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Donnerstag, 29. Mai 2008

heute wird blickamabend

Noch vor ein paar Jahren beschwerte man sich hierzulande über viel zu teure Einzelpreise und Abonnemente von Tageszeitungen. Tatsächlich verlangt beispielsweise die Aargauerzeitung heute noch 400 Franken für ein Jahres-Abo, einschliesslich Sonntagsausgabe - ob man die jetzt will oder nicht. Doch es raschelt wieder mächtig im Blätterwald.

Dann bescherten uns die Verlage Gratiszeitungen wie Sand am Meer und unsereiner fragte sich verwundert, wie sowas möglich ist, wo ein "Blick" fast gleich aussieht aber 2 Stutz kostet. Es sei eine Frage der Zeit, bis der Blick auch nichts mehr kostet, frohlockte ich im Goggiblog und erhielt postwendend eine Mail, dass dem nie und nimmer so sein würde.

Ab dem 2. Juni ist es nun doch soweit. Der morgendliche Blick kostet zwar immer noch etwas, aber die Abendzeitung "heute" die auch aus dem Hause Ringier stammt, wandelt sich zum "Blick am Abend" und kostet den Käufer: Nichts. Dies sei der erste Schritt zum Gratis-Blick, steht nun überall geschrieben, was aus der Chefetage von Ringier nur noch halbherzig dementiert wird. Der richtige Blick stelle immer noch einen Mehrwert dar, bla bla bla, ich sage da nur: Ätsch, ich hab's doch gewusst. Und genüsslich blättere ich in der Online-Ausgabe der AZ, die mich auch nichts kostet und frage nicht unschelmisch in die Runde: Ja wo liegt eigentlich der journalistische Mehrwert, wenn das Zeug nichts mehr kostet?


Ob der neue Blick am Abend (und damit statt heute-online.ch auch blickamabend.ch) eine Bereicherung darstellen wird und ob immer noch so tolle Beiträge wie der vom 26.Mai (links auf dem Bild) zu finden sein werden, sehen wir ja dann. Ringier fragen wir lieber nicht an - es könnte sein, dass die Auskunft nicht lange standhält und vielleicht wird ja plötzlich ein Kässeli an die Verteilkästen geschraubt, für freiwillige Spenden.

Donnerstag, 1. November 2007

Kritik an der Kritik

Zugegeben, ich ertrage Kritik nicht immer einfach, ohne dass das Gegenüber nicht auch sein Fett abkriegen würde. Doch mein Innerstes sagt mir dann, es meint es ja nur gut mit mir und an sich hat es ja sogar recht. Aber das geht nun definitiv zu weit:
"Ein Blog ist eine Internetseite wo irgendwelche User [...] über eine Person oder eine Sache berichten, welche ihrer Meinung nach in der öffentlichen Diskussion steht. Zu manchen Blogs kann man Kommentare hinterlassen."
So weit so gut. Mal abgesehen davon, dass die Formulierung nicht den höchsten Ansprüchen gerecht wird und der Tonfall möglicherweise ein bisschen Abwertend klingt, kann ja jeder seine Meinung haben. Doch dann kommt das:
"Meisst ist es schwer auszumachen, wer einen Blog erstellt hat. Meisst kann man nur durch hochbezahlte Anwälte hinter den Ersteller einer Blog-Seite gelangen [...] Normalerweise werden bei groben Beschimpfungen Blogs vom jeweiligen Administrator gelöscht."
Aha. Hier könnte man durchaus die Nase rümpfen. Zum einen ist es keineswegs so, dass Blogs (die auch tatsächlich gelesen werden) "meisst" anonym sind und in dieser Art der Darstellung verstehe ich als Leser, dass die "meissten" Blogs böööööööse sind und von dunklen Gestalten betrieben werden und regelmässig gelöscht werden müssen. Die weise Schlussfolgerung ist denn auch diese:
"Timo Tasche meint: Lassen sie sich nichts bieten und klagen sie auf Schadensersatz wenn sie jemand zu Unrecht angeht."
Also ich würds mal mit simplem Ansprechen probieren, vielleicht eine kleine Mail schicken, oder einen Kommentar setzen... aber gleich auf Schadenersatz klagen, weil jemand seine Meinung äussert? Na gut, solange es eine Meinung ist, ok. Doch der Gipfel ist dann das hier:

"Der Autor versichert, dass die veröffentlichten Inhalte in dieser Pressemitteilung der Wahrheit entsprechen"

Gefunden habe ich diesen Artikel bei pr-inside.com, eine Seite die vom Wiener Journalisten Club betrieben wird. Dass sich ein solcher Artikel Pressemitteilung [sic!] schimpft, und sogar noch der Wahrheit entsprechen soll finde ich (juristisch unbedenklich ausgedrückt) nicht nett. Und wenn sich der journalistisch tätige Autor schon über die Qualität von Blogs und Blogger beklagt, dann doch bitte ohne Schreibfehler. Ist ja furchtbar. Weiss jemand, was "Meisst" bedeutet und würde man das nicht mindestens nur mit einem "s" schreiben? Und im Artikel einfach den Head wiederholen ist auch nicht elegant, besonders wenn das Wort "wo" stilistisch sowas von eher gewöhnungsbedürftig ist.

In der Folge unter dem Titel "Blogsport: Ein neuer Trend aus dem Internet." dann nur noch über juristische Vorgehensweisen gegen Blogs und deren Betreiber zu schreiben, (und ich muss mich jetzt zusammenreissen, damit Timo mich jetzt nicht verklagt), finde ich also überhaupt nicht nett!. Dieses Beispiel zeigt, dass Blogschreiber Journalisten punkto Qualität, Ausgewogenheit, Ideenreichtum bald um Längen schlagen. Der Grund dafür ist einfach: Blogger pflegen ihre Seite und stellen an sich selber weit höhere Ansprüche als Journalist Nummer 245 im Verlag xy...

Und dass Timo eine "grosse Nummer" ist, erfahre ich erst im Nachhinein - was nicht gerade für ihn spricht ;-)



Freitag, 7. September 2007

FACTS lebt

Blickt man auf das Tun der Medienlandschaft der letzen Jahre zurück, so erkennt man vor allem das Hingehen zum Gratis-Content. "20 Minuten" und "heute", später "Daily Cash" sind nur die gedruckten Pendants zu den News-Seiten im Internet, wo man sich die Grundversorgung an Informationen ohne zu bezahlen holen kann.

Diese Entwicklung hat zur Folge, das die bezahlten Abonnemente ein Auslaufmodell sind. Dem "Blick" beispielsweise traue ich noch höchstens ein Jahr zu, dann wird er eingestellt, oder zur Gratis-Zeitung. Übrig bleiben werden moderne Verlagshäuser, die neben innovativen Auftritten im Netz, sich nebenher auch eine Printausgabe gönnen.

Seit dem Aus für das Magazin "FACTS" haben sich solche innovative Menschen daran gemacht, sich den Bekanntheitsgrad des Namens zu Nutze zu machen und haben im Internet eine News-Plattform unter dem Namen FACTS 2.0 geschaffen. Neu an der Seite soll sein, dass die Quellen der Neuigkeiten nicht nur Tageszeitungen sind, sondern auch das Schaffen der Blogger. Ähnlich wie bei Google lässt sich eine personalisierte News-Seite zusammenstellen, womit man den Überblick hat, was der Tagi, Blick, Yoda und Bloggingtom zu schreiben haben.

Die Seite steckt gewiss noch in den Kinderschuhen. Noch unpassend finde ich im Moment , dass News auch in englischer Sprache begegnen. Durch das Anpassen der eigenen Seite kann man zwar solche Inhalte bewusst ein- oder ausschliessen. Bei der Quellenwahl würde eine Unterteilung in Sprachen helfen, immerhin tragen Tags das Ihrige zur Entscheidungshilfe bei. Wichtigste Innovation bleibt aber: Traditionelle Pressetitel und Blogs werden gleich behandelt. Ein Schulterschluss, an den sich vor allem Journalisten erst noch gewöhnen müssen.

Unabhängig davon, hat sich der Verband Schweizer Presse (VSP) gestern bekannt gegeben, ebenfalls eine New-Seite "als Konkurrenz zu Google-News" auf die Beine zu stellen. Veröffentlich sollen dem Vernehmen nach aber nur Inhalte angeschlossener Verlagshäuser. Von Schulterschluss keine Spur und es wird zumindest interessant werden, welche Art von News-Schleuder sich zuletzt finanzieren und durchsetzen wird. Denn ähnlich der gedruckten Presse, werden unrentablen Seiten früher oder später wieder verschwinden.