Freitag, 29. Mai 2009

Jugendgewalt, Teil 34

Nein. Es ist nicht ein Thema, auf dem jetzt alle rumhacken und nein, es passiert nicht irgendwo im Nichts der Anonymität. Sondern auf dem Schulweg meines Sohnes. Und das macht mir Sorgen.

Zwei Jugendliche pöbelten in Suhr einen 19-jährigen Mann an und verprügelten ihn danach grundlos. Er zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Die Kantonspolizei konnte die beiden Jugendlichen ermitteln.


Zusammen mit seiner Freundin sass der 19-jährige Schweizer am Freitagabend, 22. Mai 2009, auf einer Bank in der Nähe des Zentrums «Bärenmatte». Wie er später der Kantonspolizei erklärte, näherten sich gegen Mitternacht plötzlich zwei unbekannte Jugendliche. Diese fragten den 19-Jährigen nach Zigaretten, wobei er ihnen keine geben konnte. Danach nahm sich einer der Unbekannten das Rollbrett, das der 19-Jährige bei sich hatte und pöbelte das Pärchen an. Ohne ersichtlichen Grund schlug der Unbekannte dem jungen Mann das Rollbrett plötzlich heftig gegen den Kopf.

Der 19-Jährige blieb mit einer blutenden Wunde am Kopf liegen. Anwohner, die auf den Vorfall aufmerksam geworden waren, alarmierten die Kantonspolizei, welche danach die Ambulanz aufbot. Diese brachte den jungen Mann ins Kantonsspital Aarau. Dort zeigte sich, dass er schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Er musste folglich auf die Intensivstation verlegt werden. Er befindet sich nach wie vor im Spital.

Ohne sich um den Verletzten zu kümmern flüchteten die beiden Unbekannten. Die Kantonspolizei fahndete vorerst vergeblich nach ihnen. Die eingeleiteten Ermittlungen führten jedoch auf die Spur eines 15-jährigen Kosovaren aus der Umgebung. Die Kantonspolizei holte ihn am Samstag, 23. Mai 2009, ab und befragte ihn. Folglich gelang es, auch den zweiten - den mutmasslichen Schläger - zu ermitteln. Es handelt sich um einen 16-jährigen Landsmann, ebenfalls in der Umgebung wohnhaft. Die Kantonspolizei nahm ihn noch am gleichen Tag fest. In der Folge setzte ihn die Jugendanwaltschaft in Untersuchungshaft.

Die beiden Kosovaren haben die Tat inzwischen gestanden. Wie der mutmassliche Schläger sagte, habe er sich vom jungen Mann provoziert gefühlt...

Noch mehr Spinner gibts bei monsieur fischer.

Sonntag, 24. Mai 2009

Mittwoch, 20. Mai 2009

Zitat zum Cupfinal

"Die einen tanzen, die anderen liegen am Ranzen"

Beni Turnheer nach dem 3:2-Sieg Sions gegen die Berner Young Boys - der Mann ist Kult!

Sonntag, 17. Mai 2009

Mittwoch, 13. Mai 2009

Zitat zur Meisterschaft


"Wenn du als Spieler jetzt einen Trainer brauchst, der dir erklärt was du zu tun hast, dann wärst du besser Journalist geworden"

FCZ-Trainer Bernard Challandes vor dem Spiel gegen Vaduz und immer für pointierte Zitate mit Seitenhiebeffekt zu haben.

Dienstag, 12. Mai 2009

Switzerland Zero Points

So geil. Gongours d'Öirovision de la Schampiniong, 1. Halbfinale. Ganz vergessen, dass das heute auch noch ist.

Der offizielle Goggiblog-Tipp!
(grün eingefärbt, die tatsächlich Weitergekommenen)

Island - Absolute Kronfavoritin! 12 POINTS
Türkei, mit überraschend rattenscharfem Auftritt: 10 POINTS
Switzerland rockt die Bühne 8 POINTS
Montenegro mit Ralph Siegels Versuch Nummer 19 mal wieder was zu gewinnen - 7 POINTS
Finland macht aus dem Contest eine moderne Sache! 6 POINTS
Bosnien & Herzegovina - wegen solchen Überraschungen schauen wir das Zeugs doch - 5 POINTS
Portugal mit volksnahem Lied, das läuft immer - 4 POINTS
Rumänien mit einem hübschen Grund für ein Ja zur Osterweiterung 3 POINTS
Israel holt sich singend einiges mehr an Sympathien als sonstwo. 2 POINT
Andorra süüüüüüüüsssss, aber äääääin bisschen viel äää ää äää - 1 POINTS

Tschechei
mit einem flüchtigen Zirkus Knie Clown: ZERO POINTS
Belgiens Beleidigung an den King of Rock: ZERO POINTS
Weissrussen können besser Eishockeyspielen als Haare schneiden. ZERO POINTS
Schweden noch immer im nun schon 30-jährigen Schatten von ABBA - ZERO POINTS
Armenien, oder der Name des neusten Brechmittels. ZERO POINTS
Burlarien ist wohl mit Tschechien im gleichen Zirkus angestellt. ZERO POINTS
Mazedonien mit 0815 - ZERO POINTs
Malta - und der Beweis dass man mit dem Kopf auch trotz Doppelkinn wackeln kann - ZERO POINTS

JUHUI! DER SAMSTAG IST GERETTET, WIR MÜSSEN NICHT SCHAUEN

(Zuerst wollte ich einfach das Datum von diesem Posting oder von diesem Posting ändern, aber die Liebeschäfer machen coole Musik)

Montag, 11. Mai 2009

Zwangsverordnete Tagesstrukturen

Im dritten Teil über die Bildungsreform im Aargauer Schulsystem geht es um die Tagesstrukturen, die Kindern und Eltern einen geregelten Tagesablauf verschaffen wollen. Wenn Kritiker sagen, das Kleeblatt als Ganzes sei überladen und zu teuer, so meinen sie oft dieses dritte Teilchen. Es sei nicht nötig den Familien Tagesstrukturen aufzuzwängen. "Alles freiwillig" sagen die Befürworter und verweisen auf die Erfahrungen aus den Pilotversuchen. Bisher erschienen sind im Goggiblog die Gedanken zur Eingangsstufe, und Einschätzungen zum Thema Harmonisierung der Schulstrukturen. Goggi lebt mit drei Kindern im Haus und zwei Dutzend weiteren Kindern im Quartier zusammen und gilt als Direktbetroffener der schulreform.

Das Bildungskleeblatt 3 - Tagesstrukturen: NEIN

Tagesstrukturen. Das klingt schon mal gut. Wir alle könnten Strukturen gebrauchen, denn meistens braucht es nur einen Sonntag, ein paar Freitage, oder noch schlimmer: Eine Pensionierung - und der Tagesablauf hat keine Ordnung mehr. Meine erste Reaktion auf das dritte Kleeblättchen war denn auch ein begeistertes JA. Ich vertraute auf die Meinung der Fachleute, die man uns in den Medien präsentierte. Wenigstens bis zu jenem Zeitpunkt, als eine Sozialpädagogin in meiner Nachbarschaft, ihren zehn- und zwölfjährigen Buben Schusswaffen in die Hand drückte. Das veranlasste mich, den Fachleuten zu misstrauen.

Das Prinzip ist ja auch sinnvoll: Den Schülern steht die Schule ab 7 Uhr offen, über die Mittagszeit werden sie betreut und verpflegt und nach Schulschluss werden die Kinder bis 18 Uhr behütet. Doch bei genauerer Betrachtung kommen ein paar wesentliche Nachteile zu Tage, angefangen bei den Kosten. Ein einkommensabhängiger Tarifplan entscheidet über die entstehenden Kosten für eine Familie. Im günstigsten Fall ist die Betreuung kostenlos, Eltern mit höherem Einkommen subventionieren das Modell. Wie hoch die Tarife sind, wird von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein. Doch wie wird es sich in einem Dorf wie Neuenhof verhalten, in welchem der Ausländeranteil bei 67% liegt und naturgemäss mehr Leute in der tiefsten Kategorie zu liegen kommen? Wer übernimmt das Defizit? Der Steuerzahler? Kommt der Sozialindex zum Tragen, der im vierten Kleeblättchen gilt? "Das weiss man noch nicht" sagen die Befürworter. Man habe keine Ahnung wie viel die Organisation kostet und die Gemeinden würden verpflichtet etwas anzubieten, das man vielerorts gar nicht braucht, sagen die Gegner.

Tatsächlich. Ausser der Kostenfrage ist der Bedarf längst nicht bewiesen: In meiner ehemaligen Wohngemeinde, wurde der "Mittagstisch" - die Betreuung über Mittag - gerade mal von 10 Kindern genutzt. Darunter vier Kinder der Betreuer. Mit täglichen Kosten von 12 Fanken pro Kind würde eine ständige Betreuung über Mittag eine Familie mit zwei Kindern 500 Franken hinblättern müssen. Das Projekt wurde nach mehreren Versuchen endgültig begraben. Meine neue Wohngemeinde macht es günstiger. Hier kostet der Mittagstisch noch Fr. 6,50 - Über Frequenz und Wirtschaftlichkeit sind noch keine Zahlen bekannt.

Der dritte und wichtigste Punkt ist die Personalfrage. Für die Betreuung vor und nach der Schule muss ausgebildetes Personal angestellt werden. Die Elternmithilfe wurde vielerorts vonseiten der Schule ausdrücklich nicht gewünscht und die Lehrer haben an selber Stelle klar gemacht, dass das ganz bestimmt nicht ihre Aufgabe sei. Entsprechendes Personal zu finden wird mit Arbeitszeiten von 7.00 bis 08.20 Uhr eher schwierig. Über Infrastruktur wie Küchen, Essplätze, die erforderliche Grösse dieser Einrichtungen hallt dem Stimmbürger die immer gleiche Antwort entgegen: "Wir wissen es nicht"

Fazit: Der 3. Teil des Aargauer Bildungskleeblatt "Tagesstrukturen" klingt nur gut, ist es aber nicht. Für mich ein klares NEIN. Es beruht auf wage Prognosen von "Fachleuten" die ihr Wissen aus Büchern fischen, aber keine Ahnung von der Realität haben. Dazu kommen die Kosten, die für das ganze Kleeblatt auf jährlich 8 bis 12 Millionen geschätzt werden, je nach Quelle. Erfahrungsgemäss sind Schätzungen die im Rahmen eine Volksabstimmung fallen, eher tief angesetzt. Immerhin gaben einige Befürworter auch zu, dass es "am Anfang etwas mehr kosten könnte". Um sich über Aufwand und Kosten im Klaren zu sein, hat man sich weder die Mühe gemacht den Bedarf nach Tagesstrukturen zu prüfen, noch dargestellt, welche Anforderungen an Infrastruktur, Personal und Geld auf eine Gemeinde zukommen.

Weiterlesen:
Bildungskleeblatt 1- Eingangsstufe
Bildungskleeblatt 2 - Harmonisierung der Schulstrukturen
Dienstag im Goggiblog: Bildungskleeblatt 4: Der Sozialindex

Mittwoch, 6. Mai 2009

Die Harmonisierung der Schulstrukturen

Die Bildungsreform im Aargauer Schulsystem darf als eines der wichtigsten Projekte der letzten Jahre bezeichnet werden. Seit 12 Jahren basteln Politiker daran herum, entstanden ist eine Vorlage, die von der einen Seite als das Gelbe vom Ei, von der anderen Seite als überladener Bildungskaktus betrachtet wird. Heute erscheint neben den Gedanken zur Eingagnsstufe, und den Tagesstrukturen ein weiterer Teil der persönlichen Einschätzung eines Familienvaters, der mit drei Kindern im Haus und zwei Dutzend weiteren Kindern im Quartier zusammenlebt.

Das Bildungskleeblatt 2 - Harmonisierung der Schulstrukturen: eher NEIN

Mit dem zweiten Kleeblatt wird das bisher bekannte Schulsystem der Oberstufe völlig umgebaut. Nach vier Jahren in der Basisstufe und weiteren 4 Jahren in der Mittelstufe, gelangen die Schüler im 9. Schuljahr in die neue Oberstufe. Diese wird nicht mehr als Real-, Sekundar- und Bezirksschule geführt, sondern als Sekundarschule mit dem Niveauzusatz A (allgemeine Anforderungen), E (erweiterte Anforderungen) und P (progymnasiale Anforderungen) . Mit diesem Kleeblattblättchen greift der Kanton Aargau der nationalen Harmonisierung (Harmos) vor, überspringt quasi die eigentliche Abstimmung zur Einführung und präsentiert gleich die Umsetzung.

Das geht vielen Eltern zu weit. Die Stimmung unter den meisten Zuhörern von Podiumsdiskussionen kann als skeptisch bezeichnet werden. Wie schon beim ersten Kleeblatt kann nicht nachvollzogen werden, warum ein populäres System geändert werden muss. Hier wird man noch zu oft mit dem Argument vertröstet, es sei dringend nötig und man hinke bei jeder Pisa-Studie hinterher und alles sei veraltet. "Na und?", fragt sich unsereiner. Wir leben im weltweit best funktionierenden Umfeld, so schlimm kann das doch gar nicht sein! Dies aus der Perspektive von Menschen, die das fragliche System alle durchlaufen haben und in einer gut funktionierenden Gesellschaft leben.

Auch die Lehrerschaft rümpft die Nase, auch wenn hier die Akzeptanz grösser ist als beim ersten Kleeblatt. Wie die Beurteilung der Schüler künftig erfolgen soll, wie die Planung abläuft, wenn das Niveau auch während des Schuljahres gewechselt werden kann, will man wissen. Organisatorische Fragen, die weitgehend unbeantwortet blieben. Das System mit einer Stammklasse und verschiedenen Niveaufächern entfremde die Schüler und die wertvolle Gruppendynamik einer Schulklasse gehe verloren. Solchen Details widme man sich erst, wenn die Rahmenbedingungen gegeben seien, ist auch hier wieder zu hören. Doch für die meisten Lehrpersonen sind diese Details von grosser Bedeutung, denn sie entscheiden über das künftige Arbeitspensum und darüber, wie die Stellenbeschreibung künftig aussehen wird.

Die kantonale Wirtschaft hat eine andere Angriffsfläche gefunden. Die neuen Strukturen sollen aus der bisherigen Bezirksschule eine Elitetruppe formen und der bisherigen Sekundarschule den schulischen Weg offen halten. Der kantonale Gewerbeverband, hat sich mit fast hundertprozentiger Geschlossenheit gegen das (gesamte) Kleeblatt ausgesprochen. Sie fürchten, dass dem typischen KMU-Kanton Aargau künftig die Lehrlinge ausgehen, weil über 50 Prozent der Jugendlichen in die Schule gingen. Heute fangen im Kanton Aargau rund 75 Prozent der Schulabgänger eine Berufslehre an.

Fazit: Viele betrachten das Kleeblatt 2 (Harmonisierung der Schulstrukturen) als "voreilig", weil dem Bildungskonkordat Harmos vorgegriffen wird. Weitere Schlagwörter sind "unnötig", "am Ziel vorbei" und nicht zuletzt betrachten es viele als "zu teuer". Dem gegenüber stehen wage Versprechungen, das Bildungsniveau werde künftig viel höher, was wiederum nicht im Sinne der KMU ist. Weil sich auch im Grossen Rat, mit nur zwei Stimmen Differenz und vier Enthaltungen, nur ein Zufallsmehr für die Vorlage ausgesprochen hat, darf man bei diesem Kleeblattteil von einem sehr knappen Entscheid ausgehen. Dessen Nachteil ist, dass jede Interessengruppe es zu Dreivierteln toll findet, aber gerade "ihr" Vietel die Erwartungen nicht erfüllt - folge dessen sagt man im konservativen Aargau halt einfach Nein.

Für mich eher ein Nein. Aus meiner Sicht bringt die neue Dreigliedrigkeit keine wesentlichen Vorteile gegen über dem bisherigen System, sondern eher Nachteile und mehr Kosten.

Bisher erschienen:
Das Bildungskleeblatt 1 - Eingangsstufe
Bildungskleeblatt 3 - Tagesstrukturen
Dienstag im Goggiblog: Bildungskleeblatt 4: Der Sozialindex

Dienstag, 5. Mai 2009

Die Bildungsreform

Im Kanton Aargau stimmt das Volk bis zum Wochenende vom 17. Mai 2009 über eine umfassende Bildungsreform ab. Diese setzt sich aus vier Teilen zusammen und wird deshalb als Bildungskleeblatt bezeichnet. Ausserdem wird zusätzlich eine Verfassungsänderung notwendig, weshalb über insgesamt 5 Vorlagen abgestimmt wird. Der Goggiblog zerpflückt die nächsten Tage dieses Kleeblatt und gibt die Einschätzung aus Sicht eines Familienvaters wider. Es sei mit aller Deutlichkeit festgehalten, dass eine Meinung nie auf Tatsachen, sondern auf dem beruht, was man in den Medien, von Nachbarn und Freunden und im eigenen Leben mitbekommen hat.

Das Bildungskleeblatt 1 - Eingangsstufe
2x NEIN


Das wohl umstrittenste aller Kleeblattteile ist die Einführung einer Eingangsstufe, auch Basisstufe genannt. Die Vorlage sieht vor, dass der Kindergarten abgeschafft wird. Es wird zwar behauptet das stimme so nicht, Tatsache ist aber, dass der Quartierkindergarten abgerissen wird und der vierjährige Knirps einen ungleich längeren Weg bis in die Schule zurück legen muss. Alleine dieser Umstand ist dermassen unpopulär, dass sich kaum jemand dafür erwärmen kann. Jeder der selber im "Chindsgi" war, hat beste Erinnerungen daran und ich persönlich empfand die Zeit als sanfte Annäherung an den brutalen Schulalltag, wie er sich später gebärden sollte. Wer heute selber Kinder in den Kindergarten schickt, weiss wie erschöpft sie vor allem im ersten Jahr nach Hause kommen. Wollen wir unseren Kleinsten wirklich einen Schulweg zumuten, der doppelt so lang ist und an gefährlichen Strassen vorbei führt?
Dazu kommt, dass in der Eingansstufe (auch Basisstufe genannt) vier Jahrgänge im gleichen Klassenzimmer unterrichtet werden. Ich versuche mir das plastisch vorzustellen: In der Ecke hinten bauen die Vierjährigen mit Klötzchen und vorne rechts versuchen sich die Zweitklässler auf die Rechenaufgabe zu konzentrieren. Wie werden Ausflüge in den Wald organisiert, die man als Kindergärtler so schätzte? Gehen die Grossen dann mit? Wer kümmert sich um die zu bindenen Schuhe, um die Kleinen die aufs Klo müssen und sich selber nicht trauen? Verträgt sich die Unbekümmertheit der Vierjährigen mit der Disziplin des Aufstreckens, bevor man etwas sagen darf? Wo bleibt die zeitliche "Knautschzone", in der sich Eltern und Kinder täglich bis zu einer halben Stunde Zeit lassen können, sich voneinander zu trennen? Man könnte sie auf Vor-dem-Unterricht verlegen, sagen die Befürworter. Und wenn man mehr als zwei Kinder hat? Geht dann das Frühstück einfach flöten?

Das beste Argument gegen das Bildungskleeblatt 1 lieferte ironischerweise die Befürworterin Lotty Fehlmann Stark (SP), Einwohnerratspräsidentin der Stadt Aarau. Sie sagte an einer Podiumsdiskussion, dass solche Details noch nicht endgültig geklärt seien. Es gehe bei der Abstimmung auch vielmehr darum, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Fazit: Selbst wenn die Vorlage "Schulgesetz (Eingansstufe)" (Bildungskleeblatt 1) sämtlichen bildungspolitischen Aspekten standhalten würde, ist sie wegen der praktischen Abschaffung des Kindergartens völlig unpopulär. Dazu kommen viele ungeklärte Fragen und zwar in einem Bereich in welchem nicht die Logik, sondern das Bauchgefühl entscheidet. Und ein schlechtes Gefühl führt tendenziell eher zu einem Nein. Für die Einführung der Eingangsstufe ist ausserdem eine kantonale Verfassungsänderung nötig - auch über diese wird am 17. Mai abgestimmt.

Für mich 2x ein klares Nein. Ich rechne sogar damit, dass die Vorlage mit einer Zweidrittelsmehrheit abgelehnt werden könnte.

Weiterlesen:
Bildungskleeblatt 2 - Harmonisierung der Schulstrukturen
Bildungskleeblatt 3 - Tagesstrukturen
Dienstag im Goggiblog: Bildungskleeblatt 4: Der Sozialindex

Montag, 4. Mai 2009

Zitat des Abends

"Wenn ich eine Stunde mit Daniel hätte, würde ich mit ihm in den Urlaub fahren"

(Ein weiblicher Fan von DSDS-Finalist Daniel Schuhmacher, mit etwas verschrobenem Zeitgefühl)