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Dienstag, 27. April 2010

Unser Datenschützer, die Spassbremse

Und schon wieder reitet der eidgenössische Datenschützer Hanspeter Thür auf dem alten Gaul namens Google herum - quasi das einzige Tätigkeitsfeld des Aargauers. Nachdem Spassbremse Thür bereits im August klar machte, dass Google Street View vom Netz zu verschwinden hat, soll nun jeglicher Sammelwut der Suchmaschine Einhalt geboten werden. Neustes "Opfer" ist die Speicherung der Präsenz von WLAN-Netzen, die Google zur Ortung von Personen verwenden will. Herr Thür hätte aber ganz wichtigere Aufgaben - halt eben auch langweiligere.

Technisch gesehen ist das vom Datenschützer getadelte Verfahren recht simpel. Das Google-Fahrzeug erkennt bei seiner Fahrt durch die hiesigen Strassen sämtliche WLANs. Unabhängig davon, ob drahtlosese Netze gesichert oder offen zugänglich sind, senden diese nämlich permanent den so genannten SSID (Service Set Identifier) aus, einen eindeutigen Netzwerknamen. Google erkennt nun, dass das Netzwerk xy sich an der Bahnhofstrasse in Zürich befindet. Hält sich ein Google-Kunde der sich orten lassen will nun in Reichweite von Netzwerk xy auf, kann Google die Position mit recht hoher Genauigkeit feststellen. Das Problem das Thür haben wird ist, dass zwar der Google-Kunde die Ortung zulässt, der WLAN-Besitzer aber nichts davon weiss, dass sein Netz für diese Ortung verwendet wird.

Bild: Hanspeter Thür, eidgenössischer Datenschützer

Eine Gefahr besteht für den WLAN-Besitzer indes keine. Es ist, als würde Google die Kioskfrau fragen, ob Herr Müller an ihrem Laden vorbei gegangen ist. Deswegen hat der Fragende aber noch längst keinen Zugriff auf persönliche Daten der Kioskfrau. Dass sich Hanspeter Thür nun wieder voll ins Zeug legt, wenn das Ziel Google heisst, hat wohl viel mehr damit zu tun, dass Google als prominentes Ziel viel mehr zur Existenzberechtigung des eidgenössischen Datenschützers beiträgt, als all die anderen Aufgaben die Thür und all seine Vorgänger seit Jahren sträflich vernachlässigen. Gerne sei hier erneut auf die etwas unspektakuläreren Fragen hingewiesen, die ich vom Datenschützer endlich bearbeitet wüsste:
  • Warum werde ich beim Gang vom Berner Hauptbahnhof zum Bundeshaus von 47 Videokameras gefilmt?
  • Warum werde ich das auch in jedem Fahrzeug des öffentlichen Verkehrs und zwar "zu meiner Sicherheit" sogar beim Nasenpopeln?
  • Warum muss ich bei der Onlinebestellung eines SBB-Tickets Geburtsdatum und Wohnadresse angeben?
  • Warum plaudert meine Krankenkasse mit anderen Versicherungen über meinen Gesundheitszustand?
  • Warum dürfen Krankenkassen bei Inspektionen auf Spitalabteilungen Patientenblätter fotokopieren?
  • Warum landet meine Telefonnummer automatisch im Telefonbuch ohne dass ich das explizit verlange?
  • Warum darf jedes blöde Umfrage-Institut meine Telefonnummer missbrauchen?
  • Warum darf diese Nummer weitergegeben werden, nur weil einer dummerweise mal zwei Fragen geantwortet hat?
  • Wie wäre es, wenn der Briefträger für sich behalten würde, wem er welchen Brief zustellt?
  • Oder wenigstens das Verdeck seines Anhängers regelmässig brauchen würde?
  • Aus welchem Grund muss die Frau am Postschalter in aller Deutlichkeit in die Halle posaunen, ob ich auch auf 5'689,65 gekommen bin?
  • Oder ob ich noch Bargeld brauche?
  • Warum wird dem Schalterpersonal automatisch mein Kontostand angezeigt? Was geht die das an?
  • Warum kann es passieren, dass meine Bank irrtümlich meine Kontodaten nicht Schreddert?
  • Weshalb bewahrt mein alter Areitgeber noch immer Daten von mir auf, obwohl ich da seit fünf Jahren nicht mehr angestellt bin?
  • Ab wann werden Politiker verpflichtet, nicht aus Faulheit sensible Dokumente einfach in den Papierkorb zu werfen?
  • Warum wird bei einer Auszahlung der Versicherung umgehend das Steueramt informiert, dem ich nun ein Haufen Zaster abdrücken muss, obwohl das Geld längst in einer anderen Säule liegt?
  • Was geht ein Wettbewerbsveranstalter mein ungefähres Einkommen an, das ich angeben muss, sonst kann ich die Ultra-Steile Musikanlage nicht gewinnen?
  • Warum wird das Argument "über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt" erlaubt, wo es doch nur dazu dient zu verschleiern, dass der Preis gar nicht vergeben wurde?
  • Warum muss ich beim Eintritt in ein Fussballstadion Name und Adresse angeben?
  • Warum darf Jeder und Jede ungefragt Telefonanrufe aufzeichnen ohne das Gegenüber vorgängig zu informieren?
  • Welches ist der einleuchtenste Grund dafür, dass der Fingerabdruck im Biometrischen Pass zentral gespeichert wird?
  • Warum gibt es im Internet immer noch Hunderte von Abo-Fallen-Seiten?
  • Wann werden Geundheitsdecken-und Matratzen-Fahrten ins Ausland endlich der Garaus gemacht?
Herr Thür. Mir ist es sowas von egal, wenn Google weiss, wie mein Heimnetztwerk heisst und das Handy von Herr Müller dadurch geortet werden kann. Mir wäre es viel lieber, wenn Sie sich endlich in den Dienst der Bevölkerung stellten, als sich ständig mit dem Kampf gegen Google oder Facebook zu profilieren.

TV-Tipp: Kassensturz, SF1, 21.05 Uhr zum Thema "Datenfalle Facebook"

Donnerstag, 23. April 2009

Die Inkarnation von Google

Man sieht es immer öfter und zuweilen sieht man Leute die wie blöd darum herum hüpfen, als kämen sie damit ins Fernsehen. Das Auto mit der Kamera auf dem Dach ist aber nicht vom Fernsehen, sondern gehört Google und die hüpfenden Menschen schaffen es immerhin ins Internet - wenn auch als retouschierte Gestalten. Erwischt habe ich Googlemobil, im überrragenen Sinne in Inkarnation des Internets, als es sich gerade die Strecke zwischen Thun und Bern fotografisch einverleibte. Die 360 Grad Kamera nimmt dabei im Sekundentakt Bilder von ihrer Umgebung auf, welche später als digitale Bildergeschichte bei Google Street View angeschaut werden können. Etwas stolz darüber, auch in diesem Teil des Internets verewigt worden zu sein, beschliesse ich gerade, eine Gruppe bei Facebook zu gründen und allen mitzutelen, dass zwischen dem einen Tunnel und der Ausfahrt weiter vorne, im blauen Auto das man beim Nach-Hinten-Schauen sieht, ich drin sitze, wie ich gerade aus dem Wallis zurückkehre.

Habe ich da eigentlich nicht eine Art Copyright auf unser Auto? Wird der SCB-Kleber etwa auch wegretouchiert, oder sieht man mein strahlendes Lächeln nächstens bald auch bei Street View? Auf die Antwort müssen wir uns noch ein Weilchen gedulden. Bis die Bilder bearbeitet, kontrolliert, eingelesen und online sind, kann schnell mal ein Jahr vergehen. Bis dahin habe ich längst vergessen, dass ich je auf dieser Autobahn gefahren bin.

Dienstag, 2. September 2008

Google Chrome installiert

Ich habe eben den neuen Browser "Google Chrome Beta" von meinen Google-Freunden zugespielt erhalten. Mein erster Eindruck: Simpel und schnell. Aber.

Das gegenüber anderen Browsern stark vereinfachte Outfit erinnert mich an eine Fernsehbedienung, bei der die Knöpfe für Kontrast, Helligkeit und Lautstärke fehlen. Das Prinzip, dass nicht die Hülle wichtig ist, sondern der Inhalt - in diesem Fall die angesurften Webseiten - wird bei Google Chrome erfreulicheTatsache.

Aber.

Google Chrome ist also nichts für Surfer die Java, Active-X und Bilder manuell an- und ausschalten wollen. Chrome spricht Benutzer an, die sich Inhalte schnörkellos anschauen wollen ohne sich weiter Gedanken machen zu müssen.
Doch genau das ist der Punkt, der mich nach meinem zweiten Eindruck noch beschäftigen wird: Google, Datensammler Nummer eins, der schon mein Mail-Konto kennt, meine Suchanfragen speichert, die Klickraten meines Blogs auswertet und weiss, für welche News ich mich bei iGoogle interessiere. Dieser Firma soll ich auch noch mein gesamtes Surfverhalten offenlegen?

Man bedenke: Keiner kennt uns so gut, wie der eigene Browser! Angesteuerte Pornoseiten, heruntergeladene Musik, das geheime Mailkonto, von dem die Ehefrau nichts wissen darf. Darf Google zum Mitwisser werden? Kann man einem Datensammler trauen, nur weil er sich in Milliarden von Informationen wohl kaum für das Sexgeflüster betrügender Ehepartner interessieren wird?
Google vertraut schon bei seiner Suchmaschine auf unbekümmerte Surfer, die sich in Anonymität wähnen und hemmungslos nach "Hancock dvd illegal download" suchen. Auf diese Unbekümmertheit setzt Google möglicherweise auch bei seinem Browser und nimmt die Kritik vorsichtiger Surfer in Kauf, die ja nur einen Bruchteil im Internet ausmachen.

Fazit: Google Chrome kommt mir noch vor dem offiziellen Launch heute Abend gegen 21 Uhr, vorläufig wieder von der Kiste.

Weitere Infos: Official Google Blog, TechCrunch, GoogleWatchBlog, Side Effects, Steini's Garden,

Samstag, 16. August 2008

Erfindungen, die der Mensch nicht braucht

Wir sind es uns ja gewohnt, dass Google weiss wo wir stehen, noch bevor wir wissen, dass wir dahin wollten. Und weil der unglaubliche Wissensdurst der Menschheit kaum Grenzen kennt, bauen Entwickler von Programmen - im wahrsten Sinne des Wortes - auf jeden Scheiss.

Wer nämlich mitten in einer fremden Stadt ist und sein Geschäft lieber nicht an einem Baum erledigen möchte, dem helfen die Erfinder von "lootogoo" weiter. Auf Internettauglichen Handys lassen sich damnächst öffentliche Toiletten in einer Google-Map anzeigen - Zurzeit funktioniert das Teil leider nur auf einem richtigen PC - den man aber, mitten in einer fremden Stadt, leider nur selten dabei hat. Das Programm kennt derzeit rund 1'100 in Deutschland frei zugängliche Klos. Die WC's lassen sich bezüglich Sauberkeit und Ausstattung bewerten - wer also auf Qualität schaut, sollte sich schon frühzeitig mit seiner Verdauung beschäftigen und seine Reiseroute allenfalls anpassen.

Fehlt eigentlich nur noch eine biometrische Funktion, die via GPS das Darmgurgeln an lootogoo und Google übermittelt und unter Berücksichtigung von Verkehr, Wetter und Essgewohnheiten ausrechnet, ob es noch bis auf's WC reicht. Tut es das nicht, blendet Google automatisch die Standorte von Unterwäsche-Läden ein. Alternativ kann bei der Anmeldung auch die Option "Erwachsenenwindeln-Shops erlauben" gewählt werden. In einem weiteren Schritt könnte man die Stillen Örtchen mit einem Sender ausstatten, damit angezeigt wird, ob nicht etwa schon besetzt ist. Weiter würden Duft-Emissionen gemessen und der Inhalt der Ausscheidungen analysiert. Ergibt das Resultat zum Beispiel eine erhöhte "Abgabe" von Eisen, werden Restaurants via Newsletter angewiesen, vermehrt Fleischgerichte auf die Karte zu setzen und Zwiebelduft löst in Lebensmittelläden Aktionsverkauf von Miteralwasser aus.

Dem weiteren Ausbau an Informationen steht damit nichts mehr im Wege. Interessenten, die beim Online-Dienst Standorte von Glassammelstellen und Drogenumschlagplätzen eintragen möchten, melden sich bitte direkt beim Betreiber.

Link: lootogoo, via GoogleWatchBlog

Freitag, 15. August 2008

Google-Anfrage des Tages


Manchmal liegt Google ja gewaltig daneben, was die Resultate angeht. Wie die amerikanische Suchmaschine auf diese Korrektur kommt, beeindruckt mich jetzt aber schon! (siehe Bild)

Donnerstag, 7. August 2008

Google Insights: tolles Spielzeug


Die Erfolgsgeschichte des FC Aarau widerspiegelt sich auch beim Surfverhalten der Interner-User. Mit Google-Insights ist es nun möglich herauszufinden, wonach bei Google, in einem bestimmten Zeitraum, am meisten gesucht wurde. Die Angaben lassen sich bis ins Jahr 2004 zurückverfolgen und auf Wunsch länderspezifisch anzeigen. Das Spielzeug wird besonders Webseitebetreibern gefallen, die ihre Meta-Tags nun mit "youtube", "swiss" und "meteo" ergänzen können, obwohl ihre Seite überhaupt nichts mit youtube, swiss oder meteo zu tun haben. Aber danach suchen die Menschen und wer nach meteo sucht, will sicher auch Poker-Chips kaufen.

Schaut man sich an, was rauskommt, wenn man als Suchbegrff "FC Aarau" eingibt, wird dem findigen Marketing-Strategen schnell klar, welch nette Daten Google uns da zugänglich macht: Eine der höchsten Gipfel der Berglandschaft oben rechts, steigt im Juni 2007 in die Höhe. Damals wurde der Pole Rychard Komorniczki Cheftrainer beim FC Aarau. Obwohl 98% der Anfragen aus der Schweiz kommen, klickten die Surfer die nach "FC Aarau" suchten, auf die Seite "Ryszard Komornicki ponownie trenerem FC Aarau" - eine polnischsprachigen Sportseite.

Damit wird auch klar, wofür man diesen Dienst nutzen kann. Mit solchen Informationen lässt sich nämlich zumindest erahnen, dass es viele Polen gibt, die in der Schweiz die Geschicke Komornickis verfolgen. Nimmt man gleichzeitig zur Kenntnis, dass beim Formel 1-GP in Ungarn ein Viertel der Zuschauer aus Polen angereist waren, könnte man daraus schliessen, dass polnische Fans ein marketingrelevantes Potential, auch in der Schweiz darstellen.

Und noch eine Kurve zeigt punkto FC Aarau steil nach oben: Im Juli 2008 wurde "FC Aarau" so oft gesucht wie noch nie. Jeder andere Verein in der Schweiz kommt nicht annähernd auf die gleichen Werte - Aber die Jungs vom Brügglifeld sind ja auch so gut, wie noch nie: 1:1 in Bellinzona und weiterhin ungeschlagener Tabellenleader!

Donnerstag, 26. Juni 2008

Hier werden Sie geholfen

Wer sich mal kurz über Proxies schlau machen will, kann ja Google fragen. Wie sich die Seite tech-faq.com auf die fordersten Ränge der Suchmaschine positionieren konnte, ist mir aber ein Rätsel:

Anfang ein Proxy

Es ist bedauerlich, dass ein Proxy kann nicht beginnen, Geld zu verdienen, müssen Sie verbringen ein wenig. Die auf dem Kopf ist, dass man fast sofort in der Lage, sich das Geld zurück verbringen Sie in Rückkehr; Sie können bis zu 30-fache der Kosten-Server am AdSense-Programm Ad-Einnahmen (es ist möglich zu verdienen viel mehr, aber für höchst unwahrscheinlich ist, dass ein gerade angefangen out).
Die Ressourcen, die erforderlich ist, damit ein Proxy sind: Ein Domain-Name.


Vielen Dank.

Samstag, 8. März 2008

Google kann grad nicht

Nicht, das ich gerade sehr blogaktiv gewesen wäre, in letzter Zeit. Wenn ich dann aber mal hier bin habe ich natürlich den Anspruch, das alles in Highspeed, oder noch schneller läuft. Getreu den Gedanken, die hierundjetzt zu Blogge trug.
Das Nichtschreiben mitverantworten muss allerdings auch blogger.com. Oder blogspot. Oder halt google - wer auch immer für diese klare, aber leserunfreundliche 502-Meldung verantwortlich ist. Insistiert man, kapituliert blogger dann vollends und schwenkt die weisse Flagge...

Es sind dies Momente, in denen man dem Wechsel unweigerlich ins Auge zu schauen hat und sich vom Gewohnten abzuwenden gedenkt. Man fühlt sich genötigt, W-o-r-d-p-r-e-s-s vorsichtig in den Bildschirm zu hauchen. Man macht sich Gedanken über Serverkapazität und Adressgestaltung: goggi.ch/blog? Oder blog.goggi.ch? Warum nicht gleich goggiblog.ch? Denn so geht es nicht weiter. Von einer Firma, die für sich den Anspruch hat, Marktleaderin zu sein, die sich raus nimmt, Webseiten die ihr nicht in den Werbe-Kram passen, schlechter zu bewerten, erwarte ich schon ein bisschen mehr als reine Unerreichbarkeit.

Wo ist jemand, der unerreichbar ist? Philosophierend surfe ich weiter. Meine Finger fügen sich dem Gedankengut. W-O-R-D-P-R-E-S-S.
Bei hierundjetzt hätte ich übrigens ganz gern einen Kommentar veröffentlicht, doch auch das lässt mich google nicht. Saubande.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Google-Phobie

Zufall, oder doch ein geheimes Werbekomplott? Spam bei Gmail
Vor ein paar Tagen las ich, dass unterdessen 95% der elektronischen Mails aus reiner Werbung bestünden. Weil wir alle diesen sogenannten Spam nicht mögen, habe auch ich eine Mailadresse die öffentlich im Web steht und eine, die kriegen nur die netten Menschen. Auf diese Mailadresse für nette Menschen bekomme ich seit ein paar Tagen nun doch auch Spam. Sie rutscht zwar ohne mein Zutun in den Spam-Ordner, wo sie hingehört, aber da ist sie. Wie auch immer der Absender zum irrtümlichen Glauben gelangt ist, ich würde mich darüber freuen: Nein tue ich nicht.

Das Kuriose ist, dass es sich bei dem Spam-Mails zwar um verschiedene Absender handelt, vergleicht man aber die Inhalte, scheint der englisch schreibende Autor immer der selbige zu sein. Ebenfalls interessant ist, dass sich die Werbung darum dreht, wie ich innert kürzester Zeit Millionen von Besuchern auf meinem Blog haben könnte. Der Betreff lautet denn auch "Blog Blaster" und "Hit-Booster", oder sowas in der Art.

Nun muss man wissen, dass die einzige Online-Firma, welche die betroffene Nur-Für-Nette-Meschen-Mail kennt, ausgerechnet der Hoster meiner Blogseite ist. Und dieser Hoster betreibt nebenbei eine Suchmaschine und ist grundsätzlich darauf bedacht Werbung an den Surfer zu bringen.

Ich werde natürlich jetzt nicht mutmassen, dass Google (dem Blogger.com gehört und mein ganzes Blog indexiert hat, der Satelliten-Aufnahmen von meinem Zuhause hat, der meine Nette-Menschen-Mailadresse kennt, der weiss, welche Suchbegriffe ich bei iGoogle eingebe) bewusst Spam-Mails statt einfach ins Nirvana zu befördern, zufällig - und aus welchen Gründen auch immer - trotzdem in mein Postfach gleiten lässt.

Sowas ist schlicht unmöglich. Es handelt sich hierbei um reine Schizophrenie meinerseits. Befürchtungen, Google behersche schon bald die Welt, denn Wissen ist Macht, sind völlig an den Haaren herbei gezogen. Sowas würden die NIE tun. Das ganze ist nur ein harmloser Zufall.

Hoffentlich.

Donnerstag, 10. Januar 2008

Wir sind auf einem Star Trek

Mit der USS Enterprise 1701-D unterwegs, sind wir Trekkies es ja gewohnt, dass uns die Sterne um die Ohren flitzen, wenn Jean-Luc Picard auf Warp 7 raufschaltet. Dass diese Anschauung eine doch eher realitätsfremde Art der Weltraumreise ist, verdeutlicht das neuste Spielzeug von Google-Earth. Was muss das ein geiler Job als Programmierer sein bei Google, sich mit solchen Spielereien zu beschäftigen und erst noch Geld dafür zu bekommen.

Das neuste Gadget erlaubt es innerhalb von Google Earth, nicht mehr nur in den Vorgarten des Nachbarns zu klicken, sondern auch nachzusehen, was die Marsmenschen gerade treiben. Mit ein paar Klicks kann man sich seit heute Morgen auf eine virtuelle Reise durch den Kosmos bewegen. Google Sky nennt sich die Erweiterung und man kann damit aktuelle und vergangene Himmelsereignisse verfolgen. Etwa die Flugbahn des Halleyschen Kometen verfolgen, wie er sich zwischen der tatsächlichen Anordnung der Planeten durchschlängelt. Spätestens hier wird klar, warum herkömmliche 2D-Kartographien nur noch als Gratisbeilage in Internet-Zeitschriften zu finden sind. Was Google Sky kann, ähnelt schon sehr dem, was wir von der neuen Sternkarthografie auf der Enterprise her kennen. Man schwebt regelrecht durch den Raum, kann Blickwinkel einstellen, sich vor- und rückwärts bewegen und... geniessen. Die Anwendung richtet sich eher an ein privates Publikum, denn trotz der neuerlichen Innovation der wichtigsten Kontrollfirma unserer Erde, reicht Sky für professionelle Ansprüche kaum aus und die ausserirdischen Bösewichte lassen sich damit nicht aufspüren. Dafür braucht es schon einen Jean-Luc Picard.

Das ganze Teil steht unter http://earth.google.de gratis bereit zum Download. Mit Suchtpotential im Bereich von Warp 10 muss gerechnet werden.

Montag, 29. Oktober 2007

Ich liebe dich, ich liebe dich nicht, oder: Wem gehört das Internet?

Es ist wie beim Gänseblümchenzerstümmeln: einmal mag man es, weil es einem eine Fülle von Kohle beschert - dann wieder nicht, weil bestraft wird, wer eben nur die Kohle im Blickfeld hat. "Die Zeit" - selber Opfer einer Abwertungsaktion geworden - reagierte denn auch entsprechend beleidigt und würdigt in ihrer Zeitung den Werdegang von Web 2.0 kaum mehr.

Zweites geschah letzte Woche offensichtlich nicht nur der "Zeit", sondern auch einer Menge von Websides und Blogs, als Google in einer vielerorts so genannten "Abstrafung" deren PageRank-Ehre zurücksetzte. Die Betroffenen stehen im Verdacht Links angeboten zu haben, für die sie Geld kassierten. Firmen generieren ihre Werbeeinnahmen jedoch aufgrund des PageRanks von Google, das nach gewissen algorythmen errechnet, wie beliebt eine Seite ist. Je beliebter eine Seite ist, desto eher will ein anderer einen Link plazieren, sprich: Werbung schalten. Sinkt dieser Wert in einer Abstrafungsaktion, sinken dadurch die Einnahmen und die Firma ist gezwungen Google-like zu handeln und auf andere Systeme umzustellen wie zum Beispiel AdSense... richtig: von Google.

Was uns zur Frage bringt: wem gehört das Internet? Wer darf wen bewerten und allenfalls abstrafen und wem gebührt letztlich das Recht, mit dem Web Geld zu verdienen? Nur Google? Reicht die Selbstregulierung, oder braucht es eine Kontrollinstanz? Wer macht das? Etwa auch Google? Diese berufen sich auf die Erfahrungen von vor sechs Jahren, als die Internetblase an der Beharrlichkeiten zu Vieler zerplatzte. Es mag richtig sein, nicht wieder wahl- und ziellos Geld verpuffen zu lassen, aber ist Google - selber auf endlosen Profit ausgerichtet - wirklich die richtige Firma dafür?
Zum heutigen Zeitpunkt reicht eine Reduktion des PageRanks damit eine Firma erstens werbetechnisch in den Ruin getrieben und zweitens vergessen wird, weil sie nicht mehr auf den ersten drei Seiten der Google-Suche erscheint. Denn beim Googeln klickt sich selten einer durch bis Seite 24. Darf man Google so viel Macht zugestehen?

Dieses jüngste Beispiel zeigt, dass die Abhängigkeit von irgendeiner Bewertungsskala einer Monopolstellung gleichkommt und das Handeln eines Unternehmens - oder auch von Blogs wie du und ich - nicht mehr frei sind, sondern alles so "gemacht" wird, wie es Google gefällt. Richtiger wäre, man wehrt sich der Anfängen dieser Diktatur und achtet auf die Qualität eines Auftritts, anstatt sich auf Listings zu verlassen, die auf die Stimmung anderer zurückgeht. Selbst Zugriffszahlen zeugen vielmehr von geschicktem Marketing, als von gutem Inhalt. Bewiesen habe ich das vor einer Woche. Das Platzieren eines Links am richtigen Ort, mit der richtigen Verlockung bescherte mir das dreifache Verkehrsvolumen. Zu sehen waren hier dann aber nur ein paar Bilder.

Der ultimative Tipp für einen gelungenen Webauftritt: Inhaltliche Qualität.

Wenn dereinst Web 2.0 implodiert, dann nur das Kapital. Alleine die Fülle an Angeboten garantiert den Exitus. Doch der (gute) inhaltliche Wert, die kreativen Macher dahinter, die Fantasie und selbst die Technologie wird erhalten bleiben. Wer kreativ dabei bleiben will, kann sich zum Beispiel bei Problogger umsehen. Allerdings bin ich nicht Fan von Auflistungen, wie man sich zu verhalten hat. In Anbetracht der Einöde, die uns manch ein grosser Blog präsentiert, empfehle ich einen Besuch aber ausdrücklich...

Inspiriert durch: rolotec, problogger

Samstag, 27. Oktober 2007

Jubiläum beim GoogleWatchBlog

Es ist an der Zeit, mal neidlos einen Bildschirm auf die Lorbeeren anderer zu werfen. Neben dem Goggiblog gibt es nämlich noch ein paar andere passable Blogs, die sich vom Sumpf der vielen anderen abheben.

Heute: Der GoogleWatchBlog

Oooch nein, so ein langweiliges Technik-Teil, wird manch einer denken - Aber das stimmt gar nicht. Die Autoren im Google-Watch-Blog feiern heute nämlich ihren 2. Geburtstag und dies schafft man nur, wenn man es versteht, die trockenen Meldungen interessant rüber zu bringen. Das von Google unabhängige Team von mindestens einem Dutzend Autoren lassen auch pointierte Selbsterfahrungen in die Geschichten einfliessen, was für die Lesbarkeit der Artikel sehr angenehm ist. Das allerbeste aber ist: Die Artikel sind keine Romane, wie man sich das von anderen Seiten her gewohnt ist. In wenigen Sätzen fasst GWB zusammen was man wissen muss und nach ein paar wenigen Wochen kennt man geheime Funktionen in der Suchmaschine, neue Kiniffe für YouTube und interessante Hintergründe über die Strategie Googles. Oder hat jeamand schon mal von Panoramio gehört? Die ehemals spanische Firma hostet Panoramabilder, Google hat sie mal schnell übernommen und fügt jetzt deren Bilder jetzt in ihre Landkarten ein.

Hinter der Fülle solcher Informationen stecken wie erwähnt, viele Autoren. Aber auch der Beta-Status soll nicht über die Qualität dieses Blogs hinweg täuschen. Denn wie immer sind nicht Zahlen wichtig, sondern persönliche Erfahrungswerte. Neben dem Blog findet man bei GWB ein Forum, ein Wiki (das noch im Aufbau ist) und natürlich ein umfangreiches Archiv vergangener Artikel, säuberlich kategorisiert. Wer Google nutzt, sollte sich im GoogleWatchBlog mal umsehen. Und von hier: Happy Birthday nach dadrüben.

Montag, 23. Juli 2007

Google schaut noch genauer hin

Was wären wir heute ohne Google? Wir würden uns ständig verlaufen im Internet, wir fänden nie und nimmer die passende Information, Dopingfälle im Radsport würden uns glatt entgehen und umgekehrt wüsste niemand, das wir einen Blog, eine Webseite, oder überhaupt eine Existenz haben.
Beeinduckt nimmt jeder, der nicht grad Müller oder Meier heisst und seinen Namen in Google eigegeben hat, davon Kenntnis, dass die Welt genaustens über jeden bescheid weiss. Selbst mein kleiner Blog beansprucht schon über 15'000 Treffer bei Google. Jetzt noch schnell Googlemail aktiviert und schon erscheint neben dem Brief von der Allerliebsten, die sich nach dem Ergehen bei der Arbeit erkundigt, ein Link zu den 100 coolsten Jobs bei Job.ch und ein Link zu einem Blumengeschäft in der Nähe. Obwohl mir Herr Google persönlich versichert hat, das sei ein Computer der auf Wörter reagiere, so macht es mich stutzig, dass da einer vor mir meine Mails liest.
Mehr noch: Wenn ich das Haus verlasse, werde ich künftig von Google gefilmt. Die Suchmaschine hat nach einer Meldung auf pc-tipp die Firma ImageAmerica geschluckt, die hochaufgelöste Luftbilder produziert. Damit hat Google die Möglichkeit ihre maps nicht nur alle paar Wochen zu aktualisieren, sondern stündlich. In die umgekehrte Richtung fliessen die Informationen nur spärlich. Der Internetauftritt von ImageAmerica wurde kurzerhand gelöscht, nähere Informationen zum Deal sind keine bekannt.


Persönlich fühle ich mich nicht bedroht, zuviel von meiner Persönlichkeit preisgeben zu müssen. Vermutlich interessiert sich auch kaum einer auf der Welt, was ich so treibe. Dennoch wäre manch einer froh, Google würde auch einen Delete-knopf erfinden, mit dem man Inhalte löschen kann. Zum Beispiel der unbescholtene FC Aarau-Fan, dessen Bild letzten Sonntag im Blick erschien. Der Fan wurde als "Hooligan" bezeichnet, weil Google bei entsprechender Suchanfrage als erstes sein Bild zeigt - warum auch immer.


Seien wir also optimistisch und gehen wie beim Radsport davon aus, es werde sauber gearbeitet. Google weiss dank meinem PC zwar wer ich bin, die swisscom weiss dank meines Handys, wo ich bin, und bluewin als mein Provider weiss was ich mag. Wir kennen uns schon so lange, ich bin sicher, die missbrauchen diese Macht bestimmt nicht. Genau wie Tony Rominger niemals Sinkewitz dopen würde. So viel Vertrauen muss sein. Ausserdem kennt mich Google dann doch wieder nicht soooo gut. Weil Schwimmen ist nicht gerade meine Leidenschaft (siehe Bild)

Mittwoch, 11. Juli 2007

Spielchen mit Google

Es ist unglaublich, wie mit Weltfirmen heutzutage umgegangen wird. Google zum Beispiel. Immerhin handelt es sich bei Google nicht um eine böse Gesellschaft, der man Habgier oder Totalkontrolle-Über-Alles vorwerfen könnte. Im Gegenteil. Ohne Google wären wir alle am Allerwertesten und würden uns gar nicht mehr zurechtfinden auf dieser Welt.
Um so gemeiner ist es, Google zum Beispiel den Schriftzug zu klauen, wie das am vergangenen Montag in St. Monica,CA USA passierte. An der eben zu Ende gegangenen Suchmaschinen Konferenz in München, hat sich sogar ein Witzbold ins OK geschlichen und am Schrigtzug herumgebastelt. Wirklich nicht nett. Bedenklich war, so Hans Laudacher, OK-Präsident der Konferenz, dass niemand was bemerkt habe, bis die Putzfrau beauftragt wurde, alle Google-Schriftzüge wegzuräumen und "Gogole" hängen blieb. Die Jagd nach dem Übeltäter sei aber gestartet, so Laudacher. Wie ich inzwischen aber herausfand, hat die Suche bei Altavista und Yahoo noch keine Treffer ergeben.

Mittwoch, 4. Juli 2007

verkehrte welt - ʇlǝʍ ǝʇɹɥǝʞɹǝʌ

Als ob das Internet nicht schon zur Genüge verdreht wäre, baut sich im Internet jetzt auch noch eine Spiegelwelt auf. Wie 3rdfloor berichtet, macht Google den Anfang. Oder besser gesagt elgooG. Auf dieser Seite lässt sich nicht nur die Startseite der Suchmaschine verkehrt anschauen, sondern zum Beispiel auch die NEWS-Seite. Absolut der Hammer sind dann die angezeigten Ergebnisse, die kaum entzifferbar sind und: nachdem gestern schon meine CPU fast in Flammen aufgegangen ist, raucht jetzt auch noch das Hirn beim Lesen.
Hilfe beim Eintippen verkehrter Texte - eine wahre Marktlücke - bringt Flip. Der Text wird im ersten Durchlauf für Marsmenschen lesbar, lässt man den verdrehten Text noch einmal verdrehen, wird er Klingonen-Tauglich. Über die Lesbarkeit lässt sich zwar streiten, aber was man hat, das hat man und man weiss ja nie, ob die Amerikaner nicht doch noch E.T. antreffen irgendwo. Ausserdem soll die Weltgesundheitsorganisation WHO das Projekt aufgenommen haben und will das gesamte Internet umdrehen. Sie erhofft sich damit eine Entlastung der linken Hirnhälfte. Oder der rechten, man ist sich noch nicht einig.

unu pǝuu, ıɔɥ ʍnǝusɔɥǝ ɐ11ǝu ǝıuǝu nuʌǝɹpɹǝɥʇǝu ʇɐp