Mittwoch, 8. Oktober 2008

Der Stoff aus dem der US-Präsident gemacht ist

TV-Debatte: Obama macht den besseren Eindruck

Auch an den TV-Geräten dieses Landes kann man die zweitletzte grosse Fernseh-Debatte vor den Präsidentschaftswahlen in den USA Live mitverfolgen. Wahlweise mit oder ohne überfordertem Dolmetscher.

Knipst man den Ton ab und lässt man die Bilder sprechen, scheint mir der Ausgang der Wahl eine klare Sache: Obama bewegt sich leicht über das Parkett. Was er da tut, schein er gern zu machen. Er spricht viel mehr mit dem Publikum, sucht den Augenkontakt und vermeidet suchende Blicke ins Nichts, was sein Kontrahend öfter macht. McCain sieht ein bisschen so aus, als ist ihm nicht wohl in seiner Haut, oder wenigstens bei dem was er sagt. Er schreibt sich viel auf, liest deutlich mehr ab als Obama und mein Eindruck den er hinterlässt, ist der eines Schülers, der sich schlecht auf seinen Vortrag vorbereitet hat.

Auch mit Ton, wirkt Obama sicherer. Er antwortet präzise auf Fragen und kennt sich mit der Materie aus, über die man von ihm Auskunft haben will und spricht immer wieder die Sicht des Mittelstandes an. McCain schweift aus, verlängert Sätze mit Füllwörtern, Seine Stimmlage ist erhöht, immer wieder sucht er nach beruhigenden Schlagwörtern wie "Vertrauen" und "das amerikanische Volk" usw. und bittet quasi für Verständnis, dass der Weltfrieden halt seinen Preis hat.

Gespannt darf man über die Reaktionen der Heerscharen von Experten sein, die sich heute Nacht vor den TV-Geräten vereint haben. Bei der letzten Debatte gingen die Interpretationen teilweise diametral auseinander: Während die SF-Tagesschau kurz nach dem Auftritt der beiden Kandidaten von einem ausgeglichenen Spielstand sprach, schrieben die Zeitungen später von einem klaren Punkte-Sieg Obamas. Ein Bild, das zahlreiche Umfragen bestätigten.

Kommentare:

Politiker hat gesagt…

Die haben den Übersetzer eben ausgewechselt! Die lesen wohl den Goggiblog?

Goggi hat gesagt…

Nein, ich glaube es sind zwei Dolmetscher. Obama wird besser "übersetzt"

Rick hat gesagt…

Die Zeitungen, je nachdem welchem Lager sie zusprechen, haben doch lange vor jedem Duell Bericht und Sieger längst fertig.
Natürlich macht Obama den besseren Eindruck. Wenn Männer zB zwischen der aktuellen Miss Schweiz (ohne Vermögen) oder einer 55jährigen Schweizerin (die gut kochen kann, Kinder und Enkel vernünftig groß ziehen kann, und den Haushalt zusammen halten) entscheiden müssten, wird die aktuelle Miss Schweiz stets den 'kompetenteren' Eindruck machen. Und so ähnlich werden heute auch alle Wahlen entschieden...

Politiker hat gesagt…

Das sehe ich ähnlich. Obama wird gewinnen, weil jene die etwas ändern wollen auch an die Urnen gehen. Die Haushälterin hat man geheiratet jetzt will man mal wieder mal etwas neues.