Es ist der Aufmerksamkeit spielender Kinder zu verdanken, dass es in Baden Rütihof, an der Steinstrasse, am Montagnachmittag nicht zu einem Grossbrand gekommen ist. Ein unachtsamer Quartierbewohner schüttete offenbar noch heisse Kohle in einen Plastikcontainer für Grünabfälle. Der Behälter war schon mit teilweise sehr trockenem Material gefüllt, weshalb es zu starker Rauchentwicklung kam. Rauch, der aus einem Loch heraustrat, welches die glühende Kohle in den Behälter geschmolzen hatte.
Der sechsjährige Gian wusste aus unzähligen Episoden der Trickserie "Feuerwehrmann Säm" genau, was zu tun ist: Schnell und sehr laut Alarm zu schlagen. Die herbei geeilten Renato (9) und Enea (3) leiteten erste Massnahmen ein, indem sie Getränkeflaschen mit Wasser füllten, ehe zahlreiche Eltern das noch kleine Feuer einzudämmen vermochten. Dank den jungen Helden konnte damit ein schlimmerer Brand verhindert werden. Um den fraglichen Container befanden sich gefüllte Abfallsäcke, umgeben von einer Holzwand; die angrenzenden Häuser haben eine Holzverkleidung und sind von zahlreichen Bäumen umgeben.
Montag, 28. Juni 2010
Kinder verhindern Grossbrand in Baden
Freitag, 25. Juni 2010
Wissenswertes zum Vollmond
Seit 13.30 Uhr des heutigen Tages ist mal wieder Vollmond. ein Ereignis astronomischer Dimensionen, das sich zwar regelmässig wiederholt und wie alles andere was ständig wiederkommt, eigentlich langweilig sein müsste. Doch im Gegensatz zu den Repetitionen im Nachtprogram des Schweizer Frensehens, beschäftigt den Vollmond viele Menschen. Ich kenne Hexen, die ihre Besen aus dem Schaft räumen und Menschen die zu dieser Zeit launisch werden. Das Wort "Launisch" ist übrigens tatsächlich eine Abwandlung vom Wort "Mond" - und das kam so: Nach den Ansichten der mittelalterlichen Astrologie hingen die Stimmungen des Menschen in starkem Masse vom wechselnden Mond ab. Das lateinische Wort für Mond lautet "luna", woraus das mittelhochdeutsche "lune" entstand, was auch "Mondphase” bedeut. Nun ist der Schritt von "lune" zum Verb "lunen" (oder heute eben "launen") nicht mehr weit, was im Duden als „in vorübergehender Stimmung sein” beschrieben wird, also eine Phase, womit wir wieder bei den Mondphasen wären.
Wollen wir also hoffen, unsere Fussballhelden in Südafrika seien in einer guten Laune und bescheren uns einen Vollmondsieg gegen Honduras. Sehen werden wir den Vollmond in unseren Längen- und Breitengraden allerdings erst um 20.26 Uhr (Baden), wenn die Sonne untergeht. Bei Vollmond muss das logischerweise der Zeitpunkt sein, wenn der Mond auf der anderen Seite der Erdkugel auftaucht. Genau genommen ist um diese Zeit aber gar nicht mehr Vollmond, weil sich die beteiligten Himmelskörper seit 13.30 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit ja bereits wieder etwas weiterbewegt haben. Esrtmals sehen, werden wir die runde Kugel also kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit. Also schnell raus gehen, durchatmen und den aufgehenden Mond bestaunen! Falls jemand diesen Artikel übrigens in Südafrika liest, geht der Teil mit dem Durchatmen leider nicht auf, weil dort die Sonne bereits um 17.26 Uhr Ortszeit untergeht. Dennoch (um Missverständnisse zu vermeiden): Auf der ganzen Erde ist im genau gleichen Moment (also um 13.30 Uhr, MESZ) Vollmond - wir können ihn einfach erst sehen, wenn die Sonne untergeht und in Südafrika bekommt man ihn etwas früher zu sehen, weil die haben jetzt tiefen Winter.
© Goggi um 16:20 Schubladisiert in: Mond, Wissenswertes
Mittwoch, 23. Juni 2010
Die ultimative Resultattabelle
Reicht ein 1:0 gegen Honduras? Was passiert, wenn wir verlieren? Haben wir dann noch eine Chance? Die Nachfolgende Tabelle beantwortet diese Fragen bis hin zu einigermassen "normalen" Resultaten. Einfach den aktuellen Zwischenstand vom Spiel Chile - Spanien in der vertikalen Spalte suchen und mit dem aktuellen Resultat im Spiel Schweiz - Honduras in der horizontalen Spalte verbinden. Ein grünes Feld bedeutet Weiterkommen, ein rotes Feld ist das bittere Ende.
Grundsätzlich lässt sich sagen:
- Gewinnt die Schweiz mit 2 Toren Unterschied ist sie entweder dank besserem Torverhältnis vor Chile, oder dank mehr Punkten vor Spanien - also sicher im Achtelfinal.
- Verliert die Schweiz mit 2 Toren Unterschied, fällt sie hinter Honduras und scheidet aus.
Bei gewissen Konstellationen kann zwischen zwei Teams Gleichheit in Sachen Punkten und Toren herrschen. In diesem Fall zählen die Anzahl Punkte aus den Direktbegegnungen der punkt- und torgleichen Teams. Das wäre der Fall, wenn die Eidgenossen und die Spanier je 1:0 gewinnen - die Schweiz wäre out. Im haarsträubensten Fall könnte die Schweiz gegen Honduras aber auch 2:3 verlieren. Wenn Chile gegen Spanien gleichzeitig 3:1 gewinnt, ist die Schweiz im Achtelfinal, dank der Direktbegegnung mit Spanien.
Tabelle steht zur freien Verfügung - natürlich unter Quellenangabe, lieber Blick ;-)
alle Angaben ohne Gewähr
© Goggi um 08:48 Schubladisiert in: Fifa WM 2010
Dienstag, 22. Juni 2010
Das CD-Gestell lüften
In meinem CD Gestell verstauben Scheiben, die seit Jahren ungehört geblieben sind. Nicht, weil sie etwa schlecht wären - im Gegenteil: darunter lassen sich wahre Goldstücke finden - sondern weil diese, meine Lieblingsmusik längst in digitaler Form auf einer Festplatte gespeichert ist. Selbstverständlich anständig bezahlt bei iTunes und Co. Nun also möchte ich die physische Sammlung nach und nach auf ein Minimum reduzieren und biete die besten Stücke bei Exsila und Ricardo an. Das Musical "Les Miserables" ist ein Import aus den USA und kostete mit der damaligen Umrechnung 150 Franken. Heute erhältlich als Schnäppchen im Internet. Bietet fröhlich mit, es ist für einen guten Zweck.
"Les Miserables", das beeindruckende Musical von Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto). Bei dieser CD handelt es sich um die einzige Original-Aufnahme in voller Länge. Die 3 CD's gibt's im Bundle mit Andrew Lloid Webber's Aspects of Love, Hair (Original Soundtrack Recording 1979), Willow (Original Motion Picture Soundtrack, James Horner, 1988) und der Compilation Born to be Wild (Original Rock Classics, 1991). Das ganze Bundle hat einen Wert von über 190 Franken -
"Les Miserables" + 6 CD's ab 50 Franken bei ricardo.ch
10 CD's aus den guten, alten 80er- und 90er-Jahren. Das war noch Musik! Aber auch diese Scheiben verstauben nur auf dem CD-Gestell. Alle 10 CD's gibts im Bundle zum Schnäppchenpreis!
- Fish - Vigil in a Wilderness of Mirroirs
- Paul McCartney - Flowers in the Dirt
- Genesis - Invisible Touch
- Billy Joel - Storm Front
- Irrwish - The Fish came to the Sirface
- Simon & Garfunkel - 17 of Their All Time Greatest Recordings
- Bette Midler - Experience the Divine
- Elton John - The Very Best Of (2CD)
- Crash Test Dummies - God Shuffled His Feets
10 CD's Genesis, Irrwish, Fish, Elton John usw. ab 39 Franken bei ricardo.ch
Montag, 21. Juni 2010
Theoretisch könnte eine Niederlage reichen
Nach dem knappen 2:0-Sieg Spaniens über Honduras, ist nun auch die Ausgangslage der Schweiz für das letzte Gruppenspiel klar: Bei einem Sieg mit zwei Toren Vorsprung ist man auf jeden Fall im Achtelfinale: Entweder mit dem besseren Torverhältnis als Chile, oder mit mehr Punkten als Spanien - je nachdem was gleichzeitig im Spiel Spanien - Chile passiert. Gewinnt Spanien mit einem und die Schweiz mit drei Toren Differenz, liegt die Schweiz sogar auf Platz 1. Klar ist damit aber auch, dass ein Unentschieden für die Schweiz nur dann reichen wird, wenn Chile gegen Spanien gewinnt. Theoretisch könnte es sogar bei einer Niederlage noch reichen: Verliert die Schweiz gegen Honduras mit nur einem Tor Differenz und schlägt Chile Spanien gleichzeitig mit 3 Toren Unterschied, qualifiziert sich die Schweiz für die Achtelsfinals. Sollten bei all den schönen Berechnungen Chilenen und Spanier ein Unentschieden erzielen, sind wir wieder praktisch am Anfang: Die Schweiz braucht gegen Honduras einen Sieg, wenn auch nur mit einem Tor Unterschied.
Das Beste wird wohl sein, die Zentralamerikaner von Anfang an 2:0 zu besiegen. :-)
Das Palmarès des Khalil Al Ghamdi
Das Zitat zum Witz-Schiedsrichter
© Goggi um 22:47 Schubladisiert in: Fifa WM 2010
Das Palmarès des Khalil Al Ghamdi
Betrachtet man die Statistik bei worldreferee.com wird schnell klar: Die Spieler an der WM 2010 hatten heute sogar Glück, dass es nicht noch ein paar Rote Karten mehr gegeben hat und glücklich darf sich jeder schätzen, wer überhaupt noch im letzten Gruppenspiel mitmachen darf.
Khalil Al Ghamdi zückte in den letzten drei internationalen Spielen vor der WM gleich 5x Rot und 18x Gelb. Im Jahre 2006 stellte der Araber im Rahmen des AFC Cups (eine Art Champions League der Afrikaner) gleich 4 Spieler der gleichen Mannschaft vom Platz - Rekordverdächtig! Auch sonst brillierte der Schiedsrichter durch farbenprächtiges Sich-Zur-Schau-Stellen: In 47 internationalen Spielen zückte er sagenhafte 258 Karten - 6 pro Spiel!
In den Kommentaren auf oben genannter Seite ist zu lesen: "Looking at his stats, either all of his matches end up in a fight" - praktisch alle Spiele endeten in einem Kampf auf dem Feld...
Update: Nach dem knappen 2:0-Sieg Spaniens über Honduras, ist nun auch die Ausgangslage der Schweiz für das letzte Gruppenspiel klar: Bei einem Sieg mit zwei Toren Vorsprung ist man auf jeden Fall im Achtelfinale: Entweder mit dem besseren Torverhältnis als Chile, oder mit mehr Punkten als Spanien - je nachdem was gleichzeitig im Spiel Spanien - Chile passiert. Gewinnt Spanien mit einem und die Schweiz mit drei Toren Differenz, liegt die Schweiz sogar auf Platz 1. Klar ist damit aber auch, dass ein Unentschieden für die Schweiz nur dann reichen wird, wenn Chile gegen Spanien mit zwei Toren Differenz gewinnt. Gewinnen die Südamerikaner zum Beispiel 2:1 gegen Spanien, bräuchte die Schweiz gegen Honduras mindestens ein 3:3. Theoretisch könnte es sogar bei einer Niederlage noch reichen: Verliert die Schweiz gegen Honduras mit nur einem Tor Differenz und schlägt Chile Spanien gleichzeitig mit 3 Toren Unterschied, qualifiziert sich die Schweiz.
© Goggi um 19:26 Schubladisiert in: Fifa WM 2010
Zitat zum Witz-Schiri
"Ich finde generell, dass bei einer Weltmeisterschaft nur die besten Schiedsrichter pfeifen sollen, die auch sonst in den grossen Ligen pfeifen – und nicht irgendwo am Strand.“
Ottmar Hitzfeld, Trainer der Schweizer Fussball Nationalmannschaft - mehr gibt es dazu eigentlich gar nicht zu sagen.

Hier gehts zur entsprechenden Facebook-Gruppe, die in den ersten 45 Minuten ihres Daseins mal schnell 10'000 Fans gefunden hat
© Goggi um 18:36
Brille oder Linsen?
Ich habe jetzt zwar eine neue Brille, aber seien wir doch ehrlich: Das Nasengestell ist mehr ein modisches Accessoire, als eine praktische Sehhilfe für den Alltag. Aus diesem Grund werde ich meinen Vorrat an Kontaktlinsen mal wieder auffüllen.
Ich wiederhole gerne, woran ich bei Trigami-Anzeigen immer wieder erinnere. Im Goggiblog erscheint nur Werbung, zu der ich auch stehen kann. In diesem Sinne (und damit sich der Banner in der rechten Spalte auch für Linsenmax weiterhin lohnt) kann ich nur empfehlen es mir gleich zu tun und Kontaktlinsen aller Art, ob farbige, modische, einmal Tages- oder auch Monatslinsen bei Linsenmax zu bstellen. Der Onlineshop hält immer wieder Aktionen und Sonderangebote bereit und liefert schnell und kundenfreundlich.
Bitte besucht Linsenmax via der freundlich blinzelnden Dame in der rechten Spalte dieses Blogs. Vielen Dank.
© Goggi um 01:04 Schubladisiert in: Linsen Sortiment
Freitag, 18. Juni 2010
Jogi Löw und die Geografie
... oder sollte man sagen " Löw und der Respekt gegenüber dem Gegner"? oder "Löw und ein Minimum an Bildung"? Keine Ahnung wo der Trainer der Deutschen Nationalelf nach der verdienten Niederlage gegen Serbien seinen Kopf hatte. Von einem Mann wie Jogi Löw sollte man schon erwarten, dass er wenigstens weiss, gegen wen er kläglich verloren hat. Zwei Zitate aus der Pressekonferenz:
«Ich hatte das Gefühl, dass die Kroaten auch noch ein paar Möglichkeiten hatten»
«Man muss sagen, dass man in der Platzhälfte von Bosnien nicht so reingehen muss»
Na dann, wünschen wir Deutschland mal viel Erfolg, im dritten Spiel gegen Malawi :-)
© Goggi um 23:43 Schubladisiert in: Zitat des Tages
Donnerstag, 17. Juni 2010
Grüne im Sog eines Einzelnen
Bei der Motivation zu diesem Artikel weiss ich gar nicht, welche die grössere ist: Der Ärger darüber, dass sich die Grünen Aarau-Rohr offenbar um den Volkswillen scheren, oder die Verwunderung, dass die überregionalen Parteien im Hinblick auf künftige Wahlen das wilde Treiben in Aarau nicht unterbinden. Der Goggiblog hat nachgefragt und zeigt Bilder vom Schläger.
Der Unterschied zwischen einem Politiker und einem Journalisten ist der, dass Journalisten zu einer einmal geäusserten Behauptung stehen, während Politiker ihre Meinung mehrmals ändern, und das gut und gern im Tagesrythmus. Daran muss wohl liegen, dass Politiker von Zeit zu Zeit wiedergewählt - oder eben abgewählt werden müssen. Ein solches Schicksal könnte in den nächsten Jahren die Grünen ereilen. Nicht nur werden sie von gemässigteren Parteien wie den Grünliberalen konkurriert, auch das interne Chaos, das sich beispielsweise im Ortsableger Aarau-Rohr abspielt, lässt eine gewisse Orientierungslosigkeit bei den Grünen erkennen. Die Gefahr ist dabei nicht nur das Chaos an sich, sondern wie damit umgegangen wird.
So hat es sich zugetragen, dass im Aarauer Stadtviertel Torfeld Süd ein neues Fussballstadion gebaut werden soll. Seit 2007 setzte sich ein passendes Stadionprojekt bei insgesammt drei Volksbefragungen erfolgreich durch. Sowohl der Projektierungskredit, als auch der Baukredit über 17 Millionen Franken wurden vom Volk deutlich gutgeheissen. Zuletzt bekämpften Gegner des Stadions die Umzonung des fraglichen Quartiers, indem sie das Referendum gegen einen überdeutlichen Entscheid des Stadt- und Einwohnerrates mit zweifelhaften Mitteln zustande brachten. Zweifelhaft deshalb, weil mehrere Personen bestätigten, dass bei der Sammlung den Leuten Unterschriften abgeluchst wurden, indem man sie unter anderem fragte: "Wollen Sie 60 Millionen mehr Steuern zahlen? Nicht? Dann unterschreiben Sie hier".
Irreführende Behauptungen, die im später eröffneten Abstimmungskampf mehrmals strapaziert wurden. So stellte man bei der Gegnerschaft mehrmals die Behauptung auf, der Abstieg des FC Aarau koste die Stadt jährlich 2,5 Millionen Franken Steuergelder. Dass der FCA als Aktiengesellschaft ganz sicher nicht mit Steuergeldern finanziert werden kann, dass gleichzeitig durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohnraum deutlich höhere Steuereinnahmen generiert werden - darüber schwieg man beim Nein-Komitee und überliess es den Befürwortern, die Stellungnahmen minutiös mit Zahlen und Fakten zu widerlegen. Es war dies der Anfang eines irreführenden Konstrukts, das mit der Abstimmung vom vergangenen Wochenende nicht nur dem federführenden Komitee eine Niederlage zugeführt hat, sondern auch der Grünen Partei schaden könnte. Deren Vertreter im Einwohnerrat Aarau, Markus Hutmacher hatte im Abstimmungskampf jedenfalls nicht immer eine glückliche Hand.
"Ich stelle nur das Postfach zur Verfügung"
Rund zwei Wochen vor der Abstimmung, traf man sich im Studio von Radio Argovia zu einer Diskussionsrunde zum Thema Torfeld Süd. Dafür, dass Hutmacher nach eigenen Angaben nur sein Postfach zur Verfügung stellte, erstaunt die Tatsache, dass dieser offenbar der einzige Nein-Vertreter gewesen war, der sich den vernünftigen Argumenten der Befürworter stellen wollte. Nicht nur im Verlaufe dieser Talk-Runde wurde schnell klar, dass Hutmacher sehr wohl stärker involviert war, als nur einer der ein Postfach hat. In den letzten Wochen vor der Abstimmung wälzte sich der Politiker in einem kunterbunten Meinungsstrauss: Der Bekräftigung, er sei nicht gegen den FCA, nicht gegen das Stadion und er besuche etwa jedes vierte Spiel im Brügglifeld, folgte die Aussage, man habe auch nach der Abstimmung die Möglichkeit, das Stadion mit rechtlichen Mitteln zu blockieren. Nach der wiederholten Äusserung, keine Steuern verschleudern zu wollen, verursachte und verursacht Hutmacher aber mit der dritten erzwungenen Abstimmung und mit dem angekündigten juristischen Geplänkel, aber genau dies: Durch die Verzögerung entstehen Kosten, die der Steuerzahler trägt. Auch den bei jeder Gelegenheit zitierten Volkswillen (Hutmacher: "über 1'200 haben das Referendum unterschrieben!") gedenkt der Grüne Politiker nach dem überdeutlichen JA zur BNO offenbar nicht zu respektieren. Er spricht davon, die Befürworter hätten lediglich einen höheren "Mobilisierungsgrad" erreicht.
Ok, das dürfen Politiker zwar, das Schlimme ist aber, das Hutmacher das allesals Vertreter der Grünen Partei macht. Die Grünen - mit Daniel Schneider sass ein Parteikollege Hutmachers sogar im Pro Komitee - standen und stehen damit vor einer Zerreissprobe, denn die offizielle Medienmitteilung zur Parolenfassung war ein Punkt-für-Punkt-Zerriss der BNO Torfeld Süd, die nun aber vom Volk mit satten 70% Jastimmen angenommen wurde. Allerdings müssen Zweifel angebracht werden, ob diese Medienmitteilung wirklich im vollen Umfang dem Ansinnen der Grünen entspricht. Bereits vor einigen Wochen hat der Goggiblog aufgedeckt, dass der vorangegangenen Parteisitzung, bei der man sich "intensiv auseinandergesetzt" habe, lediglich ein einziges Mitglied teilgenommen hat - Markus Hutmacher. (Siehe Bild rechts)
Gefahr für die Grünen?
Die Grünen drohen nun im Sog eines einzelnen Politikers mitgezogen zu werden und die Frage muss erlaubt sein, ob vonseiten überregional tätigen Vertretern der Grünen, ein willkürlicher Alleingang eines Stadtpolitikers toleriert wird. Wie steht man der Reaktion Hutmachers gegenüber, der sich mit der politischen (eimal mehr) sehr klaren Entscheidung offenbar nicht abfinden will und sich quasi im Namen der Grünen um den Volkswillen schert? Grossrat Hansjürg Wittwer äusserte sich bereits vor zwei Jahren gegenüber diesem Blog, man habe mit Hutmachers Vorgehen nichts zu tun, "insbesondere im Fall der Stadioninitiative handelte er keinesfalls im Namen der Grünen". Er selber (Wittwer) unterstütze das Projekt im Torfeld Süd. Zu den aktuellen Ereignissen hält der Grossrat fest, "dass Hutmacher von der AZ nicht korrekt dargestellt wurde, beziehungsweise er wurde bewusst oder unbewusst in die Rolle des schlechten Verlierers gedrängt". Rechtliche Schritte gegen das Stadion seien aber von den Grünen nicht zu erwarten, dafür fehle ihnen als Verein auch die legitimation, sagt Wittwer weiter. Auch Nationalrat Geri Müller schloss sich vor zwei Jahren den Aussagen Wittwers vorbehaltlos an, wonach man das Vorgehen Hutmachers nicht unterstütze. Die kantonale Partei der Grünen lässt heute dagegen lediglich ausrichten, man überlasse die Beantwortung der Fragen lieber der städtischen Partei.
Und darauf sind wir alle gespannt. Denn jeden Schritt, der ein einzelner Grüner Politiker macht - und sei es nur die zur Verfügungstellung des Postfachs - wird von der Öffentlichkeit als Handeln der Partei betrachtet. Man könnte jetzt auch sagen, dass dadurch das Tun anderer Stadion-Gegner ebenfalls das Image der Grünen beeinflusst- diese Beurteilung überlasse ich jedem selbst. Klar ist, dass einer der fleissigsten Nein-Plakatkleber in Aarau handgreiflich wurde und mir einen Kinnhaken verpasst hat - offenbar weil ich ihn bei seiner "Arbeit" fotografiert habe. Bekannte dieses Herrns, die den Vorfall beobachtet haben, ermahnten den Täter, dies ginge jetzt doch zu weit und er solle endlich aufhören damit. Welche weiteren Vorfälle mit "endlich damit aufhören" gemeint waren, entzieht sich meiner Kenntnis, meine Klage gegen den Schläger liegt jedenfalls bereit. Auch deshalb, weil der Schläger mich während des weiteren Verlauf des Tages weiter belästigt und bedroht hat. Er werde mich verklagen und hinter Gitter bringen, wenn sein Bild irgendwo erscheine. Ich zittere zwar wie Espenlaub, aber ich will mal nicht so sein: Hier, zum Abschluss meiner persönlichen Nachbearbeitung der Torfeld-Abstimmung das Bild des Schlägers. Einmal beim Aufhängen eines Nein-Plakates, genau da wo es hingehört und einmal mit bedrohlicher Haltung.
Einen Artikel darüber, wie man einen Abstimmungskampf auch führen kann, gibt es hier.
Nächster Termin des FC Aarau auf dem Weg ins neue Stadion: Heute, 18.30 Uhr im Pfäffikon ZH: FC Zürich - FC Aarau. Und eine allerletzte Anmerkung möchte ich noch los werden: Ein Postfach in Aarau ist gratis.
Nachtrag vom 18.6.: Herr Hutmacher hat die Löschung des Beitrages verlangt - die mehrhmals angebotene Möglichkeit, sich direkt im Blog zu äussern, hat er bisher nicht genutzt. Dieses Angebot bleibt bestehen, gelöscht wird nichts.
© Goggi um 08:07 Schubladisiert in: FC Aarau, Politik, Torfeld Süd
Mittwoch, 16. Juni 2010
Tour de Suisse in Wettingen (Bilder)
Am Dienstag gastierte der Tour-Tross in Wettingen, wo in einer Art Mini-Rundfahrt drei Zusatzschleifen gefahren wurden. Trotz mehreren Aussreisversuchen erreichte das Feld das Ziel geschlossen und es gab im grossen Gerangel kurz vor dem Ziel eine Massenkarambolage. Das war aber der einzige kleine Zwischenfall, bei dem auch niemand verletzt wurde. Wettingen erlebte einen tollen Anlass, sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer.



Ausser für hübsche Werbeträgerinnen in Siegerpose - wobei eine Sonnenbrillen-Nichttragpflicht angemessener gewesen wäre© Goggi um 12:22 Schubladisiert in: Sport, Tour de Suisse
Sonntag, 13. Juni 2010
Stimmenanteil des Tages
Danke liebe Aarauerinnen und Aarauer. Einfach nur
DANKE!
Freitag, 11. Juni 2010
Montag, 7. Juni 2010
Effizienz Check mit cobra CRM PRO
Wem wurde noch mal die Weihnachtsüberraschung zugestellt? Wie liefen die letzten Geschäfte bezüglich Kundenzufriedenheit ab? Wer hat mit wem, wann telefoniert? Wurden Abmachungen getroffen von denen andere Mitarbeitende wissen müssen? Je mehr Kundenkontakte entstehen, je unmöglicher wird es, sich an alle virtuellen und persönlichen Begegnungen zu erinnern. Wo anfänglich eine handgeschriebene Tabelle noch reicht, entsteht bald Bedarf nach einer zuverlässigen Software. Eine solche bietet die Software cobra CRM PRO, ein wahres Highlight der cobra Jubiläumseditionen. Hier gibts ein Online-Demo Video.Seit 25 Jahren schon, pflegt man im Hause cobra - computer's brainware AG mit Sitz in Tägerwilen die Entwicklung von Software von Menschen für Menschen, wie es in der Botschaft des Unternehmens heisst. Ich habe die Gelegenheit genutzt, das Kundenbeziehungsmanagement zu testen und mein erster Eindruck sagt: Übersichtlich gestaltet, umfangreiche Funktionen, selbsterklärende Schaltflächen. Es würde zu weit führen, alle Funktionen im Detail zu erklären, sicher ist aber: Cobra ist ein ebenso ausgeklügeltes, wie einfach zu bedienendes Tool, um Adressen zu speichern, Aufgaben festzuhalten, Termine zu koordinieren, Projekte zu managen - kurz: um all seine Kundendaten zuverläsig zu verwalten. Damit lassen sich die Möglichkeiten des sogenannten Beziehungsmanagements voll und ganz ausschöpfen und eine langfristig erfolgreiche Kontaktpflege sogar planen.
Weitere Featueres der cobra CRM PRO:- mobile Versionen wie cobra Web CRM, cobra Mobile CRM 2010
- neu gibt es auch eine App fürs iPhone
- sowie für BlackBerry und Windows Mobile SmartPhone
- direkten Zugriff auf die cobra CRM PLUS-Datenbank von unterwegs.
- direkte Exchange-Anbindung über Outlook möglich.
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Für Interessenten steht die CRM PRO Effizeinz-Check Analyse zur Verfügung. Diese wird durch Rolf Limacher, zertifizierter Business Development Manger, durchgeführt. Mit der Analyse erfährt der Interessent wie hoch das Potential für die Effizientsteigerung und der professionellen Verkaufssteuerung in seinem Unternehmen liegt und wie somit der Umsatz kurzfristig um bis zu 40 % erhöht werden kann . Dies bei gleichzeitig weniger Ressourcen und tieferen kosten im Vertrieb.
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© Goggi um 15:53 Schubladisiert in: CRM, trigami, Verkaufoptimierung, Verkaufsplanung
Gute Stimmung verbreitet
Eindrücke, Stimmen und aussagekräftige Bilder vom vergangenen Samstag, als das Pro-Komitee in Aarau um ein Ja zur BNO Torfeld Süd warb. "Es ist ein guter Kompromiss". So kann der Grundtenor der Passanten beschrieben werden. Es gab aber auch kritische und mahnende Worte.
Die Sonne lachte über der Aarauer Igelweid und auch in einer Woche, wenn die Stadtbevölkerung über die Nutzungsänderung in der Spezialzone Torfeld Süd befunden hat, soll eitel Sonnenschein herrschen. Die Helferinnen und Helfer um das entsprechende Pro-Komitee, verbreiteten jedenfalls Freude und Optimismus. "Es ist ganz wichtig, dass alle die Ja sagen zur BNO an die Urne gehen, es ist unser Ziel die Leute zu mobilisieren", sagt beispielsweise Marc Herzog, der nicht selten darauf angesprochen wurde, er mache das sehr sympathisch. Herzog ist wie die ganze Pro-Delegation gut gelaunt: "Wir wollen die Leute darauf aufmerksam machen, dass die neue BNO eine gute Sache ist. Wir können es mit Zahlen belegen und wir bringen es mit Freundlichkeit rüber". Auch andere Helfer - der Inhaber des Rolling Rocks Simon Eichenberger etwa, oder die Einwohnerratspräsidentin Angelica Cavengn - werben für ein Ja zur Vorlage, die am 13. Juni in der Stat Aarau zur Abstimmung kommt. Sie strahlen positive Energie aus und wenn man ihnen beim Gespräch mit den Passanten zuschaut, spürt man ihren Enthusiasmus.
Nichtsdestotzrotz gab es auch kritische Stimmen. Einige Bewohner Aaraus fürchten Mehrverkehr wegen den neuen Einkaufsflächen und auch über den Anschluss an das Netz des öffentlichen Verkehrs waren noch Fragen offen. Fragen, die kompetent und freundlich vom Pro-Komitee beantwortet wurden. So konnten auch in die Welt gesetzte Gerüchte revidiert werden und wenn sich jemand nicht von einem Ja überzeugen liess "dann ist das eben seine Meinung, das muss man respektieren", sagt Marc Herzog. Von 8 bis 10 Uhr hätte seine Schicht gedauert, geblieben ist er bis zur Mittagszeit. Nicht nur ihm liegt die Vorlage am Herzen. Als gleichzeitiger Fan des FC Aarau ist seine Motivation aber doppelt so gross. Nur bei einem Ja ist neben anderen Bauten, auch ein Fussballstadion im Torfeld Süd möglich. Das in die Jahre gekommene Brügglifeld - da sind sich Fans, Experten und Behörden einig - wird bald nichtmal mehr für die zweithöchste Liga reichen, in welche der FCA vor ein paar Wochen abgestiegen ist. "Das was nicht so förderlich für ein Ja", bekennt Herzog, aber: "ich hoffe die Aarauerinnen und Aarauer erkennen die grossen Zusammenhänge. Denn ohne ein Ja zur BNO wird in den nächsten Jahren im Torfeld Süd überhaupt nichts gebaut" ...sagts und schon zieht es den jungen Mann zum nächsten Passanten, welcher nickend den engagierten Worten horchen wird. Zuletzt hebte dieser mahnend den Finger, man solle ja darauf achten, dass alle Befürworter an die Urne gehen. Herzog weiss nur zu gut, wie wichtig das ist.
Hier noch ein paar Bilder von der sonnigen Veranstaltung, die unter dem Strich als Erfolg gewertet werden kann. Ob sich die zwischenzeitlichen Versuche, die friedliche Aktion zu sabotieren, für die Gegner gelohnt hat, wird sich erst in einer Woche weisen. Zu wünschen wäre der Erfolg sicher dem Pro-Komitee, das sich mit Offenheit und Engagement dem Ja zur BNO verpflichtet hat und die Botschaft mit Freude in Aarau präsentierte.
Marc Herzog im Gespräch mit einem Passanten
Einwohnerratspräsidentin Angelica Cavegn Leitnerals aufmerksame Zuhörerin

© Goggi um 08:06 Schubladisiert in: Abstimmung, BNO, Stadt Aarau, Torfeld Süd
Sonntag, 6. Juni 2010
Lena: Duett mit Menowin!
Werbung ist ok. Auch im Goggiblog erscheinen gelegentlich bezahlte Texte, nicht übertrieben viel, schon gar nicht aufdringlich. Ganz anderem sehen sich die Sklaven und Jünger der Lena-Mania gegenüber. Das trällernde Küken wird nicht erst seit dem Sieg beim European Song Contest monetisiert wo es nur geht. Pro Sieben schaltet Lena-Trailer, 1000 Fernsehstationen wechseln sich emsig ab, mit Interviews und Live-Aftritten. Schon ist (ohne dass sonst jemand gefragt wurde) heute schon klar: Lena wird beim nächsten ESC ihren Titel verteidigen. Soweit alles knapp in Ordnung. Gepackt von der sich nicht zu überschlagen wollenden Lena-Welle, will nun jeder noch etwas vom Kuchen abhaben, der "Lena" fehlerfrei buchstabieren kann und damit ganz offenbar Anspruch auf Teil ihres Erfolgs zu haben scheint.
Neuste Meldung auf der offiziellen Lena Meyer-Landrut Facebook-Seite ist eine Einladung sich mit Elton (und einer Horde Fernsehleuten) die WM in der eigenen Stube anzuschauen. Was zum Geier hat Elton mit Lena zu tun, fragt sich der geneigte Lena-Jünger zurecht, hat aber kaum Zeit sich darüber viele Gedanken zu machen. Denn unaufhörlich hämmert sich die Kommerz-Maschinerie weiter in die Birnen ihrer Gefolgschaft: Lena bei der Autoball-WM, Lena als iPhone-Applikation, Lena verschenkt Versankosten, das alles neben Lena-T-Shirts, CD's, Biografie (das Mädchen ist 19!) und Klingelton. Dazu kommen präzis gestreute News aus der Mottenkiste, Busen-Bilder, Familiendramen und Spekulationen über das Bundesverdienstkreuz. Auszeichnung, die von der Menschenrechtlerin Irmela Mensah-Schramm zurück gegeben wurde oder etwa von Inge Meysel, dem Schriftsteller Horst-Eberhard Richter, dem Pionier Fritz Sennheiser und vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt erst gar nicht angenommen wurde.
"Das war's. Tschüss Lena"
Man wird den Eindruck nicht los, Entdecker (oder König) Stefan Raab will einfach mal rauskriegen, wie weit man es übertreiben kann. Nichts gegen Raab und Lena, die so gut es geht fette Kohle machen wollen. Was den Cash-Flow angeht, machen die ja alles richtig. Aber hat mal jemand an das kleine Küken gedacht, das ganz fassungslos auf der Bühne stand und sich jetzt praktisch jeden Schritt filmen lassen muss? Was ist mit den Musikliebhabern, die sich mit einem "Du bist eine Kommerztusse geworden! Das war's. Tschüss Lena!"aus den digitalen Fan-Seiten verabschieden? Und hat jemand an meine armen Ohren gedacht, die schon anfangen zu bluten, wenn das Satelliten-Liedchen zum millionsten Male dahergeträllert kommt? Und jetzt auch noch Verlierergesichter wie Elton präsentiert zu bekommen, die sich im Lichte der Lena-Mania auch noch ein bisschen sonnen wollen... achherrjee mir wird schon ganz übel! Und der armen Lena sei gesagt: Pass nur auf, dass Du nicht zur reinen Kommerzikone wirst. Wie wär's mal mit ein paar neuen Tönen? Vielleicht ein Duett mit Menowin Fröhlich?
© Goggi um 16:58 Schubladisiert in: ESC, Lena Meyer-Landrut, Musik
Freitag, 4. Juni 2010
Berner Amts-Gesindel
Gerne hätte ich das Übergerschriebene freundlicher formuliert, doch leider ist mir auf Anhieb kein Wort eingefallen, das dem neuen Angefordere der Geschlechtsneutralitätsschaft gerecht würde. Wie Ihr alle sicher bemerkt hab, ist in diesem Artikel bisher alles unleserlich, dafür aber unsexistisch, weil geschlechtsneutral geschrieben.
DER Blogger, DER Leser und DER Mensch fällt als Anrede aus der bisher zu männlich-sexistischen Schreibweise genauso weg, wie DIE Leserschaft oder DIE Mehrheit. Geht es nach dem Willen der Stadt Bern, muss alles spezifisch Männliche oder Weibliche aus dem Vokabular der Amtsschriften verschwinden. Es besteht kein Anspruch auf Umkehr-Recht nach Jahrtausenden von männlich dominierter Schreibe! So heisst es zum Beispiel nicht mehr
nicht "Fussgängerstreifen", sondern "Zebrastreifen"
nicht "der Elternteil", sondern "das Elter"
nicht "die Mannschaft", sondern "das Team"
nicht "die Pfanne"sondern "das Kochgeschirr"
nicht "Berner Sport Club Young Boys", sondern "Berner Sport Team Young People"
nicht "Kundenberatung", sondern "Kundschaftsberatung"
nicht "Arztpraxis", sondern "Praxis für Allgemeinmedizin"
So revolutionär die neue Regelung zu sein scheint, so inkonsequent ist sie. "Praxis für Allgemeinmedizin" ist doch sicher gleich doppelt weiblich. Ganz richtig müsste es heissen: "Haus für Gesundheitswesen". Und dass ein Wort, das bisher aus dem männlichen Wort "Kunde" und dem weiblichen Wort "Beratung" ins rein weibliche "Kundschaftsberatung" umgebaut wird, lässt nur den Schluss zu, dass es sich beim Amtsschimmel (sorry: Amts-Gesindel) in Bern um Idioten handelt. Tschuldigung: Um "Personal mit beschränktem Auffassungsverstäntnis", wie es geschlechtsneutral wohl heissen wird. Diese dringend nötigen Neuerungen wurden natürlich noch vor der eher nicht so diskriminierenden Lohnungleichheit beschlossen... wahrlich ein Meilenstein der Menschheit - pardon: ein Zwischenziel des Volkes.
Berner Zebras sind gelb
Selbstredend, dass sich Widerstand regt gegen die neue Regelung. So haben eine Handvoll Tiger heute Morgen eine Petition lanciert, die gegen die Diskriminierung ihrer Spezies vorgehen wollen. Sie finden Zebrastreifen nämlich diskriminierend. Auch der Interessenverband für Strassenübergänge möchten zur gleichberechtigten Integration der Strasse lieber ein "Strassenüberquerungsmittel" sehen. Gleichzeitig hat der Schweizerische Blindenbund eine Anfrage deponiert, ob auf Zebrastreifen denn auch Blindenhunde erlaubt seien und wie vorzugehen sei, wenn ein wehrloser einzelner Streifen mal von einem wilden Tier gerissen werde, oder sich von der Herde entfernt und quasi wilde Übergänge markiert. Dies wiederum hat den Tierschutzverband auf den Plan gerufen, der beim Begehen eines Zebrastreifens einen symbolischen Angriff auf die Würde des Tieres sieht. Weiter wird auch von der Künstlerinnen- und Künstlervereinigung Bern (neu: DAS Berner Kunstgehäufnis) verlangt, dass Zebrastreifen einer Umgestaltung in Farb und Form unterzogen werden, schliesslich seien in der Natur Zebrastreifen weder gerade, noch gelb. Zu Letzterem hat sich die Berner Amtsschimmelstelle bereits geäussert. Man habe im Bärengraben die Bären Finn und Björk bereits umbemalt und ihnen ein gestreiftes, geschlechtsneutrales blau-rot verpasst. Allerdings sehen Gegner dieser Farben den FC Basel im Bären vertreten und auch die Zerbastreifen-Aktivisten sehen sich auf den Plan gerufen - ein Teufelskreis! Die beiden jungen Bären folgen jedenfalls etwas später, wobei deren Namen (Urs und Berna) vorsorglich aus den Geschichtsbüchern durch ein Neutrales "Dings" und "Bums" ersetzt würden, hiess es aus Bern.
So liebe Berner. Ich freue mich schon mal auf den Auftritt in der Fussball Champions League des BSC Young Boys (neu: Berner Sport Team Young People) - ein Glück wird die Amtssprache bei Euch nicht auch noch eingedeutscht, sonst hiesse das jetzt "Berner Ertüchtigungs Vereinsgebilde Junges Volk" - voll originell!
© Goggi um 13:10 Schubladisiert in: Amtsschimmel, Bern, deutsche Sprache




















