Dienstag, 11. August 2009

Unkräuter im Brügglifeldrasen

Eine kleine Satire, die eigentlich nur Insider verstehen und die ich zu meiner persönlichen Befriedigung nicht nur im FCA-Forum, sondern im eigenen Blog haben will :-))

Es ist fast wie ein schlechter Krimi. In den Hauptrollen: Kriminaloberkommissar Ruedi Q. - das Opfer, die Blondine Joseffine Gutwisser - und als Hauptverdächtiger natürlich der Gärtner Fritz H.

Am Freitagmorgen, eine friedliche Nebelbank liegt über der spätsommerlichen Abstiegszone. Wie an jedem Morgen, jätet Gärtner Fritz das Unkraut aus dem schönsten seiner Rasen. Der Fiese Vermittlerwegerich ist genau so ungebetener Gast, wie die Lauernde Aazett. Immer wieder spriessen sie aus dem Boden, die Françoisischen Bechtel und die Reinen Sommerhalter. Dabei wollte der Gärtner nur seine Arbeit tun und die Besucher seiner schönsten Wiese, lauschige Nachmittage ermöglichen, gelegentlich auch mal am herbstlichen Abend, je nach dem, wo höhere Medien die Erntezeit angesetzt hätten.

Eines Tages aber, Fritz zupfte gerade an einem Wiederkehrenden David und wickelte ein paar Nacktschnecken in die dritte Seite einer Boulevardzeitung, erreichte ihn ein Telefonat. Am anderen Ende der Leitung knurrte ein gewisser Ruedi Q. Er sei Kriminaloberkommissar und entgegen gewohnten Gepflogenheiten, wonach er Dinge aufgrund von Resultaten rekonstruiere, ohne je am Tatort gewesen zu sein, bestehe er dieses mal auf ein Treffen. Der Gärtner legte verängstigt seine Giftflasche nieder, mit der er versehentlich ein paar moldavische Nutzkäfer abgetötet hatte. Es war doch keine Absicht, nur schönhalten habe er sein Garten wollen, dachte er.

Schon stand der geheimnisvolle Mann vom Telefonat, mit leicht zerknittertem Gesicht, Kinngrübchen und kleinem Notizblock auf dem gesäuberten Rasen des Gärtners. Er wolle alle Namen, vor allem die Ausländer. Verdutzt schaute der Gärtner den Knurrenden an. "Ich will Namen" wiederholte sich dieser und zeigte eiligst auf die Giftflasche. Verängstigt nimmt der Gärtner Abschied von seinem Vorsatz und zählt dem Knurrenden wahllos Namen in den Notizblock, die er gestern Abend vor dem Zu-Bett-Gehen auf dieser Youtube-Seite bei der man zahlen muss, gelesen hatte. "John Longdick, e-ein a-amerikaner" erhastete Fritz sich zu erinnern - "Weiter?" - "Pa-pavlovcic", Afrikaner. Nein, Moldavier." Die dicke graue Augenbraue des Ruedi Q. zog sich skeptisch in die Höhe und wortlos drehte sich der Kriminaloberkommissar ab.

Als wenig später die Geschichte im örtlichen Internet von a-z zu lesen war, sprossen sie wieder, die Bechtel und die Sommerhalter und ohne einen Blick zu viel zu riskieren, verspritze der Gärtner sein Gift auch am Samstagmorgen in alle Richtungen. Stolz über die gelungene Vertuschung, wollte der Gärtner schon vom Acker ziehen, als er rückwärts gehend über eine Leiche stolperte. Er erkannte sie sofort. Es war das Dienstmädchen Joseffine Gutwisser, deren Nachname auf Italienisch viel schöner klingt, obwohl sie aus einem Land stammt, das auf der schwarzen Liste der Steueroasen steht. Ihr blondes Haar schweifte noch immer friedlich über den Rasen. Wie damals vor ein paar Wochen als er, der Gärtner ihr, dem Diemstmännchen die Hand vertrauensvoll schüttelte und ihr versicherte, er werde sie besser behandeln als ihren Vorgänger, den Hund Coco, der immerzu nur bellte und um Aufmerksamkeit winselte. Ja, da lag sie nun, im Dunst des giftigen Nebels, den er eben noch versprüht hatte, schuldlos, zart und wie immer freundlich lächelnd, als ein Gedankenblitz ihn durchknipste.

"Herr Kriminaloberkommissar?" Hauchte er mit erfrischendem Ton in sein Telefon. Ich habe die Schuldige ertappt. Sie wissen schon, die Schlepperin, welche diese kuriosen Ausländer... Nein, der hat mit dem Kyoto-Protokoll nichts zu tun, der ist Fussballer.... ja der auch.... ach sie können erst in 10 Tagen vorbei kommen? Macht nichts, wir haben hier Teppiche und einen grossen Besen." Und die Welt war wieder in Ordnung. 10 Tage zwar nur, aber in der Welt der Unkräuter ist das eine halbe Ewigkeit.