts. Er führt mindestens vier Hetzkampagnen gegen Leute, die ihn kritisieren und schreckt nicht davor zurück Amtspersonen zu belügen. Die Zeitung "Neue Luzerner Nachrichten" hat in der Ausgabe vom vergangenen Sonntag einen grossen Artikel veröffentlicht in dem von Felten den Journalisten ganz offensichtlich anlügt. Der amtliche Betreibungsregisterauszug sei gefälscht, lässt er sich zitieren - eine Aussage über die man beim Betreibungsamt nur den Kopf schütteln kann. Neben TeleBasel und City Channel 1 hat auch das Innerschweizer Lokalfernsehen Tele 1 über den "Fall Von Felten" berichtet. Fazit: selbst solche wie ich, die an das Gute im Menschen glauben, müssen langsam ihre Illusionen fallen lassen. Leider.

Warum macht David von Felten das? Warum zeigt er wahllos Leute an die ihn kritisieren, beschuldigt sie via erfundener Pseudonyme aufs Übelste, bezichtigt Unschuldige der Straftaten die er möglicherweise selber begeht? Warum nimmt er amtliche Termine gegen seine Person nicht wahr, alarmiert aber bei kleinster Kritik sofort Polizei und Staatsanwaltschaft? Was um Himmels Willen geht im Kopf von David nur vor? Ich kann es nur den Angestellten des Betreibungsamtes gleich tun, den Kopf schütteln und hoffen, der Junge kommt endlich auf die richtige Bahn. Wenn ich die Berichte im 4UTV-Watchblog so durchlese, kommt da aber wohl noch viel schlimmeres auf ihn zu. Strafverfahren in 8 Fällen, Schulden über fast 50'000 Franken, Dutzende von Anzeigen. David, unter "ich bescheisse niemanden" verstehe ich wahrlich etwas anderes.

Dienstag, 15. November 2011

Wochenendprogramm

Sehr geehrte Vereinsmitglieder

Im letzten Rundschreiben ist uns irrtümlicherweise ein kleiner Fehler unterlaufen. Das Kegeln findet nun definitiv am Samstag um 18 Uhr im Schützen statt. Das Bild unten ist nicht unser Programm. Keine Ahnung warum meine Frau mir das auf den Tisch gelegt und einem Post-it-Zettelchen drauf "Wochenendprogramm"...

Sonntag, 6. November 2011

Veränderungen

Veränderungen im Leben sind immer verbunden mit Gefühlen. Wenn es ganz intensive Gefühle sind, will man jene nicht verletzen, die uns eine Zeit lang begleitet haben und dennoch müssen wir uns der Gegenwart stellen, denn dem Typen im Spiegel wollen täglich in die Augen schauen können. Die letzten vier Jahre waren schön, wir haben gelacht und einiges erlebt. Dafür danke ich Dir Belinda. Zuletzt hat es nicht mehr funktioniert und die Wege werden sich teilen.

Dass es nichts mit "einer Anderen" zu tun hat, ist selten glaubhaft zu erklären - was ich mache, mache ich jedoch für mich - glaubt es mir oder nicht. Ich habe mich in die zauberhafte Anuschka veliebt, in Ihre Seele von der ich glaubte, sowas gibt es nicht - was bringt es noch, dies zu verbergen. Und sie liebt mich ohne Einschränkung mit allen Macken und Fehlern. Eigentlich ist es nicht zu erklären.


Anuschka schrieb dazu:

Es ist halt einfach so, dass Liebe nicht alles heilen oder gut machen kann, auch wenn die hoffnungslosen Romantiker das gerne glauben wollen.
Was passiert, wenn man mich nicht respektiert - ich gehe weiter und finde etwas, das ich für immer verloren geglaubt habe: Meine andere Hälfte

Plötzlich ist auch Liebe nicht mehr schwer und problematisch, sondern wunderschön und ganz einfach - danke Remo - ich liebe dich über alles ♥ ♥ ♥

Facebook

Samstag, 22. Oktober 2011

Entscheidungen

Die einzig wahre Konstante im Universum sind Entscheidungen. Als damals ein paar Aminosäuren sich entschieden haben, mit den Einzellern zu interagieren, ermöglichte dies letztlich die Entstehung der Menschheit. Und das Gewinnen im Lotto. Zwar wurde die Entwicklung hin und wieder gebremst, etwa als sich die Mikroben zuerst im Wasser versuchten, statt sich lieber gleich auf Land weiter zu entwickeln, aber alles in allem ist das was wir heute als Wunder der Natur betrachten, nichts weiter als die Verkettung richtiger Entscheidungen.

Auch falsche Entscheidungen vermeintlich intelligenter Menschen - zum Beispiel einen Weltkrieg anzufangen oder FC Luzern Fan zu werden - tun der Entwicklung der Menschheit keinen wirklichen Abbruch. Erstens lernt man ja aus Fehlern und zweitens ist die Chance, dass der eine oder andere Mensch den totalen atomaren Krieg und mit ihm das gesammelte Wissen überlebt, heutzutage durchaus gross.

Und je nachdem wie gross für jeden Einzelnen das eigene Universum ist, können Entscheidungen durchaus überdimensionaler Natur sein. Zum Beispiel die Entscheidung als Aargauer einen Lottoschein auszufüllen. Im Gegensatz zur Entscheidung bei Rot über eine stark befahrene Strasse zu gehen, ist das allerdings ein Entscheid mit unbestimmtem Ausgang. Die Wahrscheinlichkeit beim Lotto die richtige Kombination aus Nummern, Sternen und Kiosk zu finden und damit die universale Fügung zu zwingen, im richtigen Moment zuzuschlagen, liegt bei mehreren Milliarden zu Null. Als würde es Schicksal oder Zufall geben, ach kommt mir doch nicht so!

Nun wäre noch zu hoffen, bei so vielen richtigen Entscheidungen, angefangen bei den Aminosäuren bis hin zum Kreuz auf dem richtigen Lottoschein, mir mögen dereinst auch ein paar richtige Entscheidungen gelingen. Wie sich mein eigenes Universum gerade entwickelt könnte man durchaus als Knick im Raum-Zeit-Kontinuum bezeichnen. Meine Liebe zu Renato ist nur der 10 Jahre wegen nicht ganz grenzenlos, denn so lange ist er erst auf dieser Welt. Den FC Aarau gebe ich ebenfalls nicht mehr her. Mir käme ein Tätowierer gerade ganz richtig - kennt jemand einen? Denn das gehört in Stein gemeisselt, oder mit Tinte in die Haut gestochen. Euch liebe ich für immer und das waren die besten Entscheidungen die ich je getroffen habe. Alles andere ist vergänglich und ohne nachhaltige Beständigkeit. Das heisst: ich weiss es nicht genau. Vielleicht hilft auch hier eine Entscheidung.

Seufz.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Das Leben ist schön

Manchmal soll man einfach nur im Kafi sitzen, das Servicepersonal sich fragen lassen, warum der Typ so strahlt und das Leben schön finden, auch wenn es nur ein kleines Inselchen ist im doofen Alltag - ich könnte heulen vor Glück. Auf diesem Bild v.l.n.r.: Meine heutige Reportage, mein Lappi, meine Titelgeschichte, mein Kafi und mein angeknabbertes Gipfeli

Sonntag, 2. Oktober 2011

Ganz ganz böse Fussballfans

Jetzt ist es mal wieder passiert! Endlich, muss man fast sagen. Im Letzigrund trennen sich Fussballchaoten zum feierlichen Spielabbruch, nachdem man sich gegenseitig das Feuerwerk brennend zugeworfen und allerlei Inventar und Personal vermöbelt hatte. Ein gefundenes Fressen für Medien und ahnungslose Panikmacher.

Damit das klar ist: Eine Würdigung der Letzigrund-Chaoten ist ganz sicher nicht angebracht. Genau so wenig aber auch die "Skandal!"-Ausrufe, die mit gefühltem Mahnfinger geschrieben, im Sekundentakt von allen Seiten auf mich niederprasseln.

"Nie wieder gehe ich in ein Fussballstadion".
"Eine Schande für unser Land"
"Skandal! Und die armen Kinder!"
"Fickt euch alle gegenseitig ins Knie"

Bereits vorprogrammiert sind TV-Debatten zwischen der restriktiven Sanktgallerin und hilflosen Fan-Betreuern und Ligaverantwortlichen, über Gewalt in den Stadien, Hooligans und vernachlässigter Sicherheit an Fussballspielen. Dabei beinhaltet schon dieser Ansatz drei Irrtümer: Erstens findet die Gewalt zu 99% ausserhalb des Stadions statt, zweitens ist der Begriff "Hooligan" ungefähr gleich falsch, als würde man einen Verkehrssünder als Einbrecher bezeichnen und drittens sind Ausschreitungen wie diese kein fussballspezifisches Problem, sondern ein gesellschaftliches. Diesen Fehleinschätzungen folgen aber nicht nur Medien und fehlbesetzte Diskussionsrunden, sondern ziehen auch völlig nutzlose Gegenmassnahmen nach sich.

Versitzplatzung, Polizeiaufgebote und horrende Kosten

Verlierer gibt es eine ganze Reihe: Die Fussballclubs werden von der Disziplinarkommission mit Punkteabzügen und Bussen belegt, die Sicherheit muss pro Spiel um 100'000 Franken erhöht werden, den Fussballfans wird der schöne Sport genommen. Super Sache. 3:0 für die Chaoten die man nicht im Griff hat, die ja nicht einmal Hooligans sind. Noch nicht mal Ultras. Es sind einfach nur Chaoten, die weder mit dem FCZ, mit GC oder überhaupt mit Fussball etwas zu tun haben. Es handelt sich um minderbemittelte Zeitgenossen, die schon die letzte SMS-Party oder 1.Mai-Feier zerstört haben. Und der Triumph der Chaoten wird um so grossartiger und zur Wiederholung erstrebenswerter, weil die daraus folgenden Massnahmen geradewegs zum Kantersieg über den Fussball führen: Die Stadien bestehen nur noch aus überteuerten Sitzplätzen, normale Zuschauer werden nur noch unter Generalverdacht und nach Leibesvisite an ein Spiel gelassen und den Clubs entstehen dank neuen Auflagen und Massnahmen noch höhere Sicherheitskosten - die sie heute schon nicht mehr bezahlen können.

In anderen Worten: Panik ist nicht angesagt, auch wenn Direktbetroffene mit einer Wut im Bauch das Letzigrund verlassen haben und heute über die ganz ganz bösen Fussballfans schimpfen. Die Diskussion muss geführt werden, aber nicht unter der Befehlsgewalt der Chaoten, sondern im Konsens mit Fans, den Clubs, Behörden und jenen die den ganzen Spass bezahlen. An einem Tisch an dem sich Fachleute treffen und nicht Schönwetterredner die im Herbst wiedergewählt werden wollen.

Donnerstag, 15. September 2011

One Way Trip 3D - Horror aus einer gespenstischen Schweiz

Heute läuft der lange erwartete Schweizer Horrorfilm "One Way Trip" in den hiesigen Kinos an. Ich hatte die Gelegenheit den 3D-Streifen in einer Vorpremiere zu sehen und habe das Kino gut gelaunt verlassen.

"Unsäglich" nannte ein Besucher der Vorpremiere den Umstand, dass der Film in 3D gedreht wurde. Das sei doch schon wieder ein Auslaufmodell. Die an der Vorpremiere in Aarau anwesende Film-Crew stand dem Publikum Red und Antwort und Produzent Valentin Greutert führte zu diesem Einwand aus, dass das Filmprojekt seinen Ursprung bereits im Jahre 2006 findet, also noch bevor der 3D-Überflieger "Avatar" in den Kinos lief. "Die neue Technologie war spannend und später konnten wir ja schlecht auf 2D zurück gehen", sagte Greutert. Ein paar gelungene Effekte sind denn auch zu sehen im Film, der zu einem grossen Teil bei Dunkelheit gefilmt wurde - wie es sich für einen Horrorfilm gehört, ist man geneigt zu sagen. Schauplatz ist eine verlassene jurassische Gegend, in der es Pilze zu finden gibt, die eine halluzinogene Wirkungen auslösen, wenn man davon isst.

Eine Gruppe Junger Menschen zieht denn auch in die Tiefen des Juras, mit der Absicht, sich der unbekümmerten Wirkung der Droge auszusetzen. Über Umwege gelangen sie an ihr Ziel, wo der Lauf der Dinge aber nicht dem entspricht, wie sie sich das erhofft haben. Gespickt mit Liebeleien und allerlei Düsterkeiten wird behutsam ein Spannungsbogen erzeugt. Die Szenen wirken manchmal aber doch etwas langatmig. Erst in der zweiten Filmhälfte entlädt sich die Spannung und der Zuschauer kommt in den Genuss einiger sehr prägnanter Szenen. Melanie Winiger wird als Aushängeschild angepriesen, doch die schauspielerischen Meisterleistungen vollbringen die Darsteller der jungen Ausflügler, die teilweise nur Bühnenerfahrungen aus dem Theater mitbringen. Am besten gefallen hat mir dabei Simon Kaeser und Sabrina Reiter. Letztere mimt eine eher biedere Mitläuferin, aber dies sehr überzeugend - während Kaeser den autonom angehauchten Kiffer und Führer des Rudels verkörpert und dabei perfekt in die verkörperte Rolle passt.

Die Schweizer Produktion musste mit einem Minimum an Budget auskommen und dennoch entstand ein Film, de punkto Effects und Handlung durchaus mit grossen Produktionen mithalten kann. Dass die zumeist Schweizer Schauspieler ihre Dialoge in einem eher krampfhaften Schriftdeutsch halten mussten, ist ein verkraftbarer Wehrmutstropfen. Produzent Valentin Greutert sagte gegenüber dem Goggiblog, dass es sich eben um eine österreichisch-schweizerische Produktion handle und nicht alle Schauspieler Schweizerdeutsch sprechen würden. Regisseur Markus Welter doppelte nach: "Dahinter steckt natürlich auch die Strategie, den Film in den beiden anderen deutschsprachigen Ländern ohne Synchronisationsaufwand in die Kinos zu bringen".

Die an der Vorstellung anwesenden Akteure folgten übrigens - wie auch die Zuschauer - einer spontanen Einladung vom Kino Schloss in Aarau. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Geschäftsführer Rolf Portmann. Alle gaben sie an diesem Abend bereitwillig Auskunft und rundeten somit einen gruseligen und gelungenen Abend ab.

Film: One Way Trip 3D (Schweiz 2011)
Ab 15.11.2011 im Kino
Besuch sehr empfehlenswert.


Sonntag, 28. August 2011

Preisvergleich I

In aller Munde ist der starke Franken und die enormen Preisunterschiede, zwischen der Schweiz und dem EU-Raum. Doch die Differenz ist nicht etwa nur eine Folge des starken Frankens, denn selbst bei einer Umrechnung von Fr. 1,50 für 1 Euro ist Deutschland aus Sicht des Schweizers ein Einkaufsparadies. Nun sagen Kritiker die Schweizer Wirtschaft gehe zu Grunde, wenn wir hier drüben da drüben einkaufen gehen. Arbeitsplätze würden abgebaut - jedenfalls jene zur Grenze nach Deutschland - teilte beispielsweise letzte Woche die Migros mit. Dem halten Befürworter des Einkaufstourismus entgegen, dass vom Stellenabbau Mitarbeitende betroffen sind, die im grenznahen Ausland wohnen und ihre harten Franken wohl selber im EU-Raum ausgeben - sich also das eigene Grab geschaufelt haben, quasi.

Ob Exportkosten, Listinggebühren, Währungsverluste, Kleinmengenzuschläge und höhere Personalkosten als Ausrede für höhere Preise in der Schweiz wirklich reichen, sei mal dahin gestellt. Der Konsument ist seinem eigenen Portemonnaie eben am nächsten. Genau so wie die jammernden Grossverteiler Spielzeugwaren zu 80% im asiatischen Raum einkaufen statt in der Schweiz, handelt eben auch der Konsument im eigenen Interesse.

Aus diesem Grund erscheinen in den nächsten Tagen im Goggiblog ganz besonders krasse Beispiele für Preisunterschiede. Beim Vergleich habe ich die real entstandenen Kosten miteinander verglichen. Dabei ging ich von folgenden Voraussetzungen aus:

- Einkauf in Baden Innenstadt (Coop), resp. Waldshut Tiengen (Kaufland)
- Grosseinkauf, bei dem alle 100 Artikel am gleichen Tag und beim gleichen Anbieter eingekauft werden.
- Autofahrtweg ab Baden-Rütihof unter Berücksichtigung von Benzinverbrauch, Versicherungen und Verschleiss (=50 Rp./km) plus Parkplatzgebühren.
- Umrechnung aktuell: Fr. 1,17 für 1 Euro
- Deutsche Mehrwertsteuer wird abgezogen
- Nicht berücksichtigt werden Punkteprogramme und Aktionen.
- Wo der Packungsinhalt unterschiedlich war, wurde der Preis der grösseren Enheit runtergebrochen

Rechenbeispiel: Ovomaltine 500g im Nachfüllbeutel

Preis in der Schweiz: Fr. 6,95. Dazu kommen Transportkosten (14 km) plus Parkplatzkosten (3 Std.) die durch 100 gekaufte Artikel geteilt werden. Ergibt Fr. 0,07 für den Transport und Fr. 0,05 für den Parkplatz. Der effektive Preis für 500g Ovomaltine im Nachfüllbeutel beträgt demnach Fr. 7,07

Preis in Deutschland: Eur. 3,25. Nach Abzug der Mehrwertsteuer (7%) und Umrechnung in Schweizer Franken zum aktuellen Kurs, kostet der Artikel Fr. 3,54. Dazu kommen Transportkosten (50 km) die durch 100 gekaufte Artikel geteilt werden. Die Parkplätze in Deutschland sind gratis. Ergibt Fr. 0,25 für den Transport. Der effektive Preis für 500g Ovomaltine im Nachfüllbeutel beträgt demnach Fr. 3,79

Das Schweizer Produkt Ovomaltine ist damit in Deutschland bedeutend günstiger. Ähnlich sieht es bei anderen Schweizer Kakao-Produkten aus. Hier die Übersicht der Kosten unter Berücksichtigung der Nebenkosten:


Nesquik (Nestlé), 500g
Schweiz: Fr. 3,52
Deutschland: Fr. 2,09 - 40,7% günstiger


Suchard Express (Suchard), 500g
Schweiz: Fr. 4,82
Deutschland: Fr. 1,87 - 61,2% günstiger


Ovomaltine (Wander), 500g
Schweiz: Fr.7,07
Deutschland: Fr. 3,79 - 46,5% günstiger

Fortsetzung folgt

Dienstag, 23. August 2011

Mit Loriot geht einer der ganz Grossen

Manchmal kommt es vor, dass man sich Jahre lang nicht mit einer Person befasst. Das Wissen, dass sie da ist reicht vielen das Gewissen zu beruhigen. Um so mehr schmerzt dann die Meldung, dass der Mensch nicht mehr da ist. Loriot war einer der ganz Grossen und ist seit gestern nicht mehr da.

Behalten wir Vicco von Bülow alias Loriot in Erinnerung als einer der der Menschheit humorvoll vorgeführt hat, wie sie wirklich ist, dabei niemals in die Banalität heutiger Stand-Up Comedyans geriet, sondern stets mit Stil und Ironie als einer der Besten in Erinnerung bleiben wird.

Hätte Loriot gewollt, dass die Menschen traurig sind wenn ihn einmal das Schicksal ereilt, das uns allen bevor steht? Kaum. Er hinterlässt uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge und ich bin fast sicher er wollte sich von den Leuten in in Heiterkeit verabschieden. In diesem Sinne: Ruhe in Frieden und hab vielen Dank für alles - lass uns noch ein Weilchem mit Dir lachen.






Dienstag, 16. August 2011

SF glänzt mit Abwesenheit

Geht es nach dem Schweizer Fernsehen besteht der Fussballhunger seiner Zuschauer lediglich aus Champions League, schweizer Nationalmannschaft und nationaler Super League. Alles andere wird "mangels Zuschauerinteresse" weggelassen, wie es aus Leutschnbach heisst.

Es fängt in der nationalen Meisterschaft an. Kein anderes Land ausser die Schweiz ignoriert die eigene zweithöchste Fussballiga, wie es das Schweizer Fernsehen (SF) macht. Nicht einmal mehr die Schlussresultate werden eingeblendet. Unlängst wurde dieser Entscheid damit begründet, dass die Zuschauerquoten beim Thema Challenge League sofort in den Keller stürzten. Wer's glaubt. Wer wochentags Fussball auf SF konsumieren will muss sich bis 22.20 Uhr gedulden und wird erst noch auf die Geduldsprobe gestellt, denn zu erst folgen Berichte über Hürdenlauf und Hundedressur. Garantierte Quotenrenner, versteht sich.

Man wird den Eindruck nicht los, das Schweizer Fernsehen räche sich für den Entscheid der Swiss Football League (SFL - der Verband der Fussballclubs). Dieser entschied unlängst, das Pay-Fernsehen mit besseren Übertragunsrechten auszustatten. Namentlich verliert SF ab Saison 2011/2012 das Recht die 10 Top-Spiele frei aussuchen und im Free-TV exklusiv senden zu dürfen. Neu darf der staatliche Sender zwar mehr Spiele zeigen, muss aber damit leben, dass SwisscomTV und Konsorten sämtliche Spiele live senden darf ohne vorher das schweizer Fernsehen fragen zu müssen.

Die Retourkutsche kommt heute mit dem Entscheid, dass man nebst Challenge League nun auch die Super-League-Teams ignorieren will. Keine einziges Eurolague-Partie mit Schweizer Beteiligung wird am kommenden Donnerstag live gezeigt. Dabei stünden mit Sporting Braga - YB, Thun - Stoke City und Celtic Glasgow - Sion drei äusserst attraktive Spiele an. Spiele die ein Spiel wie Xamax - Lausanne bezüglich Zuschauerinteresse um Längen schlagen würden. Oder Schweiz Liechtenstein, der Gähn-Match schlechthin und erst noch ein Freundschaftsspiel, notabene. Mehr noch: nur gerade vom Thuner Auftritt will man Bilder zeigen. Bleibt nur zu hoffen, dass die übrigen Resultate wenigstens eingeblendet wird. Und wenn nicht, vertröstet SF entsprechende Anfragen ja immer mit ähnlichem Wortlaut: "... kann auf der Internetseite von SF nachgelesen werden". Ist überhaupt schon jemals jemandem eingefallen auf der SF-Seite nach Fussballresultaten zu suchen? Also mir nicht.


Freitag, 12. August 2011

Oje, der arme Blick

Wie wär's mit dieser Meldung: "Nach Töffunfall Grashalm schwer beschädigt!" Eine ähnlich dumme Meldung prangt auf Blick.ch und zeigt einen Unfall, bei dem der involvierte Töfffahrer verletzt ins Spital eingeliefert werden musste. Doch die Hauptsorge gilt beim Boulevard offenbar nicht dem Menschen, sondern dem "schönen Auto". Der Unfall ereignete sich übrigens in Niederbuchsiten. Oder Niederbuchsitten. Darüber ist sich der Autor des Artikels nicht ganz einig. Aber eben. Wen kümmern schon Details.


Und die Kreuzung wurde auch versaut. Hoffentlich geht es ihr bald besser.

Donnerstag, 11. August 2011

Die Schweiz ist 300% teurer

1 Euro = 1 Franken = drei Betrachtungsweisen: Experten sagen, der Franken sei damit klar überbewertet - richtiger sei rund Fr. 1,50 pro Euro. Aus der Sichtweise eines EU-Bürger existiert das Problem Frankenstärke nicht - für ihn ein Euro noch immer ein Euro und damit konnte man sich im Mc Donalds vor zwei Jahren, wie auch heute, genau einen Hamburger kaufen.
Doch da ist ja noch der Schweizer, dem ein schlechtes Gewissen gemacht wird, weil er über die Grenze einkaufen geht. Was für eine rücksichtslose Bestie der Schweizer doch ist! All die Arbeitsplätze die er sich in selbstzerfleischender Art vernichtet. Und die armen Importeure, die ihre Ware nicht mehr loswerden. Die Zurückhaltung des Bundesrates in Sachen Landestreue der Konsumenten lässt darauf schliessen, dass man sich in der Politik durchaus bewusst ist, wie die Wirtschaft aus der Währungsmisere durchaus einen Profit zu schlagen versteht - man beachte einfach mal dieses Beispiel:

Links im Bild das Haargel Ultrastrong der Firma Nivea, rechts das Haargel Ultrastrong der Firma Nivea. Das exakt gleiche Produkt, mit der genau gleichen Menge Gel - ja sogar die Verpackung ist haargenau die selbe. Der einzige Unterschied: Die Tube links kostet im Kaufland Waldshut Euro 2,39 - die Tube rechts in der Migros Fislisbach Fr. 7,20. Damit ist das Produkt auf dem Schweizer Markt beim aktuellen Wechselkurs fast 300% teurer! Zieht man die Deutsche Mehrwertsteuer von 19% ab (beim Import für den eigenen Gebrauch entfällt diese vollständig, beim gewerblichen Handel kommt die Schweizer Taxe von 8% wieder dazu) ist der Preisunterschied sogar noch viel höher!

Klar, man kann jetzt auf Händlerseite argumentieren, dass die Ware schon im vergangenen Herbst bestellt wurde, noch zu einem viel höheren Wechselkurs. Aber selbst beim lange Zeit gültigen Kurs von Fr. 1,50 pro Euro war die exakt gleiche Tube mehr als doppelt so teuer. Kann das wirklich mit höheren Löhnen von Schweizer Personal erklärt werden? Lohnkosten, die im grenznahen Gebiet (wo die Konsumenten am ehesten über die Landesgrenze einkaufen gehen) mehrheitlich an ausländische Arbeitskräfte ausbezahlt wird, deren Lohn wohl näher beim EU-Niveau liegt, als bei der Schweizerischen Durchschnittserwartung.

Ich jedenfalls gehe ohne schlechtes Gewissen in Deutschland einkaufen. Der letzte Wocheneinkauf kam uns nach Abzug der Mehrwertsteuer und inklusive Fahrweg von 2x 25 Kilometer 50% günstiger. Letztlich ist mir auch in jeder Wirtschaftskrise mein Portemonnaie noch immer am nächsten!


Sonntag, 24. Juli 2011

4UTV: Von Felten lügt

Vor einiger Zeit habe ich die Berichterstattung über 4UTV beendet und die vorhandenen Postings aus dem Blog entfernt. Von verschiedenen Seiten wurde mir nun zugetragen, David von Felten erzähle herum, der Goggiblog sei vor Gericht zur Löschung gezwungen und verurteilt worden und es seien ihm "horrende Kosten" entstanden. Nun habe ich seine Behauptungen auch noch schwarz auf weiss erhalten, wie sie David von Felten gegenüber einem Administrator eines Forums gemacht hat (siehe Bild unten rechts). Wahrer werden die Behauptungen dadurch allerdings nicht. 

Nachricht von 4UTV an den Forum-Admin
Richtig ist, dass 4UTV und der Goggiblog sich in einem sogenannten "summarischen Verfahren" (bei einer Art Friedensrichter) geeinigt haben in ihren jeweiligen Publikationen das über den anderen Geschriebene aus dem Internet zu entfernen. Der Richter war der Meinung, dass sowohl in den Kommentaren des Goggiblogs, wie auch in den Artikeln von 4UTV Passagen zu finden seien, die in einem ordentlichen Verfahren ein Prozessrisiko für beide Seiten beinhalten könnten und eine Vergleichslösung die deutlich günstigere Variante sei. Auf Vorschlag des Goggiblogs einigten sich die Parteien auf die Entfernung und die Teilung der Gerichtskosten.

Die erzielte Vereinbarung
Es stimmt also nicht, dass eine Verfügung gegen den Goggiblog erlassen wurde. Es stimmt nicht, dass diesem Blog horrende Kosten entstanden sind. Es stimmt nicht, was David von Felten in obiger Mail geschrieben hat. In diesen Punkten lügt David von Felten schlichtweg. Und weil ich ein Blogger bin, der beweisen kann was er schreibt, veröffentliche ich hiermit das amtliche, vom Bezirksgericht Baden erstellte Dokument.

So geht das natürlich nicht, mein lieber Herr. Ich weiss nicht, warum von Felten solche Nachrichten verschickt. Auf eine weitere Berichterstattung möchte ich nach wie vor verzichten, erwarte aber von David, dass er sich an die Regeln hält. Für alles weitere hat Yogi einen Blog aufgemacht, mit dem ich nichts weiter zu tun habe: den 4utv-Watchblog.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Exsila vor dem Aus?

Vor rund drei Jahren erschien in diesem Blog ein Artikel über die neue Tauschplattform Exsila, die sich das Motto "Tauschen statt kaufen" auf die Brust geschrieben hatte. Anstelle von Frankenbeträgen kam ein Punktesystem zum Zuge. Musik, Videos, Spiele, Bücher und sogar Paninibildchen konnte man tauschen. Dem neu angemeldeten Mitglied wurden gar 10 Punkte geschenkt, mit denen man sich locker eine DVD bestellen konnte. Nachdem das Projekt alleine durch Werbeeinblendungen nicht überlebensfähig war, wurden vor einem Jahr Punkte-Gebühren eingeführt und seit wenigen Monaten kann man neu auch Artikel mit richtigem Geld kaufen und verkaufen. Zu diesem Zweck werden von Exsila zwei Konten geführt, eines in Punkte und eines in Franken.
Exsila: kaufen statt kaufen

Exsila wird zur Handelsplattform

Neu kostet jetzt jedes Tauschgechäft bares Geld - und zwar unabhängig davon, ob mit Punkten oder Geld gehandelt wird. Die Gebühr von 5% wird immer in Franken gerechnet. Mit einem lapidaren Satz erklärt Exsila den Schritt, der gegen die ursprüngliche Philosophie spreche: "Dies ist der letzte Schritt in einer Reihe von Anpassungen, welche in den letzten Wochen und Monaten stattgefunden haben. Exsila vollzieht somit den Wechsel von der Tauschbörse zur Handelsplattform". Doch das könnte auch ganz schnell der letzte Schritt in den Abgrund sein. Denn die vielen User, die teilweise grosse Punktebestände haben sehen sich gezwungen eine Einzahlung zu tätigen, denn sie haben einen Franken-Kontostand von Null.

Damit stirbt eine beliebte Tauschbörse und es entsteht ein Tummelfeld für professionelle CD- und DVD-Händler. Mein persönlicher erster Schritt, nach diesem letzten Exsila-Schritt ist, vorläufig alle Artikel zu pausieren und das Punktekonto zu räumen. Ich zweifle im Moment noch ein bisschen daran, dass sich die Lust ergibt, bei der Handelsplattform a la Ricardo und ebay mitzumachen.

Schade dass es Exsila nicht mehr gibt, wie wir es geliebt haben. Trotzdem viel Glück und beste Grüsse an Rouven und sein Team - nachvollziehbar ist Euer Entscheid allemal - daran liegt meine Unzufriedenheit ja nicht. Mann hätte es aber auch anders lösen können und vor allen Dingen: die treuen User sind doch nicht erst 6 Tage vor der Änderung der Geschäftsbedingungen über den "letzten Schritt" zu informieren... In den zahlreichen Kommentaren im Social Web habe ich jedenfalls noch keine einzige positive Rektion finden können.

Donnerstag, 14. Juli 2011

FC Aarau: Regionale Zusammenarbeit wird ausgebaut

Die Reform der Challenge League - so hofft man - wird die fussballerische Qualität in der zweithöchsten Schweizer Fussball-Liga verbessern. Die Reduktion der Mannschaften bringt aber gleichzeitig auch eine Reduktion der verfügbaren Ausbildungsplätze mit sich, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Einerseits findet ein physischer Stellenabbau statt, weil sechs Clubs aus der Challenge League absteigen müssen. Andererseits werden Clubs der Challenge League Überlegung anstellen müssen, wie viele Positionen überhaupt noch mit jungen Talenten besetzt werden können. Die Challenge League ist künftig keine klassische Ausbildungsliga mehr und die Clubs werden vermehrt auf bewährte Leistungsträger zurückgreifen.

Diese neue Ausgangslage beschäftigt auch den FC Aarau. Es ist ihm nach wie vor ein Anliegen jungen Fussballern Spielpraxis zu bieten, denn die besten Talente nützen einem Club nichts, wenn sie auf der Ersatzbank "versauern". Aus diesem Grund wird die Zusammenarbeit zwischen Vereinen verschiedener Ligen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der FC Aarau hat in diesem Zusammenhang die Zeichen der Zeit schon früh erkannt und zusammen mit dem FC Wohlen und dem FC Baden das Team Aargau gebildet. Seither verfügt unsere Region über eine schlagkräftige U-21-Mannschaft - und die Spieler über ein Sprungbrett für höhere Aufgaben.

Nun weitet der FC Aarau die regionale Zusammenarbeit weiter aus. Mit dem SC Schöftland, dem SC Zofingen, und dem FC Wangen bei Olten konnten dieser Tage neue Vereinbarungen erzielt werden - weitere sollen folgen. Diese erlauben es allen Beteiligten sportliche Ressourcen zu nutzen und zu optimieren. Als Grundlage dazu dient die gemeinsame Mitgliedschaft in der Nachwuchsstruktur der Partnerschaft Team Aargau. Mit diesem Gefäss verschaffen sich die beteiligten Vereine erstklassige Ausbildungsmöglichkeiten für ihre aussergewöhnlichen Fussballtalente. Gemeinsames Ziel ist es dabei, die guten Fussballer im Kanton Aargau zu behalten, denn in der Vergangenheit bestand Gefahr, dass diese aufgrund fehlender Entwicklungsmöglichkeiten zu Grossstadt-Clubs wechseln - oder sich vom Leistungssport sogar ganz zurückziehen, weil ein Umzug mit der ganzen Familie nicht möglich ist.

Zusammenarbeit auf allen Stufen

Konkret sieht die neue Zusammenarbeit vor, dass die vorhandenen Strukturen im Junioren- und Aktivbereich gemeinsam genutzt werden, um den Spielern eine optimale Ausbildungsstruktur zu ermöglichen.

Dabei wird die aktive Förderung bereits bei den 10-Jährigen betrieben, damit die talentiertesten Spieler auf ihrem Weg zur möglichen Profikarriere optimal begleitet werden können. Wird ein Talent entdeckt, treten Abläufe in Kraft die dem Spieler die besten Trainingsmöglichkeiten bieten und regeln darüber hinaus Rechte und Pflichten die durch die Übernahme und die Weiterbetreuung von Spielern den beteiligten Vereinen entstehen. Einer der wichtigsten Faktoren der Zusammenarbeit ist dabei, dass diese jederzeit ehrlich, fair und zielgerichtet erfolgt - sprich: Die beteiligten Parteien respektieren die definierten Rekrutierungsgebiete und arbeiten transparent, mit dem wichtigsten Ziel vor Augen, die Talente unserer Region im Aargau halten zu können.

Die Zusammenarbeit hat auch Auswirkungen auf die ersten Mannschaften der jeweiligen Vereine. So haben die beteiligten Clubs besondere Transfermodalitäten geschaffen. Damit wird gewährleistet, dass Fussballer jeden Alters innerhalb des Teams Aargau optimal eingesetzt werden können. Optimal nicht nur für den Verein, sondern insbesondere auch für den Fussballspieler, denn diesem wird Spielpraxis auf dem entsprechenden Niveau ermöglicht. Schafft ein Eigengewächs letztlich den Durchbruch im nationalen oder internationalen Fussball, profitieren alle beteiligten Vereine am erzielten Erfolg.

Der FC Aarau freut sich ausserordentlich über diese neue Stufe der Zusammenarbeit und ist zuversichtlich, zusammen mit den beteiligten Clubs den richtigen Schritt in die Zukunft gemacht zu haben.

Mittwoch, 13. Juli 2011

kino.to ist wieder da

Der Kampf ritterlicher Film-Piraten gegen die aufgedunsene Kino-Industrie geht in eine neue Runde. Das vor einigen Wochen in Aufsehen erregende Weise geschlossene Portal kino.to ist eben wieder auferstanden.

Die Botschaft der neuen Betreiber, denen offenbar Mitglieder von Anonymous angehören, ist klar: "Denkt ihr wirklich ihr könnt uns stoppen nur weil ihr haufenweise Geld habt?". Die politische Treibfeder wird ebenfalls nicht ausgelassen: "Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden? " Die Angriffe richten sich hauptsächlich gegen die Deutsche Gesellschaft für Urheberrechtsverletzungen (GVU) und an die Deutsche Politik, die nach der Meinung der Webseitebetreiber die viel zu teure Industrie beschützt - wir in der Schweiz leben ja seit Jahren im Downloadparadies.

Und dennoch. Man kann geteilter Meinung sein, ob die auf allen möglichen und unmöglichen Datenträger erhobenen Urheberrechtsgebühren schlicht zu hoch sind, oder ob sie wirklich nötig sind, um die Produktion von Filmperlen erst zu ermöglichen. Tatsache ist, dass ein normaler User heute in seinen Rechten arg beschnitten wird. Kauft sich ein Schweizer beispielsweise eine CD und speichert die Songs daraufhin auf PC und iPod, hat er bereits viermal Urheberrechtsabgaben bezahlt: über den Kaufpreis der CD, der Festplatte, des iPods und über die Abgabe an die Billag - die heute praktisch jeder bezahlen muss.

Wundert es da noch jemanden, dass Portale wie Feature Films, Mega-Stream.us, Streamload.IN, Mov-World.net, movie2k.to, nox.to, Hochkonjunktur feiern? Sie läuft zwar noch sehr schleppend, aber wieder ins Leben gerufen wurde nun also das Portal kinoX.to (man beachte das zusätzliche X). Trotz dem Relaunch sieht sich die GUV laut Medienberichten als Sieger, denn es habe verhältnismässig lange gedauert, bis die Plattform wieder aufgebaut worden sei. In der Stellungnahme des GUV zeigt man sich zufrieden, denn "dass es vergleichsweise lange gedauert hat, bis diese Resteverwertung von kino.to online gestellt wurde, offenbart wie empfindlich die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Szene getroffen hat"

Das klingt mehr nach einem Versuch die bei der Räumungsaktion ausgegebenen Steuermillionen zu rechtfertigen, als nach einem wirklichen Erfolg. Man darf gespannt sein, welche Plattform sich letztlich im Volke etablieren wird. Sicher ist eigentlich nur, dass es immer irgenwo etwas zum runterladen geben wird. So lange sich an der "Hochpreisinsel Filmindustrie" nichts ändert, wird das auch so bleiben.

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Herzblitz

Ein wirklich interessantes Wetterphänomen, so ein Blitz :)

Aufgenommen am 17.Juli 2011, 01:40 Uhr

Dienstag, 12. Juli 2011

Da kommt was...

Vor ein paar Tagen hat es wunderbar geschneit.... gehagelt bei und wir konnten unseren ersten Schneemann Hagelmann mitten im Juli bauen. Und wenn man so aus dem Fenster schaut, kommt da ziemlich viel Violett daher. Violett it ganz schlecht...


und weil er so hübbsch ist, hier auch gleich noch der Hagelmann :)



Mittwoch, 6. Juli 2011

Küssen

Wir alle küssen. Ich glaube, es ist inzwischen zu einer der häufigsten um nicht zu sagen belanglosesten Beschäftigungen der Menschen geworden. Hier ein saftiger Schmatzer, da ein Kuss halb Wange, halb Luft. Zwei Küsschen mit spitzen Lippen, oder Waschlappenmässig unsortiert. Ganz zu Schweigen von den Grüssen und Küssen die man zuweilen als GuK unter jede beliebige Mail zu setzen pflegt. Wir verteilen sie ohne Rücksicht auf Schweine-, Vogel- und andere Grippen - Küsse hier und Küsse da.

Natürlich gibt es auch die umwerfenden, die atemberaubenden, leidenschaftlich hingebenden, reizenden und Sinne entführenden Küsse. Solche, in die man sich hineinsteigert, die einmal angefangen nicht mehr aufzuhalten sind und in einer lawinenähnlichen Kettenreaktion von Leidenschaft und Hingabe sich nicht mehr aufhalten lassen, solche eben, bei denen Er Sie an die Wand drückt und Sie Ihm mit den Fingern die Haare zerzaust. Diese Küsse enden selten vor dem Bauchnabel und schon gar nicht danach, sie führen zu flegelhaften Handlungen und werden nicht selten von knisternden Geräuschen im Bauch begleitet und oft kommt auch die Zunge nicht umhin, sich der zart aber bestimmt den Weg zu suchen , bis die Wogen der Leidenschaft alle Dämme reissen lassen und die Sinne sich drehen im Strudel der Leidenschaft.

Aber um solche Küsse geht es hier nicht. Das wäre zu jugendunfrei. Ich möchte auf diese alltäglichen, ja schon fast furchteinflössenden Halloschatzschmatzer eingehen. Man sollte eine Anti-Fluchtkuss-Initiative lancieren, sowas geht doch einfach nicht. Der unpräzis gesetzte, kaum bemerkte Kuss, den man genau so gut an den Kühlschrank kleben könnte hat auf dieser Welt nichts mehr verloren. Wo sind die Rituale aus der Zeit jugendlicher Unbekümmertheit geblieben, das Allesanderekannnochwarten-Gefühl, die Bestimmtheit mit der ein Kuss angebracht wird, der Kuss eben, der noch eine Botschaft war? Eben.

Ich fordere mehr Küsse für diese Welt, denn erstens sind sie CO2-neutral, und zweitens bauen sie Kalorien ab. Und drittens kann man mit einem liebenswerten Kuss eine besondere Visitenkarte von sich geben. Über den Daumen gerechnet könnte man sagen, dass wenn in der Schweiz 20% mehr und 100% intensiver geküsst würde, könnten wir die Erde retten. Denn dann würde es nicht 2 Grad wärmer, sondern 3 Grad kühler, die Polarkappen würden nicht abschmelzen, der Golfstrom nicht abreissen, die Küsten nicht überschwemmt und die Gletscher nicht aufgelöst. Es reicht einfach nicht, dass sich die 100 Staatsoberhäupter an der Klimakonferenz jetzt 10 Tage lang küssen - Wir, das in den meisten Ländern ungefragte Volk - Wir müssen das in die die Hände nehmen. Oder an die Lippen. Du und ich können die Welt retten, indem wir unsere Allerliebsten mit etwas mehr Hingabe und Leidenschaft küssen. Mit einer bebenähnlichen Art knutschen und drücken, die Wände erzittern und die Trägerbalken wackeln lassen - die Triebe gleiten und die Natur Dinge tun lassen, die nicht in diesen Blog gehören, sondern in Sphären wo die Schmetterlinge sich tollen und der Sturm der Lüste kein schnelles Ende findet.

Aber wie gesagt. darum geht es hier gar nicht.
Grüsse und Küsse an den Tag Weltkusstag - der ging heute über die Bühne, oder? Ereignislos, wie ich annehme.

Die schönere Liga

Bereits in 10 Tagen geht der Fussballbetrieb in der Schweiz wieder los. Und zwar gleich mit dem "Knüller" BSC Young Boys gegen den FC Basel. Beobachter fürchten, dass es damit schon in der ersten Runde zu wildesten Auseinandersetzungen von Fans rund um das Stadion und zu illegalen Feuerwerken auf den Zuschauerrängen kommen wird. Zuletzt werden die Kosten für Polizeieinsätze und für zerstörte SBB-Wagen den gefühlten Unterhaltungswert wie immer in den Schatten stellen.

Eine Woche später geht es auch in der Challenge League los. Obwohl die Reduktion derselben von 16 auf 10 Mannschaften vor allem zum Ziel hat fussballerische Qualität und Finanzierbarkeit zu steigern, könnte die Ligareform einen ganz anderen Mehrwert bieten: Die Challange League wird die viel schönere Liga als die Axpo Super League. Qualitativ ist das Mittelfeld der obersten Liga kaum von jenem der tieferen Liga zu unterscheiden. Möchte man tatsächlich eine Qualitäts-Zäsur schaffen, müssten Basel, Zürich, YB und Sion eine separate Meisterschaft austragen. Damit würde als interessanter Nebeneffekt das Problem überbordender Sicherheitskosten ebenfalls auf diese wenigen Schauplätze beschränkt. In den meisten anderen Stadien herrscht nämlich weitgehend Ruhe, wenn man randalierende Randgruppen aus  St.Gallen, Bellinzona und Luzern mal ausser acht lässt. Anspannungen konzentrieren ausserdem höchstens noch auf regionale Derbies.

Darüber hinaus herrscht vor allem in der Challenge League weitgehend Ruhe. Was man zuerst als langweilig bezeichnen könnte, läst auf den zweiten Blick zahlreiche Vorteile erkennen: In der Challenge League ist es immer noch möglich ohne Polizeieskorte zum Stadion zu pilgern, man wird nicht durch ein dreistufiges Sicherheitssystem geschleust, man steht nicht generell unter Terrorverdacht und man darf in allen Stadien echtes Bier trinken, mit freier Sicht aufs Spielfeld, ohne dabei ständig gefilmt zu werden. "Wie früher in der Nati A" sagte unlängst ein alter Weggefährte zu mir. Ein Blick auf die Zusammensetzung der Challenge League bestätigt diese Aussage. Die Mehrheit der Teilnehmer der Challenge League gehörten in den letzten 30 Jahren schon einmal der obersten Spielklasse an - als diese noch nicht von Radaubrüdern und Sicherheitskräften dominiert war.

Die Neuen beim FC Aarau: Nganga, Schultz, Dabo, Garat
Der FC Aarau - damit mein Club auch noch Erwähnung findet - machte ein furchtbares Jahr durch. Abgestiegen und geprügelt von der halben Liga, die Fans mehrheitlich frustriert und wie immer fehlte das Geld an allen Enden und Ecken. Um so erfrischender ist der Wind, der seit einigen Wochen durch das Brügglifeld weht: Trainer René Weiler bringt Spielfreude in die Mannschaft und Motivation ins Umfeld, Sportkoordinator Urs Bachmann beweist ein glückliches und gleichwohl gekonntes Händchen mit wenigen, aber qualitativen Transfers und in Sachen Sponsoring legen Roger Geissberger und die ganze Marketingabteilung bemerkenswertes auf den Tisch: Das neue FCA-Tricot hat einen Werbewert von 810'000 Franken. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr und stellt einer der besten Werte der Challenge League dar.

Stehen die Zeichen etwa auf Super League beim FC Aarau? Weiler relativierte an der Saisonmedienkonferenz und rief die Reduktion der Challenge League in Erinnerung: "Es wird eine harte Saison, weil alle Vereine angreifen müssen, um die drohende Relegation zu verhindern". Entsprechend sei auch immer mit Rückschlägen zu rechnen, führte der Trainer weiter aus. Präsident Alfred Schmid doppelt nach und bezeichnet die neue Saison als "nicht leicht". Dennoch strahlt auch Schmid erfrischende Zuversicht aus: "mit einer schlagkräftigen Mannschaft und dem nötigen Glück, ist ein Platz von Platz 1 bis 6 möglich". Für eine schlagkräftige Mannschaft ist derzeit eine noch eine Alternative im Sturm von Vorteil - daran abrebitet man derzeit noch beim FCA.

Der aktuelle Stand der Dinge verspricht Erfreuliches für die neue Challenge League Saison. Fernab der Millionenschäden in Basel, Zürich und Bern, können wir uns auf zuschauerfreundlichen Fussball und gemütliche stadien freuen und hoffen, dass der FCA wirde zum FCW wird. Nein, nicht FC Wohlen - FC Wunder.

Dienstag, 28. Juni 2011

Kann ein Gewitter ein Datenleck bei Facebook auslösen?

Ausschnit aus dem Film "Dumm und Dümmer"
Ein erneuter Versuch, hier ein paar Sinn bringende Worte zu verfassen scheiterte leider, nachdem ich jetzt zwei Stunden mit der Zunge am Gefrierfach unseres Kühlschranks hängen geblieben bin. Ich war auf der Suche nach Erfrischung in vielerlei Hinsicht. Einerseits nach einem passenden Thema für den heutigen Blogartikel. Schon das ist ein Unterfangen der höchsten Schwierigkeitsstufe, besonders wenn man sich hierfür die Tageszeitung aussucht. Ich schlage jeweils irgend eine Seite der Zeitung auf und schaue mich um. Im Tagesanzeiger traf es den traurigen Tod des Gorillababys Libonza im Zürcher Zoo - nicht gerade der Aufsteller des Tages. In der Aargauer Zeitung hatte ich mehr Glück. Wenigstens Mengenmässig. Auf Seite 5 profiliert sich der Schweizer Chef-Datenschützer mal wieder mit einem grossen Gegner. Nachdem er Google in Sachen Street-View schon in die Knie gezwungen hat, will er den Internet-User nun auch in Sachen Facebook bevormunden: Die Gesichtserkennung bei Fotos soll deaktiviert werden. Ich bleibe dabei: Wer nicht gesehen werden will oder in der Öffentlichkeit Dinge tut für die er sich schämt, soll sich entweder im Keller einsperren oder nichts tun wofür er sich schämen muss. Ausserdem wäre es mir viel lieber, wenn Herr Thür mich vor Anrufen aus Pakistan schützen würde, die mich fragen ob ich Haustiere habe. Oder er könnte seinen besorgten Schäfchen mal erklären, wie man eine sichere Verbindung zu Facebook herstellt, respektive, dass 12345 kein sicheres Passwirt ist. Wer die Gesichtserkennung dennoch vor Pakistanischen Spamern los haben will: hier noch die Schnellanleitung wie man diese los wird: "Konto", "Privatsphäre-Einstellungen", "Benutzerdefinierte Einstellungen", "Freunden Fotos von mir vorschlagen", "Gesperrt"  - fertig.

Sieht man sich weiter um in der Zeitung begleitet mich fast bei jeder Zeile der Gedanke: "Es ist Wahljahr". Oder gibt es einen Grund, warum die zuständige SP-Bundesrätin gerade jetzt ein Uralt-Dossier ausgräbt, das Massnahmen gegen pöbelnde Asylbewerber beinhaltet? Oder warum balgen sich Bundsräte und Bundesrichter wohl gerade jetzt um die Verarbeitung von Abstimmungsergebnissen?
Also nicht wirklich viel Erfrischendes in den Zeitungen - vielleicht bis auf die Wetterprognosen. Es soll heftigst gewittern heute Abend. Sehr gut. Und damit schnell zum Kühlschrank und ein Glace schlecken. Das heisst, falls ich die Zunge wieder vom Gefrierfach los bringe. Bis dahin mache ich mir Gedanken darüber, ob ein Gewitter ein Datenleck bei Facebook auslösen kann und dann schreibe ich  einen Blogartikel darüber. Nur Geduld.

Montag, 27. Juni 2011

Keine Zeit, sorry.

Tizian, "Allegorie der Zeit" -
Kurz vor der Kernschmelze, dachte ich mir, kurz bevor also der Laptop bei 32 Grad im Schatten dahin schmelzt, würde sich ein Blogartikel gut machen. Sonst verwahrlost mir der noch, in der Internetwüste. Na gut, es ist auch saudumm, den Laptop in den Schatten zu stellen, wenn es dort so heiss ist. Ich hoffe jedenfalls, mit ein bisschen Musik auf das passende Thema für meinen heutigen Blogartikel zu kommen. Beim Einstellen des richtigen Radiosenders stellt sich mir aber bereits eine schier unüberwindbare Hürde in den Weg. Eine akustische, genau genommen. Auf dem einen macht's Blablabla und auf dem anderen infrage kommenden Sender versuchen sich gleich zwei Moderatoren in Sachen Fröhlichkeit zu übertreffen. Ob die schon mal die Leichen gesehen haben, die zur Sendezeit im Halbschlaf und mit Ohrenstöpsel bewaffnet, in den überfüllten Zugsabteilen stehen? Wobei sich das jetzt, da der Bus baustellenbedingt nicht mehr bis zum Haberacher fährt, sondern schon beim Bohnacher umdreht, ziemlich gebessert hat. Ein 500m-Hürdenlauf in bester Usain Bolt Manier weckt wohl sogar die grösste Schlafmütze. Wobei wir wieder bei den Hürden wären und ich jetzt ruhig, aber bestimmt noch einmal vom einen Blablabla zum anderen wechsle, den Radio dann aber abstelle. Schliesslich will ich hier einen Blogartikel schreiben. Keine Ahnung woher die Radios die Erkenntnis gewonnen haben, dass deren Hörer um diese Zeit nicht etwa mit Hintergrundmusik berieselt werden möchten, sondern mit Gags so um Spassfaktor -1 bis +2.

Erst noch ein Kafi, mit entsprechender Stellungnahme auf Facebook und dann kann's los gehen. Ich weiss schon genau über was ich schreibe. Wobei ich zuerst noch schnell in den Garten muss, den Rest-Pflänzchen Wasser geben. Rest-Pflänzchen deshalb, weil beim letzten Regenschauer sich Nacktschnecken, als wären sie Radiomoderatoren sich berufen fühlten über wehrlose Anwesende zu stürzen, in diesem Fall Kopfsalate, Radeischen und Erbsenpflanzenblätter. Nacktschnecken sind nicht zu unterschätzen, denn dem Unkraut sind sie elegant ausgewichen und den Schneckenkörnern ebenso. Körner die nun wahrscheinlich langsam ins Erdreich und danach in die Radeischen und damit in unser Verdauungssystem dringen, wo es ja auch schleimig ist - ach ich will gar nicht daran denken.

Weil nun auch Meerschweinchen, Hoppelasen, Zebrafinken und Kater um Aufmerksamkeit, oder besser gesagt um Nahrung winselten, kommt in Sachen Blogartikel nun ein weiteres Problem auf mich zu: die Zeit. Es reicht einfach nicht mehr, für einen Artikel. Nicht einmal einen ganz kurzen über bröckelnde TV-Sender oder Immerfröhliche Radiomoderatoren. Ist schon unglaublich wie die Zeit davon rennt und wir dem Sein wie schon Platon kaum mehr bewusst werden können. Kaum hat etwas angefangen, schon ist es wieder vorbei. Zum Beispiel die schöne Vorbereitungszeit des Grasshoppersclub Zürich. Kaum 30 Minuten gespielt schon zeichnete sich die 3:5-Niederlage gegen Aarau ab. Und obwohl am Sonntag ein gefühltes Dutzend Zürcher Sonntagszeitungen erscheint, fand die bittere Niederlage in keiner einzigen davon Erwähnung. Was ist wohl schlimmer? Die Zeit vergangen zu wissen, oder die Tatsache dass sie nicht einmal jemand zur Kenntnis genommen hat?

Wie auch immer. Es ist 09:30 Uhr und ich habe jetzt wirklich keine Zeit mehr einen Blogartikel zu schreiben. Sorry. Aus diesem Grund erscheint heute nichts und ich gönn' mir in der Restzeit nochmal ein Kafi.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Katzenbesuch

Unser Zuhause scheint ein sehr beliebtes zu sein. Jedenfalls git das für die Katzenwelt. Nicht nur die alteingesessenen Nachbarskatzen Mauzi, Sissi, Kifferli oder Bruno statten uns regelmässig einen Besuch ab, auch beim Kätzchennachwuchs scheint sich herumgesprochen zu haben, dass unser Lüsi leckeres Futter bekommt. Oder sind es die zwitschernden Zebrafinken die sich bei den Vierbeinern Gehör verschaffen? Man weiss es nicht. Jedenfalls schnuppern sich neustens auch Pinki und ein anderes schwarzes Kätzchen den Weg in unser Haus. Wenn das nur mal keine Auswirkungen auf's Sofa hat, auf dem unser Kater gern mal duftend seine Unzufriedenheit preisgibt.

Pinki

Donnerstag, 16. Juni 2011

Was vom Monde übrig blieb

Hier hätte der rote Mond auftauchen sollen...

... doch wegen der vielen Wolken konnte man ihn erst gegen 23 Uhr ...

...und meistens gehüllt im Dunst erkennen...

... dass der Vollmond heute eben nicht voll war.

Um 01.02 Uhr war das Schattepielbeendet...
... und unser Gässli legte sich unter einen mystischen Schimmer...


... fast überall zur Ruhe.

Denn schon bald...

würde sich der neue Tag ankündigen.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Mondfinsternis gibt's nur bei Vollmond

Ich staune immer wieder, wie meine Gegenüber fragend die Augen nach oben drehen, wenn ich ihnen sage, der Vollmond tauche gezwungenermassen im gleichen Moment auf, in dem die Sonne untergeht. Oder: eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond stattfinden, genau so wie bei einer Sonnenfinsternis immer Neumond ist. Das hat natürlich mit der Lage zu tun, wie sich die Himmelskörper gegenüber liegen. Setzt sich der Mond vor die Sonne, wird ja die andere Seite beleuchtet, entsprechend ist bei uns Neumond. Oder dann schiebt sich, wie in der Nacht auf den Donnerstag, die Erde zwischen Sonne und Mond, weshalb der Erdtrabant aus der Sicht der Erde ja vollständig beleuchtet sein muss. Der Schatten der Erde ist aber so klein, dass er den Mond fast immer verfehlt. Heute ist es mal wieder soweit: was wir auf dem Mond sehen ist nichts weiter als der Erdschatten.

Der Zeitplan für die heutige Mondfinsternis könnte von einem Fernsehproduzenten stammen. Zur Primetime geht es los: Um 19:23 Uhr legt sich der Erdschatten auf den Trabanten - dies nennt man den "1. Kontakt". Von links unten nach rechts oben wandert die Dunkelheit nun über den ganzen Mond. Weil der Mond erst um 21:18 Uhr bei uns aufgeht, verpassen wir diese Phase jedoch, kommen aber genau rechtzeitig in den Genuss eines spektakulären Höhepunktes, der sich erst wieder im Jahre 2015 in dieser Art wiederholt. Der Zeitpunkt desMondaufgangs gilt übrigens für Zürich. Je nach dem wo man wohnt und welche Hindernisse im Blickwinkel liegen, ist der Mond erst später sichtbar. In Hamburg beispielsweise geht der Mond über eine Stunde später auf als in Rom und in den USA ist das Eregnis ünerhaupt nicht zu sehen, weil sich alles auf der anderen Seite der Erde abspielt.

Nach genau einer Stunde seit dem 1. Kontakt erfolgt der Eintritt in den Kernschatten der Erde - dem sogenannten 2. Kontakt. Wiederum eine Stunde später, nämlich um 21:22 Uhr beginnt die totale Mondfinsternis, die ihren Höhepunkt um 22:13 Uhr und 39 Sekunden erreicht und ist bis um genau 23:03 Uhr zu geniessen ist. Es folgen zwei weitere Stunden, in denen sich die drei ersten Phasen in umgekehrter Reihenfolge wiederholen, ehe um 01:02 Uhr der ganze Spuk vorbei ist.

Mehr Informationen über die mit 101 Minuten überaus lange Mondfinsternis (die längst mögliche Dauer liegt bei 107 Minuten) gibt's durch Klick auf die nebenstehende Grafik von astroinfo.ch.

Dienstag, 14. Juni 2011

Was beim Frauenstreik ausgeblendet wird

Vor 20 Jahren haben Frauen zum ersten Frauenstreik aufgerufen und diese versammeln sich auch heute wieder in Markthallen, auf Plätzen und sonst wo. Parolen die weitum gefasst werden: Frauen verdienen weniger, Frauen bekommen schlechtere Jobs, Frauen werden unterdrückt. Alles andere wird ausgeblendet.

Um dies klarzustellen: Ich finde man sollte schon lange nicht mehr zwischen Mann und Frau unterscheiden, sondern einfach mal von "Menschen" reden. Dies sei vor allem denen gesagt, die neben der Lohnfrage alle anderen Ungleichheiten tunlichst ausblenden. Oder gibt es einen wirklich nachvollziehbaren Grund, warum Frauen per Gesetz nach wie vor das alleinige Sorgerecht übertragen wird? Warum müssen Frauen keinen Militärdienst leisten, oder wenigstens einen monetären Ersatz erbringen? Warum wehrt frau sich so wehement gegen das gleiche Rentenalter? Warum wird nicht ebenso lautstark Sexismus vermutet, wenn Frauen Gratiseintritt bekommen, oder gesonderte Parkplätze zugesprochen bekommen?

"Wenn Frau will, steht alles still" ist einer der meist gehörten Slogans. Stimmt. Wenn Mann will, aber auch. So können wir natürlich noch lange weiter machen. Cool wäre, gleichen Lohn für alle abzumachen, und gleichzeitig Männer bei Scheidungen nicht mehr zu diskriminieren. Aber soweit sind die Menschen noch lange nicht, wie es Christine G. auf Facebook beweist: "s'goht doch definitiv um "gliche lohn für glichi arbet" und ned um scheidige, gratisitritt, und militär...". und hakt sogar nach: "glichi arbeit-glicher lohn! alles anderi isch doch wieder typisch männlich;-) vo wäge militär usw. wer jammered denn jetzt do?? hät absolut nüt mit em wesentliche ztu!!! " - ja, das Leben ist so einfach, nicht wahr, Frau G.?

Viellecht sollten sich die Frauen und Männer einfach mal darauf besinnen, dass wir Partner sind und nur Gäste auf dieser Welt voller Ungerechtigkeiten. Solange jede(r) nur zu seinem Gärtchen schaut kommt das nie gut...
(http://networkedblogs.com/j7B5o)

Dienstag, 7. Juni 2011

Wer mogelt gewinnt

Kaum ist die Quizmania-App der Migros auf dem Markt, schon wird gemogelt was das Zeug hält. Schade, dass bei virtuellen Wettbewerben immer wieder nicht das Wissen, die Geschicklichkeit oder die Kreativität gewinnt, sondern jene belohnt werden, die am besten mogeln können.

Bei der Quizmania-App werden dem Spieler 6 Fragen gestellt. Ein Zählwerk läuft von 1000 Rückwärts und bleibt stehen wenn man die Frage beantwortet hat. Stimmt die Antwort, zählen die Punkte zum Gesamtscore. Wer die Frage nur überfliegt und blind auf eine der drei Antwortmöglichkeiten tippt kann im Idealfall 6 x 1'000 Punkte, also 6'000 Punkte holen. Allerdings liegt die Vermutung schon bei Werten über 5'900 nahe, dass beim Spielen ein Programm eingesetzt wurde, welches den Ablauf des Spiels und damit den rückwärts laufenden Zähler verlangsamt. Ganz offensichtlich gemogelt hat Spielerin "Ines". Sie hat die unmögliche Punktezahl von 6'973 Punkte erreicht, also fast 1'000 mehr, als dass überhaupt möglich sind.

Sinkt die Gewinnchance, weil man ohne Mogeln mitspielt, macht die App leider schnell keinen Spass mehr. Schade eigentlich.

Meteoritenhagel über Rütihof?

Es ist ein spektakuläres Naturphänomen, das sich gestern Nacht über dem Himmel von Baden Rütihof abgespielt hat. Diese faszinierende Momentaufnahme erscheint exklusiv im Goggiblog und konnte von blossem Auge nicht beobachtet werden. Doch was ist da genau zu sehen? Ein Meteoritenhagel? Eine Invasion von Aliens in vielen kleinen Raumschiffchen?


Mitnichten. Es ist zwar ein Phänomen und fürwahr ein spektakuläres. Doch es kommt nicht wirklich selten vor. Im Gegenteil, es passiert ständig. Die Aufnahmezeit dieses Bildes beträgt 10 Minuten bei einer Empfindlichkeit von 100 ISO. Aufgenommen um 4 Uhr morgens, ist auf der oberen Seite bereits die Dämmerung zu erkennen, das rötliche Licht stammt von der Strassenbeleuchtung von Mägenwil und Birr. Die Striche sind nichts anderes als Sterne, deren Position durch die Erdrotation nie die gleiche ist. Feststehende Punkte sind Pixelfehler sowie die Körnung die bei solchen Aufnahmen entsteht.

Montag, 6. Juni 2011

Oups, sorry. Ich war nicht online

Nach zwei anstrengenden Wochen, habe ich mal wieder etwas Zeit für die Online-Dingens. Aber jetzt im ernst: eine internetfreie Zeit ist eine Bereicherung. Nicht ständig dieser Zwang, up-to-date sein zu müssen, oder über jedes Gejammere aus dem Freiamt informiert zu sein. Und nicht immer dieses schlechte Gewissen, wenn man dem Facebook-Freund vergessen hat an der Pinwand zum Geburtstag zu gratulieren. Einfach mal sagen: Oups, sorry. Ich war nicht online.

Na gut, ein paar Dinge wären zu erledigen gewesen. Zum Bespiel die musikalischste Blogparade der Welt, die mir zuletzt gefühlte 15 Tage zu lang ging und letztlich auch nur in einem Archiv für die Ewigkeit abgelegt wurde, die spätestens in 69 Jahren bei der nächsten Internet-Entrümpelung in eine Mulde geworfen wird. Nichts ist für de Ewigkeit. Im Gegenteil. Die Wahrscheinlichkeit, dass in absehbarer Zeit Laptop und PC als überholte Technologie in einer Ecke verstauben ist recht gross. An einer Hausräumung letzte Woche schaufelten wir tonnenweise Altpapier aus einem Schopf. Zeitzeugen aus den Kriegsjahren wurden fast achtlos entsorgt. Berichte über Pearl Harbor, über die Erfindung des Farbfilms und Dokumente über die Entstehung einer grossen Aargauer Firma. Dinge, von denen man damals glaubte sie seien wichtig genug um sie für die Ewigkeit aufzubewahren... Ich finde, die Parallelen zur heutigen Zeit sind erschreckend.

Wie auch immer. Ich geh' jetzt kochen.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Alain Schultz vom FC Wohlen zum FC Aarau

Der FC Aarau gibt die Verpflichtung des 28-jährigen Offensivspielers Alain Schultz vom FC Wohlen bekannt, mit dem heute ein Dreijahresvertrag unterzeichnet wurde.

Schultz wurde im Nachwuchs des FC Basel ausgebildet und wechselte bereits im Alter von 17 Jahren erstmals zum FC Aarau. In der Saison 2001/2002 hatte Schultz mit 19 Toren und 14 Assists einen massgeblichen Anteil am Aufstieg der damaligen Aarauer U-21-Auswahl in die 1.Liga. In der ersten Mannschaft kam Schultz in Ernstkämpfen zwischen 2002 und 2004 insgesamt zu 22 Teileinsätzen (0 Tore). Nach einem leihweisen Abstecher zum FC Wohlen (2003) wechselte Schultz im Hinblick auf die Saison 2004/2005 endgültig ins Freiamt, wo er rasch zum Führungsspieler avancierte. Schultz absolvierte bis heute 182 Partien in der Challenge League für den FC Wohlen und erzielte dabei 59 Tore. Dies brachte ihm ein eineinhalbjähriges Gastspiel beim Grasshopper Club Zürich in der Super League ein (31 Spiele, 4 Tore). In der abgelaufenen Saison war Schultz mit 11 Treffern abermals bester Torschütze beim FC Wohlen.

Alain Schultz
Geburtstag: 17. Februar 1983
Nationalität: Schweiz
Grösse: 176 cm, Gewicht: 75 kg
Position: Mittelfeldspieler
Vertrag bis: 30. Juni 2014


Dienstag, 24. Mai 2011

Giacobbo / Müller: wir sollten uns alle schämen!

Einer Meldung von 20 Minuten zufolge, sollen sich Bündner, Rätoromanen und Vertreter von Behindertenorganisationen gleichermassen enerviert haben, über gemachte Äusserungen in der Sendung Giacobbo/Müller. So liess sich Renzo Blumenthal nach der Sendung folgendermassen zitieren: "Humor ist gut. Aber was sich Mike hier geleistet hat, ist absolut daneben!". Der Ex-Mister Schweiz aus Graubünden regt sich über ein Spässchen auf, das Mike Müller über seine Artgenossen gemacht hatte: Den Romanisch-Sprechenden würde man "besser die Gebärdensprache beibringen", witzelte Müller in Anlehnung an den Zürcher Entscheid, im Kindergeraten nur noch Schweizerdeutsch zu unterrichten. Müller witzelte weiter, dass dies jedoch schwierig sei "wenn dir wegen der Inzucht die Finger zusammengewachsen sind". Ebenfalls wenig Spass versteht Bruno Schmucki, Mediensprecher des Behindertenverbands Procap Schweiz, der von der Online Zeitung auch zitiert wurde: "Ich erwarte von Satire ­Kritik, dies aber war ein billiger Spruch auf Kosten von Behinderten und Minderheiten"

Was aufgeschrieben tatsächlich nicht besonders lustig wirkt, passte am Sonntagabend in die aufgeräumte Stimmung der Satiresendung. Wo selbst Fukushima, Tsunamis und randständige Politiker ihr Fett abkriegen,  macht die Satire eben auch nicht vor regionalen Klischees halt. Oder Behinderungen. Moment! In dem sage und schreibe 20 Sekunden langen Witzchen kamen doch gar keine Behinderten vor! Oder erachtet Procap Schweiz die Gebärdesprache als etwas behindertes? Oder glaubt Schmucki es gäbe tatsächlich inzestgeplagte Bündner? Wie auch immer. Sich darüber aufzuregen, und das erst noch öffentlich, ist komplett kontraproduktiv. Der geneigte Satiriker reagiert auf Unverständnis nämlich mit noch mehr Satire. Ich würde mich nicht wundern wenn es am nächsten Sonntag heissen würde: "Die  Rätoromanen würden auf die Barrikaden gehen, wenn sie nicht behindert werden".

Und nein, Satire ist nicht kritisch. Satire drückt Finger in Wunden. Der Unterschied zur Kritik ist, dass der Satiriker keine Erklärungsversuche erwartet. Und das "Opfer" ist gut beraten, den Spass mitzumachen oder wenigstens nicht beleidigt zu reagieren. Denn obwohl "man" über Atomunfälle, Naturkatastrophen, Politiker und vermeintlich Behinderte keine Witze macht, lacht "man" eben doch darüber. Wir sollten uns alle schämen!

Samstag, 21. Mai 2011

30 Tage 30 Lieder (Teil 20)

Die Sache ist: Ich bin nie wütend. Deshalb ist die heutige Aufgabe eher schwierig zu bewältigen. Due Frage ist deshalb:Was könnte mich wütend machen und wenn das geschähe, würde ich tatsächlich dazu Musik hören wollen? Also angenommen ich wäre so richtig hässig und ih bräuchte Musik (nicht zum wiederherunterkommen, sondern passend zur Wut), dann vermutlich das hier:

Ein Lied das du hörst wenn du wütend bist: Mike Krüger "Der Nippel"



Aber echt jetzt, ich bin nie wütend. Ich schwör!

Freitag, 20. Mai 2011

30 Tage 30 Lieder (Teil 19)

Lucio Dalla ist einer der grössten Cantautori. Politisch inkorrekt, experimentierfreudig und immer mit Hut oder Wollkappe auf dem Haupt. Die grössten Würfe gelangen ihm aber meistens im Duett. Mit Francesco de Gregori ist Dalla dreissig Jahre nach dem erfolgreichen gemeinsamen Album "Banana Republic" (1979) heute wieder live unterwegs. Ebenfalls unvergessen bleibt für mich der Auftritt mit Gianni Morandi im Hallenstadion Zürich, im 1988. Aus dem passenden Album "Dalla/Morandi":

Ein Lied aus deinem Lieblingsalbum: Lucio Dalla / Gianni Morandi - "Felicità"



Mit Text, weil er so schön ist:

Se tutte le stelle del mondo a un certo momento
venissero giu'
tutta una serie di astri di polvere bianca
scaricata dal cielo
ma il cielo senza i suoi occhi non brilerebbe piu'
se tutta la gente del mondo senza nessuna ragione
alzasse la testa e volasse su'
senza il loro casino, quel doloroso rumore
la terra povero cuore non batterebbe piu'
mi manca sempre l'elastico per tener su' le mutande
cosi' che le mutande al momento piu' bello
mi vanno giu'
come un sogno finito magari un sogno importante
un amico tradito, anch'io sono stato tradito
ma non m'importa piu'
tra il buio del cielo le teste pelate bianche
le nostre parole si muovono stanche
non ci capiamo piu'
ma io ho voglia di parlare di stare ad ascoltare
di contnuare a far l'asino di comportarmi male
per poi non farlo piu'
ah felicita'
su quale treno della notte viaggerai
io so che passerai
ma come sempre in fretta non ti fermi mai

si tratterrebbe di nuotare prendendola con calma
farsi trasportare dentro due occhi grandi
magari blu
e per doverli liberare
attraversare un mare medievale
lottare contro un drago strabico
ma di draghi, baby, non ce ne sono piu'
forse per questo i sogni sono cosi' pallidi e bianchi
e rimbalzano stanchi tra le antenne lesse delle varie tv
e ci ritornano in casa portata da signori eleganti
cessi che parlano tutti quanti che applaudono
non ne vogliamo piu'
ma se questo mondo è un mondo di cartone
per essere felici basterebbe un niente
magari una canzone o chi lo sa
e non sarebbe il caso di provare a chiudere gli occhi
ma poi quando hai chiuso gli occhi chissa' cosa sara'
ah felicita'
su quale treno della notte viaggerai
lo so che passerai
ma come sempre in fretta non ti fermi mai...

Mehr Lieder aus Lieblingsalben gibt es bei Frau Kafka, Frau Dimi, Herr Elfe, Frau Isabel, Herr Tom, Herr Miene, Herr Albrecht, Herr Danger, Frau Lila, Frau Bluetime und natürlich Herr Fischer, der meine Lieblingsblogparade erfunden hat.

Der Schweizer Fussball vor der Nicht-Reform

Reformationen sind gut. In Glaubenssachen lassen sie einen kritischen Blick auf eingerostete Denkweisen zu und bei Grossunternehmen wird die Wirtschaftlichkeit gesteigert. Während heutzutage Unternehmensreformen erst nach Konsultierung des Betriebsrates, des Personalausschusses und der Gewerkschaft durchgeführt werden können, köderte man das Volk bei der Kirchenreform nach dem Mittelalter  mit dem Versprechen, die Missstände der Kirche würden ein Ende nehmen.

Die geplante Reform im Schweizer Fussball ist eine Art Mischform von beidem. Auf der einen Seite soll die Challenge League zu einer voll funktionierenden und rentablen Profi-Liga werden, auf der anderen Seite beruhen die Pläne auf  Vermutungen und Versprechungen. Und einem Köder. Für Erstligisten der neuen "Promotionsliga" (dritthöchste Liga) in Form von 20'000 Franken Startgeld. Und für Challengeligisten soll es zusätzliche 100'000 Franken ins Clubkässeli geben. Mehr nicht. Das bedeutet: keine verbindlichen Zusagen zur Ligavermarktung, keine Verträge bezüglich Ligasponsor, kein genauer Plan über vorteilhaftere Medienpräsenz. Dafür neue Anforderungen an die Stadien, höhere Hürden um aufsteigen zu können und vor allem: viel höhere Kosten.

Auf der Kostenseite ist hervorzuheben, dass es dem Teilnehmer der Challenge League nicht mehr reichen wird, eine gute Mannschaft aufzustellen, zum Beispiel mit jungen Spielern. Es muss ein Team gebildet werden, das in der Lage ist aufzusteigen. Zu gross ist sonst die Gefahr ins Nichts der Promotionsliga abzusteigen. Die Reformer mögen anfügen, die Rolle der Ausbildungsliga werde an die 1.Liga abgegeben. Damit stellt sich aber bereits die nächste Frage: wie soll ein Erstligist dieser Rolle gerecht werden? Etwa mit 20'000 Franken Startguthaben und einem Durchschnitt von 300 Zuschauern? Um so mehr erstaunt es, dass es gerade die Erstligisten sind, die der Reform begeistert zustimmen. Und das obwohl in der Übergangssaison (die kommende) kein 1.Lgist in die Promotionsliga wird aufsteigen können, sondern die neue Liga aus den sechs ChL-Absteigern und vier U21-Mannschaften gebildet wird.

Zweifellos! Eine Reform täte dem Schweizer Fussball gut. Eine vielleicht, die Club-Defizite in Millionenhöhe verhindert. Eine, die den Sport wichtiger macht als den Kommerz. Eine, die den Schweizer Fussball schweizerisch bleiben lässt und sich nicht an internationalen Märkten richtet. Klar, es ist toll wenn ein FC Basel mal wieder in ein Achtelfinale der Champions League stolpern könnte. Aber lohnt es sich dafür den eigenen Restfussball noch schlechter zu stellen?  Es braucht nicht ein Umbau der Ligen, als vielmehr eine realistische Einschätzung der Voraussetzungen. Die Schweiz gehört nun mal nicht zu den grossen Fussballnationen und die Ligen könnten es sich durchaus leisten, eine Reform zu schaffen, die den einheimischen Fussball aufwertet. Jene die am Samstag abgesegnet werden soll, ist aber definitiv zu wenig durchdacht und kostet die Clubs zu viel Geld - selbst für nicht ambitionierte Ziele.

Donnerstag, 19. Mai 2011

30 Tage 30 Lieder (Teil 18)

Unlängst wurde den Erstellern der Hitparade vorgeworfen, die Kriterien, wie man einen Spitzenplatz erobern kann, seien völlig undurchsichtig. Seit heute ist klar: die Häufigkeit mit welcher Musikstücke im Radio gespielt werden hat nichts damit zu tun. Denn obwohl sich so gut wie alle Radiostationen weigern das DSDS-Siegerlied "Call My Name" zu spielen, stehet der Song gleich doppelt an der Ranglistenspitze der Schweizer Hitparade - je  in der Version von Pietro Lombardi und in jener von Sarah Engels, der Finalverliererin bei DSDS. Ähnliches passiert in Deutschland, wie "die Welt" berichtet: Niemand mag den Bohlen-Song - und trotzdem stehen die beiden Liedchen-Versionen auf Platz Eins und Zwei der Deutschen Charts...

In diesem Sinne: Ein Lied, das du im Radio hören willst: Chàrlee - "Call My Name", das gefälligst direkt hinter den beiden anderen Versionen auf Platz 3 landet und dann bitte auch im Radio gespielt werden soll.



Und wer den Eindruck hat, das klingt eh alles gleich... hat wohl recht.