Montag, 27. Juni 2011

Keine Zeit, sorry.

Tizian, "Allegorie der Zeit" -
Kurz vor der Kernschmelze, dachte ich mir, kurz bevor also der Laptop bei 32 Grad im Schatten dahin schmelzt, würde sich ein Blogartikel gut machen. Sonst verwahrlost mir der noch, in der Internetwüste. Na gut, es ist auch saudumm, den Laptop in den Schatten zu stellen, wenn es dort so heiss ist. Ich hoffe jedenfalls, mit ein bisschen Musik auf das passende Thema für meinen heutigen Blogartikel zu kommen. Beim Einstellen des richtigen Radiosenders stellt sich mir aber bereits eine schier unüberwindbare Hürde in den Weg. Eine akustische, genau genommen. Auf dem einen macht's Blablabla und auf dem anderen infrage kommenden Sender versuchen sich gleich zwei Moderatoren in Sachen Fröhlichkeit zu übertreffen. Ob die schon mal die Leichen gesehen haben, die zur Sendezeit im Halbschlaf und mit Ohrenstöpsel bewaffnet, in den überfüllten Zugsabteilen stehen? Wobei sich das jetzt, da der Bus baustellenbedingt nicht mehr bis zum Haberacher fährt, sondern schon beim Bohnacher umdreht, ziemlich gebessert hat. Ein 500m-Hürdenlauf in bester Usain Bolt Manier weckt wohl sogar die grösste Schlafmütze. Wobei wir wieder bei den Hürden wären und ich jetzt ruhig, aber bestimmt noch einmal vom einen Blablabla zum anderen wechsle, den Radio dann aber abstelle. Schliesslich will ich hier einen Blogartikel schreiben. Keine Ahnung woher die Radios die Erkenntnis gewonnen haben, dass deren Hörer um diese Zeit nicht etwa mit Hintergrundmusik berieselt werden möchten, sondern mit Gags so um Spassfaktor -1 bis +2.

Erst noch ein Kafi, mit entsprechender Stellungnahme auf Facebook und dann kann's los gehen. Ich weiss schon genau über was ich schreibe. Wobei ich zuerst noch schnell in den Garten muss, den Rest-Pflänzchen Wasser geben. Rest-Pflänzchen deshalb, weil beim letzten Regenschauer sich Nacktschnecken, als wären sie Radiomoderatoren sich berufen fühlten über wehrlose Anwesende zu stürzen, in diesem Fall Kopfsalate, Radeischen und Erbsenpflanzenblätter. Nacktschnecken sind nicht zu unterschätzen, denn dem Unkraut sind sie elegant ausgewichen und den Schneckenkörnern ebenso. Körner die nun wahrscheinlich langsam ins Erdreich und danach in die Radeischen und damit in unser Verdauungssystem dringen, wo es ja auch schleimig ist - ach ich will gar nicht daran denken.

Weil nun auch Meerschweinchen, Hoppelasen, Zebrafinken und Kater um Aufmerksamkeit, oder besser gesagt um Nahrung winselten, kommt in Sachen Blogartikel nun ein weiteres Problem auf mich zu: die Zeit. Es reicht einfach nicht mehr, für einen Artikel. Nicht einmal einen ganz kurzen über bröckelnde TV-Sender oder Immerfröhliche Radiomoderatoren. Ist schon unglaublich wie die Zeit davon rennt und wir dem Sein wie schon Platon kaum mehr bewusst werden können. Kaum hat etwas angefangen, schon ist es wieder vorbei. Zum Beispiel die schöne Vorbereitungszeit des Grasshoppersclub Zürich. Kaum 30 Minuten gespielt schon zeichnete sich die 3:5-Niederlage gegen Aarau ab. Und obwohl am Sonntag ein gefühltes Dutzend Zürcher Sonntagszeitungen erscheint, fand die bittere Niederlage in keiner einzigen davon Erwähnung. Was ist wohl schlimmer? Die Zeit vergangen zu wissen, oder die Tatsache dass sie nicht einmal jemand zur Kenntnis genommen hat?

Wie auch immer. Es ist 09:30 Uhr und ich habe jetzt wirklich keine Zeit mehr einen Blogartikel zu schreiben. Sorry. Aus diesem Grund erscheint heute nichts und ich gönn' mir in der Restzeit nochmal ein Kafi.

Kommentare:

Danger (via Facebook) hat gesagt…

Danke Goggi. Ich habe selten einen solch erfrischenden Blogbeitrag gelesen. Der hat mir die Mittagspause wunderbar versüsst. Am liebsten würde ich ihn dir klauen, da deine Worte beinahe identisch zu meinen Gedanken, bzw. zu meiner Situation, passen!

Dani (via facebook) hat gesagt…

Hammer!