Donnerstag, 6. September 2007

Bumm.

Bald ist wieder der 11. September, ein Datum das uns mehr geblieben ist, als etwa der Fall der Berliner Mauer, ein Ereignis mit weiterreichenderer Geschichte - aber eben nicht so Effektvoll. Zu diesem denkwürdigen Datum müssten sich eigentlich alle ihre Gedanken machen, wie der Umgang mit dem Nachbarn mal verbessert werden könnte. Besonders wenn - wie gerade in Deutschland - mal wieder ein paar Tonnen Sprengkraft konfisziert werden, die zur Vernichtung von Zivilisation vorgesehen wären.
Die Folge solcher Anschläge, oder deren Versuche, lösen indes nicht nur Angst und Schrecken, oder ein Anflug von Nachbarliebe aus, sondern auch unendliche Gewinnaussichten. Die Aktien von Sicherheitsfirmen oder die Verkaufszahlen von Alarmsystemen schnellen in die Höhe, der Etat für den Kampf gegen Terror wird ins unendliche hinaufgeschraubt.

Nun will auch die SP ein Stück vom Terrorkuchen abschneiden und greift auf eine Werbekampagne zurück, die erstens an eine bürgerliche Partei erinnert und zweitens einfach geschmacklos ist.


Hinzu kommt, dass die Bildmontage dilettantisch zusammengeflickt wurde und dem Wähler suggeriert wird, die wirkliche Gefahr von Atomlkraft läge nicht etwa im Atom-Müll, der nie mehr abgebaut werden kann, sondern darin, dass eine Boing 737 das Ende des Kühlturmes sein wird... - Mal abgesehen, dass das Ziel eines solchen Angriffs wohl kaum der Kühlturm wäre.

Ich bin einmal mehr enttäuscht von den politischen Kampagnen, die derzeit durch den Wahlherbst wehen. Kein Wort über die wirklichen Probleme. Angepriesen werden nur Schlagwörter, die zum Ziel haben, den Auftritt der Konkurrenz an Imposanz zu überbieten. Ähnlich wie im Streit um das neue Fussballstadion in Aarau, wird das wilde Herumfuchteln mit Behauptungen, einer gewissenhaften Diskussion vorgezogen. Als Stimmbürger muss man sich da etwas entmündigt vorkommen. Und wenn gleichzeitig raus kommt, Bundesrat Blocher habe sich an einem Komplott gegen einen Bundesanwalt beteiligt, bleibt uns nur noch das immerwährende Vorurteil: Die machen sowieso was sie wollen.

Goggi wählt am 21. Oktober am ehesten René Bertschinger und die Familiä-Partei
Einen weiteren lesenswerten Artikel habe ich gefunden bei Arlesheim Reloadet.
Dieser Artikel erscheint auch bei FACTS 2.0

Kommentare:

Daniela hat gesagt…

Das ist aber wirklich sehr geschmacklos! Der 11.9 ist ein Tag , welcher sich tief in meine Seele gebohrt hat.Das war so erschrecken, das benutzt man doch nicht als Werbung.

Wu-Lan-Tong hat gesagt…

Wie ich sehe, hat die Schweiz da doch wohl einiges gemeinsam mit Deutschland :-(
Die Politiker haben nichts besseres zu tun, als Angst zu schüren und das dann für ihre Pläne "Überwachungsstaat", die sie in der Schublade haben, auszunutzen...