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Freitag, 22. April 2011

Na Super!

Achtung: Dieser Artikel richtet sich ausschliesslich an jene Leser, die den Link mit dem Hinweis: "Hier auf keinen Fall drauf klicken!" gedrückt haben. (Allen anderen sei an dieser Stelle herzlich gratuliert, den Goggiblog auch einfach so gefunden zu haben und dürfen den Artikel natürlich trotzdem lesen)
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Hallo Saftnase.

Tust Du eigentlich auch mal was man Dir sagt? Da stand doch klar und deutlich: "Hier auf keinen Fall drauf klicken!", oder? Und warum bist Du jetzt trotzdem hier? Siehst Du. So funktioniert Spam im Internet. Man wird es Dir hier und da zwar unterstellen, aber eigentlich bist Du gar nicht bösartig, sondern einfach naiv. Um nicht zu sagen: menschlich. Wenn immer wir Menschen nämlich hoffen, hinter einem Rubbelfeld, einem Advetstürchen oder eben einem geheimnisvollen Link etwas zu entdecken, was andere noch nicht kennen, schalten wir sämtliche für Intelligenz zuständige Hirnzellen automatisch aus.

Mit sabberndem Mundwinkel staunen wir in den Bildschirm und beobachten - als minimale Vorsichtsmassnahme - den Bildaufbau und ob sich nicht doch ein roter Warnbalken zeigt, der unsere Festplatte noch einmal vor dem GAU bewahren möge. Es öffnet sich dann leider aber nur irgendwas was nicht toll ist und schon surft der Mensch unbesorgt weiter. Doch im Fall der vielen WOW-Links auf Facebook ist es in diesem Moment leider schon zu spät. Durch den Klick im falschen Moment hat man ungewollt (eben: nicht böswillig, aber völlig naiv) sämtlichen Kontakten eine E-Mail und eine Chat-Nachricht geschrieben, und seine eigene und die Pinwand aller Freunde mit Spam gefüllt. Den Besitzern der Spamseite wird zwar früher oder später der Garaus gemacht, aber leider erst so spät, dass dieser gerade noch sämtliche Daten Deines Facebook-Accounts speichern konnte. Verwendbar bei der nächsten Spam-Aktion. Und übrigens weitaus aussagekräftiger als etwa die paar Daten des iPhones, von denen man dieser Tage ununterbrochen liest.

Entsetzt durch die eigene Dummheit rollt schon die nächste Lawine der Menschlichkeit durch's Internet. Die Warner! "Achtung, diesen und jenen Link nicht klicken und diese Warnung an deine Pinwand kleben, blablabla". Hab ich eben das vierzehnte Mal gelesen und ich frage mich, welches nun der schlimmere Spam war: der böse Link, oder die Warnungen danach.

Es gibt übrigens eine ganz einfache Anleitung, sich vor derartigem Spam zu schützen:

1. Hirn einschalten
2. Hirn eingeschaltet lassen
3. Hirn nicht abstellen
4. Hirn benutzen
5. Nicht jeden Scheiss anklicken

So. Monsieur Fischer hat auch noch ein paar Worte darüber verloren: Hier klicken :-)
Und an dieser Stelle die Statistik, wie viele Leser trotz Hinweis "Hier auf keinen Fall drauf klicken!" hier gelandet sind (wird gelegentlich aktualisiert)

Update:
Nach 22 Stunden: 223 Klicks!

Mittwoch, 16. März 2011

Facebook: Undichte Stelle gefunden

Auf Facebook wurde eine bisher unbemerkt gebliebene Schwachstelle gefunden, die den Atem stocken lässt. Die Einstellung kann nur sehr schwer geändert werden, Antivirenprogramme sind wirkungslos. Experten raten zur Abschaltung von Facebook, wenn die Schwachstelle nicht umgehend repariert werden kann. 

Der Spamschutz in einem Google-Mail-Account ist fantastisch, Millionengewinne durch Erbschaft und Viagrapillen haben praktisch kein Durchkommen mehr. Selbst in Mail-Accounts, die ungeniert in Wettbewerbsformulare und Anmeldeseiten hinterlassen werden, herrscht Spam-Ruhe - und das obwohl über 90% des weltweiten Mailverkehrs aus Spam besteht. Diese zuverlässige Filterung hat wohl dazu geführt, dass sich anderenorts eine Sicherheitslücke von ungeheuerlichem Ausmass öffnen konnte. Eine Lücke die niemand stopfen kann. Es handelt sich um das tatsächlich schwächste Glied in der Kette, an dem Antivirenprogramme, Experten und jede noch so ausgefeilte Technik scheitert:

Der Mensch.

Beispiel Facebook. Hier können fremde Menschen Accounts zuspamen und mit technisch veränderten Videos und Bilder Informationen von User abrufen. Obwohl die Betreiber der sozialen Plattform ständig erhöhte Sicherheit und wichtige Updates garantieren, ändert Facebook Einstellungen die der Werbeindustrie dienlich sind viel öfter und vor allem heimlich. Hinweise darauf liefert die in englischer Sprache verfasste Seite Allfacebook.com.

Aber auch die deutschsprachige Blogsphäre schläft nicht:  Monsieur Fischer hat einen sehr guten Artikel über die "Gefällt mir"-Falle geschrieben und hält den weitaus besten Tipp bereit, den sich Facebook-User merken sollten: Hirn einschalten.

Hirn. Die letzte Schranke zwischen Idee und Handeln, zwischen Wohlstand und atomarem Niedergang. In Anlehnung an Monsieur's Artikel zur "Gefällt mir"-Falle, hier eine Anleitung, wie man gewollte und ungewollte "Gefällt mir" wieder los werden kann:
  1. Gehe auf dein Profil (Reiter oben rechts) 
  2. Klicke unter deinem Profilbild auf "Info" 
  3. Scrolle auf dieser Seite bis "Aktivitäten und Interessen" 
  4. Wähle dort den Link "Andere Seiten". Es erscheinen eine Handvoll Seiten.
  5. Allenfalls steht dort "weitere (Anzahl) Seiten anzeigen" - klicke darauf.
  6. Nun sind alle Seiten sichtbar, welche Dir gefallen. Falls dies für die Seite "Prozac Delivery Services" nicht mehr zutreffen sollte, klickst du mit der rechten Maustaste darauf und öffnest den Link in einem neuen Tab. Du kannst den Link auch mit der rechten Maustaste im aktuellen Tab öffnen, allerdings musst du dich danach wieder durch die Punkte 3 bis 5 durcharbeiten, was recht zeitaufwändig ist.
  7. Nun scrollst du auf der Seite die dir nicht mehr gefällt nach unten, bis auf der linken Seite der Link "gefällt mir nicht mehr" erscheint. Mittels Klick entfernst du die Seite aus deinem Profil.
Zur Beachtung: Allenfalls durch voreilige Klicks herunter geladene Software wird man dadurch nicht los. Ein Blick in die Anwendungseinstellungen kann dabei helfen: http://www.facebook.com/settings/?tab=privacy#!/settings/?tab=applications (du musst auf Facebook eingeloggt sein, damit der Link funktioniert). Hier lassen sich Anwendungen löschen. Allerdings löscht man auf diese Weise auch nur Software die via Facebook läuft. Gegen selbstständig funktionierende Spyware hilft nur ein aktualisiertes Antivirenprogramm - wobei die Facebook-Apps genau genommen gar keine Viren sind, sondern "nur" Daten auslesen, nachdem der unvorsichtige User dies durch seinen Klick zugelassen hat.

Sonntag, 27. Februar 2011

Facebook mit sicherer Verbindung

Unser aller Facebook hat mal wieder eine Änderung eingeführt und niemandem etwas darüber erzählt. Jedenfalls nicht besonders lautstark. Dabei hat die Einstellung jeder und sofort umzustellen! Facebook lässt sich nämlich mit einer verschlüsselten, einer sogenannt "sicheren" Verbindung nutzen. Das hat vor allem Vorteile, wenn man sein Facebook mit PCs von Freunden oder in einem Internet-Caffee oder in einem öffentlichen, resp. offenen WLAN nutzt.

Bei jeder Sitzung werden nämlich Cookies angelegt sowie Seiten und Bilder in einem temporären Ordner gespeichert von wo sich die Daten problemlos auslesen lassen. Wer ein offenes WLAN nutzt sendet seine Daten relativ ungeschützt in die nächste Umgebung.

Diese Einstellung ist vorzunehmen:

1. Klicke auf "Konto" und "Kontoeinstelluneg"
2. Bei "Kontosicherheit" auf "ändern" klicken
3. Häckelchen setzen bei "facebook mit einer sicheren Verbindung (https) durchstöbern, wenn möglich"

Ab jetzt erscheint in der Browserleiste "facebook.com" eingefärbt, was auf eine verschlüsselte Verbindung hinweist. Das kennen wir vom E-Banking, oder wer ein gmail-Konto sein Eigen nennt, ruft seine Mails dort ebenfalls mit eingefärbter Leiste - also verschlüsselt auf.

Wenn wir schon mal da sind, lohnt sich übrigens ein Blick auf die Einträge direkt unter der nun angewählten Option: Dort finden sich Einträge, von wo aus Dein Facebook-Konto zugegriffen wurde. Taucht dort eine Lokalität auf, von wo Du sicher nicht auf Facebook zugegriffen hast, sollte man die "
Aktivität beenden". Es kann sein, dass in diesem Fall jemand erfolgreich versucht hat, sich in Dein Konto einzuloggen. Natürlich lohnt sich nicht nur in diesem Fall das gelegentliche Ändern des Passwortes.

Über eine Funktion die ebenfalls "einfach so" mal aufgeschaltet wird, hat vor kurzem der PC-Tipp berichtet. Wie die "umgehende Personalisierung" abgeschaltet werden kann steht hier.

Freitag, 11. Februar 2011

Neues Facebook-Layout für "Seiten"

Facebook führt mal wieder eine Fassaden-Wäsche durch, die man mitmachen muss - ob man will oder nicht. Betroffen sind allerdings nur Facebook-Seiten und damit ihr seht wie sich das ganze ändert, sei hier das Beispiel von Blogger United gezeigt, das sich um 00.09 Uhr auf herzzerreissende Weise vom alten Layout getrennt hat. Wann schlafen die eigentlich mal? Und habt ihr bemerkt dass das Wort "herzzerreissende" zwei s, drei r, zwei z und fünf e hat und wenn man die alle weg lässt das Wort "Hind" bleibt, was keinerlei Bedeutung hat und im Gegenteil, wieder mit allen Buchstaben aber mit der falschen Betonung herzererreiss-ende eine ganz andere Bedeutung bekommt?

Aber das nur nebenbei. Hier das gif-Bild, weshalb ihr alle hier seid.


Sieht ja nett aus. Auffälligste Neuerungen (unvollständige Aufzählung)

  • das Profilbild ist kleiner.
  • Bilderauswahl unter dem Seitentitel.
  • die Reiter sind von Oben nach links gewandert.
  • der aktuelle Status wird nicht mehr neben dem Seitentitel angezeigt.
  • Rechte Spalte mit Verbindungen, mögliche Seiten die mich interessieren könnten und... Werbung.
  • Facebook macht ein Durcheinander in der Zeitlinie. (Oder ist es beabsichtigt, dass 30 Minuten alte Admin-Beiträge vor 10 Minuten jungen User-Einträge stehen?).
  • Admins der Seite lassen sich wahlweise anzeigen oder ausblenden.
  • Admins können im ganzen Facebook als Seite oder als gewöhnlicher User posten und kommentieren.

Update: eben erschienen und sehr Lesenswert: http://www.allfacebook.com/new-facebook-pages-2-2011-02

Dienstag, 8. Februar 2011

Kim Fluchs: Eine Suche die keine sein sollte

Unglaublich, und gefährlich zugleich entwickelt sich derzeit eine Vermissten-Anzeige auf Facebook. Unglaublich, weil die Art und Weise der Suche vermuten lässt, das verschwundene Mädchen sei verschleppt worden. Gefährlich, weil in Zukunft ein wirklich ernster Fall kaum mehr Chancen hat, ernst genommen zu werden. In den Facebook-Kommentaren ist derweil eine Art Massenschlägerei entstanden.

Seit ein paar Tagen vermisst Marco Fluchs seine Tochter. In Grossbuchstaben ziert das Wort VERMISST ein Bild eines jungen Mädchens. Weiter ist zu lesen, dass Kim zuletzt auf Besuch bei ihrer Mutter war und seit Freitag nicht mehr gesehen wurde. Diese Meldung sei via Facebook-Status bitte zu verbreiten, schreibt Vater Fluchs weiter.


35-mal ist mir diese Meldung inzwischen begegnet.

"Schlimm" habe ich im ersten Moment gedacht und wollte den Link schon in meinen Status kopieren, als mir auffiel, wie unwahrscheinlich es doch ist, dass eine solche Vermisstenmeldung einzig und allein über Facebook läuft. Nicht einmal die Boulevardpresse hat sich in die Suche eingeschaltet, geschweige denn die seriösen Blätter. Und tatsächlich - zwei Klicks später lande ich via Google beim Presseportal der Polizei Nordrhein-Westfalens:

Bitte nicht mehr anrufen! Zur Klarstellung: Bei Kim Fluchs handelt es sich um eine Ausreißerin, die vermutlich mit ihrer Freundin unterwegs ist, und das nicht zum ersten Mal. (Quelle)

Damit wären wir dann auch beim gefährlichen Teil dieser Facebook-Aktion. Gemessen an den über 5'000 Kommentaren muss die Meldung schon ein paar zehntausendmal publiziert worden sein. Eine Suchmeldung nach einer pubertierenden Ausreisserin, die mit den Verhältnissen ihrer getrennt lebenden Eltern nicht zum ersten Mal nicht klar kommt. Keine Entführung, keine Gewalt, kein Verbrechen. Nur Familienproblem. Der Vater hat vermutlich im guten Glauben gehandelt und doch muss man ihm eine gehörige Portion Leichtsinn vorwerfen. Statt sich mit Facebook herumzuschlagen, hätte er sich vielleicht lieber etwas mehr mit den Problemen seiner Tochter beschäftigen sollen. Das Mädchen wird sich nie wieder auf Facebook einloggen können, vor Scham, oder vor lauter Freundschaftsanfragen. Der Vater wird teilweise jetzt schon zum Gespött im Internet, mit freiwillig veröffentlichten Vor- und Nachnamen aller Beteiligten. Und das in einem Medium, das nie vergisst. Mal schauen, ob sich die Familienverhältnisse dadurch bessern...

Das wirklich Schlimme an der Sache ist aber, dass es in Zukunft solche Vermissten-Anzeigen schwer haben werden, ernst genommen zu werden. Man wird annehmen, das sei eh wieder nur ein Fake. Über 10'000 Reaktionen hat die Meldung nur auf Facebook inzwischen ausgelöst und dabei zeigt sich ein weiteres ganz böses Gesicht des Internets: Facebook-Kommentare kennen keine Gürtellinie, sondern höchstens unterste Schubladen. Aber das zitiere ich hier nicht. Lest selber (falls der Vater noch nicht schlau genug war, das Bild zu löschen)

Donnerstag, 19. August 2010

Scheiss auf Facebook

Das musste ja mal kommen und es kommt erst noch witzig daher: Die Überportion Online-Droge hat Cris Cosmo und seine Band (noch nie gehört)zu einem Anti-Alles-Was-Online-Ist-Lied motiviert. Ohrwurm-Potential! Die Single erscheit am Freitag, 20. August - die Vorabversion quasi entgegen dem Liedtext aber doch zuerst online ;-)

Chris Cosmo - Scheiss auf Facebook

Dienstag, 17. August 2010

Facebook bleibt "gratis"

Es gibt zahlreiche Facebook Gruppen, die sich panisch mit dem Thema befassen: "Nein, ich werde nicht 7.- CHF pro Monat zahlen": 22'000 Mitglieder. Ein paar Tausend wollen auch keine 4 Dollar bezahlen, schon gar nicht jeden anderen Betrag. Insgesamt 284 Gruppen suckt Facebook in der Sache und in der Suche nach sich selber aus. Keine Ahnung, ob sich hinter den Gruppengründungen wahre Angst verbirgt, oder immer mal wieder jemand eine Gruppe mit vielen Mitgliedern haben möchte. Wie dem auch sei, jetzt ist es offiziell: Facebook wird nie etwas kosten.

Es gibt nämlich gar keinen Grund, warum die Betreiber von Facebook für die Benutzung der Plattform Geld verlangen müssten. Wie eMarketer gestern enthüllte, nimmt Facebook in diesem Jahr 1,2 Milliarden Dollar nur durch Werbung ein und heimst damit rund 70% aller Werbegelder ein, die in soziale Netzwerke investiert werden. Für die physische Bereitstellung von ein paar Tausend Servern dürfte das wohl reichen, zumal für die Sichereheitsabteilung ja kaum Geld ausgegeben wird - nachzulesen, wenn man dem Spielverderber vom Dienst mal über die Schultern guckt. Die Urheber des Berichts stellen Facebook darüber hinaus eine enorme Wachstumsquote in Aussicht, weil die Aquirierung von grossen Brands bisher gar nicht in Angriff genommen wurde, wie All Facebook in einem ähnlichen Artikel präzisiert. Verglichen wird das Unternehmen Facebook - dessen grössten Kunden rund 8 Millionen Dollar jährich ausgeben - mit dem Werbegiganten Google, dessen wichtigste Partner locker ein paar 100 Millionen ausgeben. In soziale Netzwerke fliessen übrigens rund 7% aller in den USA online ausgegebenen Online-Werbegelder - Tendenz steigend.

Es besteht also Wachstumspotential und Facebook wird den Weg unglaublichen Reichtums mit Sicherheit begehen. Doch aufgepasst: Viel eher, als die gerüchteweise in die Welt gesetzte Gebühr, könnte zum Untergang von Facebook führen,dass in den USA Giganten gerne mit Klagen überhäuft werden. Grundsätzlich ist es möglich, dass ein amerikanisches Gericht in einem der zahlreichen Datenlecks des Netzwerkes, Grund für eine Verurteilung findet. Und wie es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten üblich ist, kennt man dort in Sachen Entschädigungszahlungen ebenso wenig Grenzen.

Kurzum: Facebook wird sich mit Sicherheit nicht über Mitgliederbeiträge seiner User bereichern wollen, denn die grosse Anzahl Benutzer ist quasi das Eigenkapital, dass CEO Mark Zuckerberg als Grundlage besitzt. Spiele, Anwendungen oder Webeeinblendungen in den Seitenleisten kosten uns aber dennoch etwas, nämlich Zeit. Sehr viel Zeit. Und Facebook hat genug Kunden, die für unsere Zeit die wir mit Facebook verbringen, etwas bezahlen wollen. Tendenz steigend.

Mehr zum Thema:
Am Konsumenten vorbeigeschützt
Facebook ändert heimlich Einstellungen

Donnerstag, 8. April 2010

Am Konsumenten vorbeigeschützt

Weltweit laufen Datenschützer gegen Facebook, MySpace und LinkedIn Sturm, weil diese angeblich Daten ihrer User missbrauchen und weil sich Facebook mittels einer inzwischen wieder rückgängig gemachten Neuerung der AGB "mehr Rechte als nötig" angeeignet hätten. Doch: Die Datenschützer dieser Welt schützen am Konsumenten vorbei, denn dieser exponiert sich im "normalen" Leben weit mehr als bei Facebook und Co.

Ich liebe meinen Sohn Renato, meine Familie, Belinda und die Kinder, unsere Haustiere und den FC Aarau. Ich habe 326 Facebook-Kontakte, verlinke denen ständig diesen Blog hier und hinterlasse seichte Sprüche ohne wirklichen Informationsgehalt. In meinem Profil lassen sich weder Kontonummern finden, noch Passwörter, es gibt keine Infos über Krankheiten, genetische Ungleichmässigkeiten und schon gar keine Fingerabdrücke. Ich tausche keine illegalen Inhalte, pflege keinerlei Kontakte zu Untergrundorganisationen und meide sogar 1.Mai-Umzüge und das Basler St.Jakob-Stadion.

Dass dieses Profil von böswilligen Mächten bei Facebook und Co. missbraucht werden könnte, das ist den Datenschützern dieser Erde ein gewaltiger Dorn im Auge.

Mir aber wäre es lieber...

- wenn ich beim Gang vom Berner Hauptbahnhof zum Bundeshaus nicht von 47 Videokameras gefilmt würde
- wenn ich nicht in jedem Fahrzeug des öffentlichen Verkehrs "zu meiner Sicherheit" sogar beim Nasenpopeln gefilmt werde
- wenn ich bei der Onlinebestellung eines SBB-Tickets nicht Geburtsdatum und Wohnadresse angeben müsste
- wenn meine Krankenkasse sich nicht mit anderen Versicherungen über meinen Gesundheitszustand austauschen würde
- wenn meine Telefonnummer nicht automatisch im Telefonbuch erschiene, sondern nur wenn ich das explizit verlange.
- wenn jeder Briefträger für sich behalten würde, wem er welchen Brief zustellt
- oder wenigstens das Verdeck seines Anhängers regelmässig brauchen würde
- wenn die Frau am Postschalter nicht in aller Deutlichkeit in die Halle posaunen würde, ob ich auch auf 5'689,65 gekommen bin
- und ob ich noch Bargeld wolle
- wenn dem Schalterpersonal - das genauso gut Freund meines besten Feindes sein könnte - nicht automatisch mein Kontostand angezeigt bekäme
- wenn meine Bank nicht irrtümlich meine Kontodaten nicht Schreddert
- wenn Politiker nicht aus Versehen sensible Dokumente einfach in den Papierkorb werfen würden
- wenn bei einer Auszahlung der Versicherung nicht umgehend das Steueramt informiert würde, das sofort Rechnung stellt und mit Betreibung droht, obwohl das Geld längst in einer anderen Säule liegt
- wenn ich beim Eintritt ins Fussballstadion nicht Name und Adresse hinterlassen müsste, als läge die Wahrscheinlichkeit, dass ich ein Hooligan bin bei über 99%.
- wenn die Bestimmung nicht aufgehoben worden wäre, wonach Jeder und Jede ungefragt Telefonanrufe aufzeichnen darf
- wenn ich im Biometrischen Pass nicht auch noch grundlos den Fingerabdruck hinterlassen müsste
- der dann auch noch in eine zentrale Datenbank kommt
- wenn Beschiss-Firmen, die unter dem Vorwand einen Preis zu verlosen, in ihrer Narrenfreiheit endlich eingeschränkt würden.

Irgendwie scheint es den Datenschützern wichtiger zu sein, sich mit Giganten wie Facebook oder Google prominent in Szene zu setzen, als sich um die wahren Datenlecke der Gesellschaft zu kümmern. Wer weiss, vielleicht verlieren sie ihre Existenzberechtigung, oder man merkt in der Öffentlichkeit, dass die Datenschützer eigentlich gar nichts schützen. Unlängst erhielt ein Freund von mir vom Eidgenössischen Datenschützer Bescheid, sein Anliegen falle leider nicht sein Tätigkeitgebiet. Dieser Freund verlangte vom Datenschützer, er möge seinen ehemaligen Arbeitgeber dazu bringen, sämtliche über ihn gesammelten Daten rauszurücken. Er solle sich an die Gewerkschaft wenden, hiess es.

Facebook finde ich lustig. Google Street View auch. Datenschützer dagegen gehen mir mehr und mehr auf den Wecker, weil sie an den Menschen vorbeischützen. Was Facebook und Co. betrifft, würde nämlich ein einfaches Merkblatt zum richtigen Verhalten reichen - mich vor filmenden Augen und weltweiter, amtlicher Registrierung zu schützen, würde etwas mehr Arbeit bedeuten.

Montag, 21. Dezember 2009

facebook-wettbewerb: die Verlosung LIVE

Im Zuge des Wettbewerb-Wettbewerbs, bei dem Bloggerinnen und Blogger 5 iPods und 5 Weihnachtsüberraschungen abstauben konnten (die Verlosung wird gerade von www.wettbewerb.ch vorgenommen), kommt auch ein Fan des Goggiblogs in den Genuss eines dieser schicken kleinen Computer. Damit die Auslosung wirklich fair und für alle überprüfbar ist, machen wir das so:

Alle Namen kommen, dem Alphabet nach sortiert auf eine Liste. Weil Facebook Vornamen zuerst nennt, ist die Liste nach Vornamen sortiert, massgebend ist der bei Facebook verwendete Name - oder noch genauer: Verbindlich ist die Liste in diesem PDF-Doki (17 kb).

Update I: Die Verlosung findet heute Abend während der Sendung METEO auf SF1 statt.

Update II: und das geht so: Während der Sendung METEO, heute Abend um 19.55 Uhr werden auf einer Karte die Tageshöchsttemperaturen für die ganze Schweiz angezeigt. Um den Gewinner des Facebook-Freunde-iPods zu ermitteln werde ich alle in den Quadraten angezeigten Zahlen miteinander multiplizieren, wobei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt als Pluszahlen gewertet werden - Nullen würden ausgelassen.


Beispiel auf dieser Karte: Die Rechnung ergäbe die Zahl 360 (1x1x2x3x1x2x1x1x5x6). Nun wird auf der PDF-Liste durchgezählt. Nach dem Letzten fängt man oben einfach wieder an, was in diesem Beispiel als Gewinner die Nummer 56 ergäbe.

Aber eben: das ist nur ein Beispiel. Die massgebliche Wetterkarte mit den Temperaturen - von der ich noch nicht weiss, wie sie aussehen wird. - wird in der Sendung METEO auf SF1 um 19.55 Uhr gesendet.

UpdateIII: Diese Art des Auslosens habe ich erfunden, damit mir niemand kommen kann, ich würde jemanden bevorzugen. Nun hat die Auslosung folgendes Resultat ergeben:

6 x 4 x 6 x 7 x 5 x 4 x 2 x 6 x 12 = 2'903'040
2'903'040 : 153 = 18'974 ganze Durchläufe, Es bleiben 18

Nummer 18 gewinnt - Belinda Guntern

Und jetzt ist genau das passiert, was durch die spezielle Auslosung hätte verhindert werden sollen: Gewonnen hat mein allerliebster Schatz - Also nicht dass ich meinem Schatz den iPod nicht gönnen würde.

UpdateIV - Die Mehrheit jener, die sich in den Kommentaren, in Facebook oder per Mail gemeldet haben, finden, Lindi habe sich den iPod verdient. Sie ist ordentlich Fan, es gab keine Einschränkungen bezüglich der Teilnahme und es war unmöglich etwas zu verfälschen. Finde ich kluge Argumente und die Siegerin hat bestimmt Freude am kleinen Computer - Herzlichen Glückwunsch Belinda :-)

Für den Sommer stelle ich eine neue Verlosung unter allen Fans in Aussicht - dann gilt einfach, dass bisherige Gewinner nicht mehr gewinnen dürfen.

>>> Am Dienstag um 10:30 Uhr geben wir die Gewinner der 5 iPods + 5 Überraschungen im Gesammtwert von 1'200 Franken bekannt

Mittwoch, 18. Februar 2009

Facebook macht trotzdem Spass

In diesen Tagen machte die Meldung die Runde, dass Facebook seine Allgemenien Geschäftsbedienungen geändert hat und ab sofort alle im sozialen Netzwerk eigegebenen Daten frei verwenden kann. Man tritt quasi das Nutzungsrecht am eigenen Geburtstagsdatum ab und jede Statusmeldung gehört ab sofort Facebook.
Dass eine solche Änderung der AGB gefährlich ist und missbraucht werden könnte, leuchtet ein und wenn sie auch noch heimlich durchgeführt wird man natürlich misstrauisch. Denn sie ist vermutlich nur deshalb nicht illegal, weil jeder der 175 Millionen Nutzer den an alten AGB zugestimmt hat, wonach Facebook diese jederzeit und ohne Ankündigung und Begründung ändern darf.

Macht Facebook so noch Spass?

Ja. Denn man muss die Angaben die man bei Facebook macht, die Rechte die sich Facebook zur Nutzung heraus nimmt und die Gefahr die daraus entsteht durch 175 Millionen teilen und in die richtige Relation stellen. Im Normalfall gibt man bei einem Wettbewerb am Messestand der Olma mehr von sich Preis: Richtiger Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer Fixnet und Handy, man steht persönlich vor dem Verkäufer und wird dabei vielleicht sogar gefilmt. Mindestens aber gibt man an so einer Messe das Interesse an Sprudelbadewannen bekannt, seine Vorliebe für toskanische Weine und den heimlichen Wunsch, ein paar Erotikartikel einkaufen zu wollen. Die gesammelten Daten werden für Werbezwecke verwendet, man erhält Verbraucherinformationen, zum Geburtstag ein besonderes Angebot und zwar telefonisch oder schriftlich.

Weil es praktisch unmöglich ist, seine irgendwo deponierten Angaben löschen zu lassen, stellen sich im Fall von Facebook also zwei wichtige Fragen: Was weiss Facebook über mich und in welcher störenden Form könnten die Daten verwendet werden? Was das Netzwerk von einem durchschnittlichen Nutzer weiss, sind Name, E-Mail, Zivilstand und ungefährer Wohnort. Dazu kommen Gruppenzugehörigkeiten wie "ich mag Bier" oder "Obama for President" und Statusmeldungen in der Art "ich habe genug vom Schnee" oder "gehe gleich ins Schwimmbad".

Fazit: Wer mehr über sich Preis gibt sollte sich nicht über Facebook beschweren, sondern seine freizügige Auskunftsfreude überdenken. Mit Kundenkarten-Programmen der Grossverteiler gibt man deutlich mehr von sich Preis und dass man selbst in der Schweiz täglich rund 20 Mal gefilmt wird, nimmt man schon gar nicht mehr wahr. Oder anders ausgedrückt: Vielmehr, als sich über eine AGB zu beschweren würde es nützen wenn jeder einzelne mit persönlichen Angaben zurückhaltender wäre. Übrigens, darf man bei solchen Angaben auch mal ein bisschen lügen...

PS. Hier gehts zum asozialensten aller Netzwerke.
Noch ein PS: Facebook hat die neuen AGB inzwischen wieder ausser Kraft gesetzt

Mittwoch, 11. Februar 2009

Die Goggiblog AGB*

Im Zuge der Machenschaften von Facebook und getrieben durch den Kommentar eines Freundes im Artikel unter diesem hier, sehe ich mich gezwungen, folgende AGB* zur Nutzung des Goggiblogs einzuführen. Durch lesen dieser Seite hast Du sie so gut wie akzeptiert.

1) Durch Betrachten dieses Blogs erklärt sich der Besucher einverstanden, dass seine sämtlichen durch Google Analytics, Sitemeter, Viviano und sonstigen Trackingsysteme gesammelten Daten ausnahmslos gespeichert, wiederverwertet und mindestens der regionalen Mafia ausgehändigt werden.

1a) Eine Ausnahme stellen die Daten der zahlreichen, wenn auch verständlichen Anfragen wollüstiger Damen dar. Diese werden direkt ihren Ehemännern zugestellt.

1b) Ausgenommen sie sind hübsch und jünger als ich, oder sehr reich.

2)
Gibt der Besucher einen Kommentar ab, erklärt er sich einverstanden, dass seine E-Mailadresse an interessierte Spamer weiterverkauft wird und geht zudem die Verpflichtung ein, sofort nach Erhalt von Spam mindestens von den interessanten Viagraangeboten zu profitieren und pro Quartal eine Gewinnbestätigung der thailändisch-chinesischen Jahreslotterie anzunehmen.

3) Des weiteren schliesst der Kommentierende, wie auch der nur betrachtende User ein einmalig günstiges Abo ab, für nur Euro 9.99 im Monat und für eine völlig nutzlose Zeitschrift im PDF-Format, mit lauter leeren Seiten. Die Mindestvertragsdauer beträgt 24 Jahre, der Betrag ist im Voraus zu bezahlen. Einschliesslich Mahngebühr die eben durch Bewegen des Mauszeigers angefallen ist, sind das dennoch bescheidene Euro 2'999,99.

4)
Trotz der vielen nützlichen Informationen die im Goggiblog nachzulesen sind, sollte das Hauptaugenmerk auf den Werbeeinblendungen bleiben. Es werden gelegentliche Klicks erwartet. Sollten grenzenlose Werbeeinnahmen weiterhin ausbleiben, erklärt sich der Lesende dieser AGB* einverstanden, sein ganzes Vermögen auf mein persönliches, anonymes Nummernkonto einer Schweizer Grossbank zu überweisen.


4a)
Das gilt auch für die Spinner, die am 21. Dezember 2011 den Weltuntergang erwarten. Her mit der Kohle, ihr braucht es ja nicht mehr. Der Buchladen Thalia führt mindestens sechs dicke Schinken zum Thema und ich wundere mich ein bisschen warum die Dinger etwas kosten, wo doch nichts mehr da ist nach dem Winteranfang 2011.


5) Widerrufsrecht. Selbstverständlich besteht für diese AGB* ein Widerrufsrecht von ungefähr vier Sekunden. Falls der Link unten noch funktioniert kannst Du per Klick diese Allgemeinen Bestimmungen verwerfen, darfst aber NIE MEHR hier her kommen.

Status: AGB akzeptiert

6) Gerichtsstand ist Malo Tutoatasi o Samoa. Für diesen Rechtsweg braucht man aber ein Schiff, weil das liegt irgendwo bei den Fidschi Inseln, wo ich mit meinem Bombeneinkommen dreimal im Jahr Ferien mache und zusammen mit dem örtlichen Staatspräsidenten, dem Polizeichef und dem einzigen Richter jeweils einen Jass klopfe.


*AGB = Allgemein gaunerhafte Bestimmungen

Dienstag, 10. Februar 2009

Facebook nützt Dich aus

Facebook liebt uns alle. Genau genommen, die Kohle die mit den Köpfen der Mitglieder klammheimlich generiert wird. Webside Marketing sieht darin jedenfalls einen möglichen Missbrauch der Privatsphäre und empfindet die Sache an der Grenze der Legalität. Konkret geht es darum, dass Facebook Bilder von Mitgliedern und deren Gruppenzugehörigkeit mit einer Werbebotschaft koppelt und diese dessen Freunden anzeigt. "Erlaubt" wird das von den Facebook-Mitgliedern, durch ein Nichtentfernen der entsprechenden Option, die weit vergraben in den persönlichen Einstellungen zu finden ist. Oder besser gesagt: keiner je finden wird, wenn nicht gelegentlich jemand darüber schreibt.

Nun könnte man sagen, das Teil ist ja kostenlos, da nimmt man ein bisschen Werbung in Kauf. Und tatsächlich war das auch mein erster Gedanke: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, und so weiter. Aber jetzt mal ehrlich: Würdet Ihr beim nächsten Einkauf in der Migros ein Werbeschild um den Hals hängen, nur weil der Parkplatz draussen gratis ist? Dass Facebook die enormen Serverkosten irgendwie finanzieren muss, leuchtet schon ein. Nur stellt sich die Frage, ob eine passive Einverständniserklärung überhaupt erlaubt ist. Ähnlich verhielte es sich, wenn für einen Download eine kostenlose Registrierung nötig wäre, bei der man einer unauffälligen Passage in den AGBs zustimmt, hiernach ein Abo bezahlen zu müssen. Vermutlich darf das Facebook aber. Es ist eine private Seite und die Bedingungen über die Nutzung sind veröffentlicht. Daran wird auch nichts ändern, dass Facebook mittlerweile Abermillionen Mitglieder hat und die Vermutung nahe liegt, dass niemand die Geschäftsbedingungen durchlesen wird, wenn er sich anmeldet.

Doch dies wiederum wirft die Frage auf, wofür man bei Facebook noch so alles den Kopf herhält. Da hilft nur, mal einen Blick in die persönlichen Einstellungen zu wagen: Wer bei seinen Facebook Freunden zum Beispiel nicht als Werbesäule herhalten möchte, kann die Einstellung hier ändern. Überhaupt lohnt es sich, auf dieser Seite die eine oder andere Option zu überprüfen, damit einem der Spass an der Sache nicht plötzlich vergeht. Übrigens: Um diese beiden Links zu nutzen, musst Du bei Deinem Facebook-Konto angemeldet sein.